Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Conto bei uns haben), welchen der
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1879.
Donnerstag den 16. Januar.
7.
Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Areisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal per Woche und zwar Dtienstags, Donnerstags und Samstags.
bel groͤßerem Tabellen- oder Ziffersaz mit 14 Pf., bei Reelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Betreffend: Die Ausfertigung der Gewerbspatente für die Zeit vom 1. Januar 1879 bis zum 31. März 1880.
Amtlicher Theil.
Friedberg am 15. Januar 1879.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
In Folge Ersuchens der Großberzoglichen Ober Steuer- Direction bemerken wir Ibnen, daß bei Ausfertigung der Gewerbspatente in der Periode vom 1. Januar bis zum 31. März d. J. nur das Patentformular mit dem Stempel von 50 Pfennig in Anwendung zu kommen hat und vom 1. April d. J. an die Gewerbspatente wiederum allgemein zu 40 Pfennig auszustellen find.
J. B. d. K.: Küchler, Kreis Assessor.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Der Gerichtsaccessist und Er- gänzungs richter dei den Friedensgerichten Worms und Osthofen Rbumbler wurde zum Ergänzungs- richter bei dem Friedensgerichte Alzey ernannt.
— 13. Jan. Der Landgraf von Hessen und der Großherzog und die Großherzogin von Baden trafen im Laufe des heutigen Nachmittags zum Besuche des Großherzogs hier ein. Prinz Alexander wird heute Abend von Wiesbaden hierher zu— rückkehren.
— Die Abreise des Großberzogs und der Großherzoglichen Kinder nach England erfolgt Montag den 20. d. M.
— Nach einem den„N. Hess. B.“ aus Berlin zugekommenen Privatbriefe würde die Ernennung
des Prinzen Heinrich von Hessen zum Divissons⸗
General und Commandtur der Großherzoglich hessischen Division nahe bevorstehen. — Nachdem der Finanzausschuß der zweiten
Kammer die Vorberathung des Hauptvoranschlags
der Staats-Einnahmen und Ausgaben für die Finanzperiode 1879 82 beendigt und seine an das Plenum der Kammer zu erstattenden Berichte festgestellt hat, wird die nach Art. 26 der land- ständischen Geschäftsordnung vorgeschriebene ge— meinschastliche Berathung mit dem Finanzausschusse der ersten Kammer nächsten Freitag den 17. d. M.
beginnen.
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richterlichen
— Den Ständen ist eine Vorlage des In- halts zugegangen, für das hier zu errichtende Landes- Krieger Denkmal einen Beitrag bis zur Höhe von 9000 Mk. aus Staatsmitteln zu be— willigen.
Berlin, 12. Jan. Die Einberufung des Admiralitätsraths erfolgte zur Berathung von technischen Angelegenheiten der Hafenbauten in Wilhelms hafen. Die Behauptung, daß die Ein— berusung mit der Angelegenheit des„Großen Kurfürst“ zusammenhänge, ist daher völlig irrthüm⸗ lich. Die Ernennung der Mitglieder des Kriegs- gerichts ist auf vertraulichem Wege erfolgt. Die umlaufenden Angaben über angeblich ernannte Persönlichkeiten sind unrichtig. Richtig ist nur die bereits gemachte Meldung, daß der Comman- deur des Gardecorps Gerichtsherr des Kriegs- gerichts ist.
— 13. Jan. Bei der von einigen Zeitungen gebrachten Nachricht, daß das preußische Quota— tons Gesetz in Arbeit sei, wurde übersehen, daß die legislativen Arbelten einzelner Staaten voll— zogene Reichsgesetze voraussetzen. Es sind nähere Erklärungen über diesen Gegenstand vom Finanz— minister zu erwarten.
— In den letzten Tagen wurde auf Grund des Soctalistengesetzes die Auswelsung aus Berlin gegen sieben weitere Personen verfügt. Die Ge— sammtzahl der bisher Aus gewlesenen beträgt 62.
— 14. Jan. Das Abgeordnetenhaus nahm in dritter Lesung den Gesetzentwurf, betreffend die Mitglieder der Grundsteuer-Ent—
schädigungs Commission an, genehmigte die Staatsverträge mit verschiedenen Staaten über die Gerichtsgemeinschaft und verwies in erster Berathung den Gesetzentwurf über den Ankauf der Homburger Eisendahn an die Budget-Com- mission, desgleichen die Uebersicht über die Ver- waltung der fiscalischen Bergwerke, Hütten und Salinen für 1877/78. Der Gesetzentwurf, be ⸗ treffend die Reorganisation der sächsischen Dom— stifte wurde in dritter Lesung nach kurzer Debatte gemäß den Beschlüssen in zweiter Berathung an- genommen. Hierauf wurde die zweite Berathung des Cultusetats sortgesetzt.
— Der Reichstag soll auf den 10. Februar einberufen werden.— Unser Botschafter in Rom, v. Keudell, schloß einen Vergleich mit der Stadt Rom in der langjäbrigen Streitfrage bezüglich der partiellen Eigenthums-Ansprüche des römischen Municipiums an den Palazzo Cafsarelli, in welchem die deutsche Botschest sich befindet. München, 13. Jan. Abgeordnetenkammer Eine Interpellation bezüglich der neuen Gerichts- sitze wird von dem Justizminister dabin beant- wortet, daß die Veröffentlichung derselben gleich— zeitig mit der Verkündigung der Einführungsgesetze demnächst erfolgen werde. Der Finanzminister bringt einen Gesetzentwurf ein, betreffend die Aus— nahme eines Anlehens von 28 Millionen Mark in Schatzscheinen, behufs Vermehrung der ver— fügbaren Mittel der Central-Staatskasse; davon sind 12 Millionen zur Deckung des Deficits und 16 Millionen zur Verstärkung des Betriebsfonds bestimmt.
Ausland.
Oiesterreich Ungarn. Wien. Die Elisabethbabn erhob bei dem Landesgericht Klage gegen die Gesammtheit ihrer Prioritätenbesitzer auf principielle Anerkennung, daß die Coupons überall in österreichischem Silber einlößbar seien. Das Landesgericht bestellte einen Curator zur Prozeßführung im Namen der Prioritätenbesitzer.
Luxemburg, 13. Jan. Prinz Heinrich der Niederlande ist heute Morgen gegen 5 Uhr am Schlagfluß gestorben. Der Tod trat in Folge von Masern Erkrankung ein. Ueber den Verlauf der Krankheit wird von unterrichteter Seite Folgendes mitgetheilt: die Krankheit hatte sich gestern gegen Mittag verschlimmert, das Fieber war mit größerer Heftigkeit wiedergekehrt, wäbrend die Bulletins am Sonnabend noch con- statiren konnten, daß der Hautausschlag vermindert und das Allgemeinbefinden des Prinzen ein zu— fried enstellendes sei. Gestern Abend äußerte sich eine weitere Verschlimmerung der Krankheit; heute früh gegen 5 Uhr ersolgte das Ableben plötzlich in Folge eines Gehirnschlages.
Frankreich. Pars, 12. Jan. Gerücht, weise verlauttt, falls das Ministerium Dufaure am Dieustag von der Kammer gestürzt werden sollte, so dürfte Mae Mahon abdanken. In par— lamentarischen Kreisen ist übrigens der Eindruck
vorherrschend, daß eine Majorität zu Gunsten des ministeriellen Programms im Senate sicher vor⸗ banden ist, und dies wahrscheinlich auch in der Kammer der Fall sein wird.
— General Greslep ist an Stelle von Borel zum Kriegsminister, und Borel zum Commandtur des Corps von Rouen ernannt worden. Großbritannien. London. Der wegen Drohungen gegen das Leben der Königin ge— richtlich verfolgte Byrne Madden ist in einem Irrenhaus untergebracht worden.
— 12. Jan. General Roberts meldet: In Khost ist es jetzt rubiger; die Hauptortschaften der Maliks haben sich unterworfen. Roberts
beabsichtigt ein Regiment Eingeborener, 2 Cavallerie- Abtheilungen und 2 Gebirgs-Geschütze daselbst zurückzulassen, das Fort auf zwei Monate mit Lebensmitteln zu versehen, selbst aber nach Kurum zurückzukehren
— 13. Jan.„Times“ haben Grund zu glauben, daß Jakub Khan bereits amtlich von den Bedingungen insormirt sei, unter welchen England bereit wäre, Frieden zu schließen; die Bedingungen seien zweifellos solche, die er mit Ehren aunehmen könne. Das Truppencorps des Gental Stewart hat Kandahar, ohne Widerstand zu finden, besetzt. Das britische Thurmschiff Thunderer ist nach Malta abgesegelt. Nach dem amtlichen Bericht über die Ursache des Berstens des Acht⸗ unddreißig- Tonnen-Geschützes war im Drall wischen Kugel und Kartusche ein leerer Zwischen— raum von ca. 6 Zoll.
Italien. Rom.
„Piccolo“ meldet, der
Proceß gegen Passamante sei neuerdings aufge-
schoben worden, weil die Feststellung der ärztlichen Gutachten über den Geisßteszustand desselben langere Zeit ersordere. Cairoli's Zustand hat sich wieder verschlimmert, seine Wund« ist wieder sehr schmerzhaft.
Türkei. Constantinopel. Das Re⸗ gierungs- Programm des Großvezirs Kheiteddin Pascha schlägt die Reduction der Armee auf das unumgängliche Minimum und die Deceutralisirung
der Vilajets vor.— Der kurdische Insurgenten— führer Hussein wurde gefangen genommen. Osman zeigte seine Unterwerfung an.— In der Com-
misston für die türkische Finanzreform schlugen die englischen Delegirten die Aufhebung des Handels- Ministeriums vor. Die Delegirten der euro- päischen Mächte werden in europälschem Interesse einen besonderen nicht von der Commission aus- gehenden Generalbericht über die Aufschlüsse, die sie erhalten können, erstatten.
— 13. Jan. Dem Vernehmen nach dat Labanoff sämmtliche Artikel des definitiven Friedens, vertrages mit der Türkei angenommen, ausge- nommen zwei Artikel, welche der Botschafter ad referendum nahm. Die internationale Com- mission zu Phbilippopel genebmigte den Entwurf betreffs Organisation der rumelischen Gendarmerie, wonach als Befehlshaber und Instructoren der


