1879. Samstag den 14. Zuni. M 69.
Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und 8 0 l 33 5 int U per ohe nnd e Freitag Abend geben e Kreisblatt für den Areis Friedberg. N W 5 Sam bags. ate—— n auf Die einspaltige Petitzeile wird ber Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Recelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pi. N Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen— — I. in Amtlicher Theil. U Betreffend: Wanderlager und Waarenauetionen. Friedberg am 12. Juni 1879. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. 0 Nach Miuheilung des Großberzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz bat der Bundesrath beschlossen: 1) Es seien die Wander— lager— unter welche im weitkren Sinne, als eine bestimmte Form dieser Art von Geschäftsbetrieb, auch die Waarenauctionen fallen— als ein Gewerbebetrieb im Umherzieben zu behandeln und zu denselben der Regel nach diejenigen Unternehmungen zu rechnen, in welchen außerhalb des Wohn—
ie, orts des Unternehmers und gußer dem Meß- und Marktverkebr von einer festen Verkaufsstätte(Laden, Magazin, Zimmer, Schiff u. dergl.) aus vor- * übergehend Waaren feilgeboten werden, webei die Anzeige von der Eröffnung eines stehenden Gewerbebetriebs nach§. 14 der Gewerbeordnung nicht een a, als ein Moment anzusehen sei, welches der Beurtheilung, ob ein Unternehmen tbatsächlich als Wanderlager anzuseben sei, präjudicirt; 2) Es sei, Wiechert„ soweit tbunlich, der Erlaß von Polizeiverord nungen herbeizuführen, nach welchen Inhaber von Wanderlagern a. öffentliche Ankündigungen ihrer Waaren nur unter dem in ibrem Legitimationeschein aufgeführten Namen mit Hinzufügung des Wohnortes erlassen dürfen, und b. verpflichtet sind, einen ibren Vuftlplig Namen und Wobnort un deutlicher Schrift entdaltenden Aushang vor ihrem Geschäftslokale an einer für Jedermann sichtbaren Stelle anzubringen. Mit Bezug auf unser Ausschreiben vem 21. Ne vember v. J. Anzeiger Nr. 139 empfehlen wir Ihnen daher, genau darüber zu wachen, damit alle als
Wan derlager anzusehenden Geschästsbetriebe auch zu der durch das Gesetz vom 1. Juli 1878 eingeführten Steuer herangezogen werden. Falls daher
b. baun auch tin Unternekmer seinen Betrieb auf Grund des§, 14 der Gewerbeordnung als einen„stehenden Betrieb“ bei der Bürgermeisterei anmeldet, so U N ist gleichwohl zu prüfen, ob die thalsächlichen Verhältnisse und die ganze Art und Weise des Betriebs dieser Anmeldung entsprechen und demnach die Ich Gründung einer wirklichen gewerblichen„Niederlassung“ vorliegt oder ob der Geschäftsbetrieb nicht doch den Character eines Wanderlagers an sich 8 lin trägt. In Zweifelsfällen wird es darauf ankommen, ob die Unternehmung für den Ort, an welchem sie betrieben wird, im Handelsregister des zu ö K. zriebrit ftfändigen Handelsgerichtes als Handelsniederlassung eingetragen ist oder nicht. Dr. Braden. ö 8 5 Betreffend: Die Ausführung des Gesetzes vom 9. Marz 1878, der Gehalte der V ltssch leb r a a— ö 2 iin k 0 betr., insbesondere derjenigen des Kreises Friedberg. en l Friedberg am 12. Juni 1879. 8 c, 1 Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. 0 0 Diejenigen von Ihnen, welche unserem Ausschreiben vom 21. v. Mts. in Nr. 62 dieses Blattes, noch nicht entsprochen haben, werden an 11 15 l dessen schleunige Erledigung erinnert. Dr. Braden. are Betreffend: Land jupenschaftsbeiträge. Friedberg am 12. Juni 1879. a Sul; Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Vorstände der israel. Religionsgemeinden des Kreises. unn den Ne Nach erhaltener Mittheilung sind die nachstehenden israel. Religionsgemeinden noch mit Zahlung der dabei angegebenen rubricicten Beiträge n für 1878 zurück. Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 11. Mai 1878 Oberh. Anzeiger Nr. 57, geben wir den Vorständen dieser Ge— 14 meinden biermit auf, die sofortige Auszahlung zu veranlassen und ob dieselbe erfolgt ist, binnen 8 Tagen anzuzeigen. Dr. Braden. ö d. Unic. Assenheim 26 M. 42 Pf., Bruchenbrücken 12 M. 14 Pf., Büdes heim 17 M. 59 Pf., Holzhausen 1 M. 40 Pf., Ober- Roßbach 15. M. 56 Pf.,
Petterweil 1 M. 7 Pf., Rodheim 28 M. 75 Pf., Stammbeim 7 M. 43 Pf., Staden 24 M. 75 Pf., Wölfersheim 2 M. 11 Pf.
. ie Deutsches Reich. Mitwirkungsrecht der Gemeinden bei der Besetzung begeisterten Zurusen der Kopf an Kopf gedrängten — 1 Darmstadt. Das Regicrungeblatt Nr. 20 erledigter Pfarrstellen wurden abgelehnt. Menschenmassen. Beim Eintritt in die Capelle 8 Hen enthält das Gesetz über die Ausführung der Deutschen!— Militärdienstnachrichten. Oberst⸗ Lt. von wurde das Kailserpaar von der Geistlichkeit em-
Civilprozeß ordnung und Con cureordnung. Treskow, Führer des 1. Großh. Inf. ⸗Regts. pfangen. Der Kaiser, die Kaiserin an der linken
— Pest- Personalnachrichten. Angestellt ist Nr. 115 wurde zum Obersten; von Blomberg, Hand führend, bestieg den erhöhten Tritt vor dem der Poslassistent Schröder in Mainz; versetzt sind: Oberst-Lt. von dems. Regt., zum Obersten; von Altare, wobei hinter dem Kaiser der Minister des der Posisekretär Backe von Mainz nach Stettin, Kunowski, Major vom 3. Großh. Inf. Regt. königlichen Hauses und die dienstthuenden Adjutanten, der Postassistent Sassenseld von Homberg a. d. Ohm Nr. 117, zum Oberst⸗ Lt.; v. Rettberg, Major binter der Kaiserin die Oberhofmeisterin, die Pa— nach Rastel, sowie die Postverwalter Kleiß von vom 4 Großh. Inf.⸗Regt. Nr. 118, zum Oberst- last. und Hofdamen Stellung nahmen. Alsdann Echzell nach Grebenhain und Heyn von Herbstein Lt. befördert. vollzog Hofprediger Koegel die Einsegnung. In
nach Mombach; in den Ruhestand ist getreten: Berlin, 11. Juni. Als kirchliche Einleitung der ganzen Umgebung des Schlosses bildeten die a
Magazil 1 der Postcemmiffarius Müller in Worms. der Feier der goldenen Hochzeit des Kaiserpaares Studirenden der Universität und Gewerbe- Academie — 11. Juni. In der heutigen Sitzung der fand gestern Abend im Dome Gottesdienst statt. mit zahlreichen Bannern und Musikcorps Spalier. Landes Synode wurde die Diekussion über den Das Gotteshaus, dessen Altar den reichsten Der Kaiser und die Kaiserin nahmen um dalb 1 Entwurf des Gtsangbuchs fortgesetzt und folgende Blumenschmuck trug, war bis auf den letzten 11 Uhr die Glückwünsche der unteren Hofbeamten ö Beschlüsse gefaßt: erstens den Entwurf fakultativ Platz von Andächtigen gefüllt. Eröffnet wurde und der Hofdienerschast entgegen und empfingen 1 einzuführen, es also jeder Gemeinde zu überlassen, die Andacht durch den vom Domchor gesungenen gegen 11 Uhr im Palais die Glückwünsche der kron⸗ ö t 0 ob sie das neue Gesangbuch will, oder nicht, Psalm 100:„Jauchzet dem Herrn alle Welt.“ prinzlichen Familie, der groß herzoglichen badenschen l * mn weitene ten Entwurf unter Berücksichtigung der Die Liturgie hielt Oberhosprediger Hengstenberg. Herrschasten und des Großherzogs von Sachsen. 1 A ausgesprechenen Wünsche einer Schlußredaktion zu Dieselbe war von bedeutendem Interesse in dem- Wie verlautet, werden heute die Amnestie-Erlasse 11 0 unterziehen. Sodann wurde der Antrag, bei det jenigen Theil, welcher das Gebet für das kalser⸗ den zahlreichen einzelnen Betheiligten zugestellt, 1 Staateregitrung dahin zu wirken, daß dicselbe liche Jubelpaar enthält. Hosprediger Baur hielt eine besondere Aufstellung präcis bestimmter Kate · ö
er, N der(vangelischen Kirche das Verlagerecht des die Predigt über den Vers: Gebt Gott Dank gorien soll nicht stattgefunden haben. Es ergingen 4 „ n ncuen Gesangbucks nicht beanstande, angenommen., und zahlet euer Gelübde. Der Gesang,„Lob, 800 Begnadigungen.— 12. Juni. Nachdem 1 110— 12. Irni. In der heutigen Sitzung wurde Ehr, und Preis sei Gott“, schloß die seltene die Cour gestern programmgemäß verlaufen, kehrte Triebel ein Antrag Groh's das dotationemäßige Ein- Feier. Heute trägt Alles Kornblumen oder Mai⸗ das Kaiserpaar vom Schloß nach dem laiserlichen — ton men der Geistlichen an den Lokalkirchensonds zu glöckchen. Um für die Illumination am heutigen Palais zurück. Dasselbe saß im sechsspännigen — verweisen und als Pfarrbesoldung dem decret- Abend möglichste Einheitlichkeit zu mille, ist die Wagen, welcher laugsamen 1 vom Haupt. . mäßigen Gehalt der Geistlichen zuzuschlagen, an Parole ausgegeben, daß bet hellem Wetter die portale des Schlosses über die Schloßfreibeit, den
61 5 f f i N ö e i ö rich das hintere Schloßportal und 0 e Ausschuß verwiesen. Hierauf wurde die Beleuchtung um halb zehn Uhr, bei bedecktem Himmel Schloßplatz, durch das g
156 n F. 4. 105 Classisicationsgesetzes über dagegen schon um 9 Uhr beginnen soll. Kanonen- von da über den Lustgarten nach den Linden fuhr.
1 das Tlensteinkemmen der Geistlichen nach den donner verkündete die um 12 Uhr vollzogene Ein Zu beiden Seiten des Wagens befanden sich der
Ausschußanträgen angenommen. Der Gesetzent⸗ segnung des Kaiserpaares. Die Auffahrt des Gouverneur, der Commandant und der Polizei-
* Wurf, beir, einen Zusatz zu§. 102 der Kirchen- Kaiserpaares und der Fürstlichkeiten nach dem spräfident von Berlin zu Pferde. Stürmische Jubel. * 4 485 8 8 Antrog Schröder betr. das Schloß vollzog sich unter unendlichem Jubel und rufe der angesammelten Menschenmassen begleiteten * 1 1 7 9


