— 11. Nov. Das Unterhaus wählte den
Grafen Carvnini wlerk an Prästdenten une Bedeutendste, was die Beschuldigten geleistet haben, bestand Smolka und Gödel zu Vicepräsidenten. Bei der in zwei Weindiebssählen. Um die Osterzeit d. J. gelangten Wahl der Vicepräsidenten blieb der Liberale Klier die Diebe mittelst falscher Schlüssel in die Keller zweier beide Mal in der Minorität. der bedeutendsten Weinhandlungen; aus diesen beiden Großbritannien. London. Dem Secretär] ec stahlen die Spitzbuben im Zeitraum von 2 Tagen
N„ 2 Stück und 2 Ohm Wein im Werth von 1600 Mark. der Stistung zur Errichtung eines Denkmals für Die Weine wurden in Fässern nach Zwingenberg geschaff!,
die verstorbene Großberzogin Alice von Hessen wo der eine der Spitzbuben eine Weinwirihschaft etablirte Darmstadt haben die Nabobs Abdul Ghani und und den gestohlenen Wein verzapfte, ein Theil des ge— Absanulla aus Docca je 1000 Rupien und der stobhlenen Weins wurde auch in einem Keller auf dem
5„ Melibokus vorgefunden. Außerdem hatlen die Diebe Maharadschah von Hutwa 500 Rupien für den während ihrer Thätigkeit ein Fleischmagazin geleert und Zweck der Stiftung übermittelt
in einem anderen Keller eine Parthie Rotbwein und — Im Hinblick auf die gegenwärtigen kritischen Cognac gestohlen. Das Gericht erkannte sämmtliche Be ⸗ Zustände in Birmah ist es für räthlich erachtet schuldigte für überführt und verurtheilte den Rädelsführer,
2 1 5 einen gewissen Ph. Heil aus Zwingenberg, zu 5 Jahren worden, die britischen Truppen an der birmahnischen g 1 3 5 0 3
rassinirtesten Diebslähle Theil genommen zu haben. Das
Grenze wesentlich zu verstärken. Es haben dem- Juchthaus verurtheilt.
nach drei Batterien der königlichen Artillerie Allerlet
Marschbefehl nach Indien erhalten. e 10. 1140 — f. 9 71 rankfurt,. Nov. estern e erung Italien. Rom. Das„N. W. T. meldet, f dem Main ⸗Weser⸗Bahnhof ein Kohlenarbeiter. Der⸗
die italienische Regierung habe die Erweiterung selbe gerieth unter die Locomotive und es wurden ihm und Verstärkung der Festung Piacenza beschlossen. beide Beine abgefahren. Außerdem echielt er noch Kopf-
Türkei. Constantinopel, 11. Nov. Die und Brust Verletzungen. Auf dem Transport ins Spilal starb der Verunglückte.
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das alte Wodansfest eines Theiles in dieses, andern Theiles in das Martinsfest aufging. Die Sagen vom heiligen Martin können wir hier als bekannt übergehen; es sei nur bemerkt, daß er 375 Bischof von Tours würde, das Kloster Marmoutier(bel Tours) gründete und um 400 starb. Er war der erste Heilige der römischen Kirche, und als sein Gedächtnißtag wurde der 11. November fest⸗ gesetzt, nach dem damals gültigen julianischen Kalender der 1. November. Sein Fest wurde bald sowohl in Italien als auch in Gallien und Deutschland mit großer Schwelgerei gefeiert. Diese gipfelte besonders in Dreierlei: in dem Martins trunk, dem Martinshorn und der Martins⸗ gans. Der erstere stammte aus Italien. Hier feierte man am 30. September die Meditrinalia, ein Fest, an dem man zuerst neuen Wein trank und den Göttern, besonders der Meditrinasdea, der Linderin aller Schmerzen, Opfer brachte. Als das Christenthum das Heidenthum besiegte, wan— derte der Wein als Zehnten in die Keller der und
„Pol. Corr.“ meldet aus Philippopel von heute, Ff f 90 Priester wurde zum Martinstruak. In l f furt. tlich des schen Mordes er⸗ daß Aleko Pascha, einer persönlichen Einladung fob das Fr. e de 0 ae Deutschland wurden dem Wodan besonders Pferde des Sultans folgend, morgen nach Constantinopel Mörders in Zwickau erkrankt liegt und dort seine Offen⸗ und Gänse geopfert, beides Thiere, die von jeher abreisen werde. 15 machte. Sud e in 1 Gange; alten Völkern heilig waren. Unsere Vorfahren Serbien. Belgrad. Zwischen Italien ee wurde ein gewisser Zuckschwern bekannt aus einom vor hingen die Pferde- und Gänseköpfe in den heiligen b K 0. 1 mebreren Jahren slatigehabten unsaubeten Erpressungs“ Hafnen ihrer Götter an den Baumzweigen auf,
und Serbien ist eine Consular- Convention abge- proceß, eingezogen. schlossen, wonach Italien auf die bisher im Verhält“ Straßburg. 10. Nov. Die Gemaylin des Statt den Rest aber verzehrten sie in einer lustigen
niß zu Serbien geltenden Capitulationen verzichtet. baliers Feldmarschalls v. Manteuffel ist heute im Alter Opfer Mahlzeit. Mit der Annahme des
Montenegro. Cettinje, 10. Nov.. 1 En M der Cbristenthums ward dieselbe natürlich unstatthaft, Adjutant des Fürsten von Bulgarien, Oluview ist algerische Volksbeld der vierziger Jahre, in zu Damaskus ja, es wurden sogar strenge Strafen auferlegt, hier eingetroffen zur Ueberbeingung eines eigen- im Alter von 72 Jahren gestorben. Er war als der drute wenn sich einer auf solchen heidnischen Bräuchen, händigen Schreibens seines Fürsten an den Fürsten Sobn eines Marabuie von Oran zu Mascara im Jahre zu denen ganz besonders das Essen des Pferde;
von Montenegro. Dem Vernebmen nach stellt 1807 gevoren und durch lange Jitre der sanausche und
1 ö 0 e. erfolgreiche Vorkämpfer Algeriens sowohl gegen die Türken ersterer Fürst seinen Besuch in Cettinje für Früh- gegen die Franzosen, welch letzteren er jahr in Aussicht
1 viel zu schaffen machte, bis er endlich 1847, nachdem er Griechenland. Athen, 10. Nov. Das alle seine Hilfsmittel erschöpft hatte, in ihre Gefangen⸗
französische Geschwader verließ den Piräus und schast gerieth. begab sich nach Volo und Salonichi. 3 Martinstag und Martinsgans. Rußland. Petersburg. Der„Regier-„Heut' ist Martinstag oder Martini“, das weiß ungsbote“ veröffentlicht ein Schreiben des Kaisers so ziemlich alle Welt, Jung und Alt, Katholik und an den Botschafter in London, Grafen Schuwaloff, Protestant, und„heut' essen wir eine Martinsgans“, nach welchem der Kaiser unter Anerkennung der sagt manche deutsche Hausftau. Würde nicht 1 5 guten Dienste Schuwaloff's, das Entlassungsge: Eine oder der Andere aus dieser großen Menge such vesselben en uns dankbar sein, wenn wir ihm so en passant . e 8470 agen, was es denn mit diesem Tage und mit n lag 1 en que N 4 f i 0 A Di Piilaner ble fapfeien Wider. dem Gänseessen eigentlich auf sich hat?„Ja, das stand leisteten, verloren gegen 500 Mann an Todten und Verwundeten.
Aus Stadt und Land. ü 1 a f Friedberg, 11. Nov. Heute Morgen lief ein Reh fort.„Und was das Gänseessen anbetrifft, so ist zum Mainzer thore verein und als es sich verfolgt sah, reti-[das eine alte deutsche Sitte,“ fügt die Hausfrau
ritte es in den Hausgang des Mitzzers W. Kreuter, h Nun, und weiter? a 0 25 ö. 5 as i e der es fing und in seinem Stalle unterbrachte. binzu N D Fest t viel
Friedberg, 11. Nov. Noch ist die
besonders
„es ist der Tag des heiligen Mactin von Tours,
schreckliche wieder it ein Unglück an der Bahnlinie Friebberg⸗Hanau nicht allein um diese Zeit geschmeckt. zu registrircen. Zur Untersuchung des zu durchbrechenden Erdreichs zwischen der Görbelheimer Mühle und Assen⸗ heim sind Schachte angelegt. Als heute früh 5 Uhr die Arbeiter an bas erste Bohrloch hinter der Wetterbrücke deren
loniern u. s. w. war die Zeit der Ernte, von Ausfall das materielle Wohl der Menschen
Schachtes. Ein Arbeitet, der an dieser Stelle gearbeitet der Beginn als da n
hatte aber seil Samstag enilassen war, wollte sich wahr⸗ 8 Wea 1.
scheinsich zur Wiederaufnahme der Acbeit anmelden und 4.
war in der Dunkelheit in den Schacht gestürzt. Herauf. ersten Garben den Göttern.
1 75 1 0 105 er bald darauf.— Minister Maybach überall das Erntedankfest. Die
laf heute früb von Berlin hier ein und begab sich sofort fei d emete ömer
an die Unglücksstelle bei Heldenbergen. feierten es der Demeter dir R der Ceres Mainz, 9. Nov. Gestern Abend ist der von Mainz g
um 785 nach Darmstabt abgehende Personenzug vor det oder Wuotan. Nach ihm hieß es das Wodans⸗
Stauon Bischolsbeim mit dem von Frankfurt kommenden fest. Als das Samenkorn christlicher Lehre nun
batte vor der Station votschriftsmäßig gehalten bis der Frankfurter Zug die Station Bischofsheim passirt hatte. Während beide Züge in Bewegung gesetzt waren, wurde duich falsche Weichenstellung der nach Darmstadt fahrende fort. Zug auf das Geleise geleitel, in dem eben der andere Zug Ueberbleibseln. von Bischofsveim nach Mainz fahren sollte. Es erfolgte]; Christenth üb ein seulicher Zufammenstoß, wodurch der Packwagen des in daß Arenen Ake Fraukffurter Zuges in den nächsten Personenwagen eindrang
So ging auch das Wodansfest
sind leider drei Menschenleben zu beklagen; eine Dame
aus Mainz mit ihrem Kinde, sowie ein Bremser ber liche zu die e ae tbunlichst Ryeinischen Bahn wurden sofort geiödiet. nachzuahmen.
Schwele Ber⸗ Nun feierte aber die christliche letzungen erlitten ein Ingenseur nebst Frau und Schwieger⸗ Kirche bereits, als ste in Deutschland heimisch
Heizer wurden erheblich, der andete Heizer leicht verletzt.“
Mainz, 8. Nov. Ein Monstrediebstahlsprozeß kam heule vor der Strafkammer des Landgerichts zur Ver— handlung. Auf der Anklagebank sitzen vier Männer, leiten.
begingen. Es lag daher nichts näher, als die altdeutschen Gebräuche auf dieses Fest hinüber zu Daneben feierte man aber auch schon das
ähnlich.
ist ja recht bekannt,“ wird der Eine uns antworten,
des ersten Bischofs von Frankreich,“„und der Namenstag des Doctor Luther,“ fährt der Andere
älter als der heilige Martin und als Luther, Kalaurophe von Heloenbergen in Aller Munde und schon und die Gänse haben auch den alten Deutschen Schon bei den allerältesten Völkern, den Indiern, Baby
kamen, vernahmen sie ein Wimmern in der Tiefe des abhing, mit religiösen Gebräuchen verknüpft, und die vorzugsweise von der ärmeren Bevölkerung, Drientalen und Deutsche weihten gleichmäßig die Den Schluß bildete, Griechen
und die Deutschen ihrem obersten Gott, dem Wodan at wurden im Interesse der Moral einige Jahre
Zuge ctwa 8 Ubr zusammengestoßen. Der erstere Zug in Deutschland aufging und allmählig ein mäch⸗ tiger Baum wurde, da rankten sich an diesem Baume überall die Ueberbleibsel des Heidenthums Die alten Feste gehörten zu den wichtigsten
Schon Gregor der, Große(1 604) hatte den Misstonären als Grund⸗ und die sämmil chen Coupee's oesselben zerttrümmerte. Es satz aufgestellt, die Feste der Heiden allmählich in
mutler aus Franklurk, ein Herr aus Mainz und ein wurde, den Martinstag, und zwar um die⸗ Engländer. Der Zugführer des Darmstäbter Zugs und ein selbe Zeit, als unsere Vorfahren das Wodansfest
fleisches gerechnet wurde, ertappen ließ. Als man auf diese Weise weder Pferde noch Gänse auf
den Altären des Götters-Haines opfern konnte,
opferte man sie auf denen des Hauses, d. h. man aß sie selbst, theils in natura, theils in Nach⸗ bildungen. So entstand auch das Martinshorn,
ein Gebäck von Kuchenteig, dessen Form von dem
Pferdehuf, der an Stelle des Opferpferdes trat, hergenommen war. Mit dem Gänseopfer ging es Als aber die Zehnten der Geistlichkeit überall eingeführt wurden, gehörten zu ihnen auch sogenannte Pflichthühner und Pflichtgänse. Die⸗ selben wurden um die Zeit des Martinstages ein⸗ gesammelt und den Priestern überliesert. Selbst die christlichen Priester aßen dann heidnische Martinsgänse, d. h. ste übertrugen eben die heidnische Opfermahlzeit auf den heiligen Martin, dem zu Ehren sich dann Jeder den fetten Braten gut schmecken ließ.— Dies wünschen wir auch unseren Lesern und bedauern nur, daß der heurige Martinstrunk so schlecht gerathen ist.
Lott' ist todt!“)
So jubelte das Volk in Baiern, und den an⸗ grenzenden Ländern als Anfangs der 60er Jahte durch fast einstimmigen Beschluß der baierischen Kammern die dortige Zahlenlotterie aufgehoben wurde; und daß die Aufhebung dieser Lotterie,
dem kleinen Handwerker und Arbeiter der Städte und dem Kleinbegüterten des Landes benutzt wurde, im Interesse der Sittlichkeit geboten war, das be⸗ wiesen die Reden, die damals fielen und den Ruin früher besser situirter Bürger darthaten. Auch
später die in den deutschen Badeorten stationirten Spielbanken aufgehoben.
Und heute? Man nehme eine beliebige Lokalzeitung zur Hand und man wird darin eine recht nette Blumenlese aller möglichen vom Staate garantirten und durch höchsten Erlaß bewilligten Lotterien finden. Neben den verlockenden Glücks- offerten der Hamburger, Braunschweiger ze. Klassen⸗ lotterien entdeckt man da noch unzählige Arten von Kirchenbau, Pferdemarkt, und Ausstellungs⸗ lotterien, die alle den Zweck haben, oder doch zum Mindesten haben sollen, monumentale Bau- denkmäler herzustellen resp. zu erhalten, Gewerbe
„) Wir werden um Aufnahme dieses Artikels aus den Arbeiterkreisen ersucht und geschieht dies mit dem Bemerken, daß er der Zeitschrift„der Gewerbverein“, entnommen ist. D. R.
welche sämmtlich beschuldigt sind, an einer Reihe der Fest des heiligen Michael, und so kam es, daß 1
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