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— Bekanntmachung, betr. die Abänderung, der Instruetion über die Zusammsetzung de. der Sachverständig envereine. S. 266.— Nr. 29. Gesetz, betr. die Abänderung
einiger Bestimmungen der Gewerbeordnung. S. Nr. 30. Gesetz, ö
herrlicher Befugnisse auf den Statthalter in Elsaß Lothringen. S. 282.
betr. die Anfechtung von Rechtshandlungen eines Schuldners außerhalb des Concurs verfahrens. S. 277.— Nr. 31. für Ausführung des Gesetzes, betr. die-Verfassung und Verwaltung von Elsaß⸗Lothringen, vom 4. Juli 1879. S. 281.— Verordnung, betr. die Uebertragung landes⸗
267.— Nachtragsvertrag mit Italien und der Schweiz, betr. die Herstellung ꝛc. der Gotthard-Eisenbahn. S. 270.—
Verordnung über den Termin
Polizei-Reglement für die Stadt Vilbel.
Betreffend: Die Führung von Fremdenbüchern Seitens der Gastwirthe.
Nach Vernehmung des Ortsvorstandes von Vilbel wird mit Ge— nehmigung Großberzoglichen Miaisteriums des Innern und der Justiz vom 9. Juni 1879 zu Nr. M. J. 5300 nachstehendes Polizei Reglement für die Stadt Vilbel erlassen:
§. 1. Gastwirthe, welche sich mit Beherbergung Dienst“ oder Arbeitsuchender oder solcher Personen befassen, welche ein Gewerbe im Umberziehen betreiben, dessen Ausübung nach§ 59 der Gewerbe-Ordnung einer besonderen Erlaubniß der Ortspolizei-Behörde bedarf, find gehalten, Fremdenbücher zu führen.
§ 2. Die Fremdenbücher müssen vor Ingebrauchnahme von der Ortspolizei-Behörde mit fortlaufenden Seitennummern und auf der letzten Seite mit dem Vermerk versehen werden: Dieses Fremdenbuch, sär den F„ zu Vilbel, im Kreise Friedberg, ist von der unter- zeichneten Großherzoglichen Bürgermeisterei mit fortlaufenden Seitennummern von 1 bis... versehen und dem Gebrauch übergeben worden
Vilbel den 18 Großherzogliche Bürgermeisterei Vilbel,
§. 3. Der Gastwirth, welcher zur Führung eines Fremdenbuchs nach§. 1 dieses Reglements verbunden ist, hat sofort bei Aufnahme eines Gastes zur Beherbergung über Nacht in das Fremdenbuch einzutragen
oder durch den Gast eintragen zu lassen: 1. Namen, 2. Gewerbe, 3. Heimath, 4. Alter des Gastes und weiter, falls derselbe unter 26 Jahre alt sein sollte, 5. Namen, 6. Wohnort, 7. Stand oder Gewerbe der Eltern desselben, außerdem aber jedesmal in besonderer Rubrik„Bemerkungen“ 8. ob der Gast Legitimationspapiere besitzt oder nicht. Hat der Gast Legitimations. papiere, so ist von dem Gastwirth zu bescheinigen, daß solche mit den Ein⸗ trägen des Fremdenbuchs übereinstimmen.
§ 4. Der Gastwirth ist gehalten, jeden Vormittag bis längstens 10 Uhr, einen Auszug der am vorhergehenden Tage in das Fremdenbuch gemachten Einträge, der Ottspolizei-Behörde zuzustellen.
§. 5. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen der§§. 1—4 dieses Reglements, falsche Angaben oder falsche Einträge Seitens der Gäste oder des Gastwirths bezüglich der in§. 3 des Reglements er⸗ wähnten Punkte, sowie die Ablieferung unvollständiger oder falscher Aus- züge aus dem Fremdenbuche an die Ortspolizei- Behörde(§. 4) werden, falls nicht Bestrafung auf Grund des§. 363 des Straf- Gesetzes erfolgen kann, mit Geldstrase bis zu 10 M. geahndet.
Friedberg den 28. Juli 1879. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Bekanntmachung. In Gemäßheit der Instruction vom 2. September 1875 zur Ausführung des Reichsgesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Durchschnittspreise der nachbemerkten Artikel für den Monat Juli 1879 sich folgendermaßen und zwar für je 100 Kilogramm berechnen: Hafer M. 16.—, Heu M. 4.—, Stroh M. 5.—.
Friedberg am 7. August 1879.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Bekanntmachung. Wegen der Gerichtsferien fallen die Amtstage in der Zeit vom 15. August bis 30. September aus und werden während dieser Zeit nur
Feriensachen verhandelt. Friedberg den 4. August 1879.
Großerzogliches Landgericht Friedberg. Allwobhn.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Der Reinertrag des Kirchen— Concerts, welches unser Musikverein am Sonntag den 10 August Nachmittags 4 Uhr in der Stadtkirche
bis Kassel, Hauau und
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Bingen, über den ganzen Taunus bis zum Vogelsberg. voraussichtlich zur Ergreifung des Verbrechers, ber sich bis zum Odenwald. Blitz schlug hier und in Nauheim mehrfach in Bäume 7. Aug. Polizeiliche Ermittelungen haben festgestellt, daß ein, zündete in Heldenbergen, Ginnheim und Frankfurt; der Raubmörder Treulieb vorgestern auf dem Gehaborner⸗
Der wiklich in unserer Nähe herumtreibt, führen werden.—
in Mainz schlug der Blitz zwölfmal ein, eine Schildwache hof war und daß ihn ein Mensch mit rothem Bart, in
veranstalten wird, ist von demfelben dazu bestimmt worden, der Arbeiter Kranken-Unterfützungs⸗Kasse
Dies allein i pallend währie.
in Friedberg zu Gute zu kommen. schon Grund genug dem Concerte eine zahlreiche Zuböter— schaft zu wünschen. Gewährung von Unterstützungen an die Mitgliedec in Krankheilsfällen, sowie die Gewährung einer Beihülfe zu den Beerdigungskosten verstorbener Mitglieder; ihre Thätig— keit liegt auf einem Gebiete des menschlichen Lebens, welchem Sorge und Kummer, Noth und Bedrängniß den Stempel aufdrücken. Der Musikverein ehrt sich selbst, in⸗ dem er in brüderlicher Weise sein bestes Wollen der noch jungen Unterstützungskasse zur Verfügung stellt und ihr eine materielle Beibilse gewährt, welche sie gut gebrauchen kann.
die weiten Räume unserer schönen Stadikirche und lege hiermit auf's Neue Zeugniß dafür ab, daß es wohlthäliges Wirken im öffentlichen gemeinsamen Interesse, wie es sich vei unserer Unterflützungs-Kasse findet, gern anerkennt und fördert.— Chorgesänge bilden den Haupitheil des Concert⸗ Programms; einen besonderen Genuß glauben wir im Voraus von den Gesangs-Vorträgen von Frl. Louise Hartmann(Sopran) von Frankfurt a. M., welche in ebenso lievenswücdiger wie dankenswerther Weise ihre Mitwirkung bei diesem Concerte zugesagt hat, er— warten zu dürfen. Frl. Hartmann verfügt über ein volles, schönes, umfangreiches Organ, welches unter Professor Stockhausen's Leitung gut geschult worden ist.
Friedberg. Gelegenlich der Firmungsseierlichkeiten in Ilbenstadt geht am nächsten Sonntag ein Extrazug von Bad⸗Nauheim nach Nieder-Wöllstadt mit auf 40 Pf. für Hin⸗ und Rückfahrt von hier aus ermäßigiem Fahrpreis. Abfahrt von Nauheim 8 Uhr 19 Min., von Friedberg 83 Uhr 31 Min. Rückfahrt von Nieder- Wöllstadt 3 Uhr 58 Min.
Friedberg. Das Gewitter in der Nacht vom Mon- tag zum Dienstag war eines bes stälksten, deren man sich hier erinnert. Der Regen fiel in soschen Strömen, daß ganze Wege förmlich ausgewaschen wurden. Es blitzte und donnerte in einemsort. Das Gewitter hatte eine weite Ausdehnung und erstreckte fich von Worms bis
Der Zweck der erwähnten Kasse i
Unser Pub kam möge nicht hinter dem Musik⸗ verein zurückstehen; es fülle nächsten Sonntag Nachmiitag
wurde daselbst vom Blitze erschlagen; kurz, es, war ein
ganz fucchtbares Wetter, das eiwa 3 bis 4 Stunden an—
Gießen, 5. Aug. In der gestrigen Vos mititagssitzung des Schwurgerichtshofes wurde H. Heeres von Schlotzau wegen Diebstahls zu 6 Monat Gesängniß verurtheill. In
der Nachmittagssitzung kam die Anklagesache gegen J. Prang von Nosberis wegen Raub und widernatüclicher Unzucht zur Verhandlung.
Der Beschuldigte wurde zu 7 Jahr 1 Monat Zuchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehren⸗ rechle auf die Dauer von 3 Jahren verur theilt.— 6. Aug. In der gestrigen Vormutags-Sitzung wurde die El. Gimbel von Wehrda, seither Dienumagd zu Bad-Nauheim, wegen Küindesmord in eine Zuchthausstrafe von 3 Jahr verurtheilt. In der Nachmitlags-Sitzung wurde H. K. Nicolaus von Rödgen wegen Köper verletzung freigesprochen.— 7. Aug. In der gestrigen Vormittags⸗Sitzung erhielt H. Schleuning von Feldkrücken wegen Kö perverletzung mi lödtlichem Erfolg eine Gesängnißstrase von 2 Jahr. In der Nach⸗ mittags Sitzung erhielten J. Nolle von Kaichen wegen Urkundenfäischung Gesängniß von 14 Tag und K. H. Hug von Hutzweil wegen Diebstahl 6 Monat Gefängniß.
Gießen, 7. Aug. Am Freitag Nachmiitag wurde an einem 7jährigen Mädchen von einem Soldaten ein schändliches Verbrechen verübt. Nach den sosort ange⸗ siellten Recherchen wurde gestern Nachmittag ein der Un⸗ that dringend Verdächtiger ermilielt und darauf alsbald in Untersuchungshaft verbracht.
Allerlei.
Windecken. In einer hiesigen Familie spiel te sich ein furchtbares Drama ab. Eine noch junge Frau stürzte vor einigen Tagen beim Wasserholen am Brunnen todt zusammen; während des Leichenbegängnisses derselben wurde ihr Onkel vom Schlage gerührt und starb kurze Zeit darauf; diese beiden Unglücksfälle nahm sich der Ehe⸗ mann der Ersteren so zu Herzen, daß er in seiner Woh⸗ nung durch Erhängen seinem Leben ein En de machte.
Frankfurt, 6. Aug. Die gestern von der Schutz- mannschaft in den benachbarten Waldungen unternommene Streife auf den Raubmörder Treulieb blieb zwar erfsolg— los, liefecte jedoch Spuren und Auhaltspunkie, welche
welchem man einen Schornsteinfeger erkannt zu haben glaubt, fortwährend mit Lebensmitteln versieht.
Köln, 6. Aug. Vorgestern wurde der Cassendiener eines hiesigen großen Holzgeschäftes beauftragt, bei dem Haus Deichmann 21000 M. zu erheben. Er vergaß das on zu diem Zwecke legitimirende Schriftstück. Ei Commis, welcher dieses bemerkte, nahm dasselbe an sich, erhob den Belrag und ist bis dabin spurlos verschwunden.
Breslau, 6. Aug. In Folge eindringenden Wassers kamen auf der Ludwigsglückgrube bei Zabrze zwei Berg⸗ leute ums Leben, ein Bergmann wurde schwer verletzt und elf sind noch verschütiet.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 6. Aug.( Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war schlecht befahren. Heu kostete je nach Qual. der Cent. M. 1.50—2 altes Heu M. 3.30, Stroh M. 2 2.30. Butter 1. Qualität das Pfund im Centner 90 Pf., 2 Qual. 80 Pf., im Detail 1. Qual. M. 1.10, 2. Qual. M. 1 Eier, das Hundert deutsche, M. 4.50, italienische M. 5 50, Ochsenfleisch das ½ Rilo 65—70 Pf., Rindfleisch 50 Pf., Kubfleisch 60 Pf., Kalbfleisch 45— 55 Pf., Hammelfleisch 50— 65 Pf., Schweinefleisch 60— 70 Pf., Huhn 1 Stück M 1.20— 2. Hahn ein Stück M. 1 20— 1.80, Ente 2— 2 30, Gans M. 46.50. Taube 4050 Pf., Kartoffeln 100 Kilo 6 bis 7 M., Blumenkohl 1 Stück 40—80 Pf., Wirsing 8 bis 12 Pf., Rothkraut 15—20 Pf., Weißkraut 20 Pf., Kohlrabt 3—6 Pf., Gelberüben ein Bund 5-10 Pf. Weißrüben ein Bund 5— 6 Pf., Gurken 100 Stück 6 bis 7 M., Bohnen das Pfd. 15—20 Pf., Zwiebel der Bund 50-60 Pf.
Geld Cours. Frankfurt am 7. Aug. 1879.
20 Frankenstücke M. 16 20—24 Englische Sovereigns 5„ 20 37—42 Russische Imperiales„ 16 71. 7 Ducaten n„ 9 60—65 Ducaten al mareo 5—
Dollars in Gold..„ 41821
2611 troffenen Brandunglücks sage ich den hiesigen Einwohnern für ihre rasche und thälige Hülfe, sowie den beiden Gemeinden Reichelsheim und Nieder-Florstadt, welche alsbald mit ihren Feuerspritzen und Löschmannschaften auf der Brandstätte erschienen waren, meinen verbind— lichsten Dank.
Dorn⸗Assenheim. Ferdinand Diel.
Wegen des mich am 4. d., Nachmittags 1 Uhr, be⸗
Hartgebrannte Russensteine
50„ Senn& Jamin. Schuhwaaren,
2475 276 alle Sorten, billig bei Jos. Butzbach.
Im Weißzeugnähen
empfiehlt sich Marie Faatz, geb. Rauch. 1
2604 Ein braves tüchtiges
Dienstmädchen, sowie ein zuverlässiges Kindermädchen sucht zum baldigen Eintritt Georg Hanstein.
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