Ausgabe 
6.12.1879
 
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J. Fouriet.

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Hberhe ssischer Anzeiger. M 144.

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Deutsches Reich. Darmstadt.

Inf. Rats. Nr. 118, zum Oberstabsarzt 2. Kl. und Rgts.-Arzt des 5. Ostpr. Inf. Rgts. Nr. 41; Dr. Oelkers, Ass.-Arzt 1. Kl. vom 2. Schles. Drag.

Kgt. N.. 8, zum Stabsarzt des 2. Bat. 4. Großh.

Inf.⸗Rgts. Nr. 118 befördert.

Worms, 4. Dec. Im siebenten bessischen Reichstagswahlkreis ist Fabrikant Heyl von hier mit 7200 Stimmen zum Reichstags- Abgeordneten gewählt; der Gegenkandidat, Hofgerichtsrath Frank von Darmstadt, erhielt 1170 Stimmen.

Berlin. Nach einem Privattelegramm der Nordd. Allg. Ztg. aus Posen wäre constatirt, daß in Warschau und Russisch-Polen die Rinder pest sich immer mehr verbreite. Man glaube in Folge dessen von preußischer Seite eine militärische Grenzsperre erwarten zu müssen.

3. Dec. Gcaf Hatzseld, der deutsche Bot- schafter in Constantinopel, begibt sich heute von hier nach Varzin.

4. Dec. Abgeordnetenhaus. Auf eine Anfrage Röckeraths bezüglich der Handhabung des Gesetzes, betr. die verwahrlosten Kinder, erklärte Minister Eulenburg, es sei durchaus zu mißbilligen, wenn verwahrloste Kinder an den Mindestfordernden vergeben werden. Bei dem Capitel Sstafanstalts⸗ Verwaltung dringt v. Uechtritz⸗Steinkirch auf eine Reform des Strasvollzugs im Sinne der Ver- schärfung. Windthorst erörtert die Modalitäten des Strafvollzugs, verlangt Sonderung der politi- schen Verbrecher von den gemeinen und empfiehlt die Verschärfung der Strafen für einzelne gemeine Verbrechen resp. die Einführung der körperlichen

Züchtigung. Stroßer stimmt Windthorst im ersten

berg, 1 N

Punkte zu, legt die Nothwendigkeit der körperlichen Züchtigung für Disciplinarvergehen dar und plai⸗ dirt für die möglichst weite Anwendung der Isolir⸗ haft. Das Capitel wird genehmigt.

Von unterrichteter Seite erfährt dieVoss. Ztg., daß während der hier stattgehabten Ver- handlungen zwischen den deutschen und öster⸗ reichischen Commissarien die Frage einer deutsch österreichischen Zolleinigung resp. eines Zollbundes in ernstliche Erwägung genommen worden ist. Mit Bezug auf diese in Aussicht genommene Zoll union sind die dabei betheiligten diesseitigen Ressorts ersucht worden, ihr Gutachten abzugeben und das nölhige Material beizubringen. In ungefähr acht Tagen dürften die österreichischen Commissarien mit neuen Instruktionen versehen hierher zurück- kehren. Der Reichskanzler wird zur Taufe seines Enkels bier erwartet und bleibt wahrscheinlich hier zum Weibnachtsfeste.

DieNordd. Allg. Zig. ist ermächtigt, die Zeitungsnachricht, daß während der Anwesen⸗ heit des danischen Königspaarts die Welsenfrage der Gegenstand von Verhandlungen gewesen und hier von maßgebender Seite bezüglich des be · schlagnahmten Vermögens des ehemaligen han⸗ nover'schen Königshauses bestimmte Erklärungen

abgegeben worden seien, ihrem vollen Umfange

nach für thatsächlich unbegründet zu erklären.

Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 4. Dec. Das Abgeordnetenhaus lehnte mit 174 gegen 134 Stimmen den Antrag Czediks ab, betr. die Herabsetzung der Friedenepräsenzstärke und nahm mit 178 gegen 152 Stimmen den§. 1 der Re-

gierungs vorlage an, den Kriegsstand von 800,000

Mann bis zum Schluß des Jahres 1889 fest · zustellen. N Frankreich. Paris, 4. Dee. Deputirten. Kammer. Brisson macht dem Ministerium den Vorwurf, in sich getheilt zu sein und nicht den berechtigten Wünschen der Majorität zu entsprechen, welche besonders eine Paclfication des Beamten- personals und eine Reform der Magistratur fordere. Er schließt mit den Worten: wir haben eine ent

Militärdtenst. Nachrichten. Dr. Klipstein, Stabsarzt vom 2. Bat. 4. Großb.

schlossene Majorität, aber ein zögerndes Mini- sterium. Waddington thut dar, daß das Cabinet die Vereinigung der in der Kammer vertretenen Ansichten repräsentire. Ein neues aus der gegen- wärtigen Coalition hervorgegangenes Cabinet würde alsbald mit einem großen Theil unserer con- stitutionellen Principien in starken Gegensatz ge- rathen. Waddington weist nach, was das gegen wärtige Cabinet möglich gemacht habe: ohne das Cabinet würde die Kammer nicht nach Paris zu rückgekehrt sein. Das Cabinet werde die Magistratur Röspect vor der Republik lehren. Aber die Frage dürfe nicht so gestellt werden, wie sie gegenwärtig gestellt sei. Das Cabinet wolle keine absolnte Preßfreiheit; denn es wolle keine Schmäb freiheit; es nehme die Versammlungsfreiheit an, wenn die Parteien die Waffen niedergelegt hätten. Die Republik müsse auf die Vereinigung der Parteien geprüft werden; sie werde Bestand behalten, wenn diese Vereinigung Bestand habe. Eine von Devés beantragte, von der Regierung acceptirte Tages ordnung wurde mit 243 gegen 107 Stimmen angenommen. Die Rechte enthielt sich der Ab- stimmung.

Rußland. Petersburg, 4. Dec. Der Kaiser ist heute Nachmittag wohlbehalten hier eingetroffen, von den versammelten Volksmassen und den im Spalier aufgestellten Truppen enthu- siastisch begrüßt Der Kaiser begab sich im offenen Schlitten nach dem Winterpalais.

Die Verhaftung des jungen Menschen auf dem Babnhos von Iclissawegrad, von wo derselbe Billet nach Kursk(Moekauer Bahn) genommen, war mit folgenden Umständen verknüpft: Sein Handgepäck fiel im Verhältniß zu dem geringen Umfang durch seine Schwere auf. Als die Bahn- hofspolizei erschien, ergriff der Besitzer die Flucht. Zufällig anwesende Soldaten verfolgten ihn. Er versuchte aus einem Revolver Schüsse abzugeben, doch wurde ihm der Revolver trotz heftiger Gegen- wehr abgenommen; er trug zwei hohle Stäbchen Gift bei sich, die Reisetasche enthielt 13 kleine Blechkisten mit Nitroglyeerin. Ueber die Person des Arretirten verlautet noch Nichts. Es heißt, daß der Großfürst Thronfolger wegen einer leichten Entzündung am Fuß seit zwei Tagen in Zarskoje Selo das Zimmer hüten muß; er konnte deßhalb auch nicht dem Kaiser nach Moskau entgegensahren.

Moskau, 3. Dec. DerRegierungsbote veröffentlich folgendes Telegramm des General gouverneurs: Am 1. Dec, Abends 11 Uhr, bei der Einfahrt des Bagage- und Bedienungs-Zuges des Kaisers in das siebente Viertel des Rogosh'schen Stadtiheiles in Moskau erfolgte eine Explosion, in Folge deren der Zug entgleiste, ein Bagage wagen umstürzte und zwei Personenwaggons sich quer über das Geleise stellten. Durch die Explo sion bildete sich auf der Bahnfläche eine Grube von 2 Arschin Tiese, 7 Arschin Länge und 8 Arschin Breite. Personen sind nicht verunglückt. Das Haus, aus welchem die Mine geführt ward, ist entdeckt und unverzüglich zur Ermittelung der Missethäter geschritten worden.

Amerika. Wasbington. Im Senat und der Kammer wurden Resolutionen eingebracht, in welchen beantragt wird, die Regierung solle der Gesellschaft zur Herstellung eines Canals durch Nicaragua Schutz zugesteben. Der Kammer ging ferner der Antrag zu, im Laufe der Session an dem bestedenden Münzgesetze Nichts zu ändern.

New Nork. DieAg. Hav. meldet aus Buenos Ayres vom 3. Dec.: Das chilenisch⸗ Geschwader blokirt Arica. Die chilenische Armee schlug die alltirten Truppen Perus und Bolivias bei Tarayapa vollständig und nahm letztere Sladt ein,

Aus Stadt und Land. 1. Friedberg. Im 2. Concert des Gießener Concertvereins,(welches Sonniag 7. Dec. im Club⸗Saale, sta lfindet) wird sich das erste österreichische Damen⸗Quartelt

Spende

dessen Leitungen im vorigen Jahre mit großem Beisalle aufgenommen wurden, hören lassen. Vorträge auf dem

Clavier von Dota Schirmacher aus London und Cello von Robert Hausmann aus Berlin, einem Künstler ersten Range, bilden den übrigen Theil des Programms.

s. Nieder-Florstad t. Bei der im Seplember d. J. dahier abgehaltenen Gustab-Adolf-Versammlung gingen M. 77. ale Collecte ein und wurde diese Summe der evangel. Gemeinde in Pilsen überwiesen. Wie sehr eine dort noththat, geht aus dem Dankschreiben des dortigen Presbytersums bervor. Die dortige Kirchenkasse, aus der nölbige Zablungen zu machen waren, war deim Einiteffen der Summe, total erschöpft, und deßwegen batte diese Gabe doppelten Wertb. Das Pilsener Pres- kylersum bittet, der Gemeinde auch dei ferneren Gelegen-

beiten zu gedenken.

o. Butzbach, 4. Dec. Als heute Nachmittag mehrre Kinder in einem Hofe ssich herumtummelten, brannten peötzlich zwei Bausch Stroh, die an einem Stolle standen, lichter⸗ loh auf. Im Nu brannte cer Stall mu und in kurzer Zeit brannten auch 3 Scheuern und ein bewohniee Hinter gebäude. Ein weiteres Wohnhaus wurde angebtannt, konnte aber noch gerettet werden. Von allen Seuen war Hülfe rasch zur Stelle, und wurde so noch weiteres Unglück verhütet. Es wird vermulbet, daß die Kinder aus Unvorsichugkein oder Muthwelle das Sirob angesteckt harten. Eine der Scheuern war gefüllt, jedoch momentan nicht versichert, da der Besitzer aus einer Gesellschaft aus-, bei einer neuen aber noch nicht wieder eingetreten war.

Gießen. Hier ist man, dem Beispiele anderer Städte folgend, mit der Errichtung einer Suppenanstalt vorge⸗ gangen. DieVolke küche wird im früheren Regierungs⸗ gebäude errichtet. Man ißt eben mit der Aufstllung resp. Einmauerung von vorläufig drei Kesseln deschäftigt und zwar in dem Raume, in dem früher die Marktwache sich besand. Zur Orienurung und Einsichtnahme der Anstalten in Darmnadt und Frankfurt ist ein Mitglied des aus⸗ führenden Comités dorthin gereist.

Gießen, 4. Dec. Einen noch jungen Stromer von Rödgen, welcher vorgestern erst wegen Obdachlosigkeit ein⸗ geneckt und gestern Morgen mit dem Bedeuten enllassen wurde, daß er sich alsbald ein Obdach verschaffen solle, fand man gestern Nachmittag in der Nähe des Tonnen⸗ schuppens am Rodiberg erftoten.

Grünberg, 3. Dec. Gestern Abend gegen 11 Uhr fanden von ihrer Arbeit heimkehrende Einwohner von Queckborn in der Nähe unserer Stadt auf der Straße nach Hungen einen vor Frost erstarrten Mann, welcher nur noch sehr wenig Lebenezeichen von sich gad und der auch, nachdem er vorläufig in dem hiesisen Wachtlocale untergebracht war, kurze Zeit darauf verftarb. Bei dem selben wurde ein Zetietl miu folgender Ausschrift gefunden: Ein in Unglück gerathener Mensch bittet um gefällige Unterstützung, damit ner in seine Heimalb gelangen kann. Karl Stein aus Köddingen, ebemals Lehrer, 1861-1863 auf dem Seminar. Da der Verstorbene einen Weg ein schlug, welcher in gerade entgegengesetzte Richtung von seiner Heimath führt, so wird die Untersuchung ergeben müssen, ob er wuklich aus Köͤddingen ist.

Offenbach, 3. Dec. Die Offenbacher Schiffbrücke ist heute wegen Treibeises im Main abgefahren worden.

Mainz, 2. Dec. Erschossen wurde gestern in Sauer- Schwabenheim ein Wildfrevler von einem Waldhüter. Der Wilofrevler legte, während er zu entweichen suchte, auf den Waldhüter an; dieser aber kam ihm zuvor und traf den Frevler lödtlich.

Allerlei.

Dresden, 3. Dec. Das Grubenunglück in Zwickau erfolgte bei einer Belegschaft von 150 Mann, von denen gegen 70 Mann gerettet wurden. Gestern bis Nachmittag 4 Ubor wurden 5 Leichen gefördert. Die Unbrauchbarkeit des zweisen Förderungsgerüstes verhinderte die weitere Rettung. Auch die beiden Steiger sind verunglückt. Die Leuse arbeiteten 600 Meter lief.

Handel und Verkehr.

Frankfurt 3. Dee. Heu und Strohmarkt. Heu kostete je nach Qual. M. 2. 3.50, Strob M. 2.40 2.70. Eier das Hundert M. 6.508.80. Ganze Erbsen M. 28 bis 32, geschälte Erbsen M. 30 36, Bohnen M. 24 28, Linsen M. 34-50. Ochsenfleisch 65 70 Pf., Kuh⸗, Rind- und Farrenfleisch 5060 Pf., Kalbfleisch 48 55, Hammelfleisch 4065 Pf., Schweinefleisch 60 70 Pf. Rosenkartoffel 100 Kilo M. 79, Kartoffeln M. 6 7, Weißkraut 100 Stück M. 610, Blumenkobl M. 0.40 bis 1, Wirsing 612 Pf., Rothkraut 1020 Pf. Ein Huhn M. 1.20 70, ein Hahn M. 080 1.40, eine Ente M. 1.50 2.40, Gans M 411, eine Taube 45 bis 50 Pf. Kspaunen M. 33.50 Welsche M. 511, Hasen M. 3.504, Paularden M. 2.503.

Postalisches. Für Zeitungsteser in Landorten ohne Postanstalt heben wir hervor, daß sie zur Exneu erung ihrer Zeuungs Abonnements sich nicht persönlich oder schriftlich an die Postanstalt ihres Bezirkes zu wenden brauchen, sondern daß es genügt, wenn sie dem ihren Ort berührenden Landbrtefträger die voraus zu zahlenden Zeitungsgeldbeträge übergeben. Zur eigenen Sicherstellung können diese Betrage in dem vom Land boten mitgeführten Annahmebuche verzeschnet werden. Die Landbriefträger sind außerdem verpflichtet, gewoͤhn liche oder eingeschriebene Briefe, Postkarten, Briefe mit Zustellungs Urkunden, Drucksachen und Waarenproben,