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ihr Bedauern ausspreche, daß sie die Darlegungen gebeimen Buchdruckerei fanden am 23. Februar, Abends 8 Uhr, in 2 Wohnungen Haussuchungen
Marcert's für unzureichend erachten müsse. Auf Antrag Rameau's wird die Sitzung zeitweilig sus ⸗ pendirt. Während dieser Zeit war der Minister⸗ rath versammelt; Maredre erklärte, er werde, Sieger oder Besiegter, von seinem Posten zurück- treten. Als die Kammersitzung wieder aufgenommen war, beantragte Rameau die einfache Tagesordnung, die von Clöemnceau gutgeheißen wurde, da sie die natürliche Schlußfolgerung einer Interpellation sei. Von der Kammer wurde hierauf die ein: fache Tagesordnung fast einstimmig angenommen. Marcdre hat dem Ministerprästdenten Waddington sein Entlassungsgesuch überreicht, welches ange— nommen wurde. Handelsminister Lepöre ist zum Minister des Innern ernannt. Der Minister⸗ rath wird heute Abend zusammentreten, um wegen Ernennug eines Handelsministers zu berathen.
Belgien Brüssel, 3. März. Das könig ⸗ liche Schloß Tervueren, die Residenz der Prinzessin Charlotte, ehemaligen Kaiserin von Mexiko, ist durch eine Feuersbrunst gänzlich zerstört; Niemand ist dabei um's Leben gekommen. Die Kaiserin Charlotte siedelte nach Schloß Lacken über, bis ein Schloß in den Ardennen zu ihrer Aufnahme hergerichtet ist. Ihr Befinden hat nicht gelitten.
Großbritannien. London, 3. März. Die für die Capcolonie bestimmten Truppenver⸗ stärkungen sind nunmehr insgesammt dahin einge— schifft.— Einer Meldung der„Times“ aus Paris zufolge verlangen Frankreich und England vom Khedive nicht, daß er Nubar Pascha für immer, sondern nur so lange als Minister behalte, bis das neue Verwaltungssystem gründlich erprobt sei.— Das„Reuter'sche Bureau“ meldet aus Calcutta, daß ein Schreiben Jakub Khan's vom 20. Februar eingetroffen sei, worin dieser den Wunsch, nach Wiederherstellung freundschaftlicher Beziehungen zu England ausdrücke.— Fünfzehn⸗ hundert Alkapais und Durains griffen die Arriere- garde des von Girischk zurückkehrenden General Biddulph an, wurden jedoch zurückgeschlagen.
Spanien. Madrid, 4. März. Gestern überreichte Ministerpräsident Canovas dem König das Entlassungsgesuch des ganzen Cabinets; der König nahm dasselbe an und beauftragte Canovas wiederum mit der Neubildung des Ministeriums. Der Grund des Entlassungsgesuches ist der, daß General Martinez Campos, Gouverneur von Cuba, 200 Millionen Pesetas für diese Colonie gefordert hat, was der Minister⸗Präsident gegen-
über der spanischen Finanzlage als zu weit— gehend erachtete. Italien. Rom, 3. März. Folgende Prä-
laten sind von ihrer bevorstehenden Erhebung zur Kardinals würde in Kenntniß gesetzt: Newman in London, Bischof Freppel von Angers, Bischof Pie von Poitiers und ein Würzburger Professor. Die Benachrichtigung weiterer Persönlichkeiten wird demnächst erfolgen. Das betreffende Con- sistorium ist auf den 4. April festgesetzt.
Griechenland. Athen, 2. März. Die auf Mukhtar Pascha's Verlangen seitens der griechischen Commissäre bewilligte Frist war gestern abgelaufen, ohne daß von der Pforte ein Bescheid gekommen wäre. Gleichwohl wurden die griechischen Commissäre auf Ersuchen mehrerer Mächte ange⸗ wiesen, noch in Prevesa zu verbleiben.
Rußland. Petersburg, 3. März. Professor Botkin sieht sich veranlaßt, gegenüber den durch die berufenen amtlichen medicinischen Autoritäten geschehenen Feststellungen in mehreren Blättern heute zu erklären, daß er ungeachtet aller Behauptungen, wonach die in Petersburg vor⸗ gekommene Krankheit Syphilis sei, doch bei seiner früher ausgesprochenen Diagnose, daß die Er⸗ scheinungen pestartige seien, beharren müsse. Botkin läßt sich bekanntlich von Niemanden be⸗ einflußen und ist deßhalb häufig sehr unbequem; man fürchtet ihn, aber— man braucht ihn.
— Der seitherige Leiter des Ministeriums des Innern Mukow ist definitiv zum Minister des Innern ernannt worden.
Kiew, 4. März. Amtlich: In Folge einer Mittheilung über das Vorhandensein einer
statt. Die damit betrauten Gensd'armen und Polizeibeamten wurden mit einem Hagel von Schüssen empfangen, wodurch erstere gezwungen waren, von ihren Waffen Gebrauch zu machen. Ein Unterofficier ward getödtet, ein Ossicier contustonirt, 2 Polizei-Soldaten und ein Gensd'arm verwundet. Fünf Frauenzimmer und 11 Männer wurden in Haft genommen, unter letzteren 4 schwer Verwundete. verschiedene Schriften, eine Buchdruckerei nebst Zubebör, falsche Siegel verschiedener Anstalten, gefälschte Dokumente, revolutionäre Broschüren, Revolver und Dolche gefunden. Die Untersuchung ist eingeleitet
Aus Stadt und Land.
Effolderbach, 2. März. Ein Mann, Namens Steiger aus Rimborn, der sich schon seit vielen Jahren mit dem Einsammeln von Grassaamen in hiesiger Gegend beschäftigt, wollie gestern von hier nach Bellmuth gehen, als er im Walde überfallen, seiner Baarschaft beraubt und so mißhandelt wurde, daß er für todt liegen blieb. Steiger kam jedoch wieder zu sich und schleppie sich mit Mühe auf den Hof Bieberberg und von da unter Bei— hülse des dortigen Schäfers nach Bellmuih. Der Thäter ist bereits ergriffen.
Mainz, 3. März. Leider haben sich in der ver— gangenen Nacht, nach einer mehr monatlichen Pause, wieder ganz bedauerliche Militärexcesse ereignet. In verschiedenen Straßen der Stadt wurden die Bürger von betrunkenen Soldaten angehalten und mit der blanken Waffe bedroht und verfolgt. In der Nähe des Gautbotes drangen sogar Soldaten mit gezogenem Säbel in die Häuser von Bürgern, doch kam es glücklicherweise nicht zu gefährlichen Verletzungen. Einige der Rubestörer wurden jedoch von Seiten der Civilisten entwaffnet und werden sich diese demnächst vor dem Militärgericht zu verantworten haben. Auch unter den Soldaten selbst kam es in der Neusladt zu Prügeleien, bei welchen der Säbel ebenfalls eine Rolle spielte.
Allerlei.
Bonn. Zu 8 Jahren Zuchthaus wurde von den Assisen ein erst 20jähriger Lehrer aus dem Kreise Wald— broel wegen Verbrechen gegen die Sittlichkeit in 6 er— wiesenen Fällen verurtheilt.
Stolberg i. Harz. Die hiesige Polizeiverwaltung hal nach der„Magdeb. Zig.“ im Einvernändniß mit den städuschen Behörden eine Verordnung erlassen, durch welche die hiesigen Bäcker und Verkäufer verpflichtet werden, vom 1. März d. J. ab fortwährend die Peeise und das Gewicht des von ihnen zum Verkauf gestellten Weiß- und Schwarzbrodes durch einen von außen sichibaren Anschlag am Verkaufslocale zur Kenniniß des Publikums zu bringen, sowie eine Wage mit den nöthigen Gewichten aufzustellen und die Benutzung derselben zum Nachwiegen zu gestatten Ueber den Verkauf übt die Polizei Controle und bedroht Zuwiderhandlungen mit einer Geldstrase von 1-9 M. oder im Unvermögensfalle mit 1—3ägiger Haft.
Posen, 4. Mä z. Der auf der Oels⸗Gnesener Bahn heule von Breslau abgelassene Personenzug ist bei Zduny enigleist und sind mehrere Personen verunglückt.
Thorn, 1. März. Der rechte Weichselarm ist in der Mitte jetzt eisfrei. Unterhalb der Stadt bis Graudenz steht das Eis noch sest. Situation noch gefahrdrohend. Wasserstand 16 Fuß 5 Zoll.
Teplitz, 3. Mäcz. Heute wurde in einer Tiefe von 13 Metern der Quellenspiegel erreicht, das Quellwasser hat eine Temperatur von 37/10 Grad Reaumur. Es herrscht großer Jubel.
Klagenfurt, 27. Febr. Eine Riesenlawine ver⸗ schüttete in Bleiberg viele Häuser. Bis gestern wurden 21 todte und 18 noch lebende Menschen ausgegraben, 14 Menschen werden noch vermißt. Das Unglück ist ent⸗ setzlich. Ein ganzer Maskenzug, der nach einer alten Ge— pflogenheit des Weges kam, gerieth in den Lawinensturz und wurde verschüttet. Man schätzt die Zahl der Theil⸗ nehmer an diesem Zuge auf dreißig und hält sie für un⸗ reitbar verloren. Auch vom Predil oberhalb Raibl ist eine Lawine niebergegangen, welche einen auf der Predil⸗ Straße mit Wegräumung des Schnees beschäftigten Schnee⸗ pflug sammi Albeiteipersonal ereilte und Alles, nebst den angespannten Pferden, in den Abgrund gegen den Ralblsee stützte. Der Pferdeknecht, ein Arbeiter und drei Pferde blieben todt.
Szegedin, 1. März. Die Stadt ist in großer Ge— fahr. Ober balb Algyö erreicht das Wasser die Damm⸗ krone auf 4000 Meter Länge. Die Commission arbeitet aus allen Kräften. Die Dämme werden bis morgen Abend in gutem Slande sein, aber für die Dämme ber Percsoraer Gesellschaft kann man nicht eine Stunde bürgen und von dort droht die Gefahr. Heute früh war der Wasserstand bei Szegedin 24 Fuß 4 Zoll, bei Algys 25 Fuß 8 Zoll. Es regnet. Csongrad ißt in großer Gesahr, aus Felgyd meldet man einen Dammbruch..
Neapel. Von hier kommt neben den Sturm- und Gewillernachrichten die Meldung, daß der Vesuv in leb⸗ hafterer Thätigkeit sei.
Bern. In Arequipa ist am 9. Januar ein starker Erbstoß gespürt worden, der slälkste seit dem 13. August
1868. Drei Tage später wurde abermals eine Erd— gerschülterung beobachtet.
Handel und Verkehr. N
Friedberg, 4. 128 5 Waizen M. 19.25, Korn
M. 14.—15., Gerste M 14.—15., Hafer M. 13. Alle
Preise verstehen sich auf 100 Kilo S 200 Zollpfund.
Friedberg, 5. März. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. 80 90 Pf., Eier per Stück 6 Pf., 2 S1. 11 Pf. Gießen, 4. März. Wochenmarkt Butter per Pfd.
80—85 Pf., Eier per Stück 5—6 Pf., Käse per Stück
4—8 Pf., Tauben das Paar M. 1., Hühner per Stück M. 1.60, Hahnen per Stück M. 1.70, Enten per Stück
M. 2.—, Kartoffeln per 100 Kilo M. 5.—6—., Zwiebeln per Ctr. M.—., Ochsenfleisch 70 Pf per Pfd. Kuh⸗ Bei den Haussuchungen wurden und Rindfleisch 56—60 Pf., Schweinefleisch 58—60 Pf.,
Kalbfleisch 50—56 Pf., Hammelfleisch 60 70 Pf.
Grünberg, 1. März. Auf dem heutigen Frucht⸗ markt kostete der Center Watzen M. 8,22, Hafer M 6,23.
Frankfurt, 3. März. Der heutige Viehmarkt war ziemlich befahren. Angetrieben waren ca. 360 Ochsen, 200 Kühe und Rinder, 160 Kälber und 240 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 67.—69., 2. Qual. M. 60.— 65., Kühe 1. Qual. M. 60.— 62., 2. Qual. M. 49.—52, Kälber 1. Qual. M. 66.—68., 2. Qual. M. 55.—62., Hämmel 1. Qual. M. 60.—63., 2. Qual. M. 54.— 58. per 100 Pfund Fleischgewicht. Schweine das Pfd. 52 Pf.
Frankfurt, 3 März. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 38., Nr. 2 M. 36., Nr. 3 M. 30., Nr. 4 M. 26., Nr. 5 M. 20 Roggenmehl/(Berliner Marke) M. 21.50, do. 1.(Berliner Marke) M. 19.50— 20, do. 2.(Berliner Marke) M. 14.50— 15.50. Waizen, effectiv hiesiger ab Bahnhof hier M. 20., ab unserer Umgegend M. 19 bis 25.50, do. fremder je nach Qual. M. 19 50— 20 50., Roggen je nach Qual. M. 13.50— 15.50, Gerste M. 17 bis 19.50, Hafer M. 12.50—14., Kohlsamen M. 27.—28., Erbsen M. 19.—27., Wicken M 14.— 16, Linsen M. 17. bis 37, Bohnen, weiße M. 18— 20., Roggenkleie M. 9. 50—10. Waizenkleie, grobe und feine M. 7.—8., Rüböl, detail, M. 68. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht= 100 Kilo.
Auszug aus dem Civilstands⸗Register der Stadt Friedberg. Getraut: a 2. Febr. Max Christian Oehring, Gerber aus Eisenach und Friedrich Wilhelm Tönges Wittwe, Anna Maria, geb. Gasche, aus Friedberg. Geboren: Dem Dienstknecht Friedrlch Karl Henkel eine Tochter.
17. Jan.
18. Jan. Dem Handarbeiter Wilhelm Schmidt II. ein Sohn.
19. Jan. Dem Weichensteller Andreas Eichenauer eine Tochter.
26. Jan. Dem Postsekretär Paul Kunzendorf eine Tochter.
26. Jan. Ein unehelicher Sohn.
28. Jan. Dem Spengler Georg Kreß eine Tochter.
3. Febr. Dem Handarbeiter Johannes Ploch ein Sohn.
9. Febr. Dem Samenhändler Johann Wilhelm Gökus
5 eine Tochter..
10. Febr. Dem Schriftsetzer Andreas Heinrich Paulsen eine Tochter.
13. Febr. Dem Fruchthändler David Löb eine Tochter.
17. Febr. Dem Buchdruckereibesitzer Bernhard Ekey eine
Tochter.
20. Febr. Dem Lohnfuhrmann Johann Konrad Thomas ein Sohn.
21. Febr. Dem Obsthändler Heinrich Werner III. eine Tochter.
21. Febr. Dem Bürgermeistereigehülfen Werner Graulich ein Sohn.
22. Febr. Dem Gerber Heinrich Rethwisch eine Tochter. 23. Febr. Dem Seminarlehrer Dr. Adam Heid ein Sohn. Gestorben:
9. Jan. Johannes Adam Wagner, 70 Jahre alt.
16. Jan. Karoline Nauheim, geb. Fürth, Ehefrau des Kaufmannes Isaak August Nauheim, 66 Jahre alt.
18. Jan. Heinrich Nieolaus, Metzger aus Schwalheim, 25 Jahre alt.
19. Jan. Johanna Maria Katharina Glück, Tochter des verstorbenen Instrumentenmachers Johann Karl Christian Glück, 13 Jahre 9 Monate alt.
26. Jan. Joseph Veith, Schreiner, 62 Jahre alt.
5. Febr. Christine Klees, geb. Minder, Ehefran des Schuhmachers Philipp Klees, 32 Jahre 10 Monate alt.
5. Febr. Wilhelmine Friederike Walz, geb. Ebert, Wittwe des Metzgers Johann Michael Walz, 82 Jahre alt.
12. Febr. Ein todtgeborenes Söhnchen des Dachdeckers Georg Heinrich Wilhelm Volp.
14. Febr. Juliana Achenbach, Nätherin, 69 Jahre alt.
19. Febr. Jacob Lind, Handarbeiter, 47 Jahre b Monate alt.
Danksagung. N Allen freundlichen Gebern zur Verloosung des Gustav-Adolph-Frauenvereins, wie für die bereit⸗ willigen Bemühungen des Herrn Beigeordneten Steinhäußer, dankt herzlichst Der Vorstand. Gleichzeitig wird bemerkt, daß die Gewinnliste zu Jedermanns Einsicht offen liegt bei Emilie Huber.
703 Das seither von Herrn Postseeretär Werner be⸗ wohnte Logis im Hause der Geschwister Berg(Kaiser⸗ straße) ist anderweit zu vermiethen.
Näheres zu erfragen bei L. Berg daselbst.
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