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Hotel„Zu den vier Jahreszeiten“. Die Kron— prinzessin besuchte heute die Kunstausstellung und reist morgen weiter.
Ausland.
Oesterreich⸗-Ungarn. Wien, 1. Sept. Eine Abgeordneten-Conferenz in Linz nahm gestern einstimmig en bloc eine Resolution an, worin die Mitglieder der Verfassungspartei, unter Kund— gebung ihrer Besorgnisse für die Verfassung und für die Interessen der Deutsch-Oesterreicher ange— sichts der durch die Neuwahlen geschaffenen poli— tischen Lage als ihre Ueberzeugung aussprechen: die staats rechtlichen Grundlagen des Reiches, die cul- turellen und freiheitlichen Institutionen seien un— versehrt zu erhalten; nationale Wünsche nur auf dem Boden der Verfassung zu befriedigen; die Ordnung der Staatshaushalte durch Sparsamkeit in allen Verwaltungskreisen, namentlich durch eine mit der Wehrfähigkeit des Reiches vereinbarliche Her— abminderung des Heeresaufwandes, anzustreben; die Besserung der wirthschaftlichen Lage durch Initiativ— Anträge der Verfassungspartei anzubahnen; bei dem Zusammentritt des Reichsrathes seien sämmt- liche Abgeordneten der Verfassungspartei einzube⸗ rufen und in dieser Richtung ein einheitliches Vorgehen herbeizuführen.
— Die österreichische Commission hat am 30. August die Grenze des Paschaliks Novibazar überschritten. Eine türkische Cscorte von 28 Mann wurde der Commission beigegeben.
Frankreich. Parie, 31. August. Heute fand in Bordeaux die Deputirtenwahl an Stelle der nicht genehmigten Wahl Blanquis statt. Blanqui erhielt 3939, die beiden republikanischen Concurtenten zusammen 3226 Stimmen. Es ist Stichwahl nöthig.
— 1. Sept. Der Transportdampfer„Var“ mit Amnestirten ist heute früh im Hafen von Vendres eingetroffen. Die Bevölkerung enthielt sich jeder Demonstration.
Türkei. Constantinopel, 31. August. Die im Artikel 23 des Berliner Vertrags er- wähnten Verwaltungsmaßnahmen find bereits aus- gearbeitet. Sie werden den Provinzial Verwalt⸗ ungsräthen vorgelegt und nach Genehmigung seitens der europäischen Commission in Rumelien sofort ausgeführt werden.
— 1. Sept. Die in der gestrigen Conferenz in der griechischen Frage von Sapfet Pascha ver— lesene Antwort erklärt, daß die Pforte, obwohl durch keinerlei Verpflichtung gebunden, dennoch mit Rücksicht auf die Wünsche der Mächte ein— willige, die Andeutungen des 13. Protokolls des Berliner Congresses vorbehaltlich weiterer Erörter— ung oder Abänderung zur Grundlage der Ver- handlungen zu machen. Gegen diese Vorbehalte erhoben die griechischen Bevollmächtigten Einwend⸗ ungen und vertagten ihre Antwort darauf bis zum 4. September.
Serbien. Belgrad. Es verlautet, der Fürst habe beschlossen, die Skupschtina auf den 2. October nach Belgrad einzuberufen. Conseil- präsident Ristic ist von Nisch zurückgekehrt.— Der Fürst genehmigte den Abschluß der öster⸗ reichisch-ungarisch⸗serbischen Eisenbahn Convention auf Grundlage des in Wien vereinbarten Ent- wurfs. Sobald Seitens Oesterreich Ungarns die Einladung zu definitiven Verhandlungen eintrifft, werden die serbischen Bevollmächtigten ernannt werden. Der Abschluß des Vertrags zwischen Serbien und der Staatsbahn über den Bau der serbischen Bahnlinien erfolgt nach Rückkehr der Staatsbahn Commission von der Bereisung der Trace in den neuen serbischen Gebieten. Die Delegirten der Staatsbahn erhielten vom Fürsten hierüber Zusicherungen.— Der Fürst von Bul⸗ garien trifft am 7. d. M. zu einem zweitägigen Besuche des Fürsten Milan in Nisch ein.
Rußland. Petersburg. Ein Telegramm des Commandeurs des Kreuzers„Nischni Now- gorod“ welcher einen Transport Verbannter an Bord hatte, meldet dessen Ankunft in Saghalien am 30. August. Die ärztliche Besichtigung con- statirte, daß die Arrestanten gesund und nur vier
richts verhandlung gegen Hilsenbeck und Treulieb stast. Nachdem die Geschworenen zur Berathung der ihnen ge⸗
mildernde Umnände des mit Vorsatz verübten Raubmord⸗ anwalischaft gegen Hilsenbeck 14 J ihr Zuchtbaus, Verlust
ung unter Pollzeiaussicht, gegen Treulieb 12 Jahr Zucht haus und Aberkennung der Ehrenrechie auf dieserbe Bauer. Der Assisenhof erkannte auf eine Zuchthausstrafe von 14 Jahr gegen Hilsenbeck und auf eine ebensolche von 12 Jahr gegen Treulieb.
Montag brach ein Dieb in das hüsige Seminar ein, schlich sich mit beispielloser Frechheit auf den Schlafsaal der Classe III, in welchem 25 Zöglinge lagen, und bi 5 Hosen, Röcke, Hemden, Suesesn, Hausschuhe miigehen. An baarem Gelde, welches in den aetaublen Holen en halten, hat ihm die That eiwa 50 M. eingebracht. Alle bis jetzt angestellien Recherchen, den Dieb zu enidecken, sind erfolglos geblieben.
Kapff ist heule gestocben.
heute eröffnel. Es waren 32 Zeitungen vertceten. Das Stalut für die Unierstützungsksesse, deren Sitz in Berlin ist, wurde en bloo angenommen. Als Vorort wird Frauk⸗ furt a. M. wüdergewähll. Für den nächten Versamm- lungsort werden Köln und Berlin vorgeschlagen. Der Großherzog beorderte den Com mandansen der Wirtbul die Mitglieder des Jour nalistentags beim Besuche de Wartburg heute Nachmitlag selbst zu führen. Bel der ge⸗ meinschaftlichen Tajel brachten Kieike einen Toist auf den Großherzog, Stein(Breslau) einen Toast auf den Kaiser und das deutiche Reich aus.
Kranke, darunter drei Augenkrauke, vorhanden seien.
machen, daß der Prinz Heinrich XX. Reuß j. L.
— Der Führer der Expedition gegen die Tekke⸗Turkmenen, General Lazarcff, ist an der Dissenterie gestorben.
Aus Stadt und Land.
Friedberg, 3. Sept. Begünsligt vom schönsten Wetter verlief die gestrige Sedanseier. Die ganze Stadt batte schon früh am Morgen geflaggt und schon von 11 Uhr an machte sich eine festliche Bewegung und Unge— duld an der gesammten Jugend bemerkbar. Pünkilich um ½2 Uhr setzte sich der Festzug vom Mainzertbor aus in Bewegung; sämmtliche Schulen, die Seminaristen, die hiesigen Vereine ꝛc. beiheiligten sich an dem Zuge, der von Böllerschuß begrüßt, um 2 Uhr auf der Seewiese anlangte. Daselbst verlief das Fest programmmäßig, in heiterster Stimmung von Jung und Alt. Die Festrede hielt dieses Jahr Seminarlehrer Wahl. Abends ½7 Uhr begab fich der Zug nach der Freiheit zurück, wo er sich auflöfse. Um 8 Ühr fand noch eine gesellige Vereinigung im Hötel Trapp stat!.
Friedberg, 3. Sept. Heute früh verstarb dahier der älteste Mann der Stadt, der pensionirte Districisein— nehmer Dieffenbach, im 92. Jahr. Er war fast nie krank gewesen und machte seine gewohnten Spaziergänge bis in die letzten Tage. Vor nicht langer Zeit befragt, wie es ihm gehe, meinte er lachend„so gut wie immer, nur meine Beine fangen jetzt an, ein Bischen alt zu werden.“
Grünberg. Der„Gr. Anz.“ schreibt: In der Nacht vom 28. auf den 29. August wurde auf dem Complott der Braunkoblenzeche Buderus zu Hessendrücken eingebrochen. Der Spitzbube ist durch das Fenster eingestiegen, nachdem er eine Scheibe eingedrückt und dann das Fenster geöffnet hatte. Bei dieser Arbeit muß er sich verletzt haben, denn vor dem Schreibpult waren Blutspuren bemerkbar. Der Einbruch ist seil 1½ũ Jahr der vierte in dieser Gegend. In der Nacht vom Gründonnerstage auf den Cyarfreitag 1878 wurde nämlich ebenfalls in dis Compioir des Berg⸗ werks eingebrochen und circa 1300 Mark entwendet. Das zwellemal geschah ein Einbruch im verflossenen Flübjahr bei der Wülwe Damer und bald darauf bei c. Aff in Münster, welchem aus einer Schublade 90 Maik entführt wurden. Die Art der Ausführung dieser Verbrechen weist darauf hin, daß sämmiliche Einbrüche von einem einzigen und zwar sehr localkundigen Individuum ausgeführt worden find. Für diesmal hat sich der Strolch die Mübe umfonst gemacht, da man sich den ersten Fall zur Warnung halte dienen lassen und das Geld an einen sichereren Ort ge— bracht halte. Der vermuthliche Einbrecher ist bereits vervaftel.
Mainz, 1. Sept. Eine in's Brod gebackene Maus kommt nicht alle Tage vor, wohl aber heute einer Frau im Gartenfelde, die nicht wenig erstaut, noch weniger aber erbaul war, ihr„tägliches Brod zum Mäuse-Mausoleum avancirt zu sehen.
Lorsch. Die„N. H. V.“ schreiben: Beim Abvruch des allen Landgerichtsgebäudes fand man in deim Raume, der früher zum Akluariat gedien: hat, beim Auftäumen zwei Fuß unter dem Fußboden zwei Skelette; das eine derselben war sehr klästig, das einer ausgewachsenen Per- son, das andere war kleiner. Da die Skeleule immerbin noch 2—3 Fuß über der Erdoberfläche lagen, so läßt sich mil Sicherheit annehmen, daß ern nach Errichsung des Gebäudes die Leichen an den Ort, wo die Skelette gesun⸗ den worden, verbracht worden find. Das alte Landgerichis⸗ gebäude war früber„Gasthaus zum Husch? und wurde in der ersten Hälfte des vorigen Jahrbunderis erbaut.
Allerlei.
Frankfurt, 1. Sept. Heute fand die Schwurge⸗
stellten Fragen sich zurück gezogen halten und auf Grund der ihnen vorgelegien Fragen Hilsenbeck und Teeulieb ohne
versuchs für schuldig erklärt batten, beantragte die Staats-
der Egrenrechte auf 10 Jahr und Zulässie keit der Siell⸗
Schlüchtern. In der Nacht vom Sonniag auf
Stuttgart, 1. Sepiember. Der bikinnte Prälat
Eise nach, 31. August. Der Journalistenlag wurde
zu erb ben. C eoitachin, gestern Abend 2215/, bewegten sich zwuch u 222½—222 und 2228/8, Siauisbabnaclien, genen 237½, gingen zwischen 237½ und 239% um und waren sehr belebt. Von anderen öferr. Bahnweriben landen Galizier die meiste Beachlung und stiegen 2 fl. Elisabelb gedrückt. Deutsche Bahnen sest. Bergisch⸗Mär kische höber. Pfälzische vevorzugt. Oesterr. Prioriläten wenig verändert. Amerikanuch, Prioritäten theilweise elwas höher. Nächste Woche, am 10. d. wird das Bankhaus Seligman & Sieliheimer dahler 60%. St. Louis und San Franzisko; Eisenbabn, erste Molt age Bonds deren Zinsen in Gold zahlbar sind, zum Couise von 93½0% zur Subseription brinsen. Der Belrag der Anleihe, welche von 1884 bis 1919 sückz ihlbar ist, bez ffert sich auf 1.100000 Dollars un ii dieselbe auf die seitens der St. Louis- und Sau Franzisko Bahn neuerworbene Missouri- und Western⸗ Bahn als erste Priorität in gleicher Höhe eingetragen wo den. Russen und O ienfanleiben fill.
mit der Kunstreiterin Clotilde Roux ⸗Loisset vermählt Milglied der Köstritzer Seitenlinie des fürstlichen Half Reuß j. L. sei und schon unter dem 14. Nov. 1876 bun das fürstliche Kreisgericht in Gera nach vorausgegangenen Verfahren für einen Verschwender erkärt und unter Bop mundschaft gestellt worden ist. Der für ihn bestellle Boe mund ist der Geh. Justizrath Alberti in Gera. Auch b Concurs ist über das Vermögen des Prinzen im* 1877 eröffnet worden; es scheint aber, als ob wegen ei fehlenden Masse das Concursverfahren seine vorzeilie Endschaft erreicht habe. Unter diesen Umständen schein es der Prinz zu sein, der die„gute Parthie“ gemacht ha denn dem Fräulein Clotilde Loisset wird nachgesagt, daß sie ein nicht unerbebliches Vermögen besitze.
Verloosungen.
Braunschweiger 20 Thlr.⸗Loose von 1868 Bei der am 1. d. stattgefundenen Ziehung fielen hohen Gewinne auf folgende Nummern: 90,000 M. auf Nr. 4 der Serie 8196, 9000 M. auf Nr. 46 der Serie 6279 6000 M. auf Nr. 26 der Serie 7658, 3000 M. auf Nr. 33 der Serie 147. Zahlung am 30 November.
Augsburger 7 fl. Loose von 1864. Bei des am 1. d. abgehaltenen Ziehung sind auf folgende Nummern höhere Gewinne gefallen: 4000 fl. auf Nr. 1 der Ser 841, 1000 fl. auf Nr. 43 der Serie 1853, 100 fl. auf Nr. 13 der Serte 2004, Nr. 17 der Serie 2004, Nr. 41 der Serie 841 und Nr 50 der Seite 841. Die Zahl; ung erfolgt am 1. September
Wien, 1. Sept In der heute stattgefundenen Zieß⸗ ung der österreichtschen 100 fl.⸗Loose vom Jahre 1864 gewann Serie 3564 Nr. 89 fl. 200,000, S. 3564 Nr. 87 fl. 20,000, S. 3223 Nr 92 fl. 15,000, S. 1142 Nr. 39 fl. 10,000. Ferner wurden noch folgende Serien gezogen“ 1 1870 2078 2351 2434 2502 3050 3102 3578 3690.
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Handel und Verkehr.
Friedberg, 2. Sept. Fruchtbericht. Neuer Walzen M. 21.50, Korn M. 15.50—16., Gerste M. 15.— 16. Hafer M.—. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kile = 200 Zollpfund.
Frlieoberg, 3. Sept. Wochenmarkt. Butter kostelg per Pfd. im Großen M. 1.10, im Detail M. 1.15— 20, Eier, kleine per Stück 5 Pf., 2 Stück große 11 Pf.
Gießen, 2. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkla kostete Butter M. 0.80— 1.10 per Pfund, Gier per Stück 5 Pf., Käse per Stück 4— 11 Pf., Tauben per Paau 60 Pf., Hühner per Stück 85 Pf., alte Hahnen per Stück M. 1. junge Hahnen per Stück 65 Pf., Enten per Stück M. 1.50. Ochsenfleisch per Pfd. 70 Pf., Kuh⸗ und Rind⸗ fleisch 50— 60 Pf., Kalbfleisch 40—48 Pf., Hammelsfteisch⸗ 60—70 Pf., Schweinefleisch 60 Pf.
Grünberg, 30. Aug. Auf heutigem Wochenmarkk kostete der Centner Waizen M. 10.23, Korn M. 8.75, Gerste M 7.56, Hafer M. 7.87, Samen M. 10.68,
Frankfurt, 1. Sept. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren eirea 400 Ochsen und Stiere, 250 Kühe und Rinder, 200 Kälber und 230 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 66.—68., 2. Qual. M. 60.— 63., Kühe und Rinder 1. Qual, M. 58.61. 2. Qual. M. 51.—54., Kälber 1. Qual. M. 50—53, 2. Qual. M. 46.—48. Hämmel 1. Qual. M. 55.— 60., 2. Qual. M. 50.— 54. per 100 Pfund Schlachtgewicht. Schweine das Pfd. 60—62 Pf.
Frankfurt, 1 Sept. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 41., Nr. 2 M. 39., Nr. 3 M. 33., Nr. 4 M. 29., Nr. 5 N. 23 Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 23.50, do. 1.(Berliner Marke) M. 21.50— 22., do. 2.(Berliner Marke) M. 16.50— 17.50, Waizen, effeetiv hiesiger ab Bahnhof hier, M 23. ab unserer Umgegend M. 22.25—50, do. fremder je nach Qual. M. 21.— 23, Roggen je nach Qual. M. 13.25—16, Gerste M. 17 50 19.50, Hafer M. 14.50— 16 Kohl'amen M. 22.50— 24.50, Erbsen M. 19.—27., Wicken M 14—16., Linsen M. 17.—36,, Bohnen, weiße, M. 19.50, Rüböl, detail, M. 62. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollge⸗ wicht= 100 Kilo.
D. F ankfurt a. M. 2. September 1879. Das Geschäft konnse heute kein besonderes Animo entwickeln, da die Einwukung der norodeusschen Börsen, Berlin und Hambulg, welche den Sedantag feierten, fehlte. Die Tendenz war jedoch sebr fel und zeigte sich besonders die Nachrich!, daß der Oesterr. Staatsbahn der Anschluß an ole serbischen Babnen gesichert sei, von günsligem Einfluß. Auch die Besserung der östecr. Valuta, die gestenn stark gesunken war, irug dazu bei, die Festigkeit der Tendenz
Ausländische Fonds sest. Renten anziebend.
Von Loosen 1860er
Gera. Die fürstlich ceußisch' Regierung läßt bekannt
hö nr. Banken sest. Darmstädter und deutsche Effecten⸗ der sich vauk besser. Wechsel fest. Privaldisconto 20%
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