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Beilage.
Oberhessischer Anzeiger.
Aus Stadt und Land.
Friedberg, 1. Jan. Das neue Jahr ist mit Sturm und Regen eingezogen und die Neujabrenacht halle allet⸗ vand Tücken geplant. Die milde Witterung der letzten Tage balte bereits allen Schnee rasch binweggetbaut und in Folge dessen waren alle Bäche und Füßchen ange, schwollen und batten ibre Ufer übertreten. Jedenfalls auch eine Folge des raschen Witterungewechsels und Sturmes in der Mujahrsnacht war es, daß sich ein großes Ssück Mauerwerk der oberen Krone unseres Adolstburmes loslöste und berunterfiel. Das Dach des breiteren Tburmes wurde zerschlagen und den Einwobnern des Tburm⸗-Andauce, der Familie Loit, eine böse Ueberraschung bereitet, als um 3 Udr Nachis die Seine mii surchtbarem Geprassel nieder. fielen. Bei der großen Gewalt, die das fall noc Mauer—
bestanden(Actien ꝛc.). Zabllos sind daher die Unzu schaften, Kr friedenen und es mehren sich dieselben von Tag 2 Arbeitgebe aus den Kreisen der Rentiers, der Großindu jedoch der
werk bei det Höbe des Turmes baben mußte, istses als
ein großes Glück anzuseben daß nicht das ganze Dach der Lolt'schen Wobnung getroffen wurde, da sonst die Steine unfeblbar in letztere durchgeschlagen bätten. Ferner macht beute die Nachricht in biesiger Stadt die Runde, die erst veriges Jabr ncuerbaute Kirche in Eckartebausen sei beute Nacht eingefürztz was Wahres oder Unwabres an dem Gerücht ist, konnten wir bis jitzt nicht ersabren. Sodann brannte in Heuchelbeim dei Gußen eine ganze Straße, 16 Häuser mit Scheuern und Sallungen, beute Nacht ab. Es scheinl bier Brand stistung vorzultegen. Wabr lich des Schlimmen genug für eine jede andere Nacht, ein vöses Omen aber, wenn das Jabt so anfängt. Doch, wir wollen nicht abergläubisch sein mit Zuversicht dem neuen Jahr enigegenseben und allen Widetrwär keiten mu ruhiger Hand und sester Stine begegnen.
Friedberg, 2. Jan. Als beute Morgen 11 Ube das Trauergeläute ertönie, sprang die sogen. Zwölsub' locke.
Darmfadt. Der unter der Verwaltung des Ministeriums des Innern stebende Invalidensonds bat dermalen jährlich üder ctwa 4600 Mk. Kapfalzinsen zu verfügen.
Seligenstadt. In dem biesigen Braunkoblen der g werke, Amalia Miischerlich- wurde ein versteinertes Menschen Slelel, dessen Aller sich auf Jabrtausende belaufen kürste, aufgefunden. Dasselbe ist in saß allen Theilen noch voll⸗ näneig erbalten.
Darmstad t. Die 2. September Sammlung für die Invaliden und Hinterbliebenen des Kriegs 1870/71 vat folgendes Ereebniß gebabt: Collecte in den nae- lischen Kuchen bei dem Festgoltesdienst 886 M. 48 Pf., Sammlungen bei festlichen Vereinigungen, Kriegerveene 28. 179 M. 35 P.., Collccte des Landesboepuals Hosbem 11 M. 69 Pf. Zu diesen Nenägen, die beim Hülfeveren dee Großbetzogtbums ale Landesverein der KassetsWilbelm Slistung einliesen, kommt noch die in Offendach ducct zur Ven wendung gekommene Offenbacher Kürchencolleete von 108 M. 60 Pf. Es gingen aue im Ganzen 1186 M. 12 Pf. an, ein ganz büdpscher Belrag, obgleich noch lang nicht Das was erwartet werden durfte. Wir denken, daß am Sedaniage 1879 die Ergebnisse sich besser stellen weil ⸗ den; man wird zu dem Ende manche diesmal gewacht Eifabrungen auszunutzen baben.
Allerlei.
Frankfurt. Im Jahre 1878 wurde der Zoologische Garten von 134,399 Enns zahlenden erwachsenen Per jonen und 15,990 Kindern besucht. Die Zwanzig Pfennig Ta e wurden von 30,200 Personen denutzt, und die Fünfzig⸗Pfennig⸗Tage von 14,300.— Der Palmengarten bause eine Fitquenz von 104,150 Etwachsenen und 15000 Kindern.
* Zur socialen Frage. (Schluß des Artikels aus Nr. 148 von 18 Indessen dürfen wir auch bei der besten Armenpflege
unsere Nächstenliebe noch nicht für erschöpft halten. Der
Armen sich annehmen, ist ja sehr löͤblich, der Armuth
vorbeugen aber ist löͤblicher. Wenn hier mit einem guten
Rath geholfen werden könnte, so wäre derselbe recht
billig; denn wer wüßte nicht, daß es nur einen Rath
gibt zur Vorbeugung der Armuth, den Rath nämlich:
Lernet etwas Tüchtiges, seid fleißig und sparsam! Auch
an guten Schulen fehlt es nicht. D
8.)
Ueberall in Deutsch land haben wir vortreffliche Volksschulen und Fort bildungs ⸗ Schulen, an vielen Orten Fachschulen und höhere Schulen; Volksbildungsvereine gibt es in vielen Orten. Alle diese Bildungsanstalten sind selbst für den Wenig Bemittelten zugänglich! Jeder kann lernen und streben. Woran nun fehlt es? Nur an dem rechten Wollen und an der rechten Ausdauer! Wer kann da helfen? möchte man verzweiflungsvoll fragen, wenn nicht ein jedes gute Beispiel schon eine Hülfe in dieser Noth wäre. Im Volksleben wirkt das Beispiel stets von den oberen Schichten auf dle unteren. Ein Anderes können wir nicht annehmen, weil ja sonst die Gebildeten das Belspiel der Ungebildeten nachahmten. Im Allgemeinen ist nicht dieses, sondern jenes der Fall. Dieser That sache steht eine andere gegenüber: Der Zusammenbruch einer Schwindelwirthschaft, die alle Schichten der Be völkerung ergriffen hatte. Einfachhest und Bescheidenheit waren seltene Tugenden geworden; statt ihrer herrschten, bei den Einen mehr, bei den Anderen weniger, Genuß sucht und in Folge hlervon eine Sucht nach Reichthümern,
schwunden, indem dieselben theilweise nur in der Einbildung ausgesetzt sel
agen
für welche die ehrliche Erwerbsweise, die Arbeit und Zeit möglich, Bürgschaften von Freunden zu erla
Sparsamkeit nicht genug erschwingen konnte und der] zur Entnahme des für die Baarzahlung nöthigen Geldes Schwindel zu Hülfe gerufen werden mußte. Derselbe] bei einem Vorschußverein. Fassen wir immer unsere half, aber wie! Die in der Schwindelperlode 1860 bis] ganze Kraft zur desung dieser Aufgabe, d ir eine 1873 entstandenen Häuser, von außen stattlich und schön nationale önt zusammen und ermuthigen wir anzuschauen, waren meist auf Sand gebaut, so daß ihr] uns daz ihre segensreichen Resultate: d Gluck Zusammenbruch die Gründer allzubald überraschte. T ese, einzelner und Fam das Glück der Ge⸗ unter den Trümmern liegend, klagten die neuen Gesetze sammtheit, also ein gut eil Lösu der so Frage. und die Milliarden als die Ursache des Unglücks an, Auch der Fabrikar r soll hierin mitwirken. In um, bewußt und unbewußt, die eigene Schuld verg ssen[ England kommt es gar nicht selten vor, daß junge
zu machen. Viele Einnahmen sind nun auf die Hälfte,] Männer, die vom viele auf ein Zehntheil gesunken, viele sind g
ver meister aufge
der Handwerker, der Arbeiter. Einschrän Noth überall, eine allgemeine Geschäfts-Stock
die weitere Folge hiervon. S
zunächst nothwendig
ng oder
ei sich, die wären, la
U Tausende zu Klassenhaß, Gewalt und Revolut
leiten. Daß in Deutschland diese Verführ
reicher gewesen, wie in anderen indern, o mehr auffallen, als ger zu N zene id der Ueber
nüsse b Grund vor
Diese bewirkt näml! verzweifl verschlingt allen Erwerb, fast so wie das socialdemo kratische
tellen,
osen,
wenden gegen wirken, und Eigenthumsver
zu gering gegrissen
n wollten, u
liegen zahlen gib wohl in Deu
land a in Frankreich. In tor größer sein als 8 un in Frankrech sparen die mittelosen Arbeiter,
weil 1000 erreichbares Ziel sind, während der te Arbeiter n nothwendige
deutsche 18 Unerreichbares anzusehen sich
Anfänge 0 gewöhnt hat und darum das Sparen gar nicht beginnt. wie di Wohl aus diesem Grunde ist in Frankreich das Sparen pflichtgesetz
eine allgemeine Tugend, welcher, als Ursache oder
Wirkung, eine große Ausdehnung des Sparkassenwesens
zur Seite steht. Rach dem Vorbilde Englands haben
auch in Frankreich die Schulsparkassen Eingang gefunden;
in 1875 gab es dort bereits 2300 sparende Schulen mit
155,000 Kindern. England erfreut sich auch seit Jahren
schon der Postsparkassen. In diesen beiden Einrichtungen
kommen zwei richtige Gedanken zum Ausdrucke: 1) das behrlich
Sparen muß von früher Jugend an gelernt, also in der 7 f
Schule geübt werden; 2) die Sparkassen müssen dem Brodpreise vom 1. bis 16 Januar. Volke leicht zugänglich gemacht werden. Die Post thut Für Friedberg, Bad- Nauheim und Butzbach
letzteres am besten. Jedes Postamt und jeder Landpost bote ist ein Mahner und Vermittler für das Sparen. Hohe Zinsen können hierbei nicht entfallen. Weniger in diesen als vielmehr im frühen allseitigen Sparen liegt der Segen.
In neuerer Zeit redet man auch in Deutschland davon, Postsparkassen zu errichten. Was die Schulspar kassen anbelangt, so begeisterte sich dafür schon vor vielen Jahren ein Dorfschullehrer Preußens. In einer Mittheilung dieses Gedankens in der Gartenlaube meinte
unverändert.
Fleisch ꝛc Preise vom 1. bis 16. Jan. *** Für Friedberg, Bad- Naubeim und Butz dach unverändert.
Geld Cours. Frankfurt am 2. Januar 1879
sein Urheber mit Recht: ein schlechter Menschspart 20 Frankenstücke l MW 16 15—19 nicht. Jedenfalls hat die Sache ihre hohe sittliche Englische Sovereigns. 0 a 20 38-43 Bedeutung, Russische Impertales 16 70-75
Sparen und Einführung kürzerer Zahlungsfristen als Duecaten 9 55 60 gleichzeitige Aufgaben dürften Manchem zu schwer mer Ducgten al marco. 9 58 60 scheinen. Dem braven Manne ist es indessen zu jeder Dollats in Gold 117 20


