Ausgabe 
3.4.1879
 
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Stephani wegen der Betheiligung der deutschen

Industrie an den in Sydney und Melbourne projectirten Ausstellungen. Der Prästdent des Reichskanzleramts Hoffmann erklärt: Die Reichs Regierung sei stets bestrebt, Alles zu fördern, was

zur Erweiterung des deutschen Exports dienen

könne. Man wird der Regierung indessen nicht verargen wollen, wenn sie unter allen Umständen mit großer Vorsicht verfährt. Die Ausstellungen waren anfänglich von Privatgesellschaften entrirt. Sobald bekannt geworden, daß die Unternehm⸗ ungen auf die Unterstützung der britischen bezw. Colonial Regierung von Australien zu rechnen hätten, wandte die Reichsregierung der Angelegen⸗ heit größere Beachtung zu. die Einbringung der gewünschten Vorlage sei zur Zeit jedoch noch nicht zu machen. Bei der zweiten Lesung des Nahrungsmittelgesetzes wird Paragraph 1 unverändert angenommen. Paragraphen 2 bis 4 werden mit den Amende ments von Ruppert angenommen, wonach die Ausübung der Controle nicht einer besonderen Gesundheitspolizei, sondern der Polizei der Einzel- staaten überlassen ist. Bei§. 5(Erlaß von Vorschriften durch kaiserliche Verordnung) fragt Meyer(Schaumburg) an, ob die Regierung, im Falle derartige Vorschriften in Betreff des Verkaufes von Petroleum erlassen werden sollten, vorher das Gutachten von Sachverständigen hören wolle.

Neapel, 30. März. Als heute Passamante das königliche Decret über die Umwandlung der Todesstrafe erhielt, äußerte derselbe:Das Herz, welches in der Brust der Mitglieder des Hauses Savoyen schlägt, konnte nicht anders handeln. Rumänien. Bukarest, 31. März. Der Generalbericht über das Budget für 1879 weist 108,376,539 Lei Einnahmen und 107,873,765

Lei Ausgaben nach. Mittwoch und Donnerstag soll

die dritte Lesung des Antrages betreffs Verfass⸗ ungsänderung stattfinden.

MRußland. Petersburg. DieAgence Russe schreibt über das Project der gemischten Oceu- pation Ostrumeliens: Die gemischte Occupation

land und die Türkei sagten ihre Betheiligung zu, ebenso Italien, welches indessen einige Vorbehalte machte. Die definitive Entschließung Frankreichs

Die sei noch nicht bekannt; Deutschland werde sich an

der Occupation nicht betheiligen. Ein Oberbe fehlshaber des Occupationscorps solle nicht er

nannt werden; jedes Contingent werde seinen

Befehlshaber haben. Diese Befehlshaber würden nach gemeinschaftlichen Instructionen in den resp. Districten verfahren. Der Zweck der Occupation sei allein, feindliche Zusammenstöße zwischen Bul garen und Türken zu verhindern, nach Analogie der früheren französischen Occupation Syriens.

Aegypten Kairo. Das Gericht hat ent-

Staatssecretär Friedberg erwiedert, eventuell solle schieden, daß die Hypothek, welche die Gläubiger allerdings eine betreffende Vorstellung der Handels- der Regierung sich auf die für die Domanial⸗ kammer zu Bremen in Erwägung gezogen werden. Anleihe verpfändeten Güter haben ertheilen lassen, Der am Hofe zu Darmstadt accreditirte null und nichtig sei.

königl. preußische Gesandte v. Alvensleben begibt

sich für einige Zeit nach St. Petersburg zur Ver⸗ Aus Stadt und Land.

trelung des dort plötzlich erkrankten deuts Bot- Friedberg. Am 30. April und 1. Mal findet dahier e vlog 0 schen die Generalvetsammlung des Landes-Lehrer-Vereins statt.

schafters General v. Schweinitz Friedberg. Zur Aufnahme Prüfung in das Schul⸗

DerStaats-⸗Anzeiger publicirt die Er⸗

nennung des Ministers Friedenthal zum Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten und des Ministers Mapbach zum Minister der öffent lichen Arbeiten. Letzterer wird mit der einstweiligen Fortführung der Verwaltung des Ministeriums für Handel und Gewerbe beauftragt. Straßburg, 28. März.

Der Bischof

Dr. Räß ist heute Morgen nach Rom abgereist.

Man bringt diese Reise mit der Coadjutorfrage in Zusammenhang. Ausland.

Oesterreich- Ungarn. Wien. Die amtlicheWiener Ztg. veröffentlicht den Berliner Vertrag.

Frankreich. Paris, 31. März. Im Senat wird Finanzminister Say morgen Namens der Regierung um Vertagung der Discussion über die Vorlage wegen Rückkehr der Kammern nach Paris ersuchen. Das linke Centrum ist mit der Vertagung einverstanden, deren Annahme gesichert ist.

Belgien. Brüssel, 30. März. In Folge erustlichen Unwohlseins der Königin von Belgien ward der Leibarzt Dr. Wimmer nach London be⸗ rufen, wo sich der König und die Königin gegen⸗ wärtig befinden; die Rückreise wurde um einige Tage verschoben.

Großbritannien. London, 1. April. Unterhaus. Nach langer Discusston wird Dilke's Tadelsvotum mit 306 gegen 246 Stimmen ver- worfen, also mit einer Majorität von 60 Stimmen zu Gunsten der Regierung.

Laut Meldung aus der Kapstadt vom 11. März hatte die FregatteSchah am 5. März in Natal die ersten Verstärkungen ausgeschifft. Das Trans- portschiffTamar kam am 10. März in Natal mit dem 57. Regiment an, welches zunächst ver⸗ suchen soll, die Garnison von Ekowe zu entsetzen. Das Transvaal-Land ist ruhig.

Italien. Rom, 30. März. Die Depu⸗ tirtenkammer genehmigte den Gesetzentwurf, welcher die Regierung zur provisorischen Finanzgebahrung bis 15. April ermächtigt.

An Stelle des zum Militär Attaché in Berlin ernannten Obersten Orero ernannte das Ministerium den Generalstabs hauptmann Pallavicini zum Vertreter Italiens bei der Balkan⸗Grenzeom⸗ mission, Major Velini soll Nachfolger des er⸗

lehrerseminar haben sich 61 junge Leute gemeldet, die außerbalb der Präparanden-Anstalten gebildet wurden, von welchen 40 die Prüfung bestanden.

s. Friedberg.(Ve spätet.) Das zweite Winter⸗

Concert des hiesigen Musikdereins verdient jedenfalls auch

an diesem Orte lobender Erwähnung. Obwohl bereits circa 2 Wochen seit demselben verstrichen sind, glauben wir doch den Genuß, welchen uns dasselbe gewährte, jetzt noch dankend anerkennen zu müssen. Das gutgewählte Programm wies 7 Num mern auf; die Choc⸗Gesänge wurden mit der bekannten Präzision und Sauberkeit aus- geführt; die Solovorträge des Concertsänger Müller aus Frankfurt a. M. fanden ein dankbares Publikum und reichen Beifall und hoffen wir, den ansprechenden Tenor des genannten jungen Künstlers noch öfter hier hören zu können. Ee Leistungen des Universitäts-Musikdirector Wolff aus Marburg. Dieser ächte Künstler beherrscht sein so große Schwierigkeiten bietendes Jnstrument, die Geige, nicht allein mit voller Sicherheit, sein Vortrag war auch so gemüthvoll und klar, seine Bogensührung so sest und

doch so gewandt, daß rauschender Beifall jeden seiner Vor-

träge lohnte. Es würde von allen Mufikfreunden Fried⸗

bergs gewiß mit hoher Freude begrüßt werden, wenn es

dem Musikverein gelänge, den Genannten noch öfter zur Mitwirkung in den künftigen Vereins-Concerten zu be⸗ wegen. führung der Mendelssohn'schenWalpurgionacht, die das früher bereits an dieser Sielle ausgesprochene Lob eines bekannten Kritikers nach dem Urtheile musikvertändiger Hörer ganz und voll verdient; ein so scharf und gleich- wohl so maßvoll charakteristrendes Tonwerk dürfte die neuere Musik kaum noch aufzuweisen haben. Seminar⸗ lehret Link halte wiederum den Klavierpart(die Begleil⸗ ung sämmilicher Solo- und Chorsachen und die Klavier⸗ parthie in dem Trio von J. Haydn) und führte selbigen mit bekannter Meisterschaft durch.

Friedberg. An dem Adolfsthurm fallen ständig noch Steine nach; wir machen darum hierauf aufmerksam, da⸗ mit sich das Publikum in Acht nimmt. Namentlich soll te

Friedberg. Au der Windecker'schen Brauerei hat deren Besitzer in sehr dankensweriher Weise einen Feuer⸗ kraynen anbringen lassen, der es ermöglicht, bei aus⸗ brechendem Brande sofort über eine größere Wassermenge zu gebieten. Wir wollen nicht verfehlen, ein so gemeinnütziges Vorgehen zur Kenntniß unserer Mitbürger zu bringen.

Alt Buseck. Am Samstag Abend geriethen in einer hiesigen Familie Mutter und Sohn in Wortwechsel, der

Den Glanzpunkt des Abends aber bildeten die

Den 2. Theil des Programms bildete die Vor-

man keine Kinder in der Nähe des Thurmes spielen lassen.

Langen.

Assessor Amend ist nach mehrwöchiger Be, obachtung in der Landesirrenanstalt in Heppenheim für

Es ist noch ein Superarbitrium eingesordert worden, das Verfahren wird aber wahrscheinlich eingestellt werden.

Allerlei.

Frankfurt, 1. April. Ein Kassendiener der Reichs⸗

bank ist gestern mit 32,000 Mark einkaffirter Wechselgelder

verschwunden. Ueber sein Verbleiben ist noch nichts bekannt. Hanau. Vor einigen Tagen wurde eine Wildeter⸗

unzurechnungsfähig erklärt worden.

bande von steben Mann im biesigen Lamboywald von

einem Förster beim Handwerk ertappt und gestellt, wobei derselbe einem Hiesigen die Flinte abnahm. Dieser wußte sich jedoch durch Angabe eines falschen Namens bis jetzt

dem Arm der Gerechtigkeit zu entziehen. Dem Vernehmen

nach ist man jetzt den Thätern auf der Spur. Serajewo, 29. März

Loja das Bein unter dem Knie amputirt. Hadschi Loja

hakte endlich die Operation, nachdem eine Besserung des 1

Zusltandes obne dieselbe unmöglich war, zugestanden.

ö

Handel und Verkehr. Friedberg, 1. April. Waizen M. 19.50, Korn M. 14.15., Gerste M 14.15., Hafer M. 13. 14 Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.

Friedberg, 2. April. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. 85 95 Pf., Eier per Stück 5 Pf., 2 Stück 9 Pf.

Gießen, 1. April. Wochenmarkt. Butter per Pfd. 80 85 Pf., Eier per Stück 5 Pf., 2 Stück 9 Pf., Käse per Stück 410 Pf., Tauben das Paar 90 Pf., Hühner per Stück M. 1.60, Hahnen per Stück M. 1.60, Enten per Stück M. 2.40, Kartoffeln per 100 Kilo M. 6.7., Zwiebeln per Ctr. M. 10.11., Ochsenfleisch 70 Pf. per Pfd., Kuh⸗ und Rindfleisch 56 60 Pf., Schweinefleisch 58-60 Pf., Kalbfleisch 50 Pf., Hammel⸗ fleisch 60 70 Pf.

Frankfurt, 31. März. Der heutige Viehmarkt war zlemlich gut befahren. Angetrieben waren ca. 360 Ochsen, 190 Kühe und Rinder, 210 Kälber und 200 Hämmel⸗ Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 64.66., 2. Qual. M. 60. 62., Kühe 1. Qual. M. 60. 62., 2. Qual. M. 50.54., Kälber 1. Qual. M. 62.64, 2. Qual. M. 54.58., Hämmel 1. Qual. M. 63.65. 2. Qual. M. 50. 56. per 100 Pfund Fleischgewicht. Schweine das Pfund 54 Pf.

Frankfurt, 31. März. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1

M. 39., Nr. 2 M. 37., Nr. 3 M. 31., Nr. 4 M. 27., Nr. 5 M. 21. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 21.50, do. 1.(Berliner Marke) M. 19.5020., do. 2.(Berliner Marke) M. 14.50 15.50, Waizen, eff. hiesiger ab Bahn⸗ hof hier M. 20.5021., ab unserer Umgegend M. 20.25, do. fremder je nach Qual. M. 19.5021., Roggen, je nach Qual. M. 13.50 15.50, Gerste M. 17. 18.50, Hafer M. 13.14 25, Kohlsamen M. 27.29., Erbsen M. 19.27., Wicken M 14. 16, Linsen M. 17.36., Bohnen, weiße M. 19.50, Roggenkleie M. 10. 10.50, Waizenkleie, grobe und feine M. 8.9., Rüböl, detail, M. 68. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht= 100 Kilo.

Geld ⸗Cours. Frankfurt am 1. April 1879.

20 Frankenstücke M. 16 1721 EGEnglische Sovereigns 20 4247 Aussische Imperiales n

Dee 85 9 54 59 Ducaten al mareo 5 9 5964 Dollars in Gold. 0 4 1720

Zum Nothstand im Spessart.

DerDarmst. tägl. Anzeiger erhält aus Aschaffenburg vom 29. März folgende Zuschrift:Die Noth im Spessart ist vorüber; die Gaben flossen in den ersten 14 Tagen so

reichlich, daß gegenwärtig Ueberfluß vorhanden ist. Außer

einem großen Vorrath von Lebensmitteln sind bereits über

Sammelstellen unterwegs. Opferwilligkeit und Mildthätigkeit aus Nah und Fern bedarf es weiterer Unierstützung nun nicht mehr.

retourgegeben.

60,000 Mark beisammen und noch 20,000 Mark von den Dank der so sehr erfreulichen

Wir beben deßhalb die Sammlung wieder auf und haben die bereits eingegangenen Gaben den gütigen Spendern wieder

Auch das Frankfurter Journal hat seine

g 5.. f a Im Beisein von 7 Aerzien 1 Eine Zusage über stehe im Princip fest. Oesterreich, England, Ruß wurde heute dem ehemaligen Insurgenlenführer Hadscht b

Sammlungen für den Spessart, wohl aus demselben Grunde,

vor einigen Tagen geschlossen. Die Expedition.

Für Szegedin

sind ferner eingegangen von: Pfarrer Buff in Nieder

Wöllstadt 5 M., Bürgermeister Buff in Nieder- Wöllstadt 5 M., Dr. Buff Wittwe in Nieder⸗Wöllstadt 5 M., Ge⸗ nieinderechner Metzger in Münzenberg 3 M., Pfarrer Möbius in Bönstadt 4 M. 95 Pf., Frau Jockel 1 M., gesammelt von Pfarrer Dr. Müller in Petterweil 26 M.

mordeten Obersten Gola werden.

damit endigte, daß der gerade mit Holzhauen beschäftigte St. 1 M. 50 Pf. f 90 Sohn der Mutter mehrmals mit dem Beile auf den Kopf 1 Gaben i in Se 8 m 50 f

schlug und diese bewußtlos aus dem Hofe in das Haus getragen werden mußte. In der Nacht wurde der Kreis- arzt gerufen und da er erklärte, daß der Schädelknochen

Grabgarten- Versteigerung. durchgeschlagen und die Wunde lebensgefährlich sei, wurde 1104 Freitag den 4. April l. J., Vormittags 11 Uhr, eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet. d welcher sich versteckt halte, wurde gestern Morgen in seinem[Traband einer dritten und letzten Versteigerung aus⸗ Versteck entdeckt und ins Gefängniß abgeliefert. gesetzt werden.

Offenbach, 31. März. Heute Morgen wurde auf Friedberg den 27. März 1879.

der Mühlheimer Chaussee die Leiche eines Mannes unter Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. FFP üer

einem umgesallenen steinernen Kreuze gefunden. 1

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10 Pf., Fr. R. 5 M., G. 3 M., Frau Lebrer M. in

Die Expedition.

Der Thäter, soll in hiesigem Rathhause der Grabgarten des Konrad

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