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— 30. Jan. Heute hat im Ministerium des Innern eine Besprechung mit den Delegirten der rumänischen Regierung stattgefunden. Diese Dele⸗ girten sprachen die Bereitwilligkeit der rumänischen Regierung, die bei den commissionellen Berath⸗ ungen empfoblenen Maftregeln durchzuführen, aus.
Pest, 29. Jan. Unterhaus. Es wird der Antrag gestellt, der Ausschuß zur Berathung der Schluß rechnungen solle vor der Budget: Debatte einen Ausweis über die Führung des Staats- baushaltes in den zehn Jahren von 1868—1877
unterbreiten, welcher Daten über Ausgaben, Ein
nahmen, Anleihen, Creditoperationen, Deficits sowie über den Stand der Vermögensbilanz während und nach Verlauf dieser 10 Jahre ent halten soll. Nach den Beschlüssen des Finanz ⸗
aus schusses des Unterbauses ist das Desicit pro
Hier
1879 mit 24,520,274 fl. präliminirt. Frankreich. Paris, 30. Jan.
herrscht große Aufregung. Mac Mahon bat de-
missionirt. Er weigerte sich nämlich, die von den
Kammern gewünschte Absetzung und Neuanstellung
der Armeecorps⸗Commandanten zu genehmigen. Der Rücktritt Mae Mahon's ist amtlich angezeigt und an der Börse bekannt gemacht worden.
Der Congreß ist auf beute Abend 6 Uhr zu-,
sammenberufen. Die Wahl Grévp's zum Nach folger Mac Mahon's gilt nach wie vor als ge⸗ wiß. Gerüchtweise verlautet, daß außer den
Ministern vom 16. Mai auch General Rochebouet und Velche, Exminister des Innern, in Anklage“ zustand versetzt werden sollen.„Figaro“ meldet die Demission der Generäle und Corps- Com- mandanten Bataille, Bourbaki und Du Barail.
Großbritannien. London. Der„Stand- ard“ meldet aus Khost vom 27. Januar: Vali Mahomed, Halbbruder des Emir Schir Ali, ist auf dem Wege nach Hazarpir, um sich General Roberts zu unterwerfen. Vali Mahomed hatte Befebl, nach Kabul zu kommen, fürchtete aber seine Hin— richtung in Folge seiner Niederlage im Peiwarpasse.
Italien. Rom, 29. Jan. Zwischen der Schweiz und Italien ist ein Meistbegünstigungs⸗ vertrag obne Zollcartell bis Ende 1879 abge— schlossen worden. Der Senat genehmigte den Handelsvertrag mit Oesterreich Ungarn nach kurzer Debatte mit 75 gegen 4 Stimmen.
Türkei Constantinopel. Der Abschluß des definitiven Friedensvertrages wird noch immer durch die Schwierigkeit verzögert, in Betreff der Textirung des Art. 11 ein Einverständniß zu er⸗ zielen; auch bezüglich des Zeitpunktes der Bezablung der Entschädigung für den Unterhalt der türkischen Kriegsgefangenen wurde noch keine Einigung er— zielt. Dagegen soll eine Vereinbarung darüber erzielt worden sein, daß 35 Tage nach der Unter zeichnung des Vertrages die Räumung des türkischen Gebietes seitens der Russen vollzogen sein müßte.
Rumänien. Bukarest, 29. Jan. In den Kammern wurde heute eine fürstliche Botschaft verlesen, womit den Kammern eine Declaration in Betreff der nöthigen Abänderung des Art. 7 der Verfassung zur Erwägung unterbreitet wird. Der Senat wählte einen Ausschuß von 7 Mit- gliedern. Heute Abend findet eine geheime Sitzung der vereinigten Kammern statt.
Rußland. Petersburg. Laut einer officiellen Meldung sind in dem Gouvernement Astrachan seit dem 26. Januar keine epidemischen Kranken mehr vorhanden. Alle Maßregeln find gegenwärtig auf Desinfection und sanitätspolizei⸗ liche Vorkehrungen concentrirt.
— 30. Jan. Die russische Regierung hat ihre Vertreter im Auslande beauftragt, den resp. Regierungen aufklärende Mittheilungen über die umfassenden Vorkehrungsmaßregeln zu machen, welche gegen die Weiterverbreitung und Ver— schleppung der Pest getroffen worden seien. Die hygienische Commission beginnt ihre Arbeiten un- verzüglich und delegirt Aerzte nach der Wolga zur näheren Prüfung des Thatbestandes. Es werden Anordnungen getroffen, um den hierher entsendeten Aerzten und Beamten der europäischen Staaten jeden möglichen Vorschub für die Ausführung ihrer Obliegenheiten zu leisten. Der Vertreter des Petersburger Petroleumhauses Nobel, ein geborener
7 *
Orsterreicher Namens Goubisitsch, telegraphirt der „N. Fr. Pr.“ in Wien aus Zar tzin von gestern: Seit 12 Tagen baben alle Erkrankungsfälle in Wetlianka, Prischibe, Ndatschnoje, Nikolskoje und Stanitzkoje, 120 Werst von hier, ganz aufgebört. Der Betrieb der Bahnlinie von Zaritzin bis Griast dauert fort. Im Falle die Krankbeit in Zaritzin auf
tauchen sollte, hat die Bahnkommisston beschlossen, die zweite Abtheilung der Bobnstrecke von Zaritzin bis Borisoglebek zu schließenn Kälte 20 Grad. Die erste Quarantaine befindet sich bei Sarepta.
Amerika. Washington. Das Schatz amt hat im Monat Januar für 25 Mill. Doll. in Gold zahlbare Obligat'onen, einschließlich 1,400,000 Doll. Greenbacks eingelöst. Der Baar bestand hat trotzdem zugenommen.
Aus Stadt und Land.
Offenbach. Dieser Tage wurden bei einem Händler mit amerikanischem Schweinefleisch trichinöse Schinken ent deckt und confiscirt; mehrere Personen, welche davon ge— nossen hatten, befinden sich in ärztlicher Behandlung. Darmstadi, 29. Januar. Der„Darmst. T. Az.“ schreibt: Ju eine biesige Wirthschaft kam gestern Abend ein Handwerksbursche und erregte durch eine rührende Erzählung, daß er erst aus dem Landkrankenhause entlassen worden sei, jetzt mittellos dastehe und sein Schlafgeld noch nicht beisammen habe, allgemeines Mitleid, so daß gutherzige Menschen ihm eine kleine Summe zusammen— steuerten. Doch jetzt schien der„arme Rö convalescent? auch Durst zu bekommen, ließ sich zuerst Branntwein und dann Bier verabreichen. Als aber detselbe einigen An— wesenden, welchen der„vierte Mann? zum Solospiel sehlie, erklärte, daß er mit dem größten Vergnügen die Rolle übernehmen wolle, wurde es dem Wirth doch zu bunt, und er setz'e ibn an die Luft.
Darmstadi, 29. Im. Die erst gestern begonnene Zeugenvernehmung in dem Prozeß De Bary, bot wenig neue Momente und ist bervorzubeben, daß Boch, der schwer geschädigte Theilhaber des Beschuldigten alle seine wesentlich belastenden Angaben in der vorderen Instanz wiederholte, während De Bary die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen sehr detaillirt zurückzuweisen bestrebt war und enischieden bestritt, daß er jemals in beirügerischer Absicht gehandelt. Darmstadt, 30. Januar. In der gestrigen Ver— handlung des Prozesses De Bary vor dem Appellhof wurde zunächst constauirt, daß De Bary sich ernstlich be⸗ mübt, die Trennung von seinem Gesellschaster Boch zu ermöglichen, daß dieses Vorhaben aber gleich wie spätere Versuche, ein Arrangement mit den Gläubigern zu Stande zu bringen, scheiterten, obwobl trotz der 168.000 M. be⸗ laufenden Unter⸗Bilanz hierzu Aussichten vorbanden waren. Bezüglich der zur Anklage gestelllen Wechseldiscontirungen wurde fesigestellt, daß die Bankhäuser hürauf nur in der Unferstellung eingingen, es handele sich um reelle Waaren⸗ jon derungen, daß sie„Reiwechsel“ zurückgewiesen baben würden, sowie daß der Beschuldigte ängstlich gewordenen Firmen, die in Erfahrung gebracht, die Bezognen seien eine„Blumenlese“ fauler Adressen wider besseres Wissen durch gegentheilige Versicherungen momentan beruhigte. In beuliger Sitzung wurde von sachverständiger Seite Jus eführt, daß die eclittenen Verluste nicht in der Fabri⸗
kation, sondern in der allzuleichten Gewährung von Crediten begründet seien.
Allerlei.
Pforzbelm. Hier hal sich eine Miss that der
brulalsten Art zugetragen. Wilderer lödteten am hellen Tage im Walde(Hagenschießforst) nur eiwa eine Stunde von hier, den von einer hiesigen Ingogesellschaft ange stellten Jagdausseher Britsch aus Büchenbronn. Der Er⸗ mordeie trägt auf dem ganzen Körper, auch auf der Ober— fläche der rechten Hand, zahlreiche und große Stichwunden; sein Hals ist nahezu vom Kopfe abgetrennt. Der Platz, auf dem die That geschehen, ist eine von Tannenbäumen umgrenzie Lichtung. Die Persönlichkeiten, welche auf den Vermißten gestreift baben, erklären sich den scheecklichen Hergang folgendermaßen; Der als sehr sireng bekannte Jagdhüter beirat die Lichtung; aus einem Busch wurde auf ihn geschossen, ohne zu neffen. Er schoß zurück und traf einen der Wilderer. Im Begriff das Gewehr wieder zu laden, wurde er von den Andern überfallen und um⸗ gebracht. Der Hals wurde ibm wahrscheinlich nachher erst abgeschnitten da wenig Blutung zu bemerken ist. Der Platz ist sehr zerstampft, was auf einen heftigen Kampf schließen läßt.
Hamburg, 28. Jan. Die Verhandlungen vor dem See-Amie in Sachen der„Pommerenia“ sigd beute be— endet. Der Capitän Pritchard halte vor dem deuischen General⸗Consulate in London erklärt, er könne sein Schiff nicht verlassen und deßvalb nicht als Zeuge in Hamburg erscheinen. Die Verhandlungen brachten sonst nichts wesenflich Neues. Schließlich beantragte der Commissär des Reiches, das See-Ami wolle erklären, Capitän und Offiziere der„Pommerania“ seien an dem Zusammenstoß schulolos, daneben aber aussprechen, daß das Offenhalten leerer Kohlenbehäller ohne zwingende Nothwendigkeit in Zukunft zu vermeiden sei. Die Publikation des Erkennt nisses wurde ausgesetzt.
Rom. Ein fünfjähriger Pianist— das bürfte denn doch noch nicht dagewesen sein. Hier konzertirt gegen⸗
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intensiver gestaltete.
wärtig dies Wunderkind. Es heißt Luigi Gustavo Fazio,
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und iplelt mit seinen Diminutiv⸗ Händen verschieden Musikfücke.„Bei den Allegro ⸗Stellen,“ so lesen wir in italienischen Blättern,„bewegt sich das Kind so lebhaft,
daß es gebalten werden muß.“.... Abgehalien 7 bemerkl
der„D. T. A.“ hlerzu sehr richlig.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 30 Jan. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 39., Nr. 2 M. 35. Nr. 3 M. 31., Nr. 4 M. 27.,
Nr. 5 M. 21. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 22 do.
2.(Berliner Marke) M. 19. Waizen, effectiv bies. ab Bahn⸗ hof hier M. 19., ab unserer Umgegend M. 18.25— 18.50, do, fremder je nach Qual. M. 18.— 19, Roggen je nach Qual. M. 13.— 15., Gerste M. 15.— 17.50, Hafer M. 12 50—14., Kohlsamen M. 27.—28., Erbsen M. 19.— 23, Wicken M. 15.— 16, Linsen M. 17.— 23, Rüböl, detail, M. 68. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd.
Zollgewicht= 100 Kilo.
D. Frankfurt a. M., 30. Januar. Morgen gemeldete Demission der Generale Bataille,
Bourbaki und Du Barail wurde günstig gedeutet, indem
man schloß, daß dieselbe die Ursache des Conflikts zwi— schen dem Präsidenten Mae Mahon und der französischen Kammer beseitigen werde. Außerdem erwartete man stündlich das Eintreffen der Meldung von der Unter— zeichnung des russisch-türkischen Friedensvertrages. Ferner wurden die Pestbefürchtungen durch günstige Nachrichten abermals herabgeschwächt. Die Börse eröffnete daher unter dem Einfluß dieser Momente in recht guter Stim-
mung, die sich nach einigen vorübergehenden Schwank⸗ ungen gegen Schluß auf besseres Berlin und Paris noch Wie verlautet, hat Mae Mahon
seinen Rücktritt den Ministern nunmehr definitiv ange— zeigt und soll die Wahl Grevy's zum Präsidenten der Republik in Aussicht stehen. In Betreff der heutigen Ultimoregulirung ist zu erwähnen, daß solche einen sehr leichten Verlauf nahm. Creditaetien, gestern 1917/8, be— wegten sich zwischen 191/70 und 193, Staatsbahn— getien, gestern Abend 208½, zwischen 207 und 209. Oesterr. Bahnen waren reger im Umsatz und theilweise 1—2 fl. höher.
1 fl. Oesterr. Prioritäten wurden größtentheils besser bezahlt. In ausländischen Fonds fanden starke Umsätze statt. 1877er Russen zogen im Course an. Auch 5pCt.
Orientanleihe war zu besserem Preise gesucht. kaner höher. Deutsche Fonds fest.
Ameri⸗ 4 pCt. Kasseler
Stadtanleihe gefragt. Banken still. Wechsel fest. Privat—
diskonto 3½ pCt.
Geld⸗Cours.
Frankfurt am 30. Januar 1879. 20 Frankenstüc kk A 16 16-20 Englische Sovereigg s„ 20 33—38 Russische Imperiales 16 66 7 Ducaten 5 85 9 51—56 Ducaten al marco 1 9 57-62 Dollars in Wld. 4 17—20
Nothruf für das arme Wild.
Unter dieser Ueberschrift dringt der„W. B.“ Folgendes,
das wir in den betreffenden Kreisen sehr zur Beherzigung empfehlen möchten: Bei vorhandenem starken Glatteise ist
das arme Wild, ganz besonders aber das Rehwild, hülf⸗
und widerstandslos jeder Verfolgung durch Hunde, Raub⸗ wild und durch Menschen ausgesetzt. diese günstige Gelegenheit leider erfahrungsmäßig reichlich
aus. Die Menschlichk zit allein macht es schon zur Pflicht,
den armen hülflosen Thieren so viel man kann, zu Hülfe
zu kommen. Dies geschieht bei den Rehen— Hasen und
Feldhüdnern ist Ja selten und schwer zu helfen— dadurch, daß dieselben eingefangen und bis zum Aufhören des Glauteises in den Ställen untergebracht und ernährt wer— den. Dies ist mit verhältnißmäßig geringen Kosten und
einsach zu bewerkstelligen, wenn die Gemeinden in Ver⸗ bindung mit den Jagdpächtern, im Nothsalle allein,—
denn nur sofortige Hülfe ist hier Hülse— sofort an Rehen einfangen, soviel sie können, indem sie mit deaufsichtigten zuverlässigen Maunschaften, wie bei einer Treibjagd die mit Glatteis überzogenen Standorte von Rehen ruhig absuchen und diese einfangen und aufsstellen. Außerdem ist es aber noch nothwendig, da das Wild unter dem Glatieise, mit dem ja Alles, Pflanzen, Halme ꝛc. über⸗ zogen ist, fast gar keine Nahrung sich verschaffen kann, daß an verschiedenen Standorten von Rehwild Futter, Heu, Gemüseabsälle und Kartoffelabfälle von Zeit zu Zeit niedergelegt werden. Geschieht dies nicht, nöthigenfalls
wiederholt, und wird nicht überhaupt Alles angewendet, die armen hülflosen Rehe zu erhalten, so wird, das mögen
sich auch die Gemeinden klar machen, der Rebstand durch das Glatteis, welches nach dem gegenwärtigen Barometer⸗
slande enischiedene Aussicht hat, noch längere Zeit anzu⸗
halten, voraussichtlich rumirt und damit der Pachtwerth der Jagdbezirke für Jahre auf ein Geringes vermindert.
Wie groß die pekuniären Verluste sind, die durch solche 1 Vorkehrungen vermieden werden, wird klar, wenn man
bedenkt, daß eine Ricke, welche jetzt schon mit zwei jungen Kitzchen tragend ist, ohne diese einen Werth von 21—24 M., mit 2 Kitzchen einen Zukunftswerih von 60— 70 M. repräsentirt.
Für die Abgebrannten in Heuchelheim gingen ein; Mayer Husch 2 M.; N. N. 1. M.; Frau Pfarrer Breidenstein 3 M.; T.& M. 10 M.; Frau Rendant Biisch 2 M.; Ludwig Groedel 5 M.
Zur Entgegennabme weiterer Gaben sind gerne bereit Seminarlehrer Wahl und die Expedition des Anzeigers.
Die heute
Galizier hoben sich bei guter Nachfrage
Wilddiede nutzen
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