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Beilage.
III.
Der Besuch der Ausstellung war im Laufe dieser Woche ein recht erfreulicher. Obgleich am nächsten Sonntag kein Concert stattfindet, dürfte der Besuch der Auestellung bei günstiger Witterung doch sehr zahlreich werden, da Gaginspektor Koch von hier an diesem Tage die in der Ausstellung nufgestellte Gasfabrik in Gang setzen wird, was gewiß für Viele von Interesse sein dürfte; auch wollen wir nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, daß noch fortwährend neue Gegenstände eintreffen, so daß man bei Wiederholung des Besuches stets etwas Neues findet.
Wir schreiten nun zur Aufzählung der in der offenen Halle ausgestellten gewerblichen Erzeugnisse: Küferarbeiten sind durch 2 Firmen, Ernst Windecker und Wilbelm Weith von hier vertreten, während Schmied- und Wagnerarbeiten durch 4 Firmen— Schudt, Häuser und Oberländer von hier und Brauer in Butzbach— vertreten sind. Es sind in der offenen Halle 7 Wagen, theils vollständig ertig, theils roh, in den verschiedensten Con- truktionen ausgestellt. Schlosserarbeiten sind ge⸗
Hberhessischer Anzeiger.
ö H. Gewerbe ⸗Ausstellung des Kreises Friedberg.
Vergütung pro Mann auf 80 Pf. erhöht hat. die übrigen Gemeinden diesem Beispiel folgen.
Offenbach. Eine Nalurselienbeit, die gewiß einzig in ihrer Art ist, wurde der Offenbacher Zeitung gebracht. Auf einem Felde bei Obertsbausen wurde nämlich ein Kartoffel ausgegraben, in welche ein ziemlich alterthümlich aussebender goldener Ring mit einem augenscheinlich ächten rothen Stein hineingewachsen war, und zwar in der Weise daß die Karfoffel einen kleinen Auswuchs hatte, an welcher der Ring wie an einem Finger steckt. Spezereihändler Clement dahier ist im Besitze der Kartoffel mil dem Ring.
Mainz, 19. Sept. In Kastel wurde vorgestern Nacht ein Mann von einigen nach Mitternacht aus einer dortigen Wirthschaft heimkehrenden jungen Leuten obne jede Veran— lassung mittelst eines Messers gefährlich verwundet.
Mainz. Eine sehr solid construirte aber etwas rück— sichtslose Mutter wurde letzten Samstag vom Polizeigericht zu einer Ordnungsstrase von 10 Mark verurtbeilt. Die Betreffende war vor einigen Tagen um 4 Uhr Nachmit⸗ tags niedergekommen und saß um 5 Uhr desselben Nach— mittags bei einem Glase Bier mit ihrem Schatz im„Heiligen Geist“, während das neugeborene Kind in Papier einge⸗ schlagen auf der Bank daneben lag.
Allerlei.
Frankfurt, 18. Sept. Heute Mitlag nach 12 Uhr wurde die Berufsfeuerwehr durch das Signal Feuer im Stadttheater alarmut. Bei ihrer Ankunft war bereits der Probesaal voller Rauch, der dem Fußboden entströmte. Sofort wurde der Boden am Schornstein aufgerissen und es
Mögen
liefert von Diener, Henkel zund Faatz von hier, vestehend in Treppengeländer, Herden, Bettladen und Gartenmöbeln. G. A. C. Spier von Butz dach hat einen kupfernen Destillations- Apparat nusgestellt und Kupferschmied Mondigler von hier einen Braukessel. Weckfort Sohn Eschbach hat in der offenen Halle eine große An- zahl landwirthschastlicher Maschinen Apfel- mühle, Schrotmühle, Honigschleuder 1c.—. Rack n Dorn Assenheim eine Schrotmühle, Embach and Würz in Dorn⸗Assenbeim Fruchtfegemühlen und Spengler Frick von hier mehrere Badewannen gusgestellt. Als Schreinerarbeit ist hier die Thüre zur Seminar- Turnhalle von Carl Falk von bier ausgestellt. Feuerfeste Thonwaaren sind ausgestellt won der Gesellschaft„Wetterau“ zu Ober-Mörlen, vertreten durch Beiring zu Bad- Nauheim und von der„Fabrik feuerfester Steine zu Bad-Nauheim“, Vertreter Boing; letztere lieferte auch die Steine zu der von Hofmaurer Morschel von hier auf- gebauten und von Gasginspektor Koch von hier ningerichteten Gasfabrik. Die Nauheimer Gas- fabrik ist vertreten durch 2 Rollen Dachpappe, won Gas inspektor Meyer ausgestellt.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Bezüglich der Extrazüge nach Wabern wollen wir noch ergänzend bemerken, daß zu den Extra⸗ zügen nur Billets III. Klasse ausgegeben werden und für die Hin⸗ und Rückfahrt zusammen die einfache Personen⸗ Zugstaxe III. Klasse zu zahlen ist.
Friedberg. Das Großh. Ministerium des Innern hal 500 M. zur Ausgrabung der Capersburg bewilligt und ist unser Muübürger G. Diefenbach als Sachverständiger mit der Lellung der Ausgrabung betraut worden. Am 7. o. i dieselbe in Angriff genommen worden und wurden bis letzt die Umsassungsmauern an den wichligsten Punkten frei⸗ lelegt, genau vermessen und aufgenommen, und die vier There vollftländig ausgegraben. Diese Arbeiten haben ergeben, daß die Capereburg in ihrem Bauplan nicht unwesentlich won den bis jetzt genauer erforschten Castellen unserer gegend abweicht. So ist z. B. das Thor der dem Feinde ugekehrten Seite, porta praetoria, nicht viel enger als das gegenüberliegende Thor, porta decumana, während die porta praetorla bet Saalburg nur balb so breit ist als die decumana. Von den vier Thoten sind nur drei mit je zwei Thürmen versehen, die porta sinistra sonder⸗ vater Weise nicht. Das Aufsallendsie ist jedenfalls, daß »ie einzelnen Fronien des Castells keine grade, sondern ine schwach gebrochene Linie bilden, so daß das eastrum treng genommen, ein Achleck darsiellt, an dem vier Ecken abgerundet find, während die vier anderen von den Thoren ingenommen werden. Außerhalb der Mauer befindet sich ine Berme(Wallgang) und ein ziemlich lieser Graben. Es gollen jetzt zunächst die Straßen des Castelle freigelegt and sobann die einzelnen Gebäude aus gegraben werden. Fundgegenstände von irgendwelcher Bedeutung haben die vis jetzt nur die Umfassungsmauern belreffenden Arbeiten zucht zu Tage gefördert. i
1 Dorbeim. Mit Vergnügen berichten wir, daß die Wemeinde Dorheim die diesjährigen Einquartierunge gelder icht nur gleich nach Abmarsch der Truppen ausbezahlt, ondern auch in Anbetracht der diesjährigen hohen Belast⸗
ung der Einwohner aus Gemeindemitteln bie tägliche dung wird ü
in Nieder-
zeigte sich nun, daß der Schornstein völlig defect war und der Rauch von einem im ersten Stock behufs Austrocknens eines nassen Zimmers angemachten Feuer herrührte. Die defecte Stelle ist so groß, daß bei fortgesetztem Heizen im Winter unfehlbar ein größerer Brand enistanden wäre.
Berlin. Der bekannte Urheber der preußischen Schul— re gulatwe, Geheimrath Dr. Stiel, welcher nach seiner En lessung nach dem Breisgau übersiedelte, ist dort gestorben.
Handel und Verkehr.
Gießen. Auf dem am 17. und 18. Sept. dahier abgehaltenen Viehmarkte waren aufgetneben 1500 Stück Rindvieh und 1200 Schweine. Nächster Markt am 1. und 2. October; am letzteren Tage auch Krämermarkt ( Michaelimarkt).
Frankfurt, 18. Sept. Der heutige Heu- und Stroh— Markt war reichlich befahren. Heu kostete per Centner je nach Qualität M. 2— 3., Stroh M. 1.50 2. Der heu⸗ ige Cerealienmarkt war nicht so reichlich wie der vorige befahren. Weißkraut waren 30 Wagen am Markt und wurde der Centner mit M. 2. bezahlt. Kohlkraut das [Stück 6 8 Pf. Blumenkobl per Stück, Prima⸗Waare hoͤchst wenig am Platz, 15—20 Pf. Butter per Pfd. im Großen 1. Qual. M. 1.10 2 Qual. M. 1., im Detatl 1. Qual. M. 1 20— 30, 2. Qual. M. 1.10— 15. Eier per 100 M. 4.50— 6. Kartoffeln per 100 Kilo M. 6. Erbsen geschälte(per 100 Kilogr.) M. 26.—28., ganze Erbsen M. 21.— 23., Linsen M. 30.—32. Bohnen M. 28.— 30. Ochsenfleisch per Pfd 70— 75 Pf., Kuh, und Rindfleisch 54 60 Pf., Kalbfleisch60— 70 Pf., Hammelfleischß8- 68 Pf., Schweinefleisch 70-75 Pf.
Frankfurt, 19 Sept. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 39., Nr. 2 M. 35., Nr. 3 M. 31., Nr. 4 M. 27. Nr. 5 M. 21. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 21., do. II.(Berliner Marke) M. 18. Waizen, eff. hies. ab Bahnhof hier M. 20. ab unserer Umgegend M. 19.— 19.25, do. fremder je nach Qual. M. 19.— 22. Roggen je nach Qual. M. 13.25— 16 50. Gerste M. 13.— 19. Hafer M. 13.—16 Kahlsomen W. 28.— 29.50. Erbsen m 19.—2g. Wicken M. 15.— 16. Linsen M. 17.— 23. Rüböl, detall, M. 70. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht= 100 Kilo.
Aus Anlaß der zum 1. October bevorstehenden Ein⸗ sührung besonderer Postkarten 3 10 Pfennig für den Ver⸗ kehr im Wellpostverein wird die Mittheilung von Interesse sein, daß die Anzahl der Posikarten, welche sich zwischen den einzelnen Ländern des allgemeinen Postvereins bewegen, gegenwärtig etwa 16 Millionen jährlich beträgt. Nachdem inzwischen sast sämmtliche civilifirte Nationen der Welt, poftunion beigelteten sind, wird sich der Ausbrellung der Postkarten auch im Wellverkehr ein weiteres ergiebiges Feld eröffnen; im Innern der einzelnen Posigebiete gelangten im letzten Jahr eg. 450 Millionen Posikarten zur Versendung.
In dem Verfahren mi Postvorschüssen teten vom 1. Sclober ab Aenderungen ein, unter denen wir folgende anführen: 1. Eine Auszahlung von Postvorschüssen gleich bei der Einlieferung der zugehörigen Sendungen findet nicht stattz für„Poftvorschuß“ wird die Bezeichnung„Nach⸗ nahme“ eingeführt. 2. Nachnabhmesendungen mülssen in der Ausschrist mit dem Vermerke: Nachnahme von.... Mark.... Pfennig(Marksumme in Zahlen und Buch⸗ staben, Pfennigsumme nur in Zahlen) verseben sein, und unmittelbar darunter die genaue Bezeichnung der einliesern⸗ den Behörde oder Firma, bezw. den Namen, Stand und Wohnort— in größeren Städien auch die Wohnung— des Absenders in deutlichen Schristzügen enthalten. Bei Paqueten müssen vorstehende Vermerke sowohl auf der Sendung selbst, a gebracht sein. 3. Dem Auflieserer einer Nachnahmesen⸗ über den Betrag eine Bescheinigung ertheilt,
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welche, wenn über die Sendung ohnebin ein Einlieserungs⸗ schein zu verabfolgen ist(bei Einschreib und Werthsen⸗ dungen), in jenen mit aufgenommen, sonst aber besonders ausgestellt wird. Denjenigen Versendern, welche sich eines Posteinlieserungsbuches bedienen, können jene Bescheinig⸗ ungen in diesem miter theilt werden; auch wird solchen Behörden und Geschäftstreibenden, welche forigesetzt Nach⸗ nahmesendungen in größerer Zahl einliefern, der Gebrauch besonderer von der Post unentgeltlich zu liesernder Nach ⸗ nahmebücher gestattet. 4. Eingelöste Nachnabmebeträge werden den Absendern von der Bestimmungs-Postanstalt miitelst Pestanweisung ohne Abzug und portofrei über⸗ mittelt. Für die Abtragung der Postanwelsungen, bezw. der zugehörigen Beuäge wird das gewöhnliche Bestellgeld erhoben. 5. Im Uebrigen bleiben bezüglich der Nachnahme die seitherigen Bestimmungen Über Postvorschüsse in Kraft.
Landwirthschaftliches und Gewerbliches.
Die zweile Mioole-Park Lotterie, die zur Hebung deut⸗ scher Landes Pferdezucht bereits am 17. October gezogen wird, ist ein Unternehmen, dessen wirihschaftliche und national ökonomische Bebeutsamkeit über die Fachkteise hinaus noch nicht überall in voller Tragweite gewürdigt zu sein scheint. Man kann über die Unentbehrlichkeit einer„alleinseligmachenden“ Vollblut-Theorie— im Ge⸗ sichtspunki unserer beimischen Pferdezucht— streiten. Aber auch die controversesten Ansichten begegnen sich in der Beslätigung der erprobten Wahrbeit und Thatsache, daß — so lange es nicht möglich ist Vollblut-Zuchtibiere aus eigener Zucht zu beschaffen,— der englische Import in zweckdienlicher und nicht gar zu theurer Weise nur dann in praxi bei uns einzubürgern ist, wenn eins jener renom⸗ mirien Gestüte in England aufgelöst wirds, deren hochge⸗ rühmies Material ohne Zweifel bei den Mängeln unseter Zuchtihiere von erfahrungsmäßigem Nutzen ist. Ein solches Gestür kommt am 20. und 21. Sepiember unter den Hammer und die Erfolge einer ähnlichen Manipulation vor sechs Jahren haben auch neuerdings wieder einzelne Männer unter den Fachautoritiäten zu einem gleichen Bor⸗ gehen einer großen, allgemeinen deutschen Lotterie zum Zwecke des Imports ermuthigt. In den Kreisen, die der eigentlichen Zuchtfrage ferner stehen bedarf es det Beton⸗ ung, daß diese Middle-Park⸗ Lotterie durchaus den viel⸗ seiligen Gesichte punkten einer Pferdemarki Lotterie sernsteht und aus der Perspective ihres Werthes und ihres Nutzens für allgemeine, staatliche Zwecke die Berechtigung schöpsen darf, daß die Beiheiligung im Publikum ungleich ausge⸗ debntere und weitere Dimensionen als gewöhnlich nehme. Die Chancen, die man gewährt, find sehr weit gezogen und der Rückkauf eines gewonnenen Pferdes von einem Loosbesitzer, der der Zuchifrage selbst kein persönliches oder näheres Interesse schenkt, zum vollen und reellen Werth des Gewinnstes, ist gewährleistet. Es ist ader wahrlich mehr und Ernsteres als ein bloßes Glückspiel im Hinter⸗ grunde. Wir können auch noch nicht zum vierten Theile der Bedürfnißfrage nach edlem und brauchbarem Malerial allerwegen da genügen, wo im Inlande diese gebieterischen Fragen auftreten und wir sind gezwungen, auch bier Millionen ins Ausland zu tragen. Es gilt in dieser zweilen Lotterie einen guten und gesunden Gedanken der Förderung heimischer Zucht eine— und vielleicht die wichtigste Unterstützung zu gewähren— und darum sei die Lotletie Allen auf das Angelegentlichste bestens empfoh- len.(Loose à 3 M. sind bei der Exped. d. Anz. zu baben.)
Geld⸗Cours. Frankfurt am 19. September 1878. 20 Frankensiucke. 18 22—26 Englische Sovereign s„ 20 40— 45 Russische Imperlales„ 16 68—73 Holländische fl. 10⸗Stücke.„ 16 65. Ducaten 5 4 9 60-65 Ducaten al mareo 1 0 9 60-65 Dollars in Gold.. 5 4 17-20
2 2 Hilferuf. In der Nacht vom 1. und 2. d. M. legte ein Brand⸗ unglück ein Drittel unserer Stadt(78 Wohnbäuser mit 161 Neben- und Hintergebäuden, worunter viele mit dem eben eingebrachten Erntesegen gefüllte Scheuern) in Asche. Da die meisten der Abgebrannten leider nicht verfichert batten, überdies der Winter vor der Thür steht, so ift die in unsere ohnehin arme und schwerbelastete Stadt einge— zogene Noth eine große, und kräftige und nachhaltige Hilse thut aus's dringendste noth. Vertrauensvoll wenden wir uns daher auch an die Einwohner Ibrer Stadt mit der ganz ergebensten Bitte, in Ihrer Stadt das Mitleid und die Wohlthätigkeit edler Menschenfreunde auf unsere schwer beim gesuchte Stadt gütigst binlenken und Gaben der Liebe an das unterzeichnete Hilfscomit gefälligst gelangen lassen zu wollen. Vacha im Eisenacher Oberlande den 12. Sept. 1878. Das Hilfscomits. Zur Empfangnobme von Gaben und zur Weiterbesör⸗ derung an das Hilfscomits ist gern bereit Die Expedition des Overbessischen Anzeigers.
aden doc e ac n, Sockel, Strümpfe& Strumpflängen
2356 für Erwachsene und Kinder billigst bei K. Friedrich.


