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neue Senatoren und zwölf neue Deputirte hinzu- treten, während die ursprüngliche Zuwachs auf fünf bezw. vierzehn bemessen hatte.
Großbritannien. Die„Times“ schreibt: Die Aussichten der orienta
lischen Krise sind in Folge des gemäßigten, ver-
Rußland. Petersburg. Der Großfürst
Vorlage diesen Nikolaus hat die Feststellung eines Zoll- Tariss für
Bulgarien verfügt. General Zolotareff, Gouverneur
Zoll⸗Behörden an.
— Die„Agence russe“ constatirt, daß das
London, 12. April, von Rustschuk, kündigte bereite die Einsetzung von
söbnlichen Tones von Gortschakoff's Circular viel Rundschreiben des Petersburger Cabinets mit dazu
hoffnungsvoller. Rußland hat die sehr entschlossene gehörigem Promemoria im Auslande einen günstigen Unter aufgenommen, hoffentlich wird Salisbury ebenso dem mäßigenden Einflusse Deutschlands sei eine
Demonsteation Salisbury's mit gutem Humor
versöhnlich antworten. Das Circular läuft auf eine freundliche Einladung an England hinaus, es möge bestimmte Vorschläge zur Lösung der Krisis machen. Wenn die enzlische Regierung, unter welcher formellen Veränderung auch, ent- schlossen die Forderung aufrechterhält, daß die Lösung eine europäische sein müsse, so braucht die Hoffnung auf einen günstigen Ausgang der Ver⸗ widlungen nicht aufgegeben zu werden.— Aus Petersburg wird der„Times“ gemeldet: Die officiellen Kreise glauben, der Congreß werde in Kurzem zusammentreten; diese Ueberzeugung habe eine ziemlich solide Unterlage, da Deutschland die Absicht, zu Gunsten des Fricdens zu wirker, nicht aufgegeben habe.
— Nach Meldungen hiesiger Blätter finden die Anstrengungen Deutschlands, eine Versöhnung der englischen und russischen Ansichten zu bewirken, in Petersburg und London Entgegenkommen.
Spanien. Madrid. Es ist vollständig unbegründet, daß Spanien irgend welche Rück- erwerbung beabsichtige, noch daß es einen Credit behufs Mobilisirung der Armee fordern wolle. Spanien wünscht nur, sich im Innern zu reorganistren.
Türkei. Konstantinopel, 12. April. Zur Abholung der türkischen Kriegegefangenen sind acht türkische Transportschiffe nach Odessa aͤbgesegelt.
— 12. April. Gestern hatte Großfürst Niko- laus abermals eine lange Unterredung mit dem Sultan. Man glaubt, die Regierung werde jedem Uebereinkommen mit Rußland oder England aus dem Wege gehen, obschon unverkennbare Anzeichen vorhanden sind, daß der britische Einfluß jetzt überwiegend ist.
— 13. April. Die Pforte erließ ein Rund— schreiben an die Mächte, worin der Vertrag von San Stefano als das Resultat der militärischen Niederlage der Türkei anerkannt und der feste Entschluß ausgesprochen wird, den Vertrag auszu— führen. Immerhin würde sie jede Modification desselden, sei es durch sympathische Intervention der Mächte, sei es durch die Mäßigung Rußlanda, als glücklichen Umstand betrachten. Welchen Aus- gang aber auch die jetzigen Verhandlungen hätten, die Pforte übernehme die Verpflichtung, die Re— formen auszuführen.
— 13. April. Zahlreiche kranke russische Sol daten, die nach Rußland zurückkehren, wurden heute in San Stefano eingeschifft. Die von den Kriegsgerichten verurtheilten Bulgaren sind in Gemäßheit des Friedensvertrages begnadigt wor den. Die Truppen auf Kreta werden verstärkt.
Rumänien. Bukarest, 13. April. In der Kammer wird Furulesco über die Drohung Gortschakoff's, die russische Invasion in Rumänien und die Besetzung der Eisenbahnen, Städte und strategischen Positionen durch dieselben, sowie über die Haltung der Regierung gegenüber diesem Ver- halten Rußlands, interpelliren und fragen, ob es nicht besser wäre, die rumänische Armee in die Kaärpathen zurückzuziehen. Die Kammer beendigte die Berathung des Budgets, in welchem die Ein- nabmen mit 121 Millionen, die Ausgaben mit 93 Millionen Frcs. veranschlagt sind; der Ueber— schuß rührt von den im Betrage von 28 Millionen ausgegebenen Hppothekarscheinen her.
— 13. April. Wie verlautet, werden 20,000 Mann vom 11. russischen Corps Bukarest, und Truppen von anderen russischen Corps die Stationen der Eisenbahnlinie nach Giurgewo besetzen. Weitere russische Streitkräfte werden auf dem Territorium östlich des Alutaflasses erwartet.
W N Es herrscht eine außer ordentliche Aufregung in den Regierungs⸗Kreisen über die wachsende
Occupation des Landes durch die Russen. Die Regierung soll einen Protest gegen dieselbe vorbereiten.
Eindruck hervorbrachte und sügt hinzu: rege diplomatische Thätigkeit im Gange, um zu einem friedlichen Einvernehmen zu gelangen, für welches der Congreß der natürlichste Weg sein würde. der politischen Lage habe sich somit in einer Weise accentuirt, die zu der Hoffnung auf baldigen günstigen Ausgang berechtige, falls nicht England neue Hindernisse in
werden sollten. — 12. April. Die gerichtliche Verhandlung gegen die Angeklagte Wera
Attentats auf den General Propow begann heute
um 11 Uhr Morgens und endete um 7 Uhr Abends. Die Angeklagte Lassulitsch wurde frei— gesprochen. Im Gerichts-Saal und auf
Die vor Kurzem signalisirte Besserung Rindfleisch 56— 60 Pf.,
von per Cent. M 2.50—3., den Weg gelegt Butter im Großen 1. Qual. M. 1 10,
Lassulitsch wegen gegen die frischen deutschen Eier sehr beliebt sind; italienische Eier wurden immerhin noch M. 6. ver sangt, Kartoffeln M. 6 807. f
der 70—75 Pf. Kuh- und
Allerlei.
wird der Ausbruch der Rinberpest gemeldet.
London. In England hat man die Prügelstrafe für gewisse Robheiten und Verbrechen wieder eingeführt, und dieser Tage zum ersten Male bei fünf jungen Burschen angewendet.(Könnte anch anderwärts Nichts schaden!)
Handel und Verkehr.
Artedberg, 12 April. Wochenmarkt. Butter kostete
per Pfund M. 1.— 1.10. Eier per Stück 6 Pf. Gießen, 13. April. Wochenmarkt Butter per Pfd. M. 1.51.6 Eler per Stück 5 Pf. Tauben das Paar 90 Pf, Hühner per Stück M. 1 20, Hahnen per Stück m 1.30, Enten per Stück M. 3.60, Kartoffeln 100 Kilo M. 7.20, Ochsenfleisch ae Kuh⸗ und
weinefle 5 sleisch 50—56 Pf. e
Frankfurt, 13. April. Der heutige Heu⸗ Markt war ziemlich befahren.
und Stroh⸗ Heu kostete je nach Qual. Stroh per Cent. M 2.20— 2.50,
M. 1.15— 20, 2. Qual. im Detail 1. Qual. M. 1.30—40, 2. Qual. M. 120— 25. Eier, deutsche, per 100 M 4.5080. Nach italienischen Eiern ist eben wenig Nachfrage, wo⸗
für Erbsen geschälte(per 100 Kilogr. M. 28—32, ganze Erbsen M. 24— 28. Bohnen M. 25—8 Linsen M. 28—36 Fleischpreise: Ochsenfleisch per Pfd. Rindfleisch 55 64 Pf., Schweine
Straße fanden freudige Demonstrationen statt, fleisch 11 7 0 Pf., Hammelfleisch 55— 68 Pf., Kalbfleisch
welche aber schließlich zu einem Zusammenstoß zwischen dem Publikum und den
0
Gendarmen per Pfd. M. 1.101 20,
Marburg, 13. April. Wochenmarkt. Butter kostete
Eier 8—9 Stuck 40 Pf.,
führten, wobei ein Student durch einen Revolver Käse per Stück 10—12 Pf., Zwiebeln per Pfd. 1012 Pf., Schuß getödtet und Wera Lassulitisch am Arm Sellerie per Knolle 3—5 Pf.
verwundet wurde.
7 — Ein von Londoner Blättern veröffentlichtes F
russisches Promemorja zur Widerlegung von Ein— wendungen Oesterreichs erklärt die„Agence Russe“ für apokryph, indem sie hinzufügt: da Oesterreich kein Circular erlassen habe, so brauchte Rußland auch nicht zu erwiedern. Der freundschaftliche directe
Meinungs- Austausch zwischen Petersburg und Wien dauere fort und lasse Dank der guten, Dienste Deutschlands hoffen, daß derselbe zu
einem befriedigenden Resultate führen werde.
Aus Stadt und Land.
Bad⸗Nauheim, 13. April. Gestern Abend kam ein junges Mädchen von Butzbach mit dem Zuge 5186 hier
an, lief nach dem Teiche und ertränkie sich. Ihre Leiche
würde um 7 Ubr gefunden. Das Mädchen batte in wenigen Wochen sich verheirathen sollen, und ist angeblich unglückliche Liebe das Motiv des traurigen Schrittes gewesen.
Gießen, 13. April. Gestern Abend gegen 11 Uhr
verurtheilte der Schwurgerichtsbof den Gerson Steinberger
und Meier Oppenheimer von Angenrod wegen Meineids und zwar einen Jeden zu einer Zuchtbausstrafe von 1 Jahr und 6 Monaten, sowie zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte.
Darmstadt, 13. April. Heute stand Kriegszath Wiegand von bier, beschuldigt des Verbrechens im Amt, vor den Schranken. Wiegand ist angeklagt und in jeder Beziehung geständig, daß er am 30. März 1867 in seiner Eigenschaft als damaliger Kriegszahlmeister die Summe von 20,000 Gulden aus der Kasse entnommen, hiermit seine Dienstkauslon von 6000 Gulden gestellt und seine Schulden, die er in früberen Jahren in Folge verschiedener Schicksalschläge contrahirt, bezahlt habe. Diese Unterschlagung wurde fortwährend durch falsche Buchungen bis zum Jahr 1877 jorigesetzt, wo plötzlich eine Kassenrevision stattsand und Wiegand fast ohne Geldmittel nach Amerika entwich, aber von dort bekanntlich ausgeliefert wurde. Besondetes Inkeresse bote die Verhandlung ben dieser Sachlage in keiner Weise. Trotzdem war der Zudrang des Publikums ein ganz enormer. Auffallend erscheint nur der Umstand, daß der Desect so lange unbemerki bleiben konnte, was darauf zurückzuführen ist, daß im Jihr 1874, wo das Abwickelungsgeschäft beim Kriegs ministerium sein Ende erreichte und der Beschuldigte nur noch die Offiziers— willwenkasse zu verwalten hatte, keine eigentliche Ueber lieferung statfand. Das Urtheil lautete auf 3 Jahre Zuchthaus.
Mainz, 10. April. Als letzte Sache der diesmaligen Schwuͤrgerichtefälle ist seit gestern und heute die Anklage gegen Ph. Götlelmann, 36 Jahr alt, Bürgermeisterei⸗ beigeordneter und Landwürty, und gegen Karl Müller, 36 Jahr alt, Küfer und Wirth, geboren in Bechenheim, beide in Uffhofen wohnhaft, angeklagt des Raubmord⸗ versuchs, des Mordversuchs und des Mords, in Verhand⸗ lung. Der Schwurgerichtshof verurtheilte auf Grund des die Schuldfragen bejahenden Verdictes der Geschworenen die Angeklagten in die durch das Gesetz auf Mord ange— drohte Strafe des Todes, und wegen der Verbrechen des Raub⸗ und Mordversuchs in eine Zuchthausstrase von 10 Jahren ꝛc. und verfügte die Hinrichtung durch das Fallbeil öffentlich in dem Hose des Juflizpalastes in Mainz. Die Angeklagten waren durch den Ausfall der Verhand— lungen sichslich gebrochen und tief erschüttert, sie brachen in Weinen aus.
Brodpreise vom 16. bis 30. April. ür Friedberg, Bad Nauheim und Butzbach unverändert.
Fleisch: ꝛc. Preise vom 16. bis 30. April. Für Friedberg und Butzbach unverändert. Für Bad⸗ Nauheim: Pr. 1½ Kilo.
Ochsenfleisch 70 3 M. Pf. Kuhfleisch, gem. 55„ Schweinefleisg— 62 5 ungem.—„ Doörrfleisch— 90 Kalbfleisch 60„ Solperfleisch 7 Keil und Carre—„ Geräucherter Speck 1— Hammelfleisch 60„ Schinken 13 Keil und Carre—„ Leber- u. Blutwurst— 80 Nierenfett 60„ Schwartenmagen— 91 Hammelsfett„Cervelatwurst 1 Schaaffleisch—„ Fueischwurst 3 Bratwurst— 91
Schmalz, ausgelassen, 96 Pf., unausgelassen 86 Pf. Schweinen Keil und Carre bei sämmtl. Metzgern 66 Pf. Ausnahmspreise. Bei W. Hanstein Nierenfett 50 Pf.—
Bei H. Friß Cervelatwurst 1 M. 80 Pf.— Bei Fr. Langs⸗ dorf Cervelatwurst 1 M. 60 Pf.— Bei J. Schimpf
Wiltwe Cervelatwurst 1 M. 40 Pf., geräucherter Speck
90 Pf., Schinken 90 Pf.
Geld Cours. Frankfurt am 13. April. 1878
20 Frankenstücke M. 16 2226 Englische Sovereigns„ 20 32-37 Russische Imperiales E 16 67 Holländische fl. 10-Stüde.„ 1 65 Ducaten, g 5 9 52— 57 Ducaten al marco 5 9 55—60 Dollars in Gold 18
* 1 Holzversteigerung. 1) Mittwoch den 17. April l. J., Vormittags 9 Uhr, sollen in dem Gräflich zu Ranßau'schen Kirchwalde zu Ziegenberg öffentlich versteigert werden: 16700 leichte Durchforstungswellen, 1400 schwere Buchenwellen, 102 Raummeter Buchen ⸗Scheitholz. 2) Dienstag den 23. April d. J., Vormittags 9 Uhr, daselbst: 15500 schwere Laubholzwellen, 650 Wellen Fichten⸗Reisig, 166 Raummeker Buchen- und Eichen Scheitholz,
11„ 0„* Stockholz. Zusammenkunft an beiden Tagen in Ziegenberg. egen den 4. April 1878.
räflich zu Rantzau'sche Forstverwaltung. 1255 Sommerlad.
Faselvieh⸗Versteigerung.
wird auf hiesigem Bürgermeisterel⸗Büreau ein der Ge
och, sowie ein desgleichen Faseleber an die Meistbietenden versteigert.
Ockstadt den 13. April 1878. Großherzogliche Bürgermeisterei Ockstadt. Gröninger.
Posen, 12. April. Aus Gosiynin in Russisch Polen
1334 Mittwoch den 17. d. M., Vormittags um 11 Uhr,
meinde gehöriger, zur Zucht zu schwer gewordener Fasel⸗
0 tsorgunk ze 5
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ls en ln berste inn!
700 Ra! 11⁰


