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die Aufgabe der Untersuchungs-Commission, falls die gegenwärtigen Einnahmen unzulänglich seien, nicht in der Herabsetzung der Zinsen der Schuld bestehe, sondern vielmehr auf die Verbesserung des Steuerwesens gerichtet sein müsse, um die unverkürzte Zinsenzablung zu sichern; namentlich müsse die Gleichheit der Steuern für alle Landes- theile Aegyptens bergestellt werden, da gegenwärtig ein Viertel des Landes, welches im Eigenthum des Kbedive stehe, gar keine Steuern zahle. Die englischen und französischen Consuln in Aegypten hätten einen Collectivschritt gethan, um den Khedive zur Beobachtung seiner finanziellen Verpflichtungen zurückzuführen.

Aus Stadt und Land.

Friedberg. Alle Dienstherrschasten und Dienstboten werden darguf aufmeiksam gemacht daß nach Act. 37 der Gesindcordnung vom 28. April 1877 jeder Dieustbote ein Diensiduch haben muß, solches nach Art. 39 bei Ver- meidung einer Strafe von 1 bis 5 Mark unver⸗ züglich an seine Diensiherrschaft abzugeben und diese bei Vermeidung einer gleichen Strase verpflichten ist, 48 Stunden nach erfolgtem Diensteintriit den Dienstbotlen zur Abgabe des Diensibuchs an sie anzuhalten und im Falle der Verweigerung der Abgabe desselben biervon der Orts poliz ibdebörde sofort Anzeige zu machen. Nach Art. 40. sind die Dienstberrschaften bei Vermeidung einer Geld⸗ strafe von 1 bis 5 Mark verpflichtet, den Tag des Dienst⸗ eintrüts und den Tag des Dienstaustritts ihrer Dienst voten in deren Diensibücher einzutragen. Wer diese Vorschdisten bis jetzt außer Acht gelassen hal, beeile sich, das Versäumte nachzuholen, wenn er sich nicht nder Gefahr aussetzen will, zur Anzeige gebracht und bestraft zu werden.

a. Friedberg. Min der diesen Herbst bier staufinden⸗ den General Versammlung des Landes-Gewerbvereins, bei welchet Gelegenbeit die Schülerarbeiten der Gewerbschulen zur Ausfiellung kommen, soll auf Antrag des Vo standes des Local⸗Gewerbvereins dahier eine Gewerbe Ausstellung für den Kreis Friedberg verdunden werden welches Unter- nebmen gewiß nur auf das Freudigste beg üßt und welchem nur der besie Erfolg gewünscht werden kann. So viel uns über diese Ausstellung bekannt geworden ist, soll die selbe in zwei Abtheilungen zerfallen und in der ersten Ab⸗ ibeilung selbstgesertigte Arbeiten, in der zweiten Abtheilung Handelsartikel repräsenuren. Als Aus⸗ steller werden nur Gewerbettrerbende des Kreises Friedverg zugelassen werden. Für die Auestellung von Werkzeugen aller Arten, we che hauptsächlich mu eins Auge gefaßt worden ist, findet keinerlei Veschränkung stau, sondern es ist der Wunsch des Comité's, daß diese letztere Ausstellung recht reich von allen Orten her beschickt wer⸗ den wöchte. Es kann nur erwünscht sein, daß die pro jectirte Ausstellung ein recht reiches Bild des Gewerbe fleißes des Kreises bietet und legen wit deßhalb den Fabdrik besitzern und Gewerbelteibenden unseres Kreises das Unter nehmen recht warm ans Herz in der Hoffnung, sie möchten die Ausstellung Alle deschicken und dadurch beurkunden, daß fie hierin anderen Kreisen nicht nachsteben. Aber auch den Oeconomen und Gärtnern des Kreises Friedberg möchten wir zurufen Beschicket diese Ausstellung und zeiget dadurch, daß ihr im Stande seid, jeder Concurtrens ent-

gegen zu treten. Wir glauben, daß es nur dieser Anreg⸗ Qualität

ung bedarf, um die erwähnten Factoren zu veranlassen, das Unternehmen mit Ratb und That zu unterstützen.

S. Bönstad 1. Nachdem im vorigen Jabre unsete Ge meinde durch eine Masernepidemie in Milleidenschaft n ge⸗ zogen worden war, wurde dieselbe abermals im verflossenen Monat duch ein epidemisches Auftreten von Diphtberitis bart bein gesucht. Es wurden nämlich rasch hinseremandet ungefähr 50 Kinder von dieser Krankbeit befallen und ist ein nicht weiteres Umsichgreifen derselben, namentlich unter den Schulkindern, jedenfalls nur dem Umstande zu verdanken, daß Großberzogliche Kreis⸗Schulcommision auf be richtliche Vorlage des Gesundveitsamis gemäß Ar. 15 des Schui⸗ gesetzes die Schließung dec Schule anorbnele. Dank diesem Gesetze! Außerdem hat sich Medicinalrath Dr. Lorenz die Mühe nicht verdrießen lassen, die Gemeindeglieder durch einen öffentlichen, sehr kaaren Vortrag auf ihre Pflichten zur Verhütung und Verschleppung der Krankheit aufmerksam zu machen. Obwohl leider diese bösartige Krankheit mebrere Opfer Anfangs gefordert, so ist doch die sebr erfreuliche Tbalsiche zu verzeichnen, daß es dem

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practischen Arzte Dr. Kratz zu Nieder- Florssabt gelang, seine füämmtlichen Patienten nahezu 40 an der Zahl durchzubringen gewiß ein seltenes Resuliat! Es verdient dessen umsichtige und hingebende Behandlung der Kranken die vollste Anerkennung. Möge die Gemeinde nie vergessen, was Dr. Kratz in dieser schweren Zeit für sie gethan hat, vielmehr sich auch fürderhin demselben gegenüber zu aufrichtigem Dank verpflichset fühlen!

Mainz. 13. März. Heute Vormkitag wurde unter Bedeckung von Gendarmerie der Adjunkt Göltelmann und der Küfer Müller von Uffhosen, welche am Abend des 29. Januars in der Wohnung des Handelsmann Kapp in Flonbeim dessen Haushälterin ermordet halten, von Alzey kommend bier eingebracht und in das Arresthaus abgeliefert. Der Küfer Müller, ein trotziger roibbaaxiger Bursche, benahm sich, als er in die Sladt transportirt wurde, äußerst frech. Die beiden Raubmörder waren mit starken Ketien gefesselt.

Mainz. Zwei Kicchendiebe, welche in der letzten Zeit viele Opferkasten geplündert haben, außer der Quinuns kuche und anderen Kirchen hier auch die Kirchen in Maria⸗ born und Bretzenheim heimgesucht haben, wurden verhaftet. Es sind zwei sechsz önjährige Burschen, welche den Frevel begangen haben sollen.

Allerlei.

Wiesbaden. In der vefflossenen Woche ist ein Wiesbadener Litbograph wegen der Fertigung von falschen englischen 5 Psund⸗Noten gefäng ich eingezogen und der Reniner F. wegen Verdachis der Verbrenung derselbn verhaftet worden. Es scheint, daß es sich um eine weil verzweigte Bande handelt, die hier ihr Hauptquartier batte und deren Mitglieder bislang fast sämmilich als wobl anständige und bemittelte Leute galten; selbstblaues, alletdengs herabgekommenes Blut ist in zwei Fällen darunter vertreten. Enideckt wurde das Treiben der Gesellschaft in München, woselbst kein ebemaliger, bereits 60 jähriger Guts besitzer, eine bekannte Persönlichk it(in Wiesbaden durch eine Spazierritte mit einet begüterten Dame), ca. 40 falsche 5⸗Pfundnoten der Bank von England verausgabt hatte und eben im Begriff stand abzureisen, als man ihn ver- bastete. Auf das Geständniß des Lithograpben bin hat die Polizei einen Kasten voll weiterer Falsificale und Werkzeuge an der sog.Trauerbuche vergraben gefunden.

London, 13. März. In Kearstey bei Bolton sind durch eine Gruben ⸗Explosion 40 Personen ums Leben gekommen.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 14. März Der heutige Heu- und Stroh⸗ Markt war gut befahren. Heu kostete je nach Qual, per [Cent. M 2503 50. Stroh ver Cent. M 2.2 40 [Butter im Großen 1. Qual. M. 1.5 10 2. Qual 95 Pf. bis 1 M., im Detail 1. Qual. M. 1.20 25, 2. Qual. M 1 10 bis 15. Eier per 100 M 56 50. Kartoffeln 6 507 Erbsen geschälte(per 100 Kilogr.) M. 26 34, ganze Erbsen M. 22 26. Lohnen M. 25 28. Linsen M. 28 bis 36. Fleischpreise: Ochsenfleisch per Pfund 7075 Pf. Kuh⸗ und Rindfleisch 55 64 Pf., Kalbfleisch 60 75 Pf., Hammelfleisch 54 68 Pf., Schweinefleisch 70 75 Pf.

Frankfurt, 14 März. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 41., Nr. 2 M. 37., Nr. 3 M. 33., Nr. 4 M. 29, Nr. 5 M. 23 Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 24. do. II.(Berliner Marke) M. 20 Waizen ab Bahnhof hier M. 23., ab unserer Umgegend M. 22.25 75, do. fremder je nach Qual. M. 23 24 Roggen je nach M. 16 17.50 Gerste M. 19 23 Hafer M. 13.16.. Erbsen M. 19. 23. Wicken M. 17 Linsen M. 19. 23. Rüböl, detail, M. 76. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht 100 Kilo.

D. Frankfurt a. M, 14. März. Oie langsame zückgängige Bewegung der Course bat heute einen stärkeren Forischriit gemacht und gaben hierzu in erster Linie die męauleten Berlinet und Wiener Noltrungen Veranlassung. Im Allgemeinen scheint aber auch die politische Situation er Realisationslust Vorschub zu leisten, indem nicht un⸗ berechtigte Zweifel an dem Zustandekommen des Con gresses laut werden. Verstimmend wenkie namentlich die Miloung von der Verstä kang der englischen Flotte vor Gallipoli. Gegen Schluß vermochten sich die Course der lonangebenden Wertbe auf böheres Berlin wieder elwas zu eissern, in Folge dessen sie über ihrem Eröffunungsniveau

schossen. Die Medioliq dation ging ohne Anstand von Stalten. Cteditactien und Sitaatsbahngenen bedangen einen kleinen Deport. Geld für Prolongationen war

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5 3- pt. willla zu baben. Crediactlen bewegten sich zwischen 195% 9/8194⅛ und 196 ½, Staatsbahn⸗ aclien zwischen 215 214%½ und 215¼ Lombarden notirten 61½. Von ausländischen Fonds sind öfter. Fonds und ungarische Werthe wenig verändert. Ungar. Goldrente 3 751½6 etwas matter. 1877er wurden à 831/16 gebandelt. Loose niedriger. Oesterr. Bahnen gingen ebenfalls zu ermäßigten Coursen um. Von deulschen Bahnen Hess. Ludwigebahn behauptet. Oesterr. Prforiläten theilweise niedriger. Banken blieben ohne bemerkenswerthe Veränderungen. Wechsel theurer, Wien fest, London billiger. Privalbisconto pCt.

Geld Cours. Frankfurt am 14 März. 1878.

20 Frankensigcgc re m. 2024 englische Sovereign 20 32-37 Russische Imperlales. 16 67-72 Holländische fl. 10⸗ Stücke 16 65

eee 9 98 9 50-55 Ducaten al marco 4 9 5560 Dollars in Gold 1 4 17 20

Brodpreise vom 16. bis 31. Marz. Nach eigener Angabe der Bäcker. Füir Friedberg:

23 Walzen, ¼ Korn. 28 Korn, ½ Waizen. Erste Sorte 2 Kilo ß8 Pf. Zweite Sorte 2 Kilo 52 Pf. ** 295 77 5 5 U 26 L 7 7 17e* 14 8 1 7 13* Wecke bei sämmtlichen Bäckern 3 Pf. per Stück.

Für Bad⸗Nauheim:

Kasseler Brod 2 Kilo 60 Pf. e ** 172* 15* Erste Sorte 2 Kilo 56 Pf. Zweite Sorte 2 Kllo 50 Pf. 7 7* 28 U* 7 15 7 25* 77*te 7 14= 1 77 172 1 18

Dritte Sorte Brod 2 Kilo 44 Pf.

Für Butz bach:

Erste Sorte 2 Kilo 56 Pf.] Zweite Sorte 2 Kilo 46 Pf.

1 EE 1 M 7 7 e Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 16 bis 31. März.

Für Friedberg und Butzbach unverändert. Für Bad⸗Nauheim: Pr./ Kilo.

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Ochsenfleisch 70 Pf. M. Pf. Kuhfleisch, gem. 55 Schweinefleisch 62 1 ungem. Doöͤrrfleisch 86 Hammelfleisch 50 Solperfleisch 70 Keil und CarreGeräucherter Speck 1 Kalbfleisch 56 Schinken 1 Keil und Carre Leber- u. Blutwurst 80 Nierenfett 60 Schwartenmagen 91 Hammelsfett Cervelatwurst 1 Schaaffleisch Fleischwurst 91 Bratwurst 91

Schmalz, ausgelassen, 96 Pf., unausgelassen 86 Pf.

Schweinen Keil und Carre bei sämmtl. Metzgern 66 Pf.

Ausnahmspreise. Bei S. Loeb Nierenfett 50 Pf. Bei H. Aletter Solperfleisch 66 Pf., Cervelatwurst 1 M. 50 Pf., Schmalz, ausgel., 91 Pf. Bei H. Fritz Cervelatwurst 1 M. 40 Pf. Bei Fr. Langsdorf Cerve⸗ latwurst 1 M. 60 Pf. Bei J. Schimpf Witwe Cervelatwurst 1 M. 40 Pf. Bei W. Bieler Hammel⸗ fleisch 60 Pf.

Herr Johann Maria Far ina

gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln hat uns den Debit des

allein ächten Cölnischen Wassers

übertragen und empfehlen wir dasselbe

per Glas zu M. 1.50, 1 Dutzend e Dutzend 175.

Die Exped. d. Anz.

Arbeits⸗Versteigerung. 965 Mittwoch den 20. d. M., Vormittags 11 Uhr, soll im Gemeindehaus zu Ober-Rosbach

Steinbrechen veranschlagt zu 250 Mark,

Steinfahren 280 Planirarbeit 8 Chaussirarbeit 20* Weißbinderarbeit 343 Schreinerarbeit 8 Dachdeckerarbeit Spenglerarbeit 1

sowie die Anfertigung eines Blitzableiters auf die Kirche und den Thurm öffentlich an den Wenigstnehmenden in Accord gegeben werden. Es sind zu Letzterem Proben des kupfernen Leitungs⸗ kabels vorzulegen. Bad⸗Nauheim, den 12. März 1878. Brückel, Bezirks-Bauaufseher.

Arbeits-Versteigerung. 997 Mittwoch den 20. d. M., Vormittags 9 Uhr, soll auf dem Rathhause zu Nieder-Rosbach

Dachdeckerarbeit veranschlagt zu 48 Mark, Schreinerarbeit 1 Weißbinderarbeit 45

Steinfahren, Kiesfahren und Graben an den Wenigstnehmenden in Accord gegeben werden. Bad⸗Nauheim, den 12. März 1878.

Brückel, Bezirks⸗ Bauaufseher. Faselochs-Versteigerung. 996 Freitag den 22. d. Mts., Nachmittags 1 Uhr, soll auf hiesigem Rathhaus ein zum Schlachten sehr gut ge eigneter Faselochs öffentlich meistbietend versteigert werden.

Bönstadt den 14. März 1878. Großherzogliche Bürgermeisterei Bönstadt. Geibel.

Holzverkauf.

993 Mittwoch den 20. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, werden auf dem Großherzoglichen Braunkohlenbergwerk Ludwigshoffnung bei Melbach 70 Haufen abgängiges Grubenholz öffentlich an den Meistbietenden verstefgert. Bad⸗Nauheim am 15. März 1878. Großherzogliches 0 und Bergamt Bad-Nauheim. Jag en

Tüchtige Schneidergesellen

974 finden dauernde Beschäftigung bei

Friedberg. A. Spier& Söhne.

Russen nachgebend.

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