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dieser Verbindungen bilden die marianischen Con- gregationen junger Kaufleute, die ihren Ursprung den Jesuitenpatres verdanken.
Ausland.
Oesterreich⸗lUngarn. Wien, 30. Aug. Vom Occupations⸗Schauplatze ist im Laufe des gestrigen Tages nichts von Belang eingelaufen. Das türkische Zollhaus an der dalmatinischen Grenze nächst Ragusa und Zarina auf der Straße von Ragusa nach Thesinsi sind am 29. d. von der türkischen Besatzung ge— räumt und durch eine Abtheilung der Garnison von Ragusa besetzt worden. Die Besetzung, be- stehend aus 80 regulären Soldaten, ist nach Ragusa transportirt worden. Bei den österreichischen Vor- posten am Han Protog an der Straße von Livno streckten ein türkischer Offizier und 19 Soldaten die Waffen. Ebenso legten am 22. d. in Srb 45 und am 24. d. 31 Insurgenten bei dem österreichischen Cordontruppen die Waffen.
— 31. August. Einem Telegramm des Feld- marschall-Lieutenants Jovanovic aus Mostar zufolge besetzte am 28. d. eine Brigade der 18. Division Nevesinje, ohne auf Widerstand zu stoßen. In Nevesinje wurde sofort die Medschlis(2) constituirt und die Entwaffnung der Bevölkerung eingeleitet. Ein Telegramm des Feldmarschall Lieutenant Szapary aus Doboj von heute meldet: Gestern 10½ Ubr Vormittags eröffneten die Insurgenten einen Geschützkampf aus 5 Geschützen, welchen unsere Batterien sofort erwiederten. Bis 2 Uhr Nachmittags waren 4 fürkische Geschütze zum Schweigen gebracht und wurde das Feuer nur mehr aus einem Geschütze langsam fortgesetzt. Zwischen 6 und 7½ Uhr Abends entspann sich ein mäßiges Kleingewehrfeuer. Die Verluste sind noch unbekannt. Der Gesammtverlust in den Ge— fechten am 15., 16 und 17. August ist: 7 Mann todt, 4 Offiziere, 77 Mann verwundet. In dem Gefecht bei der Einnahme von Serajewo am 19. Aug. beträgt der diesseitige Verlust 1 Offizier, 55 Mann todt; 8 Offiziere, 284 Mann verwundet, 2 Mann vermißt.
— Gewitzigt durch die Erfahrungen der un— garischen Regierung mit den Vorspannwagen für die Occupations- Armee hat man in Cisleithanien von vornherein auf die Beschaffung derartiger Fubren im Wege der Requisition von der Be— völkerung verzichtet, und dafür auf das Pachten derselben von Unternehmern und Besitzern sich ver- legt. Die Kriegs Verwaltung zahlt für einen zweispännigen Vorspannwagen sechs Gulden pro Tag und bestreitet die Verpflegung des Kutschers und der Pferde. Unter diesen Bedingungen haben Unternehmer schon vor einigen Tagen 2000 zwei⸗ spännige Fuhrwerke geliefert, welche auch bereits an die Grenze abgesendet wurden. Nächsten Sonntag gehen von Wien aus weitere 1000 Fuhrwerke dahin ab.
— Die Occupations⸗ Armee ist augenblicklich daran, die von ihr besetzten Hauptpunkte in Bosnien und der Herzegowina möglichst stark zu befestigen. Serajewo erhält fortisicatorische Werke und man hört nun, daß die gleichen Arbeiten auch in und um Banjaluka, Mostar, Trawnik, namentlich aber im Desilé von Vranduk, welch letzterem besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird, in der Ausführung begriffen sind.
— Geringerer Schätzung nach stehen Szapar 22,500 Mohamedaner 1 185 5 Gesenn⸗ zahl det in der Herzegowina befindlichen Insur⸗ genten beträgt 30,000 Mann, darunter Redifs, und Nizams mit 16 Geschützen. Unser Gesammtverlust bei der Einnahme von Serajewo betrug 624 Mann.
— Die Hauptmacht der mohamedanischen In⸗ surgenten concentrirt sich an der Planina romanica, wo sie Befestigungen errichten.
Die„Wiener Ztg.“ veröffentlicht ein kaiserliches Patent, welches die Landtage von Galizien, Krain, Görz, Gradiska und Triest auf den 12. September, die übrigen Landtage, aus⸗ genommen die von Istrien und Dalmatien, auf den 24. September einberuft.
3 Die„Wiener Abendpost“ beginnt die Ver⸗ öffentlichung einer Reihe von Berichten des Ge⸗ neral Consuls Wassitsch in Serajewo an den
das türkische Fort
Grafen Andrassy, in welchen die anarchischen Zu⸗ stände in Bosnien vor der Occupation und bei Beginn derselben drastisch illustrirt erscheinen.
— 31. August. Von der Narenta bis nach Ljubinje ist Alles unterworfen. Die Häuptlinge von Ljubinje kamen nach Stolac und wollen mit Trebinje und Kopzeni, wo noch Aufständische ge⸗ sammelt stehen, nichts mehr zu thun haben. Zwischen Mostar, Konjika und Nevesinje hat keine bedeutendere Ansammlung von Aufständischen statt⸗ gefunden. bei Simje gestanden, ist, unbekannt wohin, ver- schwunden. Bei Korjenice und Trebinje sollen ungefähr 1000 Mann stehen. In der Umgegend von Mostar haben 156, und gestern an der dal matinischen Grenze bei Ragusa 152 türkische Sol- daten mit Offizieren die Waffen gestreckt. Die regulären türkischen Truppen haben sich an vitlen Orten zu stellen begonnen. Dieselben werden
Haidar Beg, welcher noch vor Kurzem
Kriegsgefangene bier eingetroffen.— Zwei Dampfer wurden nach Varna abgeschickt, um die dortigen türkischen Functionäre und Archive hierherzubringen.
Montenegro. Cettinje, 29. August. Der in Prizrend in besonderer Misston eingetroffene
graphisch an, daß er die Misston habe, die Schwierigkeiten zu beseitigen, die sich bei der in Gemäßheit des Berliner Vertrags durchzuführen. den Grenzregulirung zwischen der Türkei und Montenegro ergeben.
Serbien. Belgrad, 29. August. Der neueste Angriff der Arnauten gegen die Demar⸗ eationslinie von Vranja wurde zurückgewiesen. Die Arnauten haben von dem von den Serben nicht besetzten Kweschumlje Besitz genommen.
N— Zwei serbische Generalstabsoffiziere sind von
Nisch nach Pristina gesendet worden, um mit Mazif
Pascha wegen der Räumung der Serbien zuge⸗
nicht entwaffnet, sondern über Albanien nach Con- sprochenen Ortschaften zu verhandeln. Wegen der
stantinopel gesendet. Bei Han Prolog ergaben sich 19 Mann und ein Offizier Reguläre.
— Der ehemalige italienische Consul in Serajewo, Peretti, und mit ihm der Müller- meister Lechner sind auf der Reise von Tuzla nach Serajewo ermordet worden.
— 31. Aug. Meldungen betreffs des bereits vollzogenen Abschlusses der österreichisch⸗ türkischen Convention sind durchaus verfrüht. Mehrfache Schwierigkeiten sind noch vorhanden, die Ver- handlungen dauern fort.
Pest. Der frühere General-Consul in Bel- grad, Kallap, ist zum Mitgliede der Organisations⸗ Commission für Rumelien seitens Oesterreich Un- garns ernannt worden.
Triest, 30. August. Hasiz Pascha ist die Weiterreise nach Konstantinopel nicht gestattet, sondern er vorläufig hier internirt worden.
Frankreich. Paris. Das„Journal officiel“ sagt: Die Münzconferenz hat ihre Ar- beiten geschlossen. Da die Mitglieder der Con- ferenz nicht die Aufgabe hatten, ihre Regierungen zu verpflichten, konnte eine internationale Ab- machung aus den Berathungen nicht hervorgehen, aber der stattgehabte Ideen- Austausch und die von den Delegirten entwickelten Anschauungen werden immerhin den Erfolg haben, die Regier- ungen aufzuklären und das Studium und die Lösung der Fragen, betreffend den Geldumlauf der verschiedenen Länder, zu erleichtern.
Italien. Rom, 29. August. Wie der „Corr. Mil.“ meldet, haben zehn Mauren in Tanger den dortigen italienischen Geschäftsträger mit Steinwürfen angegriffen.
— 30. August. Der päpstliche Nuntius in Wien, Msgr. Jacobini, wird heute Abend hier erwartet. Der Zweck seiner Reise geht dahin, dem Vatikane über seine mit Rußland eingeleiteten Verhandlungen Bericht zu erstatten und sich mit der Regierung über die Organisation der katho⸗ lischen Kirche in Bosnien und der Herzegowina ins Einvernehmen zu setzen.— Der Vatikan wird mehrere neue Bischofssitze in Amerika errichten.
— Von hier wird der„Polit. Corr.“ von informirter Seite mitgetheilt, daß die Verhand- lungen zwischen dem Vatikan und der preußischen Regierung keineswegs abgebrochen, wie es von verschiedenen Seiten verlautete, sondern nur sus; pendirt seien und daß der eventuelle weitere Ver⸗ lauf von der künftigen Partei-Gruppirung im deutschen Reichstag abhängen solle.
Türkei. Constantinopel. Von mehreren Mächten sind Erwiederungen auf das Memorandum der Pforte in der griechischen Frage eingelaufen, nach welchen die betreffenden Diplomaten ange- wiesen wurden, bei der Pforte auf eine rasche Verständigung mit Griechenland zu dringen.
— Mukhtar Pascha ist als außerordentlicher Commissär, wahrscheinlich aber zur Uebernahme des Civil⸗ und Militär- Gouvernements, nach Kreta abgereist.
— 30. August. Fürst Labanoff hat neuerdings bei der Pforte auf die Uebergabe Batums gedrungen, deren Verzögerung die Pforte mit der Schwierig- keit der Räumung des angehäuften Materials ent⸗
schuldigt.— Aus Rußland sind 1600 türkische
fortdauernden Angriffe der Arnauten haben die Serben Podujewe wieder besetzt.
Rußland. Petersburg, 29. August. Bis jetzt haben zwölf Transportschiffe mit 18,000 Mann ruffischer Garde den Bosporus nach Odessa passirt. Anstatt dieser räcken frische russische Truppen, welche aus dem Innern kommen, in die vorgeschobenen Stellungen ein.
— Ein Telegramm aus Batum vom 27. d. meldet: Der General- Gouverneur von Trapezunt, Jussuf Pascha, ist hier eingetroffen, um mit Der wisch Pascha die Evacuation der Truppen bel der Uebergabe Batums zu regeln. Die Russen haben die von den Lahzen bei Batum in Betreff der Uebergabe gestellten Bedingungen zurückge⸗ wiesen, weshalb die Räumung Batums neuerdings auf den 12. September verschoben wurde.
— Ein Telegramm aus Osurghati meldet; General Oklobschio empfing eine Deputation Ka— buleten, welche die Bereitwilligkeit des Landes aussprachen, Rußland einverleibt zu werden. Die Deputation äußerte, daß die Kabuleten durch die Paschas Ali und Aslan Tawgeridse verleitet wor— den seien, sich Rußland nicht zu unterwerfen und nach der Türkei auszuwandern, um sich vor Ge⸗ waltthätigkeiten zu schützen. General Oklobschio gab beruhigende Versicherungen.
— In Odessa sind neuerdings drei Individuen von unbekannten Verschwörern erdolcht worden. Unter den Ermordeten befindet sich der Eigenthümer des Hauses in der Gadowaja- Ulica, in welchem seinerzeit Kowalski und Genossen verhaftet wurden. — Der russische Justizminister reist von Peters⸗ burg nach Warschau, um dort eine Revision det Gerichte und entsprechende Aenderungen der Gesetzt vorzunehmen.
— 30. August. In Folge der in vollem Zuge befindlichen Heimkehr der russischen Garde wurde die Frage des Rückzuges der britischen Flotte aus den Dardanellen wieder angeregt. Englischersests soll der Rückzug der Flotte erst nach der Räumung der sämmtlichen Positionen vor Konstantinopel Seitens der Russen in Aussicht stehen. Wohl in Verbindung hiermit läßt sich„Daily Telegraph“ aus Pera vom 29. d. melden, daß General Tot⸗ leben die Weisung empfangen habe, mit der Ein⸗ schiffung der Truppen innezuhalten, weil die britisch⸗ Flotte sich noch vor den Prinzen ⸗Inseln befinde.
— 30. August. Die„N. fr. Pr.“ bringt von hier folgende etwas abenteuerlich klingende Meldung: Da ein Ueberfall Livadias, wo sich der Zar demnächst aufzuhalten gedenkt, durch see⸗ räuberische Lahzen nicht unmöglich erscheint, wurden die Strand wachen daselbst verstärkt und kleine Dampfer hinbeordert, behufs fortwährenden Kreuzens an der Küste.
— 31. August. Meldungen aus dem Rhodope⸗ Balkan zufolge haben die Russen die Insurgenten, nach ersolgloser Aufforderung zur Niederlegung der Waffen, angegriffen und viele Ortschaften des Arda-Thales eingeäschert. Die Russen stellten anch dreitägigen Kämpfen die Offenfive bis zum Ein · neffen don Verstärkungen ein. An die Stelle der heimkehrenden Garde Truppen sollen 50,000 Mann andere russische Truppen über den Balkan in Ru⸗ melien einmarschiren.
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Mehemed Ali Pascha zeigte dem Fürsten tele⸗
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