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jenem in Lumpen gehüllten Weibe, welches uns soeben einen Arm mit einer ekelhaften Wunde entgegenstreckte, von der mir ein Arzt versicherte, daß sie schon seit geraumer Zeit künstlich offen erbalten werde, um Almosen zu erschleichen, so wird einer der garstigsten Schäden an unserem socialen Körper, der Bettel, fort und fort erhalten durch die von allen Klassen geübte und von keiner Polizei gestörte falsche Mildtbätigkeit.

Die türkische Festung Kars

in Armenien(im westlichen Asien).

Kars ist das vorläufige Ziel aller Kriegs- operationen in Asien. Veste und Landschaft Kars sind schon seit Jahrhunderten der Tummelplatz blutigster Kämpfe gewesen. Die Seldschuken ent⸗ rissen sie den Byzantinern. Später wurde sie von den Mongolen erobert, und diesen folgten die Türken, welche aus der Landschaft Kars ein Paschalik machten. Die vom Sultan Murad III. befestigte Hauptstadt des Paschaliks galt für eine der stärksten Festungen im türkischen Reich. Schab von Persien belagerte sie 1744 über vier Monate lang(Anfang Juni bis Mitte October)

vergeblich. Er hatte zuvor die Türken auf der Hochebene von Kars in achtstündiger Schlacht

vollständig geschlagen. Die Besatzung der Stadt Kars wehrte sich aber kräftig.

um dieselbe Jahreszeit brachte die Verser zum 2 Die Veste wurde auch später wiederholt,

Weichen. aber vergeblich belagert.

So tapfer bisher der Widerstand der türkischen Besatzung war, so erbärmlich war derselbe im Jahr 1828 gegen Paskewitsch. Russische Rubel scheinen aber wirksamer gewesen als Bomben und Granaten. Schon am neunten Tag nach seinem Aufbruch von dem Grenzort Gumri, dem heutigen

Alexandropol, hatte der russische Befehlshaber das türkische Lager genommen und Stadt und Festung

Kars am 23. Juni 1828 zur Uebergabe gezwungen. Die Festung hatte damals nach russischen Berichten eine Garnison von 11,000 Mann, welche sich als Kriegsgefangene ergaben, mit 151 Kanonen. Gegen diese elende Vertheidigung im Jahr 1828 war die im Jahr 1855, von Mitte Juni

bis Ende Nodember, unter dem Commando des englischen Generals Williams eine wirklich belden⸗ hafte, wenn auch er, ohne rechtzeitige Unterstützung,,

zuletzt capituliren mußte, gezwungen durch

Intriguen moderner byzantinischer Beamten. Kars liegt malerisch am Fuß einer steilen

Felswand. Inmitten der Stadt erhebt sich ein

steil ansteigender Felskegel mit einer neuerdings

errichteten Citadelle, welche die Stadt beherrscht.

Um den Fuß des Bergs windet sich der die Stadt

durchströmende, von einer alten Brücke überspaunte,

Kars⸗Tschai, ein reißendes Gebirgswasser. Die

Straßen sind, wie in allen orientalischen Städten, eng und schmutzig, halbverhungerte Hunde treiben

sich überall schaarenweise umher. Größere und bessere Häuser gibt es nur wenige in Kars, die der ärmeren Klassen sind aus Lehm erbaute Hutten. Die bessern Häuser sind von dunkelgefärbten

Steinen erbaut und haben von außen ein düsteres

Anseben. Die Stadt Kars hatte schon lange vor der sussischen Besitznahme durch die Verheerungen der

Nadir

Doch nicht türkische Waffengewalt, nur die Rauhigkeit des Klimas 33

die Betrügereien von Paschas und durch unwürdige

turkisch-persischen Kriege an Größe, Bevölkerung und Wohlstand viel verloren. Verfall, Verödung und Entvölkerung haben Kars trotz aller papiernen Reformen so wenig verschönt, wie alle andern, türkischen Städte.

Die Festung ist eine der bedeutendsten und stärksten Asiens. Mit einer doppelten Mauerum fassung vereinigt sie drei Citadellen und mehrere detachirte Werke. Außerdem umgibt eine Ver- theidigungsmauer die Hauptvorstadt. Der Festungs⸗ platz im Innern ist ziemlich groß und enthält die Hauptwohngebäude. Seine nördliche Seite, welche eine Ausdehnung von 400 Klaftern hat, lehnt sich an schroffe Felsen und bildet mit den drei andern Seiten ein unregelmäßiges Viereck von fast 700 Klastern. Die Citadelle auf dem Gipfel der Höhe macht den Hauptvertheidigungspunkt aus. Sie enthält drei Abtheilungen, welche sich staffel artig gegen die Stadt neigen. Der östliche Thurm bildet ein sehr festes detachirtes Fort.

Verloosungen. ö Schaumburg-Lippe 25 Thlr. Loose. Bücke⸗ bucg, 1. Jusi. Am 1. April gezogene Serien: Nr. 57,

112, 211 236 309 412 457 466 469 478 515 539 542 571 600 634 643 650 671 695 709 720 724 942 990

1001 1064 1076 1108 1117 1142 1166 1178. Hewinne: Ne. 28547 33 000 M. Mr. 55370 3000 M. [N.. 58282 1800 n. Nr. 53185 1200 M. 55395 600 he.. 11800 300 57. Ne. 10522 32469 33550 35443 36000 53772 à 225 M. Ne. 10544

885 25727 32116 35951 à 195 e. Nr. 23430

25747 27064 35409 50003 57096 58265 à 150 dle. 5594 11752 20563 22814 22821 22842 23433 26938 27077 28528 31691 32124 32498 2 35422 35425 35990 36151 53151 53178 55354 552 57066 57082 à 135 e. Alle übrigen in obigen Serien senchalsenen Nummern 3 132 M. Zahlbar 1. Occober. Oesterreichische 100 fl.⸗Loose von 1864. Wien, 1 Juni. Gezogene Serien: Nr. 216 403 424 882 914 1385 1837 2283 2527 2604 2650 2918 3821 3933. Gewinne: Serie 2918 Nr. 37 200,000 fl. 3933 N.. 26 20 000 fl. S. 2918 Nr. 40 15 000 fl. 914 Nr. 82 10 000 fl. 424 Nr. 77, 2918 Nr. 70 à 5000 fl. 4993 W 51. 1837 Ne. 17 29 à 2000 fl. S. 216 Nr. 89, . 1837 Nr. 41 78 S. 2604 N. 17, S. 3933 Nr. 59 à 1000 fl. S. 403 Ni. 62 85, S. 424 Nr. 61 S. 1385 Nr. 7 43 96 99, S. 1837 Ni. 100, N 2604 33, 2650

1. 26926

S.

S8 05 000 65

8 02 A

S. 2283 5 2 S. 216 Nr. 6 16 48 51

. 403 N.. 14 58 81 84, S. 424 N.. 30 52 82,

12 S. 1837 her, 32 2283 Nr. 10,

2537 Nr. 23, S. 2604 Nr. 31, 2918 Ne. 15

3821 Nr. 94 à 400 fl. Alle übeigen in odigen

erien enthalenen Nummern à 200 fl. Zahlbar 1. Sepu.

Handel und Verkehr. ö Friedberg, 23. Juli. Waizen M. 27.. Korn M. 22.50. Gerne M. Hafer M. 1519. Alle Preise versteben sich auf 100 Kilo= 200 Zollpsund. Friebberg, 25. Juli. Wochenmarkt. Buller kofele per Pfund M. 1.20. Eier per Stück 56 Pf. rankfart, 23. Juli. Der heutige Viehmarkt war in Ochsen gut, in den anderen Viebgattungen höhpst gering befahren. Angetraben waren: 430 Ochsen, 120 Kübe und Rinder, 160 Kälber und 300 Hämmel. Oie Mreise stellten sich per Ceniner Fleischgewicht: Ochsen 1. Qual. M. 72- 75., 2. Qual. M. 6365. Kühe und Rinder 1. Qual. M. 6063., 2. Qual. M. 5254. Kälber 2. Qual. M. 55-60. Hämmel

1. Qual. M. 70.80. 1. Qual. M. 56., 2. Qual. M. 48.. Schweine das

S. S

Neu. 2 Nr,

S.

bank und Deutsche Effclenbank höher.

Pfund 64 Pj. Frankfurt, 23. Juli. Fruchibericht. Mehl Nr. 1 M. 42., Nr. 2 M. 38, Nr. 3 M. 34., Nr. 4 M. 30., Nr. 5 M. 24. Roggenmehl%(Berliner Marte) M. 27., do. II Cherliner Marke) M. 22., Weizen ab Bahnhof hier M. 28.., ab unserer Umgegend M. 28.., fremder je 118 Qual. M. 22 27.50. Korn M. 17 21.50. Gerue M. 19-21. Heser Je. 14 17.75. Kohlsamen M. 35-36.

Erbsen M. 2124., Wicken M. 17.50., Linsen M. 2130. Rübzl M. 7879. Die Preise verstehen sich sämmt lich pet 200 Pfund Zollgewicht 100 Kilo.

Main. 23 Juli. Probucten-Markt. Waizen per Juli M. 25.10., per Nov. M. 22.40. Korn per Juli

M. 16.70. per Nov. M. 1585. Hafer per Juli M. 15.90., per Nov. M. 15.75. Rüböl per Juli M..., per Oct. M. 36.90.

D. Frankfurt a. M., 24. Juli. Trotzdem heute eine Anzabl beunruhigender Meldungen vorlagen, unter Andern die Nachricht, daß weitere englische Truppentransporte vorbereitet würden, sowie, daß die Pforie beabsichtige, die Fahne des Propheten zu entfalten, kaun die Tendenz als eine feste bezeichnet werden. Die Speculation scheint sich von den turkophilen Parteiorganen, die jede militärische Maßregel der englischen Regikrung in erdenklichn un günstigem Sinne auelegen, nicht mehr ins Bocksborn jagen lassen zu wollen und wurde durch die obigen Mit theilungen in der Ansicht, daß der Krieg lokalisirt bleiben werde, nicht erschüttert. Auch der Appell an den Fanatis- mus der muselmänischen Massen hat viel von seinem früheren Schrecken verloren. Wie hier, so scheint man auch an den auswärtigen Börsen dieser Eventualität mit einer gewissen Fassung entgegen zu sehen. Das Geschäft war wenig belebt auf speculativem Gebiete, auf dem An lagemarkte indeß still. Creditactien bewegten sich zwischen 126/126126¼/127 und 126/. Staalsbahn⸗ acuen zwischen 196¼ und 197¼8. Lombarden geschäftslos. Von ausländischen Fonds stelltieu sich Oesterr. Renten und alte Ungarr. Schatzbonds höher, neue blieben unverändert. Amerskiner eher matter. Deuische Reichsaneibe wurde à 956 gehandelt. Von Anlebensloosen 1860er besser. Priocuäten theilweise nachgebend. Oesterr. Bahnen bielten sich sehr fest. Galizier gefragt und 2 fl. böber. Elisabeth 2 fl. matter. Banken waren zum Theil offerirt. Reichs⸗ Wechsel wenig verändert.

Geld Cours.

Frankfurt am 24. Juli 1877. 20 ⸗Frankenstücke. n Mk. 16 Englische Sovereiggggsgss 20 Russische Imperiales e 16 Holländische fl. 10-Stücke. 16 Dir 5 Ducaten al mareo 9 Dollars in Gold 4

24 28 33 38 68173 65 G. 59 64 59 64 16 19

*

Theater-Nachricht. 2286 Künftigen Samstag werden die vom letzten Jahre ber wohlbekannten Kinder unter Leitung der Frau Director F. König im Kursalon in Naubeim die erste Vorstellung geben. Das Mannheimer Tagblattebringt folgende Recension über die kleinen Künsiler, die dort im S galbau gastirten: Die erste Vorstellung des unter Leilung von Frau Fanny König aus Wien stehenden Wiener Kinder Schauspiel- Eusembles wurde gestern vor einem sehr vollen Haufe abgehalten und bestätigte den günstigen Ruf der jungen Künstlerschaar. Als eine ganz eminente Kraft, um micht zu sagen als Stern der kieinen Truppe erwies sich die 6jährige Peppi König, die mit ihrem frischen Gesichtchen und den klugen Augen voll Schelmereien, die Sympathien von Alt und Jung im Nu gewann. Auf der Bühne und außerhalb derselben bherrschten soviel natürliches Enkzücken, solch' holde, unversälschte Kinderfreude, daß wir der Fort⸗ setzung des Gastspieles mit dem größten Interesse ent gegensehen. Hier in Friedberg wird die Gesellschaft im Saale der 3 Schwerter auch auf der Durchreise 3 Vor stellungen geben und Sonntag damit beginnen. Wir boffen, daß das biesige Publikum den Vorstellungen dieser kleinen Kinder ⸗Gesellschaft s ebenso beiwohnen werde, wie im ver gangenen Jahre.

Auszug aus dem Civilstands⸗Register der Stadt Friedberg.

Geboren: Dem Fabrikanten Franz Megerle eine Tochter. Dem Schuhmacher Jacob Andreas Mobs eine Tochter. Dem Buchhändler und Vuchdruckereibesitzer Karl Bindernagel II. eine Tochter. Gestorben;: Minna Voigt, geb. Ewig, Ehefrau des Müllers August Voigt in Voldagsen, 56 Jahre alt.

15. Juli. 16. Juli.

24. Juli.

19. Juli.

Bekanntmachung.

Die Lieferung des Holzbedarfs für das Haftlokal zu

Friedberg soll Dienstag den 3 1. d. Mts., Morgens 11 Uhr, 8

on dem unterzeichneten Gericht an den Wenigstnehmenden versteigert werden.

Friedberg am 18. Juli 1877. Großherzogliches Landgericht Friedberg.

Pi st o r.

Faselochs-Versteigerung.

2270 Freitag den 27. Juli, Vormittags 11 Uhr, soll tuf hiesigem Rathhause ein gemeinheitlicher, zum Schlachten

1225

seeigneter Faselochse öffenteich versteigert werden.

Nieder Wöllstadt den 21. Juli 1877. Großherzogliche Bürgermeisterel Nieder-Wöͤllstadt. g Buff

2252 zustehende Schaafweide- Berechtigung soll auf weitere 3 Jahre an den Meistbietenden ö Donnerstag den 2. August l. J., Nachmittags 4 Uhr, auf hiesigem Rathhause unter den im Termin bekannt gegeben werdenden Bedingungen anderweit verpachtet werden, wozu Pachtliebhaber eingeladen werden. Vilbel den 20. Juli 1877.

ö Großherzogliche Bürgermeisterei Vilbel. ö ie

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. 1 11 21. Ml. Steinkohlen J. Qualität liefere ich jetzt franeo Bahnhof Rauheim: ö A 76 Pf., 80 Pf. und 85 Pf. per Centner. bel 200 Cix. bei 100 Ci. bei 50 Ctr.

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Bester Schmiedegrus 80 Pf. 8 2202 Jean Wörner jun. in Bad⸗Nauheim

Jagd- Verpachtung.

Mittwoch den 1. August d. J., Vormittags 10 Uhr, soll am Schwalheimer Mineralbrunnen die Ausübung der 5000 Morgen haltenden, aus den Gemarkungen Schwal heim und Dorheim bestehende Jagd auf 6 bintereinander folgende Jahre mit dem Bemerken verpachtet werden, daß beide Gemarkungen anschließen und deren Grenzen an der Eisenbahn Friedberg-Bad-Nauheim berziehen.

Schwalheim und Dorheim den 20. Juli 1877.

Großh. Bürgermeistereien Schwalheim und Dorheim. N eee 3 b.

Gele- Eiumachgläset, sowie alleinige Niederlage der neuen Patenteinmachbüchsen

2189 bei Wilhelm Fertsch.

Corsetten

billigen Preisen bei K. Friedrich.