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Samstag den 23. September.

N. 113.

Oberhessischer An.

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eiger.

n Die Petitzeil wird mit 11 Pfennig berechnet.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Am J. October

Quartal

mit Bestellgeld! M. 50 Pf. 1 Mark. Postboten baldigst zu machen, damit in der Zusendung des Anzeigers keine Unterbrechung eintritt und

Auswärtige Abonnenten sind gebeten,

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beginnt ein neues Abonnement auf denOber hessischen Anzeiger, welcher auch ferner wöchentlich dreimal erscheinen wird. Das Abonnement beträgt bei den Poststellen vierteljährlich! M. 25 Pf., Bei der Verlags-Cxpedition kostet der Anzeiger für das kommende

ihre Bestellungen bei den Poststellen oder

Die Expedition.

Amtlicher Theil.

Belresfend: Das an en hier Einsendung der Tag- und Handbuchsauszüge für 1876. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Vürgermeistereien.

Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Erledigung unserer Verfügung vom 27. Juni dieses Jahres, Kreisblatt Nr. 76, im Rückstande sind, werden hieran unter dem Anfügen erinnert, daß Denzenigen, welche derselben nicht bis zum 30. dieses Monats entprechen, Wartboten zur Abholung

auf ihre Kosten zugesendet werden.

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Friedberg am 20. September 1876.

B. d. K.: Klietsch, Kreis ⸗Assessor.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Reallehrer Weckerling zu Alzei ist als Oberlehrer an der höheren Mädchenschule zu Offenbach angestellt worden.

21. Sept. Der Kaiser und der Kron prinz begleitet von Moltke, sind soeben Mittags bei der Durchreise am Bahnhof von der Frau Prinzessin Karl begrüßt und von dem zahlreich versammelten Publicum mit Hochrufen empfangen worden.

Mainz. Gegen den Bischof Ketteler ist, wie dasM. J. meldet, eine weitere Klage eingeleitet worden, und zwar wegen fortgesetzter Vornahme amtlicher Functionen seitens des in Castel ange- stellten Caplans. Am verflossenen Montag wurde der Bischof bereits zur Vernehmung vor das Untersuchungsgericht geladen.

Berlin. Bezüglich der Betheiligung Deutsch- lands an der Pariser Welt- Ausstellung sind, wie dieAllg. Zig erfährt, bereits Verhandlungen unter den deutschen Regierungen im Gange, und dieselben wurden auch ersucht, ihre Bevollmächtigten im Bundesrath mit den entsprechenden Instructionen zu versehen, da sich derselbe alsbald nach dem Wiederbeginn seiner Sitzungen mit dem Gegen- stande zu beschäftigen hat, eventuell ist auch eine die vom Reiche zu tragenden Kosten der Aus- stellung betreffende Vorlage an den nächsten Reichs- tag in Aussicht genommen.

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Ragusa. Privat- berichte stellen die Niederlage, welche Derwisch Pascha vor sturzem bei Piperi erlitten hat, als sehr bedeutend dar. Als derselbe mit 7000 Mann die Moraca überschritt, stieß er auf 3000 Mon- tenegriner; da seine Truppen zurückwichen, ließ Derwisch Pascha auf die Flüchtlinge die Geschütze richten, wodurch die Verwirrung in den eigenen Reihen vermehrt wurde. Der Verlust der Truppen Derwisch's wird auf 1500 Mann geschätzt, von denen der größte Theil in den Wellen der Morata umgekommen ist.

Frankreich. Paris, 21. September. Gestern ftüh hatte der Minister des Aus wärtigen Herzog v. Decazes eine längere Unterredung mit dem kürkischen Botschaster. DemTemps zu- folge wären nach dieser Conferenz die Aussichten für einen baldigen Friedensschluß erheblich gewachsen. DasJournal des Debats veröffentlicht den Text des Memoranduma, durch welches die türkische Regierung die Vermittelung der Mächte angenommen hat. Dasselbe stimmt mit den bereits bekannten Angaben überein und enthält eine Darstellung

der Ursachen des Krieges, sowie der Mitlel, den Wiederausbruch desselben zu verhüten.

Türkei. Constantinopel. Wie in Pariser diplomatischen Kreisen verlautet, wären Seitens der Vertreter der Mächte in Constantinopel Ver⸗ handlungen über den Abschluß eines förmlichen Waffenstillstandes auf einen Monat eröffnet worden.

In einem Supplementblatt der Londoner amtlichen Zeitung wird der Bericht des Bot: schafts-Secretärs Baring über die von den Türken in Bulgarien verübten Greuelthaten veröffentlicht. Ein Begleitschreiben des Botschafters Elliot erklärt die lauigewordene Entrüstung für vollständig be⸗ rechtigt, obwohl von den Zeitungen die einzelnen Fälle übertrieben seien. Die Schilderung Baring's vom Batuker Blutbad, wo allein 2000 Personen getödtet sind, übersteigt alles bisher Bekannte. Baring dringt auf exemplarische Bestrafung Mo⸗ hamed Aga's und Achmet Aga's, welche für das Blutbad verantwortlich seien, während hingegen die türkische Regierung noch an Achmet Aga den

Medschidje-Orden verliehen habe. Baring erachtet zur Herstellung der Ruhe die sirengsten Maßregeln und eine unparteiische Jusliz für unerläßlich. Die Gesammizahl der ermordeten Christen wird auf 12.000 geschätzt, während nur 200 Türken ge tödtet seien; die Gesammtzahl der niedergebrannten Dörfer betrage 58. Am Schluß des Berichtes

heißt es: Die Art und Weise der Unterdrückung

des Aufstandes war höchst unmenschlich; für jeden Schuldigen litten 50 Are

Serbien. Belgrad. Nach einem Berichte des Generals Tschernajeff hätten ihn die Türken am 17. d. Abends trotz der Waffenruhe ange- oriffen; derselbe erbittet daher Instruetionen. Die serbische Regierung hat am 18. d. den Ver- sretern der Garantie-Mächte eine Note zugeben lassen, worin mitgetheilt wird, daß nach tele. graphischer Meldung des Generals Tschernajeff die Türken trotz der Suspendirung der Feindselig- keiten in der Richtung auf die Orischaft Bobo wischte vorrücken; die serbische Regierung müsse deßhalb auf Abschluß eines regelrechten Waffen⸗ stillstandes bestehen, habe indeß an Tschernajeff von Neuem den Befehl erlassen, auch weiterhin von jedem Vorgehen abzustehen, ausgenommen, wenn er angegriffen würde.

DerAgence Havas zufolge liegt dem

Gerüchte von der angeblichen Ausrufung des Fürsten zugenommen hal. Die Zahl der Angeklagten hat sich seit 8

Milan zum König von Serbien nichts weiter als die Thatsache zu Grunde, daß General Tschernajeff auf einem Banket einen Toast auf Milan, König

von Serbien, ausbrachte. Wie derTemps

meldet, habe der russische Botschafter Fürst Orloff!

gestern gegenüber dem Herzog Decazes erklärt, gedachter Toast sel nicht ohne ungünstigen Eindruck auf den russischen Hof geblieben, welcher wohl geneigt sei, die Interessen der Christen zu wahren, nicht aber die Anmaßungen Serbiens zu unter stützen. Auch die tussischen Zeitungen halten mit ihrem abfälligen Urtheile nicht zurück: Das Journal de St. Petersburg erklärt die Procla mirung für einen durchaus unzeitigen Act;Golos erkennt darin den Anfang der Militärdictatur, ein Schritt, welcher nur den Absichten und Interessen der Pforte nützlich sein könnte.

Der WienerPol. Corr. wird aus Belgrad vom 20. Sept. gemeldet: Der Kriegs-Minister wird sich nach Deligrad begeben, um den General Tschernajeff wegen der in dessen Lager stattgehabten Manifestation Ausrufung des Fürsten Milan zum König von Serbien für welche der Fürst ihm keinen Dank wisse, zur Rede zu stellen. Derselben Correspondent wird aus Constantinopel gemeldet: Der Sultan hat heute den österreichischen Botschafster Graf Zichy zur Entgegennehmung von dessen neuen Beglaubigungs-Schreiben empfangen, bei welchem Anlasse freundschaftliche Versicherungen ausgetauscht wurden.

DiePol. Corr. schreibt weiter: Nach einer hierher gelangten amtlichen Meldung der serbischen Regierung vom 21. September ist die Nachricht, daß eine Deputation heute die Pro- clamirung des Fürsten Milan zum König der Serben nach Belgrad überbringe, unbegründet. Fürst Milan hat der Deputation verboten, abzu reisen, und überhaupt angeordnet, daß einer weiteren Entwickelung des betreffenden Zwischenfalles energisch Einhalt gethan werde.

Amerika. New⸗Nork. Das gelbe Fieber in Savannah ist im Zunehmen; bisber sind 8000 Personen daran erkrankt, und an einem Tage allein 36 gestorben. Der größte Theil der Einwohner hat die Stadt verlassen. In Georgien ist ein ernstlicher Conflict zw schen Weißen und Negern ausgebrochen, wobei mehrere Personen getödtet wurden.

Aus Stadt und Land. Darmstadt. Aus der ausgegebenen amtlichen Ueber⸗ sicht der Rechlepflege in Hessen ergibt sich die wenig er⸗ freuliche Thatsache, daß die Zahl der Crimtnal-Untersuch⸗ ungen in den letzten acht Jahren sländig und erheblich

dem Jahre 1871 nahezu verdoppelt.

Darmstadl. Der Zeichencursus für Volksschullehrer, welcher diesmal nicht von dem Volksbildungsverein, sondern Seitens des Staales unter Leitung des Herrn Piosessor Kumpa abgehalten werden soll, beginnt statt am 18. erst Montag den 25. September mit 60 Lehrern.