Einzelbild herunterladen

e

P

1

8

en en 2 1155 an

ich eine Anzahl Festgäste eingefunden. Vornehmlich lieferten die Damen des Frauen⸗Vereins durch ihr zahlreiches Er⸗ scheinen den Beweis, daß die rechte Herzensstimmung keine unüberwindlichen Schwierigkeiten kennt. Mögen sie Manchen als beschämendes Beispiel dienen! Um zwei Uhr begann der Gottesdienst unter reger Betheiligung von Seiten der Gemeinde. Director Dr. Schwabe aus Friedberg hielt die Festpredigt über Eph. 4, 15 und 16. Hietauf wurde der Rechenschastsbericht, von dem Schriftsübrer des Vereins, Pfarrer Meyer, verlesen. Nach der kirchlichen Feier ver⸗ ssammelte man sich in dem Hause des Gastwirths Stein,

wvwoselbst in würdiger und schönet Weise eine Nachfeier

satifand, gewüczt durch die Ansprachen der HH. Pfarrer Meyer, Professor Köhler und Director Schwabe, die sich über Mittheilungen aus der Geschichte, dem Zweck und den Interessen des Vereins verbreiteten. Zugleich kamen ine große Anzahl von Flugschriften, Broschüren ꝛc. gleichen Inhalts zur Vertheilung. Zum Schluße wurde noch die Verwendung der eingegangenen Collecte(ea. 30 Mark) zum Besten der Gemeinde Mißlitz in Mävren beschlossen.

Das ganze Fest hatte einen erhebenden und durchaus

würdigen Verlauf und war wohl dazu geeignet, der guten Sache des Gustav-Adolf Vereins neue Freunde zu gewinnen und die alten in ihrer Liebe zu bestärken.

Uleichstein, 10. Sept. In verflossener Nacht er⸗ uränkte sich in dem oberen, dicht an hiesigem Orte gelegenen Teiche ein 17jähriger Bursche, nachdem derselbe noch zuvor seine Mütze und seinen Kittel zurückgelassen. Heute Morgen wurde die Leiche geländet. Motive zu diesem Selbstmord sind bis jetzt noch unbekannt.

Darmstadt, 11. Sept. Ein hiesiger Brauereibesitzer sbörte am Freitag Abend, als er sich zur Ruhe begeben wollte, ein Schnaufen unter seinem Bette. In der Mein mung, der Hund sei im Zimmer, suchte er nach und fand einen seiner Kellner barfuß unter seinem Bette liegend. Der Gruner, welchem es bekannt war, daß sein Herr an dem genannten Tage erhebliche Geldsummen eingenommen batte, wurde an den Haaren hervorgeholt und nach einigen Liebkosungen der Polizei übergeben. Es fand sich bei dem gelben ein angeblich von seiner Mutter geschriebener Brief wor, wotin er aufgefordert wurde, am Sonntag bestimmt mach Hause zu kommen. Der Brief sollte wohl zum Vor wand dienen, nach vobrachter That dem Dieb eine baldige Entfernung zu ermöglichen.

Mainz, 10. Sept. Man muß sich nur zu helfen wissen. Ein Gensdarm sah gestern mit zu, wie ein Mann allen Passanten seinen Hut vorhielt. Der Gens darm ging bin und bedeutete demselben, daß das Betteln micht erlaubt sei.Ich bettle nicht, sondern ich begrüße nur die Leute, und wenn mir Jemand für meine Artig keit Etwas in den Hut wirft, werde ich doch nicht so un⸗ vöflich sein sollen, es ihm zurückzuweisen, lautete die Antwort.

Mainz, 11. Sept. Gestern stürzte sich eine 20jährige Dame, welche wegen Geistesstörung nach Heppenheim ver bracht werden sollie, von dem den Verkehr zwischen hier zund Kastel vermittelnden Trajeclboot in den Rhein, wurde jedoch gerettet.

Allerlei.

Frankfurt. Von einer Anzahl hiesiger Firmen wird dieser Tage eine Eingabe an den Magistrat gelangen, in welcher dieselben unter Darlegung der Gründe um Ver⸗ legung der zu einem bloßen Jahrmarkt herabgesunkenen Messe nach Bornheim bitten. 8

Kreuznach. Daß Höflichkeit nie schadet erfuhr dieser Tage eine Kreuznacher Arbeiterssrau, welche das Malheur malte, mit einem Korb voll Porzellan auf dem Kopfe zu golpern und hierauf nichts als Scherben vor sich zu sehen. Einer des Wegs kommenden, von ihrer Kammerjungfer vegleiteten vornehmen Dame gab sie auf deren theil⸗ nehmende Frage: Wie hoch sich der entstandene Schaden wobl belaufen möge, bdarsch zur Antwort:Was weiß ch? Andere Leut' haben sich nicht d'rum zu kümmern! Die Arbeitsfrau hatte freilich nicht wahrgenommen, daß die Dame bereits im Begriffe stand, den Schaden mitleids⸗ oll zu decken, nunmehr aber ihre Börse rasch wieder einsteckte.

Köln. An dem südlichen der beiden Thürme der Westseite unseres Domes sind die Arbeiten schon so weit gediehen, daß die kleinen Tyürmchen, welche am Fuße des Thurm⸗Helmes emporstreben, ihrer Vollendung entgegen ehen. Gegenwärtig treffen bereits die schmiedeeisernen Theile ein, aus denen das Gerüst zwischen den Thürmen und dem Helm construirt wird, der nördliche der beiden in Rede slehenden Tyürme wird bei einigermaßen günstiger

Witterung auch noch bis zu ben erwähnten kleinen Thürmchen in diesem Jahr gefördert, so daß der Bau der Thurm⸗ Helme im nächsten Jahr rüstig in Angriff genommen werden kann.

Handel und Verkehr

Friedberg, 13. Sept. Waizen M. 24.. Korn M. 18.. Gerste M. 17.50. Hafer, unberegneter M. 17.50, beregneter M. 15.. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.

Frankfurt, 11. Sept,( Viehmarkt.) Der heutige Markt war gut befahren, das Geschäft etwas gedrückt. Angetrieben waren: 420 Ochsen, 495 Kühe und Rinder, 265 Kälber und 300 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 6165, 2. Qual M. 5660.

Kühe und Rinder 1. Qual. M. 56-60, 2. Qual. M. 4151. Kälber 1. Qual. M. 60-64, 2. Qual. M. 5055. Hämmel 1. Qual. M. 5456, 2. Qual.

M. 42 45. Schweine per Pfo, 70 Pf.

Frankfurt, 11. Sept. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 40., Nr. 2 M. 36., Nr. 3 M. 32., Nr. 4 M. 28., Nr. 5 M. 22. Roggenmehl%¼(Berliner Marke) M. 26. do. II.(Berliner Marke) M. 21., Weizen, hiesiger, M. 24.50, fremder je nach Qualität M. 1822., Korn M. 17.75 bis 18., Gerste M. 17.5019., Hafer, M. 16.25 17., Kohlsamen M. 36. Br., Erbsen M. 2124., Wicken M. 2123., Linsen M. 2130., Rüböl M. 77. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht = 100 Kilo.

Mainz. 12. Sept. Productenmarkt. Wagen per Nov. 20.90, Roggen per Nov. 15.40, per März 16.15, Hafer per Nov. 16.10, per lz 16.50, Nüböl per Oct. 36.90.

Aus zuverlässiger Quelle vernehmen wir, daß der dor einigen Monaten angekündigteJagdzug Berlin-Frankfurt in die diesmaligen Winter- Fahrpläne noch nicht aufge nommen ist. Ob dieser Zug für die nächstjährigen Sommer- Fahrpläne eingeführt wird, läßt sich auch noch nicht mit Bestimmtheit sagen.

Nach der vom Reichs-Eisenbahnamt herausgegebenen Nachweisung wurden im Monat Juli d. J. auf den Eisen bahnen Deulschlands kel. Bayerns mit einer Gesammt länge von 24,664.5 Kilometern befördert: an fahrplan⸗ mäßigen Zügen: 12,374 Couriet- und Schnell⸗, 79,471 Petsonen-, 36,349 gemischte und 67,680 Güterzüge; an außerfahrplanmäßigen Zügen: 3265 Personen- und ge mischtie und 33,722 Güterzüge. Im Ganzen wurden 585 337733 Achskilometer bewegt, von denen 180.510,253 Acheknometer auf die sahrplanmäßigen Züge mit Personen besörderung entfallen. Es verspäteten von den 128,194 sahrplanmäßigen Courier- und Schnell-, Perfonen- und gemischten Zügen 1276 Züge oder 0,99 Procent. Von diesen Verspätungen wurden jedoch 640 durch das Ab- warten verspäteter Anschlußzüge hervorgerufen, so daß durch im eigenen Betriebe der Bahnen liegende Ursachen 636 Verspälungen bei 0,49 Procent der beförderten Züge ent⸗ standen. In Folge der Verspäkungen wurden 158 An⸗ schlüsse versäumt.

In den deulschen Münzstätten sind bis zum 2. Sep⸗ tember 1876 geprägt: an Goldmünzen: 1,087,813,300 M. Doppelkronen, 330,036,650 M Kronen; hiervon auf Privatrechnung: 171,345,164 M.; an Silbermünzen: 65,174,090 M. 5⸗Markstücke, 22,396,654 M. 2⸗Markstücke, 134,412,165 M. 1⸗Markstücke, 35,053 709 M. 50 Pf. 50, Pfennigstücke, 31,274,406 M. 40 Pf. 20 Pfennigstücke; an Nickelmünzen: 20,662,919 M. 20 Pf. 10 Pfennigstücke, 10,924,047 M. 70 Pf. 5⸗Pfennigstücke; an Kupfer münzen: 5,772,508 M. 58 Pf. 2⸗Pfennigstücke, 3,283,487 M. 40 Pf. 1⸗Pfennigstücke. Gesammtausprägung: an Goldmünzen: 1417849950 M.; an Sitbermünzen: 297,311,024 M. 90 Pf.; an Nickelmünzen: 31 586,966 M. 90 Pf.; an Kupfermünzen: 9,055 995 M. 98 Pf.

D. Frankfurt a. M. den 12. Sept. Die Vörse kommt aus ihren politischen Beklemmungen nicht heraus, denn der ersehnte Friede scheint nach den neuesten Nach richten ferner gerückt als je. Unter Letzteren, welche heute einen deprimirenden Eindruck ausübten, erwähnen wir der einer Deputation von Lord Derby gegebenen Antwort, nach welcher England seine seit sechzig Jahren im Orient verfolgte Politik nicht aufgeben werde und ferner einer Depesche derIndependence belge aus Petersburg, wonach England und Orsterreich sich gegen einen dem Frieden vorhergehenden Waffenstillstand und Rußland und Deutsch⸗ land für Abschluß eines solchen vor dem Frieden erklärt hätten. Die Verstimmung äußerte sich indeß heute weniger

in einem erheblichen Rückgang der Course, als in einer prononcirten Geschäftsunlust. Von den Speculationepa⸗ pieren flellten sich besonders Staalsbahnactien in Folge ihres letzten ungünstigen Einnahme- Ausweises niebriger. Credilacuen bewegten sich zwischen 120121120¼ und 121, Staatsbahnactien zwischen 235¼ 236 und 235½, Lombarden nahe 63. Deuische Fonds blieben fest. Von ausländischen Fonds österreichische, ungarische und russische ca. ½ // matler. Oesterr. Bahnen waren ohne Leben und theilweise niedriger. Elisabeth, Alföld und Franz Joseph elwas höher. Deutsche Bahnen fest. Banken sind unverändert. Prioritäten eher etwas schwächer. 30% Lombarbische behauptet, 5% Lom bardische% matter. Von Loosen wichen 1864er 2 M. Von Wechseln Wien elwas besser; Amsterdam billiger.

Landwirthschaftliches und Gewerbliches.

Gegen Motten. Das folgende Recept, um Motten von Pelzwerk und Kleidern abzuhalten, hat sich nach viel- jährigem Gebrauche als vollkommen wirksam erwiesen: Man nehme ½ Liter Weingeist, ebensoviel Terpentin⸗ spiritus und löse darin 30 Gramm Kampfer auf. Diese Flüssigkeit wird in einem Glase aufbewahrt und vor dem Gebrauche geschüttelt. Die Pelze werden in Leinwand eingeschlagen und wird in die Kommoden oder Kästen, in denen sie aufbewahrt werden, zusammengeballtes Fließ⸗ papier gelegt, das mit der Flüssigkeit befeuchtet ist. Auch in die Schränke, in welchen Kleider hängen, werden solche Papierballen gelegt. Der starke Geruch vertreibt alle Insecten, ja er lödtet sie sogar. In der Luft verschwindet er dagegen sehr schnell aus den Kleidern u. s. w. Das Verfahren muß alle Jahre erneuert werden.

Verfahren zum Reinigen von Zuckerlösungen. Das Reinigungsverfahren, welches A. M. Clark in London sich am 22. Febr. 1873 für England patentiten ließ, ist ein zweifaches, je nach dem Zwecke, zu welchem das gereinigte Product bestimmt ist. Wird Syrup für Consum tion oder für Fermentation gewünscht, so setzt man dem Roßbsafte Phospherjäure(als zweisachphosphor⸗ sauren Kalk) zu, im Verhäliniß von 3 bis 10 Theilen auf 1000 Theile fixe Bestandtheile, kocht dann im Vacuum, verdünnt mit Wasser, setzt Thierkohle zu, kocht wieder(dies⸗ mal mittels eingeführten Dampfes) und neutralisirt, wenn erforderlich, mit Kalk. Handelt es sich darum, aus dem zu reinigenden Sytup k ystallifirbaren Zucker darzustellen, so wird der Rohsaft zuerst in der üblichen Weise gereinigt und saturirt, dann, wenn er auf 2730 Grad C. gebracht worden ist, in einem besondern Gefäße mit Salzsäure 1 Pfö. käuflicher Säure auf 100 Theile trockene Bestand⸗ tbeilz des Syrups versetzt, darauf wieder in die Vackuumpfannen gebracht und bei 50 bis 55 Grad C. concenitirt. Die durch den Zusatz von Salzsäure sich bildenden Chloride werden mittels Dialyse fortgeschafft. Die Benutzung von Salzsäure wird insbesondere für Rübensyrup angerathen; für Zuckerrohrsyrup soll Schwesel⸗ säure vortheilhafter sein.

Literarisches.

Soeben gebt uns der 66. Jahrgang von Leske's Schreib⸗ und Geschäfts⸗Kalender(pro 1877) zu. Es besteht in unserem Großherzogthum wenigstens kein ähnliches Unternehmen, dem es vergönnt wäre, zum 66. Male wiederzukehren. Der Grund hiervon ist jeden⸗ falls darin zu suchen, daß kein anderer Kalender dem hessischen Beamten, Anwalt, Geschäftsmann und Fa⸗ milienvater gleichviel des Nützlichen, im praklischen Leben Verwendbaren liefert, wie dieser. Zudem ist sein Preis, im Verhäliniß zu seinem reichen Inhalt und seiner vor trefflichen Ausstattiung, sehr niedrig. Dauerhaft gebunden kostet das über 20 Bogen starke Büchlein sehr handlichen Formals, welches durch jede Buch- und Papierhandlung, sowie vom Verleger, C. W. Leske in Darmstadt(Frank⸗ furter Straße Nr. 5) zu beziehen ist, nur 1 M. 20 Pf.

Geld- Cours. Frankfurt am 12. September 1876.

20⸗Frankenstücke Mk. 16 2125 Englische Sovereigns n 20 37.42 Russische Imperiales. 16 7176 Holländische fl. 10-Stäcke. 16 65 G. Duc aden ente 0 5 9 6772 E al maren 9 5962 Dollars in Gold. 4 1619

Pferde⸗Versteigerung. 2948 Donnerstag den 21. d. Mts., Vormittags um 1 Uhr, werden in der Dragoner-Kaserne dahier eirca Stück zu Reitdienst untaugliche Eskadrons Pferde öffentlich gegen gleich baare Zahlung verkauft Buß bach den 8. September 1876. Das Garnison-Commando.

Arbeits-Versteigerung. 2080 Montag den 18. d. M., Nachmittags 2 Uhr, soll in Gemeindehaus zu Ober⸗Ros bach

Dachdeckerarbeit, veranschlagt zu 20 Mark, Zlegellieferung 20 Maurerarbeit 120 6 Glaserarbeit 9

aner öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden. Bad⸗Nauheim den 10. September 1876. Brück el, Bezirks⸗Bauaufseher.

Bekanntmachung.

2969 Samstag den 16. d. M., Nachmittags um 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Werk 67 Haufen abgängiges Grubenholz und Zimmerspäne unter den vor der Ver⸗ steigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen öffent lich meistbietend versteigert werden, Melbacher Bergwerk den 12. Sept. 1876. Großherzogliches Bergamt Dorheim. In Auftrag: Knoche, Großherzoglicher Obersteiger.

Ein leichter Wagen,

2983 zum ein- und zweispännigfahren, steht zu verkaufen bei Heinrich Wilhelm Schmidt, Ober⸗Florstadt.

Arbeits ⸗Versteigerung. 2979 Freitag den 15. d. M., Nachmittags 4 Uhr, soll in der Amend'schen Wirthschaft zu Wissels beim Maurerarbeit veranschlagt zu 50 Mark, Dachdeckerarbeit 14005 einer offentlichen Versteigerung ausgesetzt werden. Bad ⸗Nauheim den 10. September 1876. Brückel, Bezirks Bauaufseher.

Aepfel-Versteigerung. 2981 Dienstag den 19. September d. J., Nachmlttags 1 Uhr, sollen die hiesigen Gemeindeäpfel, etrea 150 Malter, versteigert werden. Rödgen am 12. September 1876. Afeßbego slch urg erz Roͤdgen. 0 1

i eisen bet Corsetten. Flite.