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1876

Donnerstag den 9. März.

M. 30.

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Oberhessischer Anzeiger.

Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Frscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

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0 detreffend: Die Instruction für die Schulvorstände, hier die Einsendung von Zeugnissen in Betreff

der Schulversäumnisse.

Friedberg am 6. März 1876.

Quartal keine Schulversäumnisse stattgefunden haben,

Die Großherzogliche Kreis-Schulcommission Friedberg an sämmtliche Schulvorstände des Kreises. Das nachstebende Ausschreiben Großherzoglichen Ministeriums des Innern Abtheilung für Schulangelegenheiten an die Großherzoglichen Krtis-

Schulcommissionen vom 29. Februar dieses Jahres zu Nr. M. d. J. S. 3079 bringen wir hiermit zu Ihrer Beachtung zur allgemeinen Kenntuiß.

Trapp.

In F. 17 der Instruction für die Schulvorstände vom 21. September 1874 ist im vierten Absatze vorgeschrieben, daß, wenn in einem das hierüber von dem Lehrer auszustellende und von dem Versitzenden des Schulvorstandes mit u unterschreibende Zeugniß an die betreffende Krtis-Schulcommission einzusenden ist. Diese Zeugnisse haben nun zugleich als Rechnungsbelege bei den Demeinderechnungen zu dienen und müssen demgemäß, wenn sie an die Kreis- Schulcommisstonen eingesendet worden sind, von diesen wieder den treffenden Bürgermeistereien übermittelt werden. Mit Rücksicht hierauf und zumal auch die Verzeichnisse der wegen stattgebabter Schulversäumnisse nkannten Strafen nicht mehr an die Kreis-Schulcommisstonen eingesendet werden, hat Großherzogliches Ministerium des Innern bestimmt, daß für die Folge von Einsendung der Eingangs bemerkten Zeugnisse an die Kreis- Schulcommisstonen abzuseben ist und diese Zeugnisse vielmehr von den Schul orständen direct den Bürgermeistereien zuzustellen sind. Sie wollen sich hiernach bemessen und die Schulvorstände Ihrer Kreise hiernach bedeuten.

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Zetreffend: Die Abhaltung eines Wiesenwärter⸗Cursus an der Ackerbauschule zu Friedberg. 5

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.

Fuhr.

Friedberg den 3. März 1876.

a es noch in vielen Gemeinden an tüchtigen Wiesenwärtern

7 Indem wir Sie auf die nachstehend abgedruckte Bekanntmachung des Curatoriums der Ackerbauschule dahier binweisen, empfehlen wir Ihnen, f gänzlich mangelt,

Leute, welche zur Ausbildung als Wiesenwärter geeignet erscheinen,

zierzu zu bestimmen und uns über der Erfolg Ihrer Benzbangen bis zum 20. März laufenden Jahres zu berichten. Würde sich einer oder der andere mittellose junge Mann entschließen, an dem Cursus sich zu betheiligen, um nach der Hand sich in iner Gemeinde als Wiesenwärter zu beschäftigen, so wird sich gewiß der Gemeinderath in wohlverstandenem Interesse zur Bewilligung einer ent-

Zrechenden Unterstützung aus der Gemeindekasse bereit den lassen.

Tur a pip.

b n n i 8 den Unterrichtscursus im Wiesenbau au der Ackerbauschule zu Friedberg betreffend.

Nach Beschluß des Ausschusses des landwirthschaftlichen Provinzial- ereins für Oberhessen wird auch in diesem Jahre wieder ein Cursus ur Ausbildung von Wiesenbaugehülfen unter Leitung des Zereinsculturtechnikers Herrn Wiesenbaumeister Greb an biesiger Uckerbauschule stattfinden, und soll derselbe während zwei Monaten eginnend Donnerstag den 20. April abgehalten werden.

Der Unterricht umfaßt: Fortbildung in den Elementarfächern, Agrikulturchemie, Botanik, Feldmessen, Nivelliren, Planzeichnen, Aufstellung on Kulturplänen und Kostenüberschlägen, Theorie des Wiesenbaues, der Drainage ꝛc., verbunden mit Demonstrationen und praktischen Uebungen ei den in Ausführung begriffenen Meliorationsanlagen.

Der Unterricht ist unentgeltlich. Aufnahmefähig sind junge zeute, welche bereits eine Ackerbauschule besucht, angehende Geometer, sowie

Eine entsprechende Anzahl der Theilnehmer wird voraussichtlich als- bald nach Absolvirung des Unterrichts-Cursus als Gehülfen des Wiesenbaumeisters beziehungsweise als Wiesenbauaufseber, je nach Befähig ung gegen entsprechende Vergütung bei den in Ausführung begriffenen Meliorations- Unternehmungen Verwendung finden und ist denselbden hierbei volle Gelegenheit zu ihrer Ausbildung als selbstständige Techniker gegeben.

Anmeldungen haben spätestens bis zum 15. April laufen- den Jahres unter Vorlage eines Zeugnisses über gute Aufführung, etwaige Zeugnisse über Vorbildung ꝛc. bei dem unterzeichneten Curatorium zu ersolgen, das zu jeder weiteren Auskunft gerne bereit ist.

Friedberg den 3. März 1876.

Das Curatorium der Ackerbauschule zu Friedberg.

olche, welche im Wiesenbau praktisch geübt sind

zie erforderlichen Vorkenntnisse nachweisen können.

und in einer Prüfung ee

Geh. Regierungsrath.

Nr. ne Dirigent der Ackerbauschule.

Kite d Kreis-Assessor.

Deutsches Reich. Darmstadt. Das Großherzogliche Regier ungsblatt Nr. 12 enthält: I. Bekanntmachung, das Maß- und Gewichtswesen Ettreffend.

II. ODienstentlassung.

III. Concustenz Eröffnung. Erledigt u ist: Die Stelle anes akademisch gebildeten Lehrers der böberen Mädchen⸗ chule zu Offenbach, Gehalt 20003800 Mark.

IV. Sterbefälle. Gestorben sind: am 17. Juli 1875 et Rittmeistet de Arévalo zu Arequipa in Peru; am Januar der Schullehrer Geßner zu Bingen; am J. Jan. ber Justizrath Dr. Müller zu Ober⸗Ingelbeim; m 22. Jan. der kath. Pfarrer Waldeck zu Gau-⸗Alges⸗ beim; am 23. Jan. der Stabsquartiermeister Bauer zu Warmstadt; am 26. Jan. der Landgerichtsactuar Sellbeim n Scholten; an demselben Tage der evangelische Pfarrer Lacher zu Spachbrücken; am 29. Jan. der Schullehrer

Leuchert zu Bannerob; am 1. Febr. der Oberförster Faust⸗ nann zu Babenbausen.

Darmstadt. Militär⸗Nachrichten. Dr. Schell nann, Affistenzarzt 1. Kl. vom 4. Großh. Inf. Hegt. Nr. 118 zum Stabs- und Bat. Arzt des üs.⸗Bat, Inf.-Regt. Nr. 88. Dr. Dörr, Assistenz 1 2. Kl. beim 3. Großh. J(Leib-) Regt.

117 zum Assistenzarzt 1. Kl, befördert.

Nroftssor bei der philosophischen Fakultät

Am 1. März wurde 5 außerordentliche der legenheiten,

kandes-Universität, Dr. Scheffer-Boichorst, auf sein Nachsuchen entlassen.

Die auf den 10. d. M. zusammenberufene zweite Kammer wird vorauesichtlich nur kurze Zeit versammelt bleiben. Auf der Tagesordnung für den ersten Tag stehen die Vorlage des Ge sammt Ministeriums wegen Uebertragung des Eigenthums der Oberheffischen Eisenbahnen an den Staat; die Vorlage wegen nachträglicher Ge währung von Vergütungen für Kriegs-Leistungen der Gemeinden in Süd-Hessen; der Haupt-Vor anschlag- Posten wegen Fortsetzung der inneren Einrichtung im Kriegs-Ministerial- Gebäude zu Darustadt, für das Landgericht, das Kreis- Amt und die Central Stelle für die Gewerbe; der Posten wegen Ankaufs des Gebäudes derBank für Handel und Industrie, endlich die Vorlage wegen Erhöhung der Gehalte der hessischen Be amten und Bediensteten der Main-Neckar-Bahn um ein Sechstel vom 1. Januar 1876 an und für die Gültigkeits-Dauer des Staats-Budgets von 1876 bis 1878. Außer diesem an einem eigzigen Tage kaum zu bewältigenden Material würden voraussichtlich noch einige andere Ange namentlich der Jöckel'sche Antrag

rücksichtlich der Kosten in Beleidigungs Sachen, wenn der Beschuldigte nicht verurtheilt werden kann, bezw. der Straf- Antrag zurückgenommen wird, zur Verhandlung kommen.

Mainz. Bischof Ketteler ist wegen seiner Erklärung in Betreff des Ober- Präsidenten von Kühlwetter auf den 10. d. M. nach Münster vor das Gericht geladen.

Berlin, 7. März. Das Abgeordnetenhaus verwies den Gesetz⸗ Entwurf, betreffend die Ge schäftssprache der Beamten, Behörden und politischen Körperschaften, welche der Justizminister unter Bezugnahme auf das vorliegende Bedürfniß recht sertigte und wobei derselbe nachwies, daß Colli sionen mit der Reichs-Gesetzgebung nicht vorhanden seien, an eine Commission von 21 Mitgliedern. Hierauf fand die erste Lesung des Gesetzentwurfs über das Staats Aufsichtsrecht bei Verwaltung des Vermögens der katholischen Diöcesen statt, wobei der Cultusminister für die Vorlage eintrat und nachwies, daß die confessionelle Parität nicht verletzt werde und die Tendenz des Gesetzes auch in den Ordnungen für die evangelische Kirche wiederkebre.

Berlin. Die Verhandlungen der bereits angekündigten Gründer Processe nehmen schon in