Amerika. New Nork. Amtlich wird gemeldet, daß in Savannah das gelbe Fieber ausgebrochen ist. Seit dem 21. Aug. sind 256 Personen erkrankt, 40 gestorben.
— Die Demokraten von Arkansas haben mit sehr großer Majorität William Miller als Candidaten für den Gouverneur-Posten aufgestellt. In Louisiana dauern die unruhigen Auftritte zwischen Schwarzen und Weißen noch fort.
Aus Stadt und Land.
Pohlgöns. Der„W. B.“ schreibt: Ein trauriger Unglücksfall bat sich in dem benachbarten Poblgöns zu— getragen. Wie erzählt wird, versagte bei dem Salven⸗ geben bei der Sedanfeier ein Gewehr; der betr. Bursche nahm solches mit und im Kreise von Bekannten stützte er sich auf dasselbe, das Gewehr ging los und eine Leiche lag vor den entsetzt ihn Umstehenden.
Darmstadt, 4. Sept. Am Samstag Abend stürzte in der Dragoner-Kaserne ein Soldat aus dem Fenster des 2. Stocks und verstarb bald darauf.
Mainz. Der„M. A.“ schreibt: Die Klage über die Abnahme des Fremdenverkehrs in unseren Gegenden ist seit Jahren zur stehenden geworden. Aber wie es den Anschein hal, ist auch hier noch nicht der Höbepunkt er reicht. Forscht man nach den Ursachen, so finden wir sicherlich in erster Linie die horrenden Wirthschaftsrechnungen, welche den Fremden den Ausenthali in den Rheingegenden verleiden. Wir wollen hier nut ein Beispiel von den vielen bekannten anführen. Ein sehr wohlhabender Mann, dem es auf ein paar Mark nicht ankommt, der aber sich
über Prellerei wie viele Andere mit ihm empört, kam vorige Woche nach Schwalbach, mit der Absicht, dort
etliche Tage zu verweilen. Dieses Vorhaben aber steckte er sofort wieder auf, als man ihm in seinem Hotel ein Beefsteak mit 2 M. 50 Pj. und für 2 Eier dabei noch 50 Pf. abnahm! Der Mann wird sicherlich den Ort wie das Hösel empfeblen. Solcher Beispiele liegen uns zu Dutzenden vor. Wir wissen es aus eigener Erfahrung
elwa 15 Schritte messen, hat ein Vorder- und Rückwärtsschiff mit Galerien. In der linken Ecke der Nordseite sleht der berühmte Pfauenthron, ein persisches Kunstwerk des vorigen Jahrhunderts. Der Thron hat die größte Aehnlichkeit mit einer sehr großen Paradebektstätte, wie man sie oft in Prachtzimmern von Klöstern sieht. Er ist rund herum mit einer Schutzwand von etwa 1 Schuh Höhe eingefaßt, auf die an der oberen schmalen Seite das Kopftheil aufgesetzt ist, worauf eine Diamantensonne im beiläufigen Durchmesser von 1½—2 Schuh rubt. Der Thron ist im Kern eine sehr gewöhnliche Holzarbeit, ist aber in seiner ganzen Ausdehnung mit Gold bekleidet. Er wird von Löwen, die wie recht unförmliche Pinscher aussehen, getragen, und auf den Ecken der Schutz und Kopfwand sitzen Vögel, welche Pfauen sein sollen, alle natürlich von Gold. Die Emailar beiten, wodurch der Thron mit Koransprüchen verziert wird, sind der Bewunderung würdig. Die Diamanten, Rubinen, Türkisen, Smaragden und Saphire, womit dieser Thron außerdem noch garnirt ist, lassen sich nicht einmal auf eine Zahl von Hunderten annäherungsweise angeben. Inner- halb des Raumes ist der Sitzraum mit einer Cashmirdecke bekleidet, welche rund herum etwa 2 Hand breit mit Perlen so dicht besäet ist, daß man den Grundstoff dazwischen gar nicht sieht. Dieses erste Schaustück repräsentirt jedenfalls einen vielfachen Millionenwerth. Im vorderen Schiffe steht unter einer großen Glasglocke auf einem sehr eleganten Gestelle mit geschweisten Füßen aus purem Gold, mit Perlen und Diamanten reich geschmückt das neueste Spielwerk des Schah—
zimmer des Schah. Hier sahen wir noch den daranstoßenden Claviersaal, ein großes dunkles Zimmer, in dem etwa ein Dutzend Claviere aller Formen, dann gewiß nicht weniger als 20 Orgel kästen stehen. Wir bekamen die Orgelmusik und ein Clavier zu hören, welches ohne Spieler seine Stücke allein abspielt.
Der letzte Saal, den wir betraten, ist für den Orientbewunderer der interessanteste, weil im Styl und Beiwerk reinste. Es ist dies der Marmorsaal mit dem Marmorthron, eine hohe tempelartige Halle mit mächtigen Marmorsäulen, die Wände mit riesigen weißen Marmorplatten bekleidet, worauf Koransprüche in Golblettern eingravirt sind. In Mitte desselben steht der Marmorthron, auch wieder ein bettartiges Gestelle aus weißem Marmor, mit schönen Skulpturen und reich vergoldet. Zu den Füßen des Thrones sprudelt eine krystallhelle Fontaine ihre Fluthen in ein Marmorbecken. Schade, daß der Saal nicht in seiner ganzen Ausdehnung mit Marmorplatten gepflastert ist und daß theilweise der graue Lehmboden und Ziegel; querlager Augen und Füße beleidigen. In diesem Saal werden die öffentlichen Salems abgehalten, d. h. der König nimmt darin zu Neujahr und bei anderen festlichen Gelegenheiten die Gratulationen seines Volkes entgegen, und theilt von da aus kleine Gold- und Silbermünzen unter das Volk
und Thürverkleidung große Stücke ausgebrochen warenz an deren Reparatur jedoch Niemand denkt. Von diesem Saale weg passirten wir eine Orangerse, worin ich Früchte in der Größe eines Kindskopfes sah. Durch Gärten- und Laubengänge kamen wir sofort in jenen Spiegelsaal und in das Arbeits-
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d e nderer, daß der Augenbli es Beze. N 12 g 724 n beie F Globus. Gewiß der einzige seiner Art insaus. Die größte Augenweide war endlich für— genehmsten Art bietet. Ein„Diner“ oder eine Flasche der Welt. Man sagt, er sei massiv aus Gold, den Schluß vorbehalten. In einem ganz abseits theuren Weines zu viel auf der Rechnung zu finden, ist was ich jedoch nicht glauben mag, da das Ge- liegenden Tratte gelangten wir über eine enge hölzerne f e eee eee bis stelle für eine solche massive Kugel von gewiß Stiege, die jedenfalls danach eingerichtet ist, den 135 1 Mark und ebensoviel für„service“, was aber nicht 2 Schuh Durchmesser zu schwach wäre. Wie Dicken das Zu- und Abgehen zu erschweren— 1 hindert, daß sämmiliche Kellner, Hausknecht und Portier ꝛc. dem immer sei, der Beschauer sieht von diesem in die Garderobe des Schah. In einer kleinen Ver durch beredte Gesten andeuten, daß sie eigentlich noch iht Kerne der Weltkugel obnedies Nichts, weil die- niedern Kammer liegen auf einer großen Tafel 90 bie ee selbe mit Edelsteinen so besäct ist, daß man nur ausgebreitet 6 Galaröcke, jeder mit anderen Sorten ing ee 1 0 ma le e. 9 75 Kali(ec e 15 1 . 5 5 ste 405 gere. die Kulahs(persische Mützen) mit den Agrassen, 0 ee e e 1 8 ist bizarr, Länder und Meere durch Dia. Federbüschen, die Galasäbel und Kuppeln, die 60 Abend verfolgte ein 16— 17jähriger Schusterjunge seinen manten und andere Steine von allen möglichen Brustketten, dann die Krone, ein Scepter, einige 0 Bruder im Zorne mit einer geladenen Pistole. Letzterer Farben und Schliffen darzustellen. Der Aequator prientalische Handwaffen und endlich alle in und 5 soll auf der Gasse hinter einem kleinen Knaben Schutz und die Wendckreise sind um den Globus frei ausländischen Orden des Königs. Die Edelsteine, 1 % ö é Ü einzige seiner armen Eltern, die es ein wenig auf die diesem sündigen Weltwerke steht die jüngste Speude ist ganz unmöglich. Unter den Dekorattonen liegt M Gasse gelassen hatten, um es zum Abendessen wieder des i 1 55 10 den 0 der Könige, in einem Sammet-Etui der größte Diamant des 1. F 1 ein runder Tisch aus schwarzem Marmor, worauf Schatzes, der Darir-e-nur(Licht des Meeres). wi e,/ ea e 5 e ee 1 Da Von hier ging es nun weiter in einen anderen 6 Centimeter ug, und 3—4 Cm. breit. Des 1 Barke ige 1(II 3 2 4 2 12 0 Halsbinde, welche en der 115 air Tract, abermals über eee hohe e ware g e ee 1 1 1— wurden, schwimmend auf dem See fand, konnte man durch ein mit hellrothem Stoffe drapirtes Stiegen- einen nicht. sehr werthvollen Kiystallkorper wenigstens nicht anders annehmen; neuerdings hat man] haus von sehr kleinen Dimensionen in den Saal man kann sich nur schwer dareinfinden, ihm den jedoch vernommen, daß die angeblich Verunglückten sammt der curopäischen Merkwürdigkeiten. Dieser durch Werth zuzuerkennen, der ihm eigen ist. Hart 3 und sonders sich augenblicklich wohl und munter bei ihren 3 viereckige Mittelpfeiler in 8 Quadrate abge⸗ daneben sah ich an einem Säbelbrustgehänge einen 20 Eltern in Piemont befinden. Jyr vorgebliches Ertrinken 7 5 55 1„, Diamanten von ungleich schönerem Feuer und 10 im Genfer See war ihnen nur ein bequemes Mittel, die thtiite Saal ist das einzige mit einem Zimmer- 5 N der zahlreichen Schulden, welche sie in Nyon gemacht, quitt boden aus Parket versehene Lokal. Die Wände bezauberndem Rosaschimmer. Geblendet von diesem n. zu machen. sind mit Brocatstoff tapezirt und die Vorhänge Millionenglanze verließen wir das unscheinbare ö 5 sind in eine unseren Augen wohlthuende Ulber- Gemach und sofort die Residenz. 1 Die Residenz des Schah von Persien. einstimmung gebracht. Die kleinen goldenen Arm 170 Bekanntlich war der k. k. österreichische Postrath stühle passen ganz gut dazu, In diesem Saal ist Handel und Verkehr. 5 Rieverer damit betraut, das persische Postwesen eine permanente Ausstellung europäischer Kunst- Friedberg, 6. Sept. Walzen M. 23.50. Koen ö zu regeln und es war ihm daher Gelegenbeit ge- sachen. Da prangen in werthvollen Rahmen auf aa bee M. 100 1 1 boten, die Sehenswürdigkeiten der Residenz des einer langen Wand die Porträte nahezu aller e(eam) 8 Schah von Persien zu bewundern. Er beschreibt[ Monarchen, an den Pfeilern und anderen Wänden Markt war gut befahren. Angetrieben waren: 350 Ochsen, dieselben folgendermaßen: Die Reßdenz ist ein hängt alles voll von Bildern jeden Genre's, gute 470 Kühe und Rinder, 310 Kälber und 230 Hämmel. Conglomerat von großen Hallen und Gemächern, und mindere durcheinander, Uhren jeder Jagon, l c 58. 905 2 0 e 1 6 1 die unter sich theils gar nicht, theils durch sehr Statuen c. In den Zwischenräumen und Fenster⸗ M. 58—60 425 Qual. 1 Alber 1. Qua 1 unansehnliche und unregelmäßige kleine Traete ohne nischen stehen Tische und Tafeln aus Marmor, M. 58—61, 2. Qual. M. 45—50. Hämmel 1. Qual. irgend eine äußere Ausstattung verbunden sind. Graphit, Jaspis c. reich bedeckt mit allen nur M. 54—56. 2. Qual. M. 45— 50. Das Ganze gewinnt durch die Gartenanlagen, denkbaren Kunst- und Nippgegenständen aus dem Frankfurt 4. Sept. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1. f welche alle Zwischenräume ausfüllen und durch die geschmack- und werthvollsten Material. Von diesem 175 1950 1 36. 10 3 M. 32., Ar. 4 M. 28.. 1 reichen Wasseradern, welche diese durchziehen. Die Saale ging es im selben Tract, aber doch wieder 9. Il.(Berliner 1 ien benen 9 0 erste große Halle, die wir betraten, nach Norden Stiegen auf, Stiegen ab in einen zweiten Saal, fremder je nach Qualität M. 1822. Korn M. 18.— 10 12 und Osten offen und nur durch Vorhänge vor mehr nationalen Charakters, aber auch vollgepfropft Br., Gerste M. 17—19., Hafer, neuer, M. 17.—. 18 dem Einflusse von Luft und Licht sehr mangelhaft von europäischem Beiwerk. Ich kann von diesem, e Br., Erben 15 2124. Wicken fe geschützt, war der Krönungs- auch Pfauensaal namentlich mit sehr schönen Teppichen belegten Preise Fu e 200 Pb. Jau ö genannt. Die Vorhänge waren aufgezogen und Saale nur noch beschreiben, daß darin ein Thron-⸗= 100 Kilo. 2 0 das erste, was uns in die Augen siel, waren sessel von immensem Werth, mit Edelsteinen von. Mainz, 4. Sept. Producten⸗Markt. Wangen per Nov. m 4 Säulen von etwa 2 Manuesumgriffen, 3—4 Taubenei-Größe besetzt, stand, daß Spieluhren 20.40. Roggen per Nov. 15.10. Hafer ver Nov. 16.—., 0 101 Klafter hoch, massiv vergoldet. Der Saal mag mit beweglichen Figuren ihre langweiligen Stücke ee e die Hess ö 1 ö der Länge nach 24—30 Schritte, der Breite nach ableierten, und daß von der werthvollen Wand⸗ Ludwigsbahn 20,784,400 Kgr. Eilgut, wovon auf 8


