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Die Dincton lerien

Blumentische

Nedaillon,

Donnerstag den 7. September.

. 106.

berhessischer Anzeiger.

Die Petitzeil wird mit 11 Pfennig berechnet.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Am 23. August wurde der Bezirksgerichtsrath Lehne in Mainz auf sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt, und an demselben Tage dem Bezirksgerichtsrath Dr. Bocken heimer in Mainz die Funktionen des ersten Untersuchungsrichters bei dem Bezirksgericht Mainz auf die Dauer von 3 Jahren übertragen. Am 28. Aug. wurde der Privatdocent zu Leipzig, Dr. Harnack, zum Professor der Mathematik an der polytechnischen Schule ernannt.

Der am 7. Aug. zusammentretende Finanz ausschuß zweiter Kammer wird, soweit er sich nur mit den abweichenden Beschlüssen des andern Hauses bezüglich des Budgets befaßt, voraussicht lich in einer, höchstens zwei Sitzungen seiner Auf; gabe erledigt haben.

Berlin. DerReichs- Anz. publicirt die Ernennung des Präsidenten des Reichsbank-Diree toriums v. Dechend und des General-Postmeisters Stephan zu wirklichen Geheimen Räthen mit dem PrädicateExcellenz.

München, 3. Sepf. Der Kronprinz des Deutschen Reichs hat sich von Berlin aus nicht direct nach Regensburg begeben, vielmehr ist der selbe heute Morgen hier eingetroffen, um noch einmal dieKunst- und Kunstgewerbe-Ausstellung mit einem Besuche zu beehren. Er verweilte denn auch den ganzen Vormittag in der Ausstellung und besichtigte dieselbe nach allen Seiten mit dem sichtbar größten Interesse. Diesen Nachmittag ist der Kronprinz dann mit dem Courierzug zu den Manövern der baperischen Cavalerie-Division nach Regensburg abgereist, und wird bis Dienstag Abend dortselbst verweilen.

Stuttgart. Kürzlich ist die Nachricht durch die Blätter gegangen, Württemberg habe abgängiges Armee⸗ Material an die serbische Regierung ver kauft, serbische Offiziere hätten dasselbe in Ulm in Empfang genommen. Es stellt sich heraus, daß Griechenland, nicht Serbien, jenes Material, insbesondere Chassepot⸗Gewehre, aus dem franzö ffischen Beute Antheil, gekauft, und griechische Offiziere dasselbe abgenommen haben. Bekannt- lich führt Griechenland gegenwärtig eine Reor ganisation durch, welche sein Heer auf bedeutende Stärke bringen soll. Daher der Bedarf an Waffen, die man aus unseren Arsenalen billig und gut erwerben konnte.

Ausland.

Oesterreich⸗Ugarn. Wien. Auf Re⸗ ulamation der österreschischen Regierung hat die numänische Regierung, wie von gut unterrichteter Seite verlautet, die Verordnung betreffs Einhebung der Personalsteuer von fremden Staats-Angehörigen in Rumänien zurückgezogen. Paris.

Der Unterrichts-

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Der Graf von Paris wird in seiner Eigen

Die Regierung hat beschlossen, von den

schaft als Oberst Lieutenant der Landwehr diesmal baskischen Provinzen die sofortige Bezahlung der

an den Manövern des dritten Armeecorps Theil nehmen und dem Generalstabe des Ober-Befehls habers dieses Corps, General Lebrun, attachirt sein.

Ein in der amtlichen Zeitung veröffent lichtes Decret verfügt, daß der ganze für die Welt-Ausstellung von 1878 bestimmte Raum zum wirklichen Entrepotplatze bestimmt sei und daß alle ausländischen Erzeugnisse unter den Bedingungen des internationalen Transits ohne jede Durch suchung, oder nach Wahl der Interessenten unter den Bedingungen des nationalen Transits mit nur summarischer Durchsuchung direct nach dem Aus stellungs Palaste befördert werden sollen. Die zur Ausstellung zugelassenen Waaren, welche der Consumtion überlassen werden, unterliegen nur denjenigen Zoll-Sätzen, welche für ähnliche Er zeugnisse von nicht begünstigten Nationen zulässig sind.

Das Kriegsgericht von Oran hat dieser Tage sechs Soldaten der Fremden Legion wegen Meuterei und grober Thätlichkeiten gegen einen Offizier im Dienste zum Tode verurtheilt. Von den Verurtheilten sind drei, Namens Röthel, Sendner und Richter, Elsaß-Lothringer, zwei, Namens Kreutz und Deutschler, Preußen, und der sechste, Namens Faglin, ein Belgier.

Die Erzbischöfe und Bischöfe, unter deren Schutz die katholische Universttät von Angers steht,

haben dort am 28. und 29. August ihre Jahres- Ind beige meldet: Alexinatz ist von den Serben

Es wurde beschlossen, die

Versammlung gehalten. Universität um einen neuen Lehrstuhl, nämlich für Völker-Recht und Rechts-Geschichte, zu vermehren und die philologische Facultät im November gleich- zeitig mit der Rechts⸗Facultät zu eröffnen. Das für die Universität im Wege freiwilliger Zeich nungen bis jetzt aufgebrachte Capital beläuft sich auf 1,200,000 Fr., wobei das Erträgniß des Klingel⸗Beutels in den verschiedenen Diöcesen, welches in diesem Jahre die Summe von 100,000 Fr. überstieg, nicht mitgerechnet ist.

Holland. Haag. Wie von gut unter- richteter Seite verlautet, verharren die Minister der Colonien und des Krieges bei ihren Ent lassungs⸗Gesuchen und würden voraussichtlich durch das Mitglied des Staatsraths Sward bezw. durch den Generalmajor Begpen ersetzt werden.

Großbritannien. London. DieTimes spricht sich dringend für das Zusammenwirken Englands mit Rußland zur Herstellung der Ruhe im Orient aus; sie sei des Glaubens, daß es von der englischen Regierung abhänge, den Friedens- Schluß zu ermöglichen. England würde schon allein den Frieden herbeiführen können, um so viel gewisser aber im Einverständnisse mit Rußland.

4. Sept. Die Zahl der Meetings gegen die Grausamkeiten der Türken nimmt zu. Ein Brief Gladstone's ist veröffentlicht worden, worin derselbe ankündigt, er werde am Sonnabend auf dem Meeting in Greenwich eine Rede halten. Er spricht den Wunsch aus, die Bewegung möge eine nationale werden. Auf dem Meeting in Rochdale wurde ein Brief Bright's verlesen, worin die Nothwendigkeit betont ist, von der politischen Solidarität mit der Türkei sich loszusagen. Jede Stadt müsse gegen die Mißwirthschaft der Türken protestiren.

Spanien. Madrid. Die Junten von Guipozeoa haben ihre Arbeiten begonnen. Die Depulirten gehören meistens zu der früheren Transigenten-Partei.

rückständigen Contributionen zu fordern.

Italien. Rom. Mehrere Journale ver sichern, daß der Ministerrath definitiv beschlossen habe, die allgemeinen Wahlen künftigen October vornehmen zu lassen.

4. Sept. Eine gestern zu Gunsten der Slaven abgehaltene Versammlung nahm eine Resolution an, welche sich energisch gegen die von den Türken begangenen Grausamkeiten ausspricht, beschloß ferner die Regierung zur Unterstützung der Wünsche der Versammlung aufzufordern, und setzte ein Comite zur Veranstaltung von Samm lungen für die Slaven ein. Eine Versammlung in Mailand faßte ähnliche Beschlüsse.

Türkei. Constantinopel, 3. September. DemTel. Corr. Bür. wird gemeldet: Der französische Consul in Scutari ist über Castell- Lasnia ins Lager des Fürsten von Montenegro abgereist. Mukhtar Pascha ist an der Grenze bei Grahovo angelangt, wo bereits gekämpft wird. Die Kanonen und Gewehrsalven werden bis Dragaly gehört. Der Marsch Mukhtar Pascha's erfolgte knapp längs der österreichischen Grenze. Aus Podgoritza wird eine gestern begonnene türkische Offensivbewegung auf Montenegro bei Spuz gemeldet.

3. September. Eine Privat⸗Depesche der geräumt. Ihre Stellung ist vom linken Morawa Ufer umgangen. Ejub Pascha und Ali Saib haben ihre Vereinigung vollzogen. Auch in Wien eingegangene authentische Privat-Depeschen geben von bedeutenden Erfolgen der Türken vor Alexinatz Kunde; letzteres scheint unhaltbar zu werden.

4. Sept. Die Botschafter der fremden Mächte unterbreiten heute der Pforte die Vor schläge zur Vermittelung des Friedens. Der Sultan empfängt heute die Würdenträger und hervorragenden Banquiers. Redif Pascha ist zum Kriegs-Minister ernannt, während Abdul Kerim Pascha Generalissimus bleibt. Die türkische Armee hat bei Alexinatz weitere Vortheile errungen.

4. Sept. Mukhtar Pascha hat die Grenze von Montenegro überschritten und die Höhen von Grahowo besetzt. Es heißt hier, Djeladdin

Pascha wäre auf Mukhtar's Befehl in Trebinje wegen Unbotmäßigkeit verhaftet worden.

Serbien. Belgrad, 3. September. Die Türken, auf das linke Morawa⸗Ufer zurückge schlagen, griffen am Freitag Morgen den rechten serbischen Flügel mit ihrer gesammten Macht im offenen Felde an. Die Schlacht dauerte bis 9 Uhr Abends. Die Serben behaupteten während der Schlacht ihre Stellungen. Da aber die Türken eine dreifache Uebermacht hatten, so zogen sich die Serben in die befestigten Stellungen von Alexinatz und Deligrad zurück. Die Nachricht von der Einnahme von Alexinatz durch die Türken ist falsch, da sich die Türken nirgends auf dem rechten Morawa User befinden. Sie verweilen systematisch und verbrennen alle Ortschaften auf dem linken Fluß⸗Ufer.

4. Sept. DerInt. Tel Ag. wird von gestern Abend gemeldet: Es heißt, der Seraskier habe mit 60,000 Mann Alexinatz in der Richtung von Knjasewatz umgangen. Die Serben sollen nach heftigem Kampfe zurückweichen. General Tschernajeff hat 10,000 Mann abgesendet, um das weitere Vordringen der Türken aufzuhalten

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