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Wäbrend meiner Anwesenheit in der Provinz sspondenz, und beschränkte die Postfreiheit auf die Hannover habe ich allenthalben, insbesondere in Postdienstsendungen. 5 der Hauptstadt, ebenso glänzend: wie zahlreiche Frankreich. Paris. Der aus den Ver⸗ Beweise sichtbar herzlichen Willkommens erhalten. handlungen über die Capitulation von Metz bekannte Wetteifernd hat die Bevölkerung sich angelegen Regnier ist vom Kriegsgericht wegen Spionage und sein lassen, mir das Verweilen in ihrer Mitte Einverständnisses mit dem Feinde zum Tode ver⸗ angenehm zu machen. Es ist ihr in einer Weise urtheilt worden.

gelungen, daß ich, wie ich mit Vergnügen ver. Laut derPatrie hat der französische sichere, an die Tage des Aufenthalts daselbst mit Ministerrath beschlossen, auf der Vendöme- Säule

den freudigsten Erinnerungen zurückdenken werde. Indem ich mit ungemischt erkenntlichen Gefühlen nunmebr von Hannover Abschied nehme, drängt es mich, der Provinz und der Hauptstadt meinen Dank für die mir gewährte Aufnahme auszu drücken. Ich beauftrage Sie in diesem Sinne den gegenwärtigen Erlaß alsbald zur Publikation zu bringen. 5 Fulda. Sicherem Vernebmen zufolge ist der externirte Pfarrer Helfrich von Dipperz der von der Regierung angeordneten zwangsweisen

Transportirung über die Grenze der Kreise zuvor

gekommen und soll sich zunächst wieder nach Bocken · beim begeben baben. Wegen feiner fortgesetzten gesetzwidrigen Amtsthätigkeit in Dipperz scheint er straflos bleiben zu sollen.

Wiesbaden, 19. Sept. Der Kaiser. hat den französischen Pfarrer Augustin Louis, welcher wegen Majestätsbeleidigung zu mehrmonatlicher Gefängnißstrafe verurtheilt war, begnadigt. Pfarrer Louis ist in Folge dessen heute freigelassen worden und reist morgen nach seiner Heimath ab.

München. DerAschaffenb. Zeitung wird gemeldet, der bay rische Landtag werde erst zum 15. Januar einberufen werden, bis wohin die Vorarbeiten der Regierung beendigt sind.

Stuttgart. DerStaatsanzeiger spricht sich in einem längeren Artikel gegen die Ein- führung der Markrechnung in Würtemberg am 1. Januar 1875 aus.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien. Das Kriegsministerium ernennt bei der Ankunft der Nordpolfahrer in Wien Weyprecht zum Linien- schiffs⸗Capitän und Peyer zum Hauptmann. Der Landesausschuß Niederösterreichs bewilligte 8000 Gulden als Empfangs ⸗Ehrengabe.

In biesigen diplomatischen Kreisen wird die Mittheilung desCuratel real über ein sympathisches Antwortschreiben des Kaisers von Rußland an Don Carlos bezweifelt und der an gebliche Inhalt als mindestens tendenziös carlistisch gefärbt angesehen, da nicht anzunehmen sti, daß der Kaiser aus seiner abwartenden Haltung gegen die spanischen Parteien heraustreten werde.

In einer gemeinsamen Sitzung des Minister⸗ raths über die Getreide-Zoll- Frage siegte das ungarische Verlangen der Wieder-Einführung des Zolls, weil der Getreidezoll unentbehrlich als Concession bei einem künftigen rumänischen Zoll Conventions-Abschluß sei.

Pest, 19. Sept. Der Kaiser wird morgen Mittag den neuernannten spanischen Gesandten Del Mazo zur Ueberreichung seiner Creditive in der Ofener Burg in feierlicher Audienz empfangen.

19. Sept. Graf Zichy, der heute in Pest eintraf, hat in Bukarest in den den Bahnanschluß betreffenden technischen Fragen vollständige Einigung erzielt und mit dem rumänischen Minister auch über volkswirthschaftliche Fragen conferirt.

Schweiz. Bern, 17. Sept. Der Welt postvertrag wurde heute zu Ende berathen und mit wenigen Modificationen angenommen. Einige Ar- tikel wurden an eine Commission gewiesen. Die nächste Sitzung findet Montag stalt und wird sich auf die Berathung der Vereinstaxen und der Com- pensation der Transitfreiheit erstrecken. Vingent, der belgische Delegirte, hat die Errichtung eines inter nationalen Postbureaus vorgeschlagen. Dieser An- trag wurde vorläufig angenommen.

Der Solothurner Cantonsrath genehmigte den Antrag der Regierung, das Kloster Maria stein und die Stifte Leodegar, Ursur und Victor aufzuheben, mit 70 gegen 31 Stimmen.

18. Sept. Der internationale Post⸗Con- greß beschäftigte sich im Allgemeinen mit Bestim- mungen, betreffend die recommandirte Corre

Napoleon J. mit seinem kleinen Hut und seinem grauen Ueberrock aufzustellen. Die Minister hatten dort zuerst nur eine dreifarbige Fahne auspflanzen wollen, Mac Mahon habe sich aber dagegen aus- gesprochen und sei mit seinem Willen durchgedrungen. Grasse, 17. Sept. Schlußverhandlung im Proceß Villette und Genossen. Der Vertheidiger Lachaud hebt hervor, daß Villette ein Vorbild ritterlicher Ergebenheit sei; die Flucht Bazaine's habe sich genau in derselben Weise vollzogen, wie die Marschallin in dem bekannten Briefe an den Minister des Innern angegeben habe, der Anklage art beruhe auf unerwiesenen Hypothesen. Der Vertheidiger erbittet die Freisprechung Villette's und empfiehlt Barreau der Weisheit des Gerichts- hofes. Der Gerichtshof spricht Barreau, Marchi, Leterme und Letramois frei und verurtheilt Villette, Plantin und Rull, Letzteren in contumaciam, zu sechs⸗, Doineau zu zwei, Gigoux zu einmonat licher Einschließung. . Belgien. Brüssel. DerNord schreibt über den angeblichen Brief des Kalsers von Ruß land an Don Carlos: wenn das Schreiben über

haupt existire, enthalte es sicheclich keine Aeußer⸗

ungen, aus denen entnommen werden könnte, daß der Kaiser der carlistischen Sache zugethan sei. Großbritannien. London. Die Berg- werks Eigenthümer und Bergwerks-Arbeiter von Durham find zur Herbeiführung eines Schieds- spruches in der Lohnfrage zusammengekommen. Die Hochöfen-Besitzer in Staffordshire und Wor- cestershire haben die Löhne vom 19. d. M. ab um 10 pCt. herabgesetzt.

18. Sept. DemDaily Telegraph zu- folge haben gestern Abend englische Loolsen und Küstenwächter bei Southend ein Schiff Namens Notredame, welches mit 4500 Gewehren 500 Kisten Munition befrachtet war, angehalten. Die Mannschaft überließ das Schiff den Küstenwächten.

Gerüchte sind zu Liverpool im Umlauf, daß der König von Aschanti abgesetzt werden soll, und daß seine eigene Mutter, die bisher für ihn gewesen war, sich gegen ihn erklärt hat. Sie sei indessen bemüht, daß der zukünftige König aus derselben Familie gewählt werde.

Spanien. Madrid, 17. Sept. Ein er⸗ neuter Angriff der Carlisten auf Cuenca wurde zurückgewiesen.

Santander. Die Bevölkerung von Bilbao gab den Offizieren der deutschen Kriegsschiffe ein Banket, welchem auch die Offiziere des britischen KanonenbootesFly beiwohnten. Die deutschen Kanonenboote sind nach Portugalete gegangen.

Italien. Rom, 19. Sept. Der General- Secretär Gerra ist gestern nach Sicilien zur Ueberwachung der gleichförmigen und energischen Ausführung der kürzlich angeordneten Maßregeln für die öffentliche Sicherheit abgereist.

Amerika. Washington, 17. Sept. Präsident Grant und das Cabinet haben mit Einstimmigkeit den Beschluß gefaßt, den Gouver⸗ neur Kellog zu schützen, da sie dessen Absetzung als eine Gefahr für den Frieden des Südens betrachten. Der Commandant der Bundestruppen in Louisianga ist angewiesen, die aufständische Regierung keinenfalls anzuerkennen.

Ein Telegramm aus New⸗Orleans besagt, daß der Bundestruppen-General Emory eine Besprechung mit Machenoy und Pence gehabt und bestimmt die Wiederherstellung der Verwaltung, sowie die Zurückgabe der Waffen des Zeughauses gefordert hat; für diesen Fall sicherte er Amnestie zu. Machenoy nahm diese Bedingungen an, indem er erklärte, daß es keineswegs militärischen Ein⸗ schreitens bedürfe, weil man nicht wünsche, der Executiv⸗Gewalt der Staatsregierung Widerstand entgegenzusetzen.

18. Sept. Machenoy, wiewobl protestirend, die Waffen und öffentlichen Gebäude, deren die Aufständischen sich bemächtigt hatten, an den Befehlshaber der Unions⸗ Truppen aus; die Aufständischen zerstreuten sich. Oberst Brook ist zum Gouverneur von New Orleans eraannt, die Absendung von Truppen ist sistirt.

18. Sept. Die Verhandlungen zwischen Mac Henry und Kellog haben einen Vergleich herbeigeführt, wonach die Liga der Weißen Kellog als Gouverneur anerkennt. Die Stadt ist ruhig. Die Bundestruppen ziehen in fünf Tagen ab.

Gouverneur Kellog hat das Beamten⸗ Personal angewiesen, seine Functionen wieder auf zunehmen.

Newyork. ZuFall⸗River ist eine Granit⸗ Mühle abgebrannt, wobei 29 Personen getödtet und etwa 30 verletzt wurden. Der Verlust wird auf 500,000 D. geschätzt.

Nach Berichten aus Guatemala ist der Commandant Gonzales, welcher vor einigen Mo naten in San José den britischen Vice-Consuf Magee in brutalster Weise mißhandelte, durch en Kriegsgericht zu fünf Jahren Zwangsarbeit, sein Mitschuldiger Bulnes zu zwei Jahren Gefängniß veructheilt worden. Bekanntlich hieß es Anfangs, der Präsident der Republik habe über den Uebel⸗ thäter das Todesurtheil ausgesprochen; wiewohl es nicht recht klar; war, wie dies innerhalb der gesetzlichen Formen zulässig erscheinen konnte. In England wird man mit der jetzt verhängten Strafe nicht zufrieden sein; man erwartet, daß der oberste Gerichtshof, an welchen das Urtheil zur Bestätigung eingesandt werden muß, die Straf zeit erhöhen wird.

»Japau. Shanghai. Die Schwierigkeiten zwischen China und Japan betreffs Formosa's sind noch nicht beigelegt.

In New⸗ Orleans lieferte

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Aus Stadt und Land.

X Friedberg. Art. 21 der Landgemeinde-Ordnung bestimmt u. A. Folgendes: Nur diejenigen sind als stimm⸗ berechtigt zu beirachten, welche in die festgestellten Listen aufgenommen sind und ihre directen Staals⸗ und Communalsteuern bezahlt haben. Wie wir hören ist eine auffallend große Zahl von hier stimmberechtigten Wählern mit nder Zahlung directer Steuern(ob Staats⸗ oder Communalsteuern bleibt sich in Bezug auf die Wirkung gleich) im Rückstande. Beeilen sie sich nicht, die betreffen⸗ den Steuern zu zahlen, so sind sie am Tage der Ge⸗ meinderathswahl, welche in der Kürze erfolgt, ihres Stimmrechts beraubt, es sei denn daß sie sich am Wahltage im Wahllokale dutch Vorzeigung der Steuerquittung als zur Wahl legitimirt ausweisen können. Letzterer Ausweg wird für Viele nicht einladend sein und sie veranlassen, lieber zu Hause zu bleiben, resp. gar nicht zu wählen. Wir würden dies um so mehr bedauern, als die Bedeulung der Wahl wesentlich abgeschwächt wer⸗ den würde, wenn die Betheiligung der Wähler keine allgemeine wäre. Jeder Stimmberechtigte soll wählen, gesetzlich erforderlich hierzu ist es, daß er die Staats- und Communalsteuern gezahlt bat. Alle hiesigen Wähler, die sich bewußt sind, mit der Zahlung directer Staalis- und Communalsleuern noch im Rückstande zu 5(ihre Zahl ist, wie bemerkt eine unverhälinißmäßig große), mögen dieselben in der nächsten Woche zahlen und sich damit die Ausübung ihres Stemmrechis sichern, Jedem Wähler sollie sein Stimmrecht doch so viel werth sein, daß er sich vor dem Vorwurf bewahrt, es aus Nachlässigkeit, Gleichgültigkeit oder Trägheit preisgegeben zu haben, indem er Das thut, was das Gesetz vorschreibt, d. h. in diesem Falle ohne weiteres Zögern die Steuern zahlt, die er unbedingt zahlen muß.

Friedberg.(Etwas von der Realschule.) Seiidem die hiesige Reasschule im Jahr 1869 zu einer sechsklassigen erweitert wurde und von da an das Recht erhielt, Zeugnisse sür den einjährigen freiwilligen Militärdienst auszustellen, ist von diesem Rechte in folgender Weise Gebrauch gemacht worden: Im Jahre 1870 singen 2 Abiturienten ab, die das Zeugniß nicht erhielten; 1871 erhielt es ein Abiturient von fünfenz 1872 erhielten es 5 von sechsen; 1873 erhielten es 6 von acht und 1874 13 von fünfzehn Abiturienten. Diejenigen, welche es nicht erhielten, gingen auf das Gymnasium, wo sie eine weitere Berechtigung erlangen. Die anfängliche Vrsorgniß, es möchten nicht viele dieses Recht in Anspruch nehmen, hat sich also glücklicher Weise nicht bestätigt. Oppershofen. Bei der am 18. d. M. dabier statt⸗ gehabten Bürgermeisterwahl wurde der seilherige Bürger meister Schmidt sast einstimmig wieder zum Bürger meister gewählt. 0 Altenstadt. In unserer Nähe kam bei den Manövern folgende heitiere Episode vor. Der Kronprinz hielt allein etwas enisernt von seinem Stabe, als ein Bänerlein ge⸗ mütylich zu ihm herankam, seine Kappe zog und den Kronprinzen folgendermaßen anredete: Sogt emol, welches

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