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1874.

Donnerstag den 16. Juli.

M 83.

Oberhessischer Anzeige

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Die Petitzeile wird mit 4 Kreuzern berechnet.

Ktreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Seitens des Staates.

8 Tagen zusenden. Trapp.

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Verzeichniß der in Ihren Gemeinden in den Jahren 1868 bis 1873 einschließlich in obigem Betreffe entstandenen Ausgaben nach neben stehen dem Schema aus den Gemeinde-Rechnungen anfertigen lassen und binnen

Amtlicher Theil.

Betreffend: Gesuch des Vorstandes zur Gründung einer Anstalt für Blödsinnige um Uebernahme derselben

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der dem Kreise Friedberg aus dem Kreise Vilbel einverleibten Gemeinden. Sie wollen binnen 8 Tagen durch die Gemeinde-Einnehmer ein

Gemeinde

Friedberg den 14. Juli 1874.

Taubstumme

fl.

Verpflegsausgaben für arme Blödsinnige Geisteskranke

kr. kr. kr.

Zusammen

Durchschnittlich im Jahr

Deutsches Reich. Darmstadt. S. K. H. der Großherzog hat am 6. Juli den Professor an der polptechnischen Schule, Baurath Eduard Sonne, zum Director der polptechnischen Schule für die Zeit vom 1. Sep⸗ tember 1874 bie zum 31. August 1875 ernannt. Jugenheim, 12. Juli. Nachdem gestern die Prinzen Alexander und Heinrich von Batten gerg für die Dauer der Sommerferien des königl. ächsischen Cadettencorps auf Schloß Heiligenberg

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K. Eichert eingetroffen waren, kam heute auch Prinz Ludwig 1 sahse don Battenberg, Großbritannischer Lieutenant zur J locchse, See, zum Besuche seiner Eltern hier an.

Berlin. Eine ernste Wahrnehmung geht aus dem Finanzdepartement der Reichskanzlei zu nicht minder ernster Kenntnißnahme in das Land: die Höhe des Einnabme-Ausfalles von Zöllen und ge meinschaftlichen Steuern in den ersten fünf Mo-

naten des laufenden Jahres gegen das vergangene. Tiner Gesammt⸗Minder⸗Einnahme von 6,260,442 Thlr. steht eine Gesammt-Mehr⸗ Einnahme von 1 zur 3,183,926 Thlr. gegenüber, so daß sich bis etzt ein effectiver Ausfall von 3,076,516 Thlr. Ver bezeichneten Einnahmen für das Reich herausstellt. DerR.⸗A. veröffentlicht die Ernennung »es Grafen Perponcher zum außerordentlichen Ge andten und bevollmächmigten Minister bei dem Könige der Belgier.

Königsberg i. Pr., 13. Juli. In dem

2 Seebade Cranz fanden Zusammenrotlungen statt. uf! Durch ein bereits gestern dorthin abgegangenes erka NMiilitärcommando wurden befürchtete größere Ex-

esse verhindert. Vier der Haupträdelsführer Sen wurden verhaftet. 2. Hildesheim. Gegen den Bischof von Hildes. un heim ist die erstmalige executivische Maßregel so bel üerlaufen, daß der beauftragte Gerichtevoigt den in phrotest des Bischofs in dessen Wohnurg vernahm und dann aus dem Burcau, in welchem der e Schlüssel steckte, die Straf- und Kosten Summe bon 241 Thlrn. entnahm und über den Empfang f Kane ünfach die Quittung zurückließ. 10 2 7 München, 13. Juli. Kaiser Wilhelm wurde 1950 auf seiner Durchreise nach Kempten, wo er einen 1. n Lufenthalt von 7 Minuten hatte, jubelnd empfangen en, imd von dem Gouverneur der Festung Ulm, den * e Gemeinde- Collegien und Veteranen Corps, sowie 1* zon mehreren Offizieren begrüßt. 1 11 2 0 N

13. Juli. In der Reichsrathskammer wurde der Antrag der Abgeordnetenkammer wegen Bestehenlassens der Forstlehr-Anstalt in Aschaffen- burg mit 27 gegen 10 Stimmen angenommen.

13. Juli. Abgeordnetenkammer. minister Lutz beantwortet die Kraufsold'sche Inter- pellation dahin: Die Staatsregierung hegt nicht die Absicht, die Genehmigung der von der General- Synode gestellten Bitte wegen der Unabhängigkeit des Ober-Consistoriums vom Ministerium beim Könige zu beantragen. Die Berufung einer außer ordentlichen General- Synode kann nicht in Aus sicht gestellt werden, da die Frage noch nicht reif ist. Der Wahl-Modus zur General⸗Synode wird übrigens bis auf's eifrigste erwogen werden.

13. Juli. Kaiser Wilhelm traf Nachmit tags 3 Uhr 25 Min. hier cin, vom König Lud wig, welcher auf der Station Kaufering in den kaiserlichen Zug eingestiegen war, begleitet. Sämmt liche Prinzen, sowie die Minister Pfretzschner und Pranckh, ferner die obersten Hofchargen waren zum Empfange am Bahnbof. Nach kurzem Aufenthalt fuhr der Kaiser Uhr unter lebhaften Hochs des versammelten Publikums in Begleitung des Königs von Bayern weiter. Der Kaiser war in Civil mit dem Stern des Hubertus-Ordens, der König in preußischer Husaren⸗Uniform. Der König begleitete den Kaiser bis zur Station Zorneding. Abends traf sodann der Kaiser in bestem Wohl- sein in Salzburg ein und wurde auf dem Bahn hofevon dem kaiserlichen Flügel- Adjutanten Nemethy, den Spitzen der Behörden und den Mit gliedern der deutschen Botschaft in Wien empfangen. Morgen Vormittag erfolgt die Weiterreise nach Ischl.

Kissingen, 13. Juli. Fürst Bismarck wurde 2 Uhr Nachmittags bei seiner Fahrt zur Saline durch einen Schuß an dem rechten Vorderarm verwundet. Der Thäter, ein junger Bursche, wurde sofort verhaftet und wäre beinahe gelyncht worden. Große Aufregung herrschte im Publikum. Bis- marck fuhr bald nach dem Altentate in Begleitung des Grafen Pappenheim durch die Stadt und zeigte sich der Bevölkerung. Die Verletzung ist unbedeutend. Nach den sosort angestellten Er mittelungen ist das Attentat durch den Schäffler gesellen Kullmann aus Magdeburg verübt. Der selde n Mitglied des katholischen Gesellenvereins

Cultus

in Salzwedel und wurde mehrfach in verdächtigem Verkehr mit einem katholischen Priester gesehen. Kullmann hat bei dem mit ihm vorgenommenen Verhöre seine Mord⸗Absicht zugestanden. Derselbe will mehrere Complicen haben, verweigert sonst übrigens halsstarrig jede weitere Antwort. Die Durchsuchung des von hier um 2 Uhr abgehenden Zuges blieb resultatlos. Bei der Ankunft des Zuges in Schweinfurt erfolgte die Verhaftung eines Geistlichen Namens Hanthaler aus Walchsee bei Kuf stein als dringend verdächtigen Mitattentäters. Fürst Bismarck besuchte übrigens Kullmann sofort im Ge⸗ fängniß, um ibn zu vernehmen. Der Fürst erschten mit seinem Sobne Abends während der Brunnenzeit im Kur-Garten und wurde mit nicht endenwollenden Hochrufen begrüßt. Die Kur-Capelle spielte die Wacht am Rhein und die bagerische National- Hymne. Heute Abend 9 Uhr findet, von der Stadt ausgehend, ein Fackelzug und vor der Wohnung des Reichskanzlers Seitens der Kur- Capelle eine Serenade statt. Morgen Abend ist in der protestantischen Kirche Dankgottesdienst für des Fürsten Rettung. Bei der Serenade erschien dann Fürst Bismarck auf dem Balkon und dankte für die ihm bewiesene Sympathie: Das Attentat gelte nicht seiner Person, sondern der Freiheit und Unabhängigkeit der von ihm vertretenen Sache; ein Hoch dem deutschen Reiche mit seinen ver bündeten Fürsten. Das Publikum, in grenzen- losem Enthusiasmus, rief aus:Hoch Fürst Bis- maick und der König von Bayern! Der Fürst dankte mit einem Hoch auf den König von Bapern.

Nürnberg, 12. Juli. Der Banquler Dessauer aus Aschaffenburg ist von dem Schwurgericht frei⸗ gesprochen worden. Der Staatsanwalt hat sich die Berufung gegen das Erkenntniß vorbehalten, jedoch Freilassung gegen Caution beantragt. Die Caution ist hinterlegt worden.

Stuttgart. DerStaatsanz. meldet, daß der König und die Königin dem Fürsten Blsmarck telegraphisch ibre aufrichtige Freude über die Er rettung aus dringender Lebensgefahr ausgesprochen haben.

Karlsruhe, 13. Juli. Kaiser Wilbelm ist heute früb mittelst Dampfboot von der Insel Mainau nach Lindau akgereist. Derselbe wird bis dahin von dem Großherzog und der Groß- herzogin von Baden begleitet.