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veg. erichts⸗Advocat Steinberger. Mittwoch . Bal. mittags 8 Ubr, gegen Phillpp Berau — 8 wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit; Bertheid.; Großberzogl. Hofgerichts⸗Advocat Dr. Rosen⸗ berg II. Denselben, Nachmittag 3 Ubr, gegen Johann Heinrich Roth von Frischdorn, wegen Diebstahle und Ur Tundenfälschung; Veriheid.: Großberzogl. Hofgerichts-Ad⸗ dbocat Dr. Reatz. Donnersiag den 9. Juli, Vormittags 3 Uhr, gegen Heinrich Schäfer von Wieseck, wegen Haus⸗ stiedensbruchs, Körperverletzung und Diebstahls; Vertheid.; Großberzogl. Hofgerichts-Advocat Hirschhorn. Freitag den 10. Juli, Vormitiags 8 Ubr, gegen Heinrich Lipps Ehe⸗ frau und Heinrich Kaiser von Lindheim, wegen Diebstabls; Vertheid.: die Großherzogl. Hofgerichts⸗Advocaten Lauer und Baist. Sonnabend den 11. Juli, Vormittags 8 Uhr, gegen Contad Freiensehner von Ullrichstein, wegen Dieb— ahls; Veribeid.: Großberzogl. Hofgerichis-Advocat Labroisse. Darmstadt. Herr Reinhard Roth aus Ortenberg welcher im Jahre 1867/68 bei biesiger Obersteuer⸗Direction jeinen Acceß machte unb später als Sccretär resp. als Assessor in Elsaß⸗Lothringen fungirte, ist seit Kurzem zum Kaiserl. Regierungsraih in Straßburg ernannt worden. Da gen. Herr noch nicht das 30. Lebensjahr erreicht hat, io darf dies sicher als eine glänzende Carrisre bezeichnet werden.
Darmstadt, 4. Juli. Dieser Tage ereignete sich dahier ein Todesfall, der in seiner Veranlassung wohl als ein Unicum dasteben dürfte und den wir zugleich als Warnung mittbeilen. Das sechsjäbrige Töchterchen eines der hiesigen WGarnison angehörigen Haulboisten hatte das Unglück, ein Markstück zu verschlucken, worauf doppelseitige Lungen— entzündung einttatt, welche den Tod des Kindes zur Folge Hatte. Gewiß der erste Fall, in welchem das Spielen mit neuer Reichsmünze einen so traurigen Ausgang nahm.
Dieburg. Gegen den kath. Pfarrer zu Epperts— Hausen ist wegen zwei Predigten auf Grund der Para— graphen 130 und 130a des Reichsstrafgesetzes(Kanzel— Paragraphen) Anklage erboben worden und wird die öffentliche Verhandlung bierüber am 28. Juli vor dem Bezicksstrafgericht zu Darmstadt staltfinden.
Mainz. In Folge von eingetretenen Wolkenbrüchen in Württemberg sind der Neckar und dessen Nebenflüffe wielsach aus ihren Ufern getreten. Auch der Rhein ist in den letzten Tagen ziemlich gestiegen, doch ist der Wasser— mand wieder etwas gesunken.
Mainz, 2. Juli. Gestern Vormittag gegen 10 Uhr fel ein etwa 9jähriger Knabe, der am Ufer des Rheins spielte, in den Strom. Ein Mann, welcher in ber Nähe arbeitete, sprang in das Wasser und reitete den Jungen mit eigener Lebensgefahr, da er selbst nicht schwimmen Tinn. Die That verdient die höchste Anerkennung. Dem Retter des Knaben gelang es auch vor mehreren Jahren, zwei Kinder, die in den Fluß gefallen waren, zu retten.
Mainz, 2. Juli. Hier verunglückte beute ein Con⸗ Zucteur; beim Coupiren der Billete schlug die Thüre plötz— ich zu, während er mit dem Kopfe in der Thür öffnung and. Er hat erhebliche Verletzungen davongetragen.
Worms, 2. Juli. Bei dem um 12 Uhr von Ludwigs⸗ Zafen hier ankommenden Zuge fiel beute zwischen Oggers— Zeim und Frankenthal bei voller Fabrgeschwindigkeit beim Abstempeln der Billets der hessische Conducteur Reinhard Dom Zuge; derselbe kam jedoch obne Verletzung davon, so daß er den Weg nach Frankenthal zu Fuß zurücklegen zonnte, von wo er dann mit dem Güterzug wohlbehalten Zier eintraf.
Bingen, 2. Juli. Ein Antrag auf Einbringung does Gesuches um die Städteordnung für Bingen wurde
55 im Gemeinderalh mit 6 gegen 5 Stimmen— ab⸗ gelehnt.
Bürstadt. Dieser Tage ereignete sich dahier der gewiß höchst seltene Fall, daß eine Kuh des Zimmermanns F. Schweickert Drillinge zur Welt gebracht. Die erstere sowie die Jungen sind von krästigster Gesundheit.
Allerlei.
Frankfurt, 3. Juli. Vorgestern wurde die Lesche eines Mannes an einem Baume in der Nähe des Kirch— bof Wegs gesundenz gestern eine eben solche an dem Röderspieß.
Frankfurt, 4. Juli. Gestern Abend schoß der Steinkohlen-Händler Schenk aus Frankfurt, welcher in Oberrad seine Wirthschast„Zur schönen Aussicht“ an einen Hrn. Braun verpachtet hat, in den mit Menschen besetzten Garten, um die darin Befiudlichen zu bestimmen, nach Hause zu gehen. Ein Scpß des sechsläuftgen Revolvers drang der Tochter des Pächters in den Leib, drei andere Schüsse verletzten einen jungen Mann Namens Grimm lebensgefährlich. Das Publikum drang alsbald in die Wobnung des Thäters und übte einen Akt der Selbst⸗ justiz aus, der Verletzungen zur Folge hatte. Die beiden schwer verwundeten jungen Leute wurden ins Spital, der Thäler in Haft gebracht.
München. Die Zahl der Wirthschaften, in welchen das Bier zu 8 kr. gegeben wird, ist auf 67 angewachsen. Verschiedene Wirthe, welche bereits zu 8 kr. gaben, ver⸗ langen auf die Drohung der Bräuer, ihnen kein Bier mebr zu liefern, wieder den erböhten Preis von 9 kt. Der Vorstand des Vereins der Wirihe bat an dessen Mitglieder ein Circular geschickt, in welchem sie aufgesordert werden, nicht nachzugeben, sondern in dem Kampfe aus— zuharren. Die gleiche Aufforderung zur Bebarrlichkeit ergeht auch von dem Strike Comité an die Arbeiter, die auf's Neue ermabnt werden, um den Widerstand der Bräuer und Wirthe gänzlich zu brechen, alle Wirthschaften und Bräupäuser zu meiden, in denen das Bier zun 9 kr. verkauft wud.
Colmar, 3. Juli. Man ktelegraphirt der Frankf. Presse von hier: 11 Uhr Vorm.— Die ganze Stadt in Verwirrung.— Ungeheucer Brand. Die großen Heu⸗ magazine, die vor vier Jabren schon abgebrannt sind, sieben in Flammen. Reliung ist nicht möglich. Unermeßlicher Schaden. Der großen Hitze wegen können die Jeuerspritzen sich nicht nahen.
Wis mat. An den deutschen Küsten sind bis jetzt 74„Reitungsostationen“ errichtet und in Thätigkeit gesetzt, und zwar für die Nordsee 32, für die Ostsee 42. Von diesen 74 Stationen sind 28 mit je 1 Boot und 1 Na ketenopparat und 5 mit je 2 Booten, 1 Raketen⸗ und 1 Mörserapparat auegetüstet,
Berlin. Der kelegraphisch gemeldeten Verunglückung der Gemahlin des russischen Boischafters v. Oubril, einer geb. Fürstin Meäschereky, im Jungsern⸗See bei Potsdam liegt nach näheren Angaben der„Fiz.„Ztg.“ Selpstmord zu Grunde. N den Stripiulen der Frau v. Oubril ist auf einem Stück Papier, in großer Eile und mit undeutlichen Lettern geschrieben, das Testament derselben aufgefunden worden, welches das Datum des 28. Juni, also desjenigen Tages, an welchem sie verunglückt ist,
trägt. Die Verstorbene litt in den letzten Jabren an einem schweren Unterleibs-Leiden, welches nach und nach
eine Schwermuth herbeiführte, in der sie den letzten ver— zweifelten Schritt gethan zu haben scheint.
Ragatz. Man schreibt ber„Schles. Pr.“ von bier: Auf dem biesigen Bahnhofe suchte ein Fremder, der die Bäder des Ortes zu besuchen kim, nach einer Fuhrgelegen⸗ deit, um nach einem Hotel zu gelangen. Es war ein bereits bejahrter Herr, schlicht, jr von ungewöhnlicher Einfachheit in seiner Kleidung. Ein Reiseplaid trug er über dem Arm, sein Gepäck war nicht übermäßig groß. Man hatte ihn nach dem Hotel:„Hof Ragatz“ gewfesen, doch war es Zerstreutheit, er stieg in den Omnibus des Hotels„Quellenhof“ und fuhr nach diesem. Der Portier musterte den Ankommenden mit Kengerblicken und man wies ihm dann eine Wohnung im dritten Stocke an. Nicht lange und der Zimmerkellner meldete sich beim Gaste, um ihm das Fremdenbuch vorzulegen. Der alte Herr zeichnete seinen Namen ein und gab darauf das Buch zurück. Der Kellner las, sah den Gast zuerst erstaunt, dann halb zweifelhaft an und kam darauf schleunigst mit dem Buche zu dem Director des Hotels. Kaum hatte dieser den Namen seines Gastes erblickt, so eilte er die Treppen empor, mit einer tiesen devoten Verbeugung trat er in das Zimmer, stammelte eine Entschuldigung, sprach von Ver⸗ wechselung und erklärte schließlich dem Gaste, die Salons des gesammten etrsten Stockes ständen zur Verfügung desselben.„Ich danke Ihnen, lieber Freund,“ enigegnete der Fremde.„Ich befinde mich hier ganz wohl nnd zudem wohne ich— billiger.“ Der Wirth ging. Der Angekom⸗ mene, der im dritten Stocke wohnen dlieb, war Niemand Geringeres als— Generel-Feldmarschall Graf Moltke.
Handel und Verkehr.
Grünberg, 4. Juli. Die Preise auf unserem heutigen Fruchtmarkte betragen: Waizen(100 Kilo) 17 fl. 20 kr.; Korn(90 Kilo) 12 fl. 25 kr.; Gerste(80 Kilo) 10 fl. 25 kr.; Hafer(60 Kilo) 7 fl. 37 kr.; Molter (90 Kilo)— fl.— kr.; Erbsen(110 Kilo) 12 fl. 12 fr.; Linsen(100 Kilo)— fl.— kr.; Samen(90 Kilo) 13 fl. 49 kr.; Kartoffeln(100 Kilo) 4 fl. 50 ke.
Frankfurt, 1. Juli. Der heutige Heu⸗ und Strobmarkt war gut befahren. Heu kostete per Cir. 1 fl. 30 kr. bis 2 fl. 36 kr., Stroh per Centner 1 fl. 45 kr. bis 2 fl.— kr., Butter 1. Quatisät 36 kr., 2. Qualität 34 kr., Eier das Hundert 2 fl. 36 kr.
Mainz, 4. Juli. Productenmarkt. Waizen per Juli 15 fl. 20 kt., per Nov. 13% fl. Korn per Juli 11 fl.
kr., per Nov. 10 fl. d tr., per Dec.— fl.— kr. Hafer per Juli 11 fl. 45 ke., per Nov. 10 fl.— kr. Rübbl per Oct. 19 fl. 57 kr. Raps per Sept. 17 fl. 45 kr.
Berlin, 3. Juli. Die Centralbank für Genossen⸗ schaften beschloß gestern mit 14.136 gegen 6366 Stimmen die Liquidation.
Marburg. Das„Tagblatt“ schreibt?: Das am Freitag den 26. d. M. stattgefundene Concert der Königl. bayerischen Hosopernsängerin Fräulein Louise Hucke und der Kapelle des 2. Großh. Hess. Infanterie Regiments Nr. 116 war wohl mit Recht in allen Stücken ein böchst gelungenes zu nennen. Die künstlerischen Leistungen der Frl. Hucke verdienen alle Anerkennung; die Pagen-Arie aus den„Hugenotten“ ließ in Kolloratur und Vortrag nichts zu wünschen übrig, und durch die Gnaden- Arie aus„Robert“, welche den Schluß des Concerts bildete, erntete die jugendliche Künstlerin einen stürmischen Beifall.
Vergebung von Bauarbeiten.
2042 Die zur inneren Herstellung der Kirche zu Nieder—
Mosbach vorgesehenen nachstehend verzeichneten Arbeiten
ollen auf dem Submissionswege vergeben werden. Dieselben sind veranschlagt:
Schreinerarbeit 24 fl. 54 kr. Schlosserarbeit N Glaserarbeit 29, 5 367„
Weißbinderarbeit 496„ 32
Voranschlag und Accordbedingungen liegen auf unter⸗ zeichnetem Kreisbauamt zur Einsicht offen. welche die Gebote nach Procenten der Voranschlagssumme unthelten müssen, sind spätestens bis Montag den 13. Juli „. J., Vormittags 10 Uhr, daselbst verschlossen und mit zer Aufschrift„Submission zur Uebernahme der Arbeiten in der Kirche zu Nieder-Rosbach“ abzugeben.
Friedberg am 3. Juli 1874.
Goßherzogliches Kreisbauamt Friedberg. Re i ß. Holz ⸗Versteigerung
040 Donnerstag den 9. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, Zerden im Rodheimer Gemeindewald, Distriet Vorder- ald, versteigert:
5 4 Raummeter Buchen-Scheitholz, 1 1„ Prügelholz, 6 5 Nadel⸗Scheitholz, 4 5 Eichen⸗Schälscheitholz, 101 1„ Schälprügel holz, 4 5 Buchen-Stockholz, 11 Nadel⸗Stockholz, 1 70 Buchen Wellen,
3750 Eiche⸗S chälholzwellen und 330 Nadel⸗Wellen. Rodheim am 2. Juli 1874. Großherzogliche Bürgermeisterei Rodheim. Jacobt.
Die Offerten,
Bekanntmachung.
2039 Donnerstag den 9. d. M., Vormittags 11 Uhr, soll die Lieferung von 8000 Stück Plattziegel, 8000 Stück
gewöhnliche Backsteine, 1000 Stück feuerfeste Backsteine,
4 Cubik-Meter Marmorkalk, 1 Cubik-Meter Wasserkalk, 2 Ctr. Sackkordel, 1 Ctr. Werg und 2 Ctr. Schweine- schmalz im Submi sstonswege vergeben werden. Die Liefer— ungs bedingungen können dahier eingeseben werden und sind Aer bis zum genannten Termin anher einzu— reiche
Bad-Nau heim am 3. Juli 1874.
Großherzogliches Salinenamt Nauheim,
Stamm- und Uutzholz-Versteigerung. IJ. Bau und Werkholz. 2035 Montag den 2 Juli, sollen im Gemeindewald der Stadt Lich, Distrikt Rothe— busch, Kronau, Eichwald, Zappenau, Mönchköpfe ze. ꝛc. eirea 120 Eichen Stämme von 15—58 Centimeter Durch messer und 5— 16 Meter Länge(wobei sich Stämme über 1,43 Festmeter befinden), 3 Fichten- und 1 Buchen-Stamm meistbietend vrsteigert werden.
Desgl. II. Nutz⸗ und Brennholz.
8 Raummeter Buchen, Scheit; und Prügelholz, und 38 Raummeter Eichen⸗Scheit⸗ und Prügel⸗ holz.
Die gufanfmenkunft und der Anfang ist am Hatten— röder Vieinalweg im Eichwald Morgens 9 Uhr. Lich den 3. Juli 1874. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. hring.
von Vormittags 9 Uhr an,
Faselochs⸗Versteigerung
2034 Mittwoch den 8. d. Mts., Vormittags 11 Uer,
wird auf hiesigem Nathhause ein ca. 2 Jahre alter
Faselochse nochmals meistbietend versteigert.
Bad- Nauheim am 2. Juli 1874. Großherzogliche Bürgermeisterei Bad-Nauheim.
Schutt.
5 Arbeits ⸗Versteige erung. 2036 Donnerstag den 9. Juli, Vormittags 8 8 Uhr, sollen die Ausraumung des Flutheanals der Horloff erforderlichen Arbeiten einer nochmal igen Ver⸗
steigerung ausgesetzt werden. Zusammenkunft zur bestimmten Stunde an
zur
der sog.
neuen Horloff-Vrücke in Gem. Nieder⸗Florstadt. Assenheim den 3. Juli 1874. W̃— n ck, Bezirksbau aufsehe
Arbeits- Ve rsteigerung 2037 Mittwoch den 8. Juli, Mittags m Uhr, sollen in der Gemeinde Weckesheim nachstehende Arbeiten in Accord gegeben werden.
Maurerarbeit veranschlagt zu 43 fl. 19 kr. ü Schreinerarbeit 1 e e Weißbinderarbeit 168„
* Assenheim den 3. Juli 1874. Wenck, Baäzirks⸗Bauaufseher.
Ein braver Junge 8850
1972 kann unter guten Bedingungen in die Lehre treten Bad⸗Nauheim.
bei Heinrich Knieriem, Spenglermeister.
Eine vollständige Wohnung
824 von 5 Zimmern ist four. im Ganzen oder ganzelle zu vermlethen bei Jos. Hoffmann.
Brodmehl und Kleie
1899 billigst bei M. O. Loeb.


