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Samstag den 13. December.
berhessischer Anzeiger.
4 146.
Die Petitzeile wird mit 4 Kreuzern berechnet.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
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mit dem Sitze in Offenbach a. den amtlichen Revisionen.
Amtlicher Theil.
Betreffend: Gesuch des Vorstandes der Gesellschaft zur Revision und Ueberwachung von Dampfkesseln um Befreiung der Dampfkessel ihrer Mitglieder von
Friedberg am 10. December 1873.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.
Sie werden an Erledigung unserer Verfügung vom 10. v. M., Kreisblatt Nr. 133, erinnert.
Betreffend: Die Verwendung von einem Dritttheil der eingehenden Polizeistrafen zur Besoldung des
Aufsichtspersonals.
Tab
Friedberg am 11. December 1873.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Assenheim, Bönstadt, Bruchenbrücken, Butzbach, Gambach, Hoch-Weisel, Ilbenstadt, Bad- Nauheim, Nieder- Florstadt, Nieder⸗Mörlen, Nieder-Weisel, Nieder-Wöllstadt, Ober-Rosbach, Ober-Wöllstadt, Ockstadt, Ossenheim,
Pohl-Göns, Södel, Wohnbach.
Die Ihnen am 12, v. M. überwiesenen Strafantheile sollen den betreffenden Denuncianten als Renumeration zufallen und werden Sie zur Ausgabe-Dekretur hiernach ermächtigt. Hat Einer oder der Andere seine Schuldigkeit nicht gethan, erwarten wir Anzeige davon und haben Sie dann
weiterer Entschließung entgegenzusehen. Betreffend: Ausschußsitzungen.
Aus schußsitzung des landw. Vereins von Oberhessen.
Bekanntmachung.
Ter a p p.
Die verehrlichen Mitglieder des Ausschusses beehre ich mich, auf Donnerstag den
18. d. M., Vormittags 9 Uhr, in das Hotel Kuhne zu Gießen zu einer Sitzung ergebenst einzuladen. Gegenstände der Berathung werden außer Aufnahme neuer Mitglieder das Gutachten über Erhebung der Lungenseuche beim Rindvieb zum Währschaftsmangel und Vorbesprechung über das Büdget pro 1874 sein.
Friedelhausen am 4. December 1873.
Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen.
Adalbert Freiherr v. Nordeck zur Rabenau.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Das Großherzogliche Regie⸗ rungsblatt Nr. 47 enthält:
I. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Ipnern, die Bestellung der Wahleommissäre für die Wahlen der Abgeordneten zum Deutschen Reichstage betreffend. Es find folgende Wahleommifsäxe bestellt worden: für den 1. Wahlkreis der Großh. Provinzial-Director Freiherr v. Röder zu Gießen, für den 2. Wahlkreis der Gr. Regierungsrath Trapp zu Friedberg, für den 3. Wahl⸗ kreis der Gr. Regierungsrath Frölich zu Alsfeld, für den 4. Wahlkreis der Gr. Provinzial⸗Director, Geheime— rath Dr. Goldmann zu Darmstadt, für den 5. Wahl⸗ kreis der Gr. Kreisrath v. 1 5 zn Offenbach, für den 6. Wahlkreis der Gr. Kreisrath Pr. Usinger zu Bensheim, für den 7. Wahlkreis der Gr. Regierungsrath Pfannebecker zu Worms, für den 8. Wahlkreis der Gr. Kreisrath Parcus zu Bingen und für den 9. Wahl⸗
kreis der Gr. Kreisassessor Dr. Braden zu Mainz.
I. Exequatur⸗Ertheilung.
III. Namens veränderungen. S. K. H. der Groß⸗ herzog haben allergnädigst geruht: am 17. Nov. dem Philipp Gerandt modo Gerbig von Mörfelden zu ge⸗ statten, daß derselbe in Zukunft statt des bisherigen den Familiennamen Klotzbach und am 24. Nov. dem Hart⸗ mann Becht von Nieder⸗Wöllstadt zu gestatten, daß der⸗ selbe statt des bisherigen den Familiennamen Keres führe.
(Schluß folgt.)
Darmstadt. Am 5. l. Mts. wurde der Ministerialsecretär II. Classe bei Großh. Mini ⸗ sterium der Finanzen, Otto Hörr, zum Ministerial⸗ secretär I. Classe bei jenem Ministerium ernannt.
Berlin. Der Antrag Bernhardt, betreffs Aufhebung der Zeitungssteuer wurde am 10. d. im Abgeordnetenhause ohne Debatte in dritter Lesung angenommen. Der Antrag Schröder be⸗ reffs der Gewährung von Diäten an die Reichs- tags abgeordneten wurde, nachdem Virchow dafür gesprochen, durch Annahme einer von Lasker be- antragten, durch die Inopportunität des Eingreifens in die Reichsgesetzgebung motivirten Tagesordnung durch Namensauftuf mit 219 gegen 169 Stimmen beseitigt.
— 10. Dez. Abgeordnetenhaus. Bei der Berathung der vom Abg. Reichensperger bean tragten Resolution, welche eine Rückkehr zu den früheren Regitrungs⸗Maximen gegenüber der katho⸗ lischen Kirche verlangt, replicirt der Cultusminister auf eine lange Rede Reichensperger's: Die gegen-
wärtige Politik der Regierung sei durch die That⸗ sache hervorgerufen, daß preußzische katholische Bischöfe sich dazu verbanden, nicht den Landes⸗ gesetzen, sondern den Winken eines Mannes außer⸗ halb Deutschlands zu gehorchen. Die Fuldaer Bischofs⸗Conferenz habe sogar die Frage ventilirt, ob ein Katholik noch die preußische Verfassung beschwören könne. Der Minister hebt hervor, daß er den Bischöfsen wohlwollend entgegengekommen sei, die Bifchöfe aber hätten der Staatsregierung passiven und activen Widerstand entgegengesetzt; ihnen solge der Klerus, dem Klerus ein großer Theil der katholischen Bevölkerung. Der Minister erinnert sodann an den von Geistlichen bei den Wahlen, sowie durch Hcreinziehung des Beicht- stuhles ausgeübten Gewissenszwang und weist den Vorwurf der Kirchenverfolgung als bewußte oder unbewußzte Unwahrheit zurück:„Friede war nur so lange, wie sich die Regierung der Kirche unter⸗ warf.“(Lebhafte Zustimmung). Nachdem der Minister noch die Aufhebung der katholischen Ab- theilung des Cultusministeriums gerechtfertigt hat, schließt derselbe:„Unter den jetzigen Umständen Frieden schließen, hieße einen Frieden schließen um den Preis der Staats- Souveränetät. Die Re⸗ gierung wird auf den jetzt verfolgten Prineipien stehen bleiben, rechnet dabei auf die Unterstützung des Landtages und bittet um Ablehnung der An; träge.“(Lebhafter Beifall). Eine von den Ab- geordneten Virchow und Rickert über die Reichen sperger'sche Resolution beantragte, von Löwe befürwortete motivirte Tagesordnung wurde darauf nach einer heftigen Erwiderung Windthorsts auf die Rede des Cultusministers bei namentlicher Ab- stimmung mit 288 gegen 95 Stimmen angenommen. Der Cultusminister bringt sodann einen Gesetzent— wurf auf Einführung der obligatorischen Eivilehe, wozu die Regierung, wie der Minister erklärt, durch ernste Erfahrung veranlaßt worden sei, ein, und wird die Sitzung aufgehoben.
— Der„Staatsanzeiger“ enthält ein Bulletin aus Dresden vom 10, d. früh, wonach in dem Befinden der Königin Elisabeth von Preußen,
welche seit 4 Wochen an akutem Lungenkatarrh
leidet, plötzlich eine wesentliche Verschlimmerung eingetreten ist. Athemnoth und Husten nehmen beträchtlich zu und sind die Symptome um so mehr Besorgniß erregend, als die Königin seit Jahren an einem ausgesprochenen Herzfehler leidet.
— Der„Prov. Corresp.“ zufolge ist die An⸗ klageschrift gegen den Erzbischof Ledochowakti ab⸗ gefaßt und wird unverweilt an den Gerichtshof gelangen.
Posen. Die Gesammtzahl der vom Grafen Ledochowski widerrechtlich angestellten Geistlichen beträgt nach der„Posener Ztg.“ jetzt 60. Wie ebenda verlautet, soll der Erzbischof nicht nur im Schrimmer, sondern in allen Kreisen seiner Diö— cese für die bevorstehenden Reichstagswahlen von den Ultramontanen als Kandidat aufgestellt werden, so daß es scheint, als ob die polnisch⸗ultramontane Partei eine Art Plebiscit zu Gunsten des Erz⸗ bischofs in seiner Diöcese veranstalten wollte.
Wiesbaden. In einer am 1. d. Mts. veranstalteten Sitzung des Lokal- Protestanten- Vereins wurde u. A. beschlossen, der hiefige Pro- testantenverein begrüße die Abhaltung des deutschen Protestantentages für 1874 in hiesiger Stadt mit Freuden: als wünschenswerth wurde bezeichnet, daß die Abhaltung in die zweite Hälfte des Sep⸗ tembers falle.
Stuttgart. Das Gesammtministerium bat eine Note an das Abgeordnetenhaus gericktet, worin letzteres aufgefordert wird, eine Commission zu ernennen, die über eine Veränderung der sinan— ziellen Stellung des Hoftheaters berathen solle. Die Note führt aus, daß die Civilliste jährlich 200,000 fl. zur Erhaltung des Theaters zuschieße und erscheine dieser Zuschuß im Verhältniß zu dem übrigen Aufwande der Civilliste zu boch. Im äußzersten Falle wäre eine Schließung des Theaters der Fortdauer des jetzigen Zustandes vorzuziehen.
Ausland.
Oesterreich Ungarn. Wien. Es stebt fest, daß Franz Joseph am 6. Januar zum Be⸗ such des russischen Hofes nach Petersburg sich be— gibt. Ein Besuch in Petersburg und in Galizien


