das Gesammterforderniß mit 389,853,662 fl., die Gesammtbedeckung mit 393,677,697 fl. eingestellt ist. Es ergibt sich sonach ein Ueberschuß von 3,842,035 fl.
Pest. Das amtliche Blatt veröffentlicht zwei königliche Handschreiben, durch welche der bis⸗ berige Minister des Innern Toth unter Verleihung des Großkreuzes des Leopoldordens und der Ge⸗ meinderathwürde von seinem Posten enthoben und Graf Szapary zu seinem Nachfolger ernannt wird.
Schweiz. Die Geistlichen des Cantons Solo- thurn haben der Regierung erklärt, sie wiesen eine Verantwortung wegen ihres Verhaltens in der Angelegenheit Lachat zurück. Die Regierung ist entschlossen, energisch vorzugeben.
— Im Namen der Versammlung, welche gegen die Kundgebung der Ultramontanen in Ferney bei dem Bundesrath und dem Staatsrath Protest erhoben, ist in allen Ortschaften des Can⸗ tons Genf eine Proclamation angeschlagen, welche zur Annahme des neuen katholischen Cultusge⸗ setzes auffordert. 5
Frankreich. Das Unwohlsein Thiers scheint ohne Bedeutung gewesen zu sein, denn er hielt am 6. d. wie gewöhnlich den Empfang ab und war bis Mitternacht anwesend. Am 7. hat der Präsident um 5 Uhr seine Audienzen wieder auf⸗ genommen.
Versailles. Die Nationalversammlung setzte am 6. d. die Berathung über den Entwurf der Dreißiger ⸗Commission fort. Ein Amendement, nach welchem Thiers gegen dringliche Gesetze ein Veto nicht sollte einlegen können, falls er bei deren Berathung das Wort genommen hätte, wurde mit 493 gegen 149 Stimmen angenommen. Ein von Beltastel beantragter Zusatzartikel, besagend, daß das Veto in keinem Falle auf Gesetze, welche Verfassungsfragen beträfen, angewendet werden dürfe, wurde an die Commission verwiesen und die Sitzung dann aufgehoben.
Italien. Der Papst empfing am 7. d. eine Deputation von 163 Personen. In derselben waren Katholiken aus Oesterreich, Deutschland, Belgien, Frankreich, England, Italien, Spanien, Amerika und der Schweiz vertreten. Der Fürst Alfred Lichtenstein verlas eine Adresse. Der Papst beantwortete dieselbe und gab hierauf jedem Mit⸗ gliede eine Medaille mit seinem Bildnisse.
— Die„Voce della Verita“ veröffentlicht den Wortlaut der vom Fürsten Lichtenstein dem Papste überreichten Adresse und den der Antwort des Papstes. Die Adresse protestirt gegen die Auf⸗ hebung der religiösen Körperschaften, eine Ver⸗ söhnung oder die Annahme eines modus vivendi sei unmöglich, Gott werde die Feinde der Kirche züchtigen. Der Papst drückt seine Freude über die Kundgebung aus, er sei voller Zuversicht auf die Zukunft. Die Erfahrung aus der Vergangen- heit verleihe ihm Muth; man müsse kämpfen und wachsam sein, um endlich den Sieg davon zu tragen.
Türkei. Wie man versichert, beabsichtigt der Sultan das Großvezirat aufzuheben und an dessen Stelle einen Cabinetschef zu creiren, die Minister⸗ verantwortlichkeit einzuführen und sich in bestän⸗ digen directen Verkehr mit allen Ministern zu setzen.
Marienschloß. Am 5. März Abends um 7 Uhr gelang es einem zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe Ver⸗ Urtheilten aus der hiesigen Strafanstalt zu entkommen. Die Nachricht wurde sogleich den umliegenden Bürger⸗ meistern berichtet und hierdurch hörten auch zwei in der Nähe von Gambach mit Kalkbrennen beschäfligten Leute davon. Nachts gegen 3 Uhr machte sich ein Mann an ihrem Ofen zu thun; als er angeredet wurde, sagte der— selbe, er wolle sich ein wenig trocknen und erwärmen. Die Leute merkten jedoch an den Sträflingskleidern, daß es der Enuisprungene war und nöthigten ihn näher zu treten, was er auch that. Mit Hülfe des Wegs kommender Männer gelang es nachher, ihn unschädlich zu machen. Er soll einen Knicker bei sich gehabt haben, mit welchem er den ersten ihm begegnenden Menschen„kalt“ machen wollte, um durch dessen Kleiber seine Flucht leichter be— werkstelligen zu können.
Gießen. Am 6. d. M. Nachmitags kurz nach 4 Uhr gerieih der Hülfsrangirer Johann Backhaus aus Climbach, ein junger, thaliger und eifriger Mann, welcher sich in den nächsten Tagen lrauen lassen wollte, beim Rangiren auf der Cöln⸗Gießener Bahn dahier, zwischen die Wagen⸗ puffer und wurde ihm die Brust eingedrückt, was seinen sosorligen Tod zur Folge hatie.
Darmstadt. In der Großherzoglichen Münze sind bis jetzt im Ganzen 265,484 Zehnmark flüge= 1.548,656 fl. 40 kr. geprägt worden.— Die im Jahre 1872 in der Gr. Münze geprägten 20 Markstücke beliefen sich auf 183,352 Stück= 2,139,106 fl. 40 kr. und sind hier⸗ nach an Reichsgoldmünzen überhaupt bis zum 1. März d. J. im Ganzen 6,321,880 Mark= 3,687,763 fl. 20 kr. daselbst geprägt worden.
Darmstadt Am 16. d. Mts. findet dahier unter dem Vorsitze des Herrn Hofrath Dr. Künzel eine Berathung im Saale der Freimaurerloge statt, um einen Thierschutz⸗ verein für das Großherzogthum Hessen zu gründen, wozu auch das Vorstandsmitglied des Frankfurter Thierschutz⸗ vereins Herr F. W. Eckert geladen wurde.
Wiesbaden. Auf dem am 3. d. Mts. bier stalt⸗ gehabten Turntage des Mittelrheinkreises waren 41 Vereine vertreten. Bezüglich der Frage des Festbeitrags wird der Beschluß gefaßt, daß der Festort zur Bestreitung der Fest⸗ kosten einen durch den Festort vorzuschlagenden, durch einen vorhergehenden Turntag zu bestimmenden Beitrag von den am Feste theilnehmenden Turnern erheben soll. Creuz⸗ nach hat sich erboten, das dieses Jahr abzuhaltende Turn⸗ jest zu übernehmen und wurde von dem Turntag ein⸗ stimmig zum Fest⸗ und Vorort für das Jahr 1873 er⸗ wählt und ein Fesibeitrag von 1 Gulden bestimmt.
Coblenz. Am 7. d. M. stieß das Fahrzeug des Schiffers Burkhardt aus Trier, welches mit acht Fuder Wein und Eisen beladen war, wider die alte Moselbrücke und sank sosort. Leider fand der Schiffer(Vater von sechs Kindern) in den Wellen der hochgehenden Mosel seinen Tod, während der Schiffer Lieser, welcher dem Ersteren beim Passiren der Brücke behülflich sein wollte, sich auf einem Fuder so lange hielt, bis Rettung vom Lande kam. Das edle Naß ist in den Wellen verschwunden und dürfte erst weiter unterhalb gelandet werden. Mosel und Rhein sind wieder bedeutend gewachsen.
Bamberg. Was der Werth einer rationellen Vieh⸗ züchtung zu bedeuten hat, gebt daraus hervor, daß am 7. d. in dem beßtrenommirten Charcutiergeschäft(Menges, Bamberg) ein Zuchtbulle edelster Abkunft geschlachtet wurde, der ein Fleischgewicht von nahezu 12 Zollzentnern auf⸗ wies, die Haut wog 140, das Fett betrug 200 Zollpfund. Das Alter des Thieres war 4 Jahr, der Kaufschilling be⸗ trug 400 fl.
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VBerloos ungen.
Badische fl. 33⸗Loose vom Jahre 1845. Serien-Ziehung vom 28. Februar 1873. Nr. 32 37 48 105 268 473 505 738 893 1014 1285 1441 1537 1861 1863 1985 2071 2073 2102 2140 2230 2330 2372 2526 2638 3025 3071 3104 3139 3148 3246 3312 3320 3373 3376 3908 4014 4132 4135 4469 4507 4606 4618 4751 4918 5066 5073 5122 5201 5219 5235 5358 5362 5492 5563 3641 5656 5876 5944 5999 6021 6111 6304 6346 6448 6459 6533 6593 6660 6716 6723 6738 6781 6816 6855 7152 7696 7797 7798 7866.
Augsburger 7 fl.⸗Loose. Verloosung vom 1. März 1873.— Auszahlung sofort.— Am 1. Februar gezogene Serien: No. 168 233 283 484 550 706 852 945 965 1121 1556 1604 2019 2056 und 2072. Prämien: Serie 945 No. 72 8 7000 fl. Serie 484 No. 12 à 500 fl. Serie 1121 No. 64, Serie 945 No. 67, Serie 233 No. 45, Serie 2056 No. 26 à 100 fl. Serie 2072 No. 41, Serie 283 No. 12, Serie 168 No. 90, Serie 1556 No. 78, Serie 965 No. 36, Serie 2056 No. 21, Serie 2056 No. 45, Serie 1604 No. 53, Serie 945 No. 20, Serie 550 No. 82 à 50 fl. Serie 945 No. 86. Serie 550 No. 84, Serie 852 No. 51, Serie 2056 No. 7, Serie 283 Nr. 35, Serie 233 No. 87, Serie 484 No. 72, Serie 2019 No. 41. Serie 2072 No. 92, Serie 1556 No. 30, Serie 1604 No. 30, Serie 945 No. 64, Serie 108 No. 22, Serie 2019 No. 93, Serie 283 No. 67, Serie 283 No. 65, Serie 168 No. 3, Serie 233 No. 60, Serie 1121 No. 58 à 30 fl.— Auf alle übrigen, in den gezogenen Serien entbaltenen und hier nicht besonders aufgeführten Anlehensscheine entfällt ein Gewinn von je 8 fl.
Prämien⸗ Anleihe der Stadt Neapel von 1871, 250 Francs⸗Loose. Verloosung am 15. Febr. 1873. Auszahlung vom 1. Mai 1873 ab. Gewinne: Nr. 86711 a 100,000 Fr. Nr. 30273 à 1000 Fr. Nr. 7324 a 1000 Fr. Nr. 43253 a 1000 Fr. Nr. 50198 70907 20711 53921 23639 78617 a 500 Fr. Nr. 63825 32981 69651 21595 18636 79238 70941 10283 62422 13529 a 400 Fr. Nr. 36957 63565 62277 77220 66470 27052 24251 33409 34799 68452 32626 56235 30756 64765 2223 37711 26018 65763 23952 25239 a 300 Fr. Nr. 32413 13761 56792 42781 5265 7201 73991 81758 81231 49594 59259 87831 51692 69796 5582 61906 57319 3497 17048 79328 9088 529 43821 63521 78062 6982 15952 23953 64953 77753 a 250 Fr.
D. Frankfurt a. M., 8. März.(Börsenwoche vom 1.—7. März.) Anfänglich in ziemlich fester Sum⸗ mung, wurde der Grundton der Börse im Verlaufe der Woche immer matter und zeigte es sich nachträglich, daß die für Rechnung der französischen Regierung an die Reichskasse(am 3. und 6. März) abzuführenden Summen, sowie die Ultimoverpflichtungen den Geldstand und somit auch die Börse, doch mehr, als man erwartet, affizirt hatten. Die lustlose Stimmung wurde durch den Eindruck, welchen das vorübergehende Unwohlsein Thiers machte, noch mehr verschärft und hielt bis heute an, obgleich der
Geldstand inzwischen wieder erwas flüssiger geworden ist. [Am Speculationsmarkte standen Mitie der Woche Ciedit⸗
actien im Vorbergrunde des Verkehrs einer Dividende von 22 fl. und einer Dotirung des fonds mit fl. 600000. Von 364½ bis 369 gest konnten sie, von der allgemeinen matten Stimmung Manövern der Contremine beeinflußt, ihren Cour, schwung nicht behaupten und gingen sie auf 364½ zur um heute mit 367 zu schließen. Staatsbahn waren ee Dienstag in recht lebhaftem Verkehr, bis sie auf Gru coursirender Nachrichten über eine hohe Mindereinnahn allmälig von 361% wieder auf ihren samstägigeu Stay von 359½ zurückgingen. Lombarden, über welche va Paris aus die Nachricht von einer Dividende von 3% pro 1872 verbreitet wurde, schwankten zwischg
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201½— 203— 199½— 201 ½ herum. Das Geschäfst iu östereich. Bahnen war ohne besonderes Animo. Frau“ Joseph 2¼ fl., Prag⸗Duxer 1½ fl. höher. Galizish 0 2½ fl., Ungarische Nordost 3½ fl. niedriger, andre Bahn ß matt. Deutsche Bahnen zwar delebt, aber meist nachgeben 7
besonders Pfälzer Bahnen. Maxbahn 4% niedriger. O bacher fest. Staatsfonds still und ohne erhebliche Coe oeränderungen. 4% Kurhessen 0% höher, 3½% Badise h 3/¼1% matter. Von amerikanischen Staatsfonds 188
und Söder höher. Prioritäten ziemlich belebt, name Siebenbürger um 1% besser und gesucht. Von deutsch 0 nach Prioritäten Hannover-Altenbeckener höher. Auch Baß affend. wer the, besonders der Actien der als solid bekannten A gorbnn stitute sehr gefragt und zu höheren Coursen im Verkeh Deutsche Handelsgesellschaft, deren Geschäftsresultate als äußerst günstig darstellen und Aussicht auf eine gu Dividende geben, stiegen um 40%. Nunmehr volle bezahlte Vereinsbank, sowie Deutsche Effectenbank je 1%% höher. Wechslerbank 3%, Continental 2, Baubank fo besser. Oestreich. Deuische, die ebenfalls eine hohe Dith dende vertheilen dürfte, um 1½% höher. Bankverein, au die Nachricht einer Dividende von 20 fl. und reichliche Dotirung des Reservefonds stieg von 166 bis 170. Darn städter 4 fl., Meininger 2% matter. Loospapiere anhalten still, nur 1858er Ereditloose wesentlich höher. Venetian gesucht und höher bei noch preiswürdigem Cours. Amest kanische Prioritäten erfuhren melst Coursherabsetzungen aß leblosem Verkehr. Bezüglich der Oregon- Affaire ist nun aelündi hier der Ansicht, daß die Emissionshäuser ihr Möglichse“ leihe thun werden, um derselben eine den Interessen der Bonds] besitzer entsprechende Lösung entgegen zu führen. Das gef on 5
wählte Comite dürfte selbst nichts versäumen, um sel„ hachun
schwierigen Aufgabe gerecht zu werden. Von Wechscl figer Amsterdam und Belgische Plätze niedriger, Paris bessen( Ju. Von Sorten Napoleons ½ Kr. matter. 1. 5
deutsch
Grünberg, 8. März. Die Preise auf unser sun heutigen Fruchtmarkte betragen: Waizen(100 Kilo) 15 crzil 9 kr.; Korn(90 K.) 9 fl. 50 kr.; Gerste(80 K.) 8 fl. 37 ke fit d Hafer(60 K.) 5 fl. 34 kr.; Molter— fl.— kr.; Erbe 9 (110 K.) 11 fl. 35 kr.; Wicken(100 K.) 12 fl.—. erde Saamen(90 K.)— fl.— kr.; Kartoffeln(100 K.) 3 fl. 9% f dufge
Mainz, 7. März. Zu notiren ist: Waizen esseclh( Beka 15—15 ½ fl., per Mai 15½—15½¼ fl., per Nov. 14 fi den 14½2 fl., Korn effectiv 10—10½ fl., per Mai 10%½ f Kgl. 10½ fl., per Nov. 9—91½, fl., Gerste, Pfälzer,%
Marktbe richte. f eth
bis 12½ fl., Franken 12½/ fl., Haser essectiv un 0 März 8 ½ fl., per Mai 85/—½ fl. Rüböl hat sich![( den letzten Tagen etwas besestigt, effectiv rohes 21½ f üinige ohne Faß, per Mai 219/ fl., per Oct. 22½ fl. mit Faß y
In Kleesamen geht wenig um, Deutscher Kleesamen dies 28 fl., Luzerner 30— 32 fl. Bohnen 12— 13 fl
Leinöl 22½ fl. Mobnöl 36 fl. Kohlsamen 19 ½.— 20 1 Minz Erbsen 10— 12 fl., Linsen 10—13 fl. Wicken 97% f
Repskuchen 85—90 fl. 1 i er
Literarisches. 10
Die Märzhefte der Musikalischen Welt en Ama
balten in ihren vier Ausgaben(A, Clavierstücke, B, Liebe g a für hohe, C. Lieder für tiefe Stimme und D,% te, mischte Ausgabe) wieder so viel Schönes und Gediegene hoffe an Originalwerken zeitgenössischer Componisten in leich 8 faßlicher Form, daß sie fortfahren das unbedingte Interiss aufe der Musikwelt in jeder Weise in Anspruch zu nehmen us
zu beftiedigen. i en
9 0
— 2 n d 0 8 8.10 25 2% bac 5 im. 5 l 0 k 0 4 uch 8 8 1 85 e Ss Die soeben erschienene Nr. 23 enthält: 5 king Vetter Isidor. Novelle von Julius Grosse.— den,
Schllda. Von Richard Andree. Mit Abbildung au ist, Gneisenau's Geburtshaus.— Mit dem deutschen G schwader um die Erde. Reisebriese von Kapitän See R. Werner. II. Von den Cap⸗ Verden na eh La Guapra,(Schluß.)— Ein moderner Rhapfod] begri Mit Portrait von Richard Türschmann.— Steinkohle liebe produknon und Steinkohtenverbrauch.— Am Familie r sisch Mordsiausick der Vereinigten Staaten.— raue 0 leid in Kriegeszetten. Zu dem Bilde von Herter aft Das Brautkleid der jungen Wittwe. 1
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