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Noth⸗ und Hülferuf!

Ein unübersehbares Unglück hat der 13. November über die ganze Nordostküste Deutschlands gebracht. Dir vereinigten Fluthen

des Meeres und der Binnengewässer, hochaufgestaut durch rasende

türme haben sich über jene weiten Niederungen ergossen, welche

hinter starken Deichen bisher einer verhältnißmäßigen Sicherheit genossen. Viele Hunderte von Hütten armer Fischer, Lootsen und Küstenwächter sind längs der Gestade von Pommern, Mecklenburg und Schleswig⸗Holstein bis zum Dollart hin spurlos weggeschwemmt, mit ihnen noch ungezählte Menschenleben und die ganze Habe jener Unglücklichen, die jetzt, dem Ungemach der winterlichen Jahreszeit preisgegeben und größtentheils aller Etwerbsmittel beraubt, ihre Blicke auf das große Vaterland kichten und von der so oft und glänzend bewährten Bruderliebe und Hülfebereitschaft des deutschen Volkes, dessen Vorhut gegen Naturereignisse und Feindesmacht sie

bilden, nun ihrerseits Rettung aus Noth und Elend erhoffen. Das Elend ist un b

eschreiblich groß!

Der Nothschrei von den Küsten der deutschen Meere wird nicht verfehlen, allenthalben, wo mildthätige Herzen schlagen, Wider⸗ hall zu erwecken. Allenthalben thun sich spendende Hände auf und reichlich beginnen die Gaben zu fließen. Die Bewohner Friedbergs und der Wetterau, welche nie zurückbleiben, wo es gilt, Werke der Wohlthätigkeit und der Menschenliebe zu üben, werden ihre edel

müthige Gesinnung auch bei diesem neuen Anlaß bewähren und mit freigiebiger Hand nach Kräften beitragen.

zur Linderung der Leiden jener Unglücklichen

a Die Unterzeichneten sind bereit, einer von Stralsund aus ergangenen Aufforderung zu entsprechen und milde Spenden für die überschwemmten Küstenbewohner in Empfang zu nehmen, darüber öffentlich zu quittiren und die Gaben ihter Bestimmung zuzuführen.

In Friedberg: J. Wahl. L. Seyd. D. Nebhuth. G. Hieronimus. E. Häberle. Zur Annahme von Beiträgen erklärt sich gleichzeitig bereit

In Nauheim: Th. Tecklenburg.

Dr. E. Schmid. H. Schimpff.

Dr. W. Uloth. es Oberhessischen Anzeigers.

Die Expedition d Aufruf

zur Gründung eines Veteranen- und Militär-Vereins zu Friedberg. 3292 In unserm Lande bestehen schon eine große Anzahl vonVeteranen- und Militär⸗ Vereinen⸗ unter dem Protektorate Sr. Großh. Hoheit des Prinzen Ludwig, deren Zwecke folgende sind: 1) Erinnerung an die

Strapazen.

2) Um unsere Anhänglichkeit zum Militär und seinen Führern, zu Fürst und Vaterland zu erkennen und der Jugend darin ein Beispiel zu geben.

3) Um dem Militarstande dem Civilstande gegenüber die ihm gebührende Achtung, mehr als dies früher der Fall war, zu erzielen.

4) Pflege und Unterstützung kranker Mitglieder im Frieden und der im Kriegsdienst stehen. den Mitglieder im Kriege.

5) Vergütung von Begräbnißkosten an die Hinterbliebenen eines Mitgliedes.

6) Feierliche militärische Beerdigung der Mitglieder.

7) Andenken an die Verstorbenen und Gefallenen. Gedächtnißtag. Gedenkstein.

Zur Gründung eines gleichen Vereins werden hierdurch alle diejenigen Bewohner unserer Stadt, welche dem Militärstand als Landwehrleute, Reservisten und Entlassene oder im activen Dienst angehören, auf Samstag den 7. Dezember, Abends präcis 8 Uhr, in den SaalZur goldenen Reichskrone eingeladen.

Versteigerung

eines

großen Spielwaaren-Lagers.

3286 Donnerstag den 5. December, von Vormittags 9 Uhr anfangend, läßt Kaufmann Bingmann in seinem Haufe vurch den Unterzeichneten seine sämmtlichen Spiel⸗ wagen, bestehend in den mannigfaltigsten Gegenständen, in und außer Schachteln, für Knaben und Mädchen: Wagen, ble zu den feinsten in Blech; Hagrpferde und andere große wilde und zahme Thiere mit Stimme; Waffen, Helme, Pelischen, Trompeten, Handwerks⸗ zeuge ꝛc.; preuß., bayr. öflert. und franz. Milttär; Kriegs- und andere Schiffe; Puppenstuben und Küchen; gekleidete Puppen; eleganteste Blechmöbel u. Servicen aller Art; sehr viele neue Gesellschaftsspiele(Schachs, Dominos ꝛc.) und eine Menge nützlicher Gegenstände

erlebten Militärjahre, überhaupt insbesondere an die erlebten

Mehrere Kameraden.

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Friedberg,

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Den Verkauf für Friedberg habe ich Frau Wittwe Louis Simon übertragen.

Ein zuverlässiger Mann 3303 wird zur Uebernahme einer Russenfabrik gesucht, Näheres dei der Exp. d. Bl.

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3276 Neelle Bedienung.

3296 Das von der am 24. d. Mts. stattge⸗ fundenen Wahlversammlung bestimmte Comité schlägt für die Wahl des Herrn Buchhändler Scriba die nachfolgenden Mitbürger zu Wahl⸗ männern mit dem Bemerken vor, daß gedruckte Wahlzettel ausgegeben und solche auch dei Herrn Kaufmann Gustav Dieffenbach und Bierbrauer Karl Preußer in Empfang ge nommen werden können: Wahlmänner.

1) Bechstein, Heinrich, Lederhaͤndler.

2) Falck, Johs., Sattler.

3) Fertsch, Wilhelm, Kaufmann.

4) Hecht, Christian, Weinhändler.

5) Hoffmann, Joseph, Posamentir.

6) Hirsch, Mayer, Kaufmann.

7) Koob, Johs., Schneidermeister.

8) Löb, Emanuel, Fruchthändler.

9) Nebhuth, Bergrentmeister. 10) Pfeffer, Jacob, Schreinermeister. 11) Philippi, Georg, Bierbrauer.

125 Rausch, Adam, Mehlhändler. 13) Ruths, Eduard, Rentier. 14) Reuß, Konrad, Oeconom und Wirth. 15) Seyd, Ludwig, Hofgerichts⸗Advocat. 16) Schleuning, C. F., Kaufmann.

17) Steinhäußer, Georg, Bierbrauer. 18) Trapp II., Gustav, Hofgerichte⸗Advocat. 19) Trapp IV., Eduard, Hofgerichts-Advocat. 20) Ulrich, Christian II., Russensteinfabrikant. Das Comité.

3305 Der Königtrank önigtrank,

eine mit circa 100 milden Pflanzensäften bereitete Kräuter⸗Limonade, größtes Labsal für alle Kranke, ist nichts weniger als»Mediein« oder Geheimmittel; er liefert dem Organismus eine Fülle von Gesundbeitsstoffen, durch welche die Natur(durch Blut und Säftebesserung) so um⸗ gewandelt wird, daß die Krankheits⸗Ursachen und

dadurch die Krankheiten selbst verschwinden. ö Hygtist Karl Jacobi, Berlin.

Die Flasche Extract, zu dreimal so viel Wasser, kostet in Berlin einen balben Thaler; in Fried berg bei W. Bernbeck und in Nauheim bei Ph. J. Weiß je 1 Gulden rh.

Jahlungs⸗Aufforderung.

3007 Die Güterpächter des Hospital-Armen⸗ Pfarr⸗ besoldungs- und Augustinerschul-Fonds werden hiermit aufgefordert, die auf Martini J. J. fällig gewesenen Pachigelder so gewiß in 10 Tagen zu bezahlen, als sonst gerichtliche Mahnung erfolgt.

Gleiche Aufforderung ergeht an diefenigen, welche mit Zahlung von Holzgeldern an die FKreiherrlich von Rltter'sche Gutsverwallung noch im Rückstande sind.

Friedberg den 28. November 1872.

Der Stistungsrechner Heidt.