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gewordene herzliche Aufnahme und die ihm be- wiesene Anhänglichkeit dankt.
— Zu dem Journalistentage sind 72 Zeitungen. angemeldet. Bei dem Empfange im Saale des Bürgervereins wurden die versammelten Journa- listen von Fröbel(München) vom dollegsalen Standpunkte, Guggenheimer(München) Namens der Gemeindecollegien und von Kastner Namens der Münchener Abgeordneten zum Reichs- und Landtage begrüßt. Stein(Breslau) dankte für die herzliche Aufnahme in München, welches sich einen hervorragenden Rang unter den deutschen Städten gesichert habe, und bringt ein Hoch auf dasselbe aus.
Stuttgart. Ueber die Hieherkunft des deutschen Kronprinzen verlautet jetzt, daß derselbe von Berchtesgaden einen Besuch bei dem König und der Königin in Friedrichshafen machen und dann am Abend des 15. August mit dem König hier ankommen wird. Die Festlichkeiten hier werden nach dem in Friedrichshafen genehmigten Pro- gramm ausgeführt werden, wozu auch Freuden⸗ feuer auf den Höhen und ein Fest im Stadt— garten gehören.
Metz. Vor einigen Wochen trat ein junger Mann(Lothringer, in der Umgegend von Pont— 3 Mousson zu Hause) als Einjährig-Frei- williger in das hiesige vierte baperische In- fanterie-Regiment ein. Wie man hört, dürfte derselbe in Kürze mehrere Kameraden erhalten.
Ausland
Oesterreich. Wien. Die„N. Fr. Pr.“
zieht aue„dem Besuch, welchen der Kronprinz Kriegsminister 5 g Nationalgarden aufgefordert, wegen des schlechten gegenseitigen Verkehrs zwischen dem Kaisor und Standes ihrer Bewaffnung die Waffen zu depo⸗ der Kaiserin und ihrem Gaste“ kräftige Beweis- niren
des deutschen Reiches dem kaiserlichen Hofe zu Ischl abgestattet hat, und aus der Herzlichkeit des
gründe gegen die Gerüchte, als ob die Reise des Kaisers Franz Joseph nach Berlin fraglich ge— worden sei. Sie fügt bei, daß„in gut unter richteten Kreisen“ der Abstecher des Kronprinzen Friedrich Wilhelm mit einer Einladung an die Kaiserin, ihren Gemahl bei dem bevorstehenden Besuche des Berliner Hofes zu begleiten, in Ver— bindung gebracht werde. Auch ein Offieiöser der „Karlsr. Zig.“ weiß zu berichten, es seien be— züglich der Reise nach Berlin in der Hofburg Weisungen aus Ischl eingetroffen, welche es zweifellos erscheinen lassen, daß sich die Keiserin in Begleitung des Kaisers dorthin begeben werde. Das weibliche Gefolge werde bereits zusammengestellt.
Gastein. Feldmarschall Graf Moltke ist hier eingetroffen.
Schweiz. Bern. Ein päpstliches Breve trennt den Canton Genf von der Dibcese Lausanne und erhebt, laut der„Gazette de Lausanne“, den Pfarrer Mermillod, Bischof von Hebron i. p., förmlich zum Bischof von Genf.
Frunkreich. Paris. Die Verhandlungen der Regierung mit dem Hause Rothschild und der Bank von Paris sind zum Abschlusse gelangt. Die Contrahenten haben einen Vertrag unter- zeichnet, wonach Rothschild und die gedachte Bank der Regierung 700 Millionen Franken in Tratten auf das Ausland zum jetzigen Wechsel-Course in dem Zeitraume vom Schlusse der Subseription bis zum Jahresschlusse zusichern.
— Zur Zeichnung der großen Anleihe sollen 500 Millionen für Wien, 500 Millionen für England, 250 Millionen für Berlin, 250 Mil- lionen für Belgien, 1000 Millionen für franzö⸗ sische Bankiers und 1000 Millionen für das Publikum reservirt werden.
— Wie der Pariser Correspondent des„Daily Telegraph“ aus bester Quelle erfährt, wird Mar- schall Bazain's Prozeß nicht vor dem 1. October seinen Anfang nehmen. Die Namen der Mit- glieder des Kriegsgerichts werden erst wenige Tage vor dem Beginn des Prozesses offiziell bekannt gemacht werden. Es sollen über 200 Be- und Entlastungs Zeugen vernommen werden, und bei Baraguay d'Hilliers sind bereits 3000 auf den Prozeß bezughabende Documente deponirt worden.
Versailles, 28. Juli. Die Nationalver⸗ sammlung hat in ihrer beutigen Sitzung mit 311 gegen 265 Stimmen das ganze Gesetz, betreffend die Besteuerung der Rohstoffe, angenommen. Es wurde sodann in der dritten Berathung des Militär⸗ gesetzes fortgefahren, welches bis Art. 43 ge- nehmigt wurde.
— 27. Juli. Die Nationalversammlung hat in ihrer heutigen Sitzung das Militärdienstgesetz in dritter Lesung angenommen.
Großbritannien. London.„Daily News“ veröffentlicht ein Telegramm aus Rom, wonach der Papst die englischen und irischen Bi— schöfe angewiesen hätte, gegen etwaige Priester— verfolgungen in Hirtenbriefen zu protestiren.
Italien. Rom. Bezüglich des Attentats gegen den König Amadeus scheint man hier einen wichtigen Fang gemacht zu haben. Es wurde nämlich ein Franzose, Monsieur Jacques, ein früherer Benediktinermönch, verhaftet, der von hier aus für mehrere französtsche klerikale Zeitungen correspondirte. Derselbe hatte mehrere Stunden, bevor das Attentat gegen den König verübt worden war, auf dem Telegraphenbureau angefragt, ob Nachrichten über ein Attentat gegen König Amadeus angekommen seien. Er ist einem langen Verhör unterworsen worden; man weiß aber bis jetzt nichts über den Ausgang desselben.
Spanien. Madrid. Amtlich wird ge meldet: Oberst Arrondo schlug und zerstreute die über 1000 Mann starke Carlistenbande Castell's. Die Carlisten verloren 13. Todte und 35 Ge— fangene. Die geschlagene Bande Seball's verlor 3 Todte und mehrere Verwundete.
Donaufürstenthümer. Bukarest. Der hat durch einen Tagesbefehl die
Die Deponirung der Waffen erfolgte
hierauf überall mit der größten Ruhe, wodurch die Opposition, welche Ruhestörungen herbeige—
wünscht hatte, in ihren Erwartungen getäuscht
wurde.
Groß⸗Linden. Wir haben über einen sehr bedauer— lichen Unglücksfall zu berichten. Eine junge Braut, die mit ihrem Verlobten und anderen Angehörigen ihrem zu— künftigen Wohnorte einen Besuch abstatten wollle, ist das Opfer einer Unvorsichtigkeit geworden. Als die Abreise Morgens 4 Uhr vor sich gehen sollte, und sie bereits als die Letzte das Zimmer verlassen hatte, erinnerte sie sich, daß die Petroleumlampe noch zu löschen sei. Sie kehrte rasch zurück, und kurz darauf verkündigte den außen Har— renden ein gellender Schret ein Unglück. Der Verlobte stürzte ihr rasch nach und fand seine Braut in bellen Flammen stehend. Die Peiroleumlampe war während des
Löschens explodirt und hatie schon in der kurzen Zett ent— setzliche Verheerungen an der Unglücklichen angerichtet. Trotz der Geistesgegenwart des Bräutigams, der das Feuer an ihrem Körper durch Ueberwerfsen seines Rockes erstickte und sich selbst dabei arg verbrannte, liegt sie in einem schauderhaften Zustand darnieder, und es wird sehr an ihrem Aufkommen gezweifelt. Neuere Nachrichten melden den Tod der Unglücklichen.
Gießen. Seit einigen Tagen ist die hiesige Polizei mit Führung einer Voruntersuchung beschäftigt, welche zu den größten gehört, die man in der neueren Zeit hier erlebt hat. Dieselbe hat nämlich ergeben, daß mehrere Fabrikarbeiterinnen aus Großenlinden seit Jahren in der Gail'schen Wollfabrik eine sehr große Menge Garn und Wolle gestohlen haben. Das meiste gestohlene Garn haben einige Hehler aus Großenlinden, Langgöns und Holzheim gekauft, die damit in der Umgegend einen Handel trieben. Die Töchter einiger Familien haben allmähltg so viel ge— stohlen, daß die Mütter ihren Kaffee beim Holz gestohlener Spulen kochen konnten. Bis jetzt hat die Polizei 17 Per- sonen eingesteckt, die Zahl der Schuldigen wird sich aber noch vergrößern. Die Zahl der in den benachbarten Dötsen Großenlinden, Langgöns, Holzheim, Grüningen, Garbenteich, Leihgestern ꝛc. vernommenen Käufer wird sich bereits über hundert belaufen; aber es wird nicht möglich sein, die Namen der vielen hundert Käufer sämmtlich zu ermitteln.
Frankfurt. Aus der Buchdruckerei von Mahlau und Walsdschmidt ist soeben eine Arbeit hervorgegangen, die wohl zu den seltensten und im Format zu den größten der Buchdruckerpresse zu zählen ist. Im Auftrage des Vereins deutscher Gasthofsbesitzer, der hier und in Cöln Centralbureaus hat, fertigten dieselben ein Tableau an, welches ca. 700“ groß ist und die Namen und Firmen jämmelicher Gasthossbesitzer, nach den Städten alphabetisch geordnet, enthalt. Das Tableau, von einem eleganten Holzrahmen umgeben, ist eine Zierde der Gastzimmer der deutschen Hotels und soll dem reisenden Publikum als Richtschnur dienen. Dasselbe ist bereits hier im Gasthof zum Holländischen Hof ausgcestellt.
Frankfurt. Hiesige Handwerker hört man b
lebten Zeit darüber klagen, daß sie bei Zahlungen du
Zwanzig⸗Markstücke, deren Werth auf 11 fl. 40 kr. normim ist, entsprechend einer anderen, allerdings schon altem Unsitte bei Zahlungen mit Gold, um sechs Kreuzer höher nehmen sollen, als sie normirt sind.*
Wiesbaden. Die hiesigen Droschkenkütscher haben
vor einigen Tagen sämmtlich ihre Fahrten eingestellt, weil sie sich einem neu erlassenen Reglement der Polizeibe⸗ hörde nicht fügen wollten. Es sind hierdurch gerade
augenblicklich auf der Höhe der Saison und bei dem un⸗ gemein großen Fremdenverkehre für unsere Badestadt recht fatale Zustände geschaffen, die sehr störend in allen Veikehr eingreifen. Man hofft jedoch auf baldige Abhülfe zum Nachtheile der strikenden Kutscher. Es ist nämlich ein Hr. Salomons von Berlin um die Concesfion eingekommen, Droschken-Fuhrwerk in Wiesbaden zu stellen. Er ist bereit, in kürzester Zeit 200 elegante Droschken zu liefern und will sich den bestehenden neuesten Bedingungen unterwerfen. Die k. Regierung hat darauf sofort dem Herrn Salomons die Concession zum Betrieb des Droschken⸗ Fuhrwerks in Wiesbaden ertheilt und die k. Polizeibireelion beauftragt mit demselben einen Vertrag abzuschließen.
Mainz. Einem Rangirer auf der Ludwigsbahn fuhr am 25. Abends der Zug über beide Beine und zerquetschte dieselben auf furchtbare Weise. Der Mann ist aus Gun⸗ tersblum, aber hier wohnhaft. 712
Vom Nhein. Größere wissenschaftliche ꝛc. Ver⸗ sammlungen finden in diesem Jahre statt: 12. bis 18. August. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte zu Leipzig.— 18. bis 25. August. Der deutsche Ge⸗ nossenschaftstag zu Breslau.— 20. bis 30, August. Achter internatsonaler statiftischer Congreß zu Petersburg. — 26. bis 29. August. Volkswirthschaftlicher Congreß zu Danzig.— 30. und 31. August. Deutscher Juristen⸗ tag zu Frankfurt a M.— 2. September. Internalionaler Verein für Krankenpflege im Frieden und im Kriege (Albert-Verein) zu Dresden.— 20. bis 22. September. Congreß der Allkatholiken zu Köln.— 22. bis 29, Sep tember. Versammlung der deutschen Land- und Forst⸗ wirthe zu München.— 24. bis 26. September. General⸗ versammlung des nord- und süddeutschen Apotheker Ver⸗ eins zu Franksurt a. M.— 1. bis 3. October. Deulscher Protestantentag zu Osnabrück.
Vom Rhein. Am Samstag, 20. d., Morgens zwischen 6 und 7 Uhr brach in dem Orte Weisel bei Kaub Feuer aus und verzehrte daselbst innerhalb 2 Stunden 50 bis 60 Gebäude, darunter 25 Wohnhäuser.
Aus Tauberbischofsheisn wird geschrieben: Wie jedes Jahr, so gehen auch heuer wieder täglich Wagen hier durch, schwer beladen mit großen Kufen voll Heidelbeeren. Ihr Bestimmungsort ist ein würtembergisches Nachbardorf. Dort werden sie gekeltert und geht ihr Saft mit anderen Beisätzen als„Rebenblut“ oder„Weinfarbe“ weitbin, um von Weinhändlern zum Färben des Weines gekauft zu werden. Mancher Weintrinker schkürft mit Behagen seinen Rothwein in der Meinung, die Hochsonne Bordeaux“, oder der milde Oberrhein habe in geröthet, während er seine Farbe dem tannenreichen Odenwalde verdankt.
Frankreich. Der geheime Plan des Generals Trochu. Bei der letz en Festlichkeit in Neuilli producirte ein Individuum eine Art Panorama. Dort sah man die Schlacht von Froschweiler, da das Gefecht von Weißen⸗ burg, weiterhin das Bombardement von Straßburg. End— lich erblickte man über einem Vergrößerungsglas die Auf⸗ schrift:„Plan des Generals Trochu.“ Dte Neugierigen, deren eine große Zahl vorhanden ist, treten begierig heran und sahen— Nichts. nl
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D. Frankfurt a. M., 2. Juli.(Bötsenwoche vom 22.— 27. Juli.) Die heute ablaufende Vörsenwoche kann wohl als die bis jetzt geschäftsloseste dieses Jahres bezeichnet werden. Keins von all den vielen Effecten, welche unser Courszettel ausweist, hatte sich eines besonders umfangreichen Verkehrs zu erfreuen, und obwohl die Grund⸗ tendeuz eine feste war, blieben Umsätze doch in den engsten Grenzen. Dies gilt selbst von den Haupispeculations⸗ Effecten, in welchen nur Transactionen für den bevor⸗ stehenden Ultimo stattfanden. Creditactien gewannen gegen die Vorwoche 2 fl., wohl weil die Creditanstalt bei der franz. Anleihe stark bettzeiligt ist. Staatsbahn bleibt auf dem Nivegu vom vorigen Samstag, trotz der Minderein⸗ nahme von einer Viertelmillion, aus Anlaß eines Gerüchts, daß sie die Franz-Josephbahn kaufen wolle. Lombarden blieben ganz vernachlässigt und lavirten beständig zwischen 218½— 219% hin und her. Oesterreich. Nationalbank büßt 4 fl. ein. Oesterreich. Bahnen noch weniger belebt als in der Vorwoche. Elisabeth, Alföld, Nudolf gaben 1—2 fl. nach. Raab⸗Grazer dagegen gewannen hier wie in Wien 1 fl. Von deutschen Linien besserten sich alte bayr. Ostbahn und hess. Ludwigsbahn, letztere soll, wie man sagt, vom Staat angekauft werden. Banken erfreuten sich in der-ersten Wochenhälfte etwas belebteren Geschäfts, namentlich Darmstädter, welche 1½ fl. höher gingen. syrkf. Bankverein und deutsche Vereinsbank dagegen gaben 1½% ab. In Loosen und Prioritäten war das Geschäft ein äußerst limitirtes und Course reagirten. Vom Staats- papieren stand neueste franz. Anleihe obenan, die in Form von Prämien für Subseribtionsresultate gehandelt und anfänglich mit 1 Fr. 50 bezahlt, später aber zu 30 und dann wieder zu 30 Cts. abgegeben wurde. Oesterreich. Renten flau und nachgebendͤ. Süddeutsche Fonds fest. Russen besser, ebenso Schweden. Amerikanische Staaten bonds ziemlich sest, Prioritäten größtentheils weichend,
nur California- Pacific schließt 1% besser.
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Sone Seien.


