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Friedberg den 4. November 1872.

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Arbeiten mit den lt. Voranschlag dazu erforderlichen

wirklichen wahren Werthe nach versichern; nur auf diese Weise können wir uns vor Verlusten schützen.

Leider geschieht dies gar häufig nicht, sondern der zu Versichernde schlägt die Werthe der Ver⸗

* 1 sicherungs-Objecte bei der Aufnahme meistens ge⸗

ringer an, weil er fürchtet, die Versicherungs Summe käme ihm zu hoch und er müsse sonst zu bohe Prämie bezahlen. Dies ist nun ganz ver⸗ kebrt und vollständig am unrechten Platz gespart, denn im Falle eines Brandschadens kann im vor⸗

vollen Schaden, sondern nur nach Verhältniß seiner Versicherungs⸗ Summe bezahlt erhalten; er trägt also den Schaden an der überschießenden Summe selbst. Er soll aber auch nicht zu hoch versichern, denn im Falle eines Brandschadens wird ihm nur der wirklich verbrannte Werth ver gütet und der Versicherte zahlt unnöthige Prämie. Wer versichern lassen will, soll der Wahrheit ge mäß versichern. Es kann dem Versicherten, wie der Gesellschaft mit einer solchen Halbversicherung nicht gedient sein, em Versicherten deßhalb nicht, weil er im Falle eines Brandes seinen vollen Schaden nicht bezahlt erhält und der Gesellschaft, weil dann über dieselbe gewöhnlich geschimpft und raisonnirt wird, sie habe sich nicht anständig und nobel benommen, trotzdem sie vollständig und oft mehr wie ihre Schuldigkeit gethan hat. Aus sdiesem Uebelstand entspringen die meisten Klagen

Eine letzte, uns naheliegende Frage ist die: und Vorwürfe gegen die Versicherungs- Gesell⸗ wWie sollen wir versichern? Dieselbe ist einfach schaften, dahin zu beantworten:Dadurch, daß wir unser rückfallen. f Hab und Gut ohne Ausnahme dem Geschäftsleuten sagen:Wie kann ich dies grade

liegenden Falle der Versicherte unmöglich seinen zu erreichen ist. Dies geschieht nun leider gar

die doch allein auf den Versicherten zu⸗ Gar häufig hört man besonders von

so genau angeben, da bei mir die Vorräthe 1. gar zu häufig wechseln?

Es gibt hier zwei Wege, um sich gegen alle Eventualitäten im Falle eines Brandes zu schützen, entweder ein für allemal eine gewisse Maximal-

Nachtheil leider zu spät die Augen aufgehen. Prüfe einmal ein Jeder seine Police mit dem wahren Sachverhalt und es werden sicher wenige auftreten, die sagen können, die meinige stimmt genau mit dem Bestand und Werth der Versiche⸗ rungs-Objecte überein!

Schenken wir daher unserem Versicherungswesen für die Folge mehr Aufmerksamkeit, wählen wir uns vor allen Dingen nur eine solche Gesellschaft

Summe zu versichern und lieber etwas mehr Prämie aus, wo wir die Ueberzeugung gewonnen haben,

zu bezahlen oder aber im Laufe des Jahres nach Belieben durch Veränderungs-Genehmigung und Nachträge an der Police ab- und zuschreiben zu lassen, was durch einfache Anzeige bei dem Agenten

zu wenig, das ganze Versicherungswesen wird über baupt vom größten Theil des Publikums viel zu leicht genommen und ihm zu wenig Aufmerksam- keit geschenkt. Der Antrag wird oberflächlich auf genommen, die Police wird nach der Aushän digung Seitens der Agenten bezahlt in den Schrank geschlossen und bleibt dort ruhig liegen, ohne einer Durchsicht gewürdigt zu werden, ohne die Versicherungs⸗Summe nur alljährlich wenigstens einmal, trotz der vielleicht inzwischen eingetretenen Veränderungen, mit dem Werth der versicherten Objecte zu vergleichen und die nothwendigen Aenderungen daran vornehmen zu lassen. Es ge

daß dieselbe gestützt auf ein bedeutendes Grund⸗ kapital mit enormem Reservefonds und loyal, dem Publikum entgegenkommenden Bedingungen, ein weit verzweigtes, ausgedehntes Geschäft beherrscht und hierdurch Zeugniß ablegt, daß sie sich das Vertrauen des Publikums erworben hat und das selbe bei vorkommenden Bränden durch eine cou lante Abwicklung der Regulirung zu würdigen weiß! Tragen wir aber auch unser mögliches bei, indem wir unsere Police nicht ungelesen in den Schrank schließen und sie als ein werthloses Papier betrachten, das weiter keine Würdigung verdient. Im Gegentheil, betrachten wir dasselbe als das was sie ist, als ein Werthpapier, das im ungünstigen Falle einen großen Theil event. unser ganzes Vermögen repräsentirt, verwenden wir mehr Sorgfalt darauf, daß die Ver- sicherungs⸗Summe im Ganzen sowohl wie im

nügt den Meisten die Beruhigung, du bist ja ver- sichert, aber das Wie 2 kommt kaum oder gar nicht in Betracht, bis ihm eines schönen Tages durch einen in seiner Behausung ausgebrochenen Brand bei der Regulirung zu seinem eigenen

Einzelnen dem wahren Werthe der Versicherungs Objecte jederzeit entspricht. Nur auf diese Weist setzen wir uns und die Gesellschaft in den Stand event. Brandschäden zur vollen Zufriedenheit beider

seits regulirt zu sehen.

Vergebung von Schreinerarbeit. 3079 Die Anfertigung von 25 Stück Vorstelläden von Doppelbolz für das diesige Landwehrzeughaus, ver⸗ anschlagt u 90 Thlr., soll summissionsweise vergeben werden und liegen die Bedingungen und Kostenanschlag auf unserem Büreau, früheres Lazarethgebäude Nr. 205, Einficht offen. 15 b

Die Eröffnung der eingelegten Summissionen erfolgt Samßsag den 9. d. Mts., Vormittags 10 Uhr. Spätere Einlagen blelden unverüchfichtigt.

Großherzogliche Garnison-Verwaltung. Dorfe ld.

Vergebung von Bauarbeiten. 3080 Die zur Erbauung eines neuen Haftlocals nebft Wirthschaftsgebäude zu Buß bach erforderlichen Bau-

Malerlalienlieferungen(avsgenommen die Mauermate⸗

rialien)

Maurcrarbeit zu 2610 fl. 27 kr. Stelnhauerarbelt 4382 17 Zimmerarbelt. Dachdeckerarbeit 444 36 Schreinerarbeit 123 Schlosserarbeit 1614 28 Gußlieferung 302 Glaserarbeit 163 Weiß binderarbelt 1009 Spenglerarbeit 54 31

Pflaftererarbeit R follen auf dem Submisfionswege an den Wenigstfordern⸗ den vergeben werden.

Die Abgebote haben in Prozenten zu geschehen und find versiegelt mit der Aufschrift versehenSubmission für die... Arbeit zur Erbauung eines Haftlocals zu Bußbach längstens bis zum 13. November, Morgens 10 Uhr, als dem Eröffnungstermin, auf unterzeichnetem Bureau einzureichen, woselbst von heute an Pläne, Voranschläge und Submissionsbedingungen zur Einsicht offen liegen.

Frtedberg am 1. November 1872. Wiese, 1 Frledberg. e u 5.

Bekanntmachung.

3094 Da der im Landkalender auf den 1. November eingetragene Allerheiligen-⸗Markt zu Pungen wegen des Anbaltenden Regenwelters nicht abgehalten werden konnte, so sst derselbe mit Genehmigung Großherzoglichen Kreisamts Nidda

auf Montag den 11. November verlegt worden, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.

dungen den 4. November 1872.

Großherzogliche 1 Hungen. B. d. 1

Bender, Beigeordneter.

Dolzügliche Nuhrkohlen

Oeffentliche Aufforderung.

3090 Die gerichts bekannten Gläubiger des verflorbenen Glasermeisters Tudwig Schulze von bier haben bezüglich der Vertheilung dessen Nachlasses unterm Heutigen ein Arrangement abgeschlossen. Alle bis jetzt unbekannten Gläubiger, denen die Einsichtsnahme der Akten auf der Gerichtstegistratur gestattet wird, werden hiermit aufgefordert, so gewiß binnen 4 Wochen von heute an gerechnet Einwendungen gegen das Arran gement geltend zu machen, als sonst dasselbe gerichtlich bestätigt und in Vollzug gesetzt werden würde. Friedberg den 30. Oktober 1872. Großherzogliches Landgericht Friedberg. Reitz, Langermann, Landrichter. Landgerichts⸗Assessor.

Wuff ren.

3095 Philipp Stier von Pohl-Göns bat sich in

Folge seiner Concurgerkennung mit seinen gerichtsbe⸗

kannten Gläubigern in ihrer bedeutenden Maforität im

Liquidations⸗Termine arrangirt; dieses Arrangement,

dessen Einsicht in biesiger Registratur freisteht, wird be⸗

stätigt und vollzogen werden, wenn nicht etwaige unbe⸗

kannte Gläubiger, die man hierzu auffordert, im Termine

Freitag den 22. November l. J.,

Vormittags 8 Uhr,

dahier Einwendungen vorbringen.

Butzbach den 2. November 1872. Gtoßherzogliches Landgericht Butzbach. Dr. Gtlmer, Fresenius, Landrichter. Landgerichts⸗Assessor.

Faselochs⸗ Versteigerung. 3091 Frettag den 8. d. M., Vormittage 10 Uhr, soll ein der hiesigen Gemeinde gehörender Faselochs öffent⸗ lich meistbietend versteigert werden.

Dorn Assenheim den 4. November 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Dorn-Assenheim.

Feinstes Vorschußnehl

2578 billigst bei Frledberg. n M. D. Loeb. f

Billige Limburger Käse

2684 bei

Frtedberg. A. Stahl Wittwe. 3083 Ich suche zur Stütze der Frau und Belhülfe im Geschäft ein zuverlässiges junges Mädchen von guter Familie zum sofortigen Eintritt.

Franko⸗Offerten an Friedrich Bauer, Schweine⸗ metzger in Darmstadt.(6361)

Ein ordentlicher Bursche

wird sogleich gegen hohen Lohn zu mlelhen ge

3101

3034 find fortwährend bei mir zu haben.

h. Dan. Kümmich

sucht. Wo? sagt die Exp. d. Bl.

Die Gartenlaube.

Nr. 43.

Inbalt: Was die Schwalbe sang. Erzählung von Friedrich Spielbagen.(Fortsetzung.) Das Conver⸗ sationslexikon und seine Gründer. Erne literar.⸗historische Skizze. Von dermann Franke. Bühnen-Etinnerungen 1. Bogumil Dawison. Von Arno Hempel. Doch nach Canossa! Mit Illufiration: Schloß Canossa. Nach einem Carton von Fr. Preller jun. in Dresden. Ein Besuch dei den Jesuiten. Aus früherer Zeit von Arnold Ruge. Blätter und Blüthen: Jugenderinne⸗ rungen eines deutschen Schriftstellers. Von A. Fr. Die Lazareihkameraden. Mit Abbildung:J, wat Sie sagen, Männeken! Origtnalzeichnung von

E. Crofto. Nr. 44.

Jubalt: Was die Schwalbe sang. Erzählung von Frledrich Spielhagen.(Fortsetzung.) Ein deutsches Kalser⸗ und Dichterbeim. Von Rudolf Scipio. Mit Abbiltung: Burg Frankenberg bei Aachen. Nach einer Skizze von Rudolf Scipio. Follen, Sand und Löhning. Neues Licht in altes Dunkel, aus den Erinnerungen von Friedrich Münch in Missouri. Aus dem Lande der Freiheit. Von Ludwig Buchner. Erster Brief. Der Meister an die Lehrlinge. Zur Be⸗ berzigung für Viele. Von O. Freiherrn von Redwitz in Schmolz. Der deulschen Nordmark Edrenwachk. Mit zwei Abbildungen: Siegesdenkmal auf den Düppeler döben. Steges denkmal zu Arn⸗ kiel am Alsensunde. Nach Pbotographien. Blätter uno Biülthen: Schlangenzauder. Von J. E. Pater Smaelen. Von Dr. R W. Grün. Oettinger's Monsteur des Dates Kleiner Briefkasten.

Bindernagel 8 Schimpff in Friedberg empfehlen sich zu geneigten Aufträgen,

Leere Oelfässer

zum Krautelamachen zu haben ben

Georg Groß.

Versteigerungs-Anzeige. 3102 Oonnerstag den 14. November, Vormittags 9 Uhr, sollen in der Behausung des verfforbenen Martin Klein dahier(Usagasse) nachfolgende, zu dessen Nach⸗ laß gehörige Gegenstände, als: Weißzeug, Bettwerk, Kleidungsftücke, Waarenvorrätbe(Halstücher, Garn c.), sowie verschiedene Küchengeräthschaften öffentlich an den Melstbietenden versteigert werden. Friedberg. In Auftrag: M. Schwarz, Hoftaxator.

Marktbericht.

Frankfurt, 4. Nov. Waizen, wetterauer,(100 Kilo) 14½ ½ fl., Korn(100 Kilo) 9½¼10½½ fl. Gerste(100 Kiso) 10, fl., Haser(100 Kilo) 7/48% fl., Repb(100 Kue) 19% fl. Räbsl(50 Kilo) 238,23 fl.

3100

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