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Bekanntmachung.
3327 Am 7. Dezember 1872, Vormittags von 8 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 5 Uhr, wird die Wahl von 20 Wahlmännern für die Gemeinde Friedberg zum Behufe der Wahl eines Abgeordneten für die Kreisstadt Friedberg in dem Local des Rathhaus⸗ saales vorgenommen werden. Alle stimmberechtigten Staatsbürger werden daher eingeladen, an dem gedachten Termin sich persönlich einzufinden und ihre Stimme abzugeben. g
Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß Diejenigen, welche mit der Entrichtung des letzten fälligen Zieles ihrer Einkommensteuer im Rückstande sind, zur Abstimmung nicht zugelassen werden und daß daher alle Diejenigen, welche bis zum 2. Dezember 1872 mit der Entrichtung von Einkommensteuer im Rückstande waren, nur dann zur Abstimmung zugelassen werden können, wenn sie den Rückstand noch bis zur Wahl abführen und daß solches ge⸗ schehen der Wahl⸗Commission durch Vorzeigung ihrer Steuerquittung nachweisen.
Friedberg am 3. Dezember 1872. 0 Die Wahl⸗Commission.
Jur Landtagswahl.
3333 Die Wahlen zum Landtag stehen vor der Thur. Es ist die heiligste Pflicht des Volkes solche Männer zu wählen, von denen man im Voraus versichert ist, daß sie der hohen Aufgabe, welche an sie gestellt wird gewachsen sind, d. h. daß sie dahin wirken, daß die bestehenden Gesetze zum wahren Besten des Volkes geändert werden.
Ich glaube im Interesse eller Wähler zu handeln, wenn ich den
Herrn Hofgerichts-Advokaten Curtman von Friedberg
als Abgeordneten für den Wahlbezirk Butzbach in Vorschlag bringe. Wenn man dessen Thätigkein im letzten Landtage in Betracht zieht, so ist es gewiß, daß er das wahre Volks- interesse vertritt; so hat er z. B. im Landtag im Jahre 1869 die Ansicht ausgesprochen, daß die Landwirthe durch die Grund- und Einkommensteuern doppelt belastet sind, er hat verschie⸗ dene Anträge wegen Ausbau des oberhessischen Eisenbahnnetzes gestellt und Jedem wird es noch im frischen Gedächtniß stehen, was er zum Besten der Volksschule und deren Lehrer gethan hat.
Ich empfehle daher aufs Dringendste denselben.
Ober-Mörlen am 3 December 1872. Kaspar Scherer.
Für den Landwahlbezirk Friedberg.
3331 In der am vorigen Sonntag stattgehabten Versammlung von Urwählern hat Herr Professor Köhler erklärt, er verstehe nicht die landwirthschaftlichen Interessen aus eigener Sachkenntniß zu wahren, er müsse sich in dieser Beziehung vielmehr auf die Belehrung von Andern verlassen.
Wir reflectiren aber auf einen Abgeordneten der besonders hinsichtlich der Wahrung der landwirthschaftlichen Interessen aus eigener Erfahrung mit Sicherheit und Energie aufzutreten und zu urtheilen vermag. Da aber nun die Wahl des Herrn K. Bausch VI. wegen mangelnder Redegewandtheit beanstandet wird, die Herren Kleeberger, Weith und Gröninger indeß aus demselben Grunde nicht durchzusetzen sein werden, deren Aufstellung unzweifelhaft auch nur als ein schlaues Manöver zur Förderung von Sonderinteressen durch Zersplitterung der Stimmen anzusehen sein möchte, so empfiehlt es sich noch in der letzten Stunde als Abgeordneten einen richtigen Mann im wahren Sinne des Worts vorzuschlagen.
Herr Joh. Ph. Müller, Grundbesitzer von Södel, (zeitweilig auf dem Bureau des Dr. Trapp IV. zu Friedberg), dat wie schon oft, so auch durch seine Rede in der Versammlung vom 1. December bewiesen, daß er ein Mann des Volks ist. Vertraut mit den Bedürfnissen der Landbewohner, hat er auch landwirth— schaftliche und juristische Kenntnisse und weiß bekanntlich überall, wo nöthig, seine Meinung nach jeder Richtung hin in Wert und Schrift zu vertheidigen. Herr Müller ist überdies unabhängig und hat noch nie den Mantel nach dem Winde gehängt.
Viele Landwirthe des Wahlbezirks.
a Gummi und Gutta⸗ Percha. Weihnachts-Ausstellung.
Friedberg. Sonntag am 1. Dezember fand auf hiesigem Rathbaus die zweste Versammsung der Urwäbler des Landbezirkes Friedberg⸗Naubeim unter flarker Bethenigung flatt.
Nachdem Herr br. Siebert von Nauheim auf selne Candldatur verzichtet hatte, empfahl derselbe mit warmen Worten Perrn Professor Köhler von hier als zu wählen den Ab geordneten, weicher Vorschlag fast einstimmig mit großem Beifall aufgenommen wurde.
Auf Einladung erschien Herr Professor Köhler in der Versammlung und entwickelte in einer ganz vor⸗ trefflichen oft von ffürmischem Beifall unterbrochenen Rede sein Programm.
Die politische und kirchlich freifinnige Richtung des Redners ist durch sein früheres Wirken gentzgend bekannt. In beiden Beziehungen wird sich der Wahlkreis nun selbfst ehren, wenn er einen Mann von so sestem Cha⸗ racter, von so tiefem Wissen und von so hohem Ansehen nach Darmstadt schickt, wie diese Eigenschaften in Herrn Professor Köhler vereinigt find.
Weitere unser engeres Vaterland angehende brennende Fragen wie z. B.
die Schulfrage, Selbflverwaltung in Gemeinde- und Provinzialangelegen⸗ beiten, Vereinfachung der Reglerungsmaschine und Ent⸗ fernung des allzugroßen Beamtenwesens und der Viel⸗ schrelberel, größere Berücksichtigung der Landwirthschaft und Entfernung der dleselben unverhältnißmaͤßig drücken⸗ den Lasten u. s. w. wurden von dem Redner in einer Weise behandelt, die jeden vernünftigen Mann dazu ver⸗ anlassen muß, Herrn Professor Köhler seine Stimme zu geben. Hoffen wir, daß die bevorstehende Wahl zu Gunflen desselben ausfällt und daß fich die Urwähler und Wahlmänner weder durch Reactionäre noch eng⸗ herzige für Localinteressen Arbeitende bethören lassen. Erstere faugen gar nichts und ein Mann, der, möge er noch so brav und liberal sein, ohne die nöthigen Kenntuisse, Rednergabe und Einfluß ist, kann mit bloßem Je oder Nein sagen weder die landwirthschaftlichen noch sonflige Interessen vertteten. 3328
Aus der Parmstädter Kreppelzeilun
J. Ameper. Natfclicherwets. 3332 Bmeper. Wie heußt? 0 Ameper. Wie wern denn im nächste Landtag die Gesetzvorlage berathe? Bmeper. Wie beußt berathe? Ste wern natür- licherweis gleich in Bausch und Boge angenomme! Amepet. Auch die von wege der Steuerfrag? Bmeper. Natürlicherweis, ja! Dummer Kerl warst Du dann nett vorige Sonntag dei der Urwählerver⸗
sammlung in Friedberg? Ameper. Hau hau. 0. 0. 0. 0. 0. 0. 0. 0. 0.
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Friedberg im November 1872. Einl inladung. 6 2 Sonntag als am 2. Advent findet de eee III. Sorte gutes Brod zu 12 kr. inweihung der neu hergestellten Kirche zu Bepenheim J 775;; f bell. Bec des Golledacues um 10 Ur. u Israclilischet Gottesdienst in Friedberg zahlreicher Betheillgung an diesem kirchlichen Feste ladet eg in; Freitag Abends 4 Uhr.
ergebenst ein Samstag Morgens 8½ Uhr.
Der Kirchenvorstand zu Beyenheim.
u- und Verkauf
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reeller Bedienung. Friedberg. J. A. Nauheim.
Geld Cours. Frankfurt am 3. Dezember 1872.
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Verantw. Red.: Hermann Schimpff.
Druck und Verlag von Bindernagel& Schirnpff.
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