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constatirt, aus dem Unglück Frankreichs hervorge— gangenen Lasten werden 436 Millionen betragen, darunter 200 Millionen zu Amortisationszwecken. Thiers glaubt, daß die vorgeschlagenen neuen Steuern genügen werden, um den Bedürfnissen der Situation, die wohl eine schwierige, aber
keine verzweifelte sei, Rechnung zu tragen. Die Rede Thiers' wurde sehr beifällig aufgenommen und die Sitzung nach derselben aufgehoben.— In der Abendsitzung wurde die Debatte über das Anleihegesetz fortgesetzt, Art. 1 wurde ohne Aende⸗ rung angenommen. Hinter diesem beantragte die Commission einen Artikel einzuschjeben, welcher besagt, daß die Deponenten der Sparkasse Titel der neuen Anleihe erhalten können, und zwar zu Bedingungen, welche nach Maßgabe der von ihnen hinterlegten Beträge festzusetzen wären. Dieser von der Commission beantragte Artikel, sowie die übrigen Artikel wurden gleichfalls genehmigt. Gegenüber einem Amendement Godin's erklärte Perier, die Finanzeommission sei nach wie vor entschlossen, die Ausgabe von Papiergeld zu ver— werfen. Der ganze Anleihe⸗Gesetzentwurf wurde schließlich mit Einstimmigkeit angenommen.
— Die Nationalversammlung nahm den An— trag betreffs der Abtretung von Ländereien in Algerien an die Elsässer an, Hierauf erfolgte die Ernennung der Mitglieder der Commission für Begnadigungssachen.
— Das„Journal officiel“ zeigt an, daß mit dem 21. Juni der Postdienst wieder vollstän— dig und nach jeder Richtung hin hergestellt ist. Die Annahme von Privattelegrammen in und nach den Departements Seine und Seine et Oise wird in Kürze erfolgen.
Großbritannien.
London. Gleich-
zeitig mit den Kirchen des Vaterlandes feierten
auch die deutschen Kirchen in London das Friedens- dankfest in angemessener Weise. St. Georgskirche war in allen ihren Theilen von deutschen Frauen in überaus reicher und geschmack—
voller Weise mit Blumen und Guirlanden aus— geschmückt worden, und vor einer dicht gedrängten Menge deutscher Landsleute angefüllt. Paslor Dr. Cappel hielt eine mit patriotischer Begeisterung aufgenommene Predigt, und das„Nun danlet alle Gott!“, welches von der ganzen Gemeinde stehend gesungen wurde, machte einen ergreifenden Eindruck. Am Schlusse des Gottesdienstes wurde
und der Wittwen und Waisen der deutschen Krieger.
London mittelst eines deutschen Passes angekommen. — Der Graf v. Paris wird nächsten Freitag bei dem Grafen v. Chambord in der Schweiz zum Btesuch erwartet.
Die lutherische
China. Hongkong. Die Amerikaner haben eine Expedition gegen Corea, Japan, un- ternommen. Nachdem auf eine amerikanische Re— cognoscirungsabtheilung gefeuert worden war, folgte ein allseitiges Bombardement. Die Amerikaner nahmen ein Fort und der Admiral hat nach Washington telegraphirt, daß er seine Operationen fortsetzen wolle, es sei denn, daß Contreordre eintrefft.
1 1 Steinfurth. Ein hochbetagtes Ehepaar, das nun 50 Jahre lang treulich und friedlich zusammengelebt und durch seiner Hände Arbeit ehrlich und beschwerlich sich ernährt hat, erbielt neulich am Ehrentage seiner gol— denen Hochzeit durch die Vermiftelung des Großherzog⸗ lichen Kreisamts aus der Großherzoglichen Cabinels-Kasse zu Darmstadt ein Gnadengeschenk von zwanzig blanken Thalern— 35 fl., die ihm nach angemessener Ansprache von Seite des Geistlichen eingehändigt worden sind.— Der Fall ist selten, die Gabe sehr erfreulich, und wie überaus herzlich der Dank!
Frankfurt. Wieder ist eine Anzahl theils aus Frankfurt, theils aus der Umgegend gebürtiger Personen auf dringendes Verlangen ihrer ehemaligen Principale nach Frankreich, bezw. Paris, Bordeaux, Lille, abgereist.
Das am 2. Juli staltfindende Feldbergfest ver⸗ spricht großartig zu werden. Von Frankfurt aus ist eine sehr starke Betheiligung aus den Kreisen der Turner— schaft zugesagt.
— Der„Telegraph“ meldet: Pyat ist in
Berlin. Vom Einzugstage erzäblen Berliner Blätter noch einige heitere Vorgänge. Unter den Linden hatten drei kecke Zuschauer sich hohe Stelzen angeschafft und bildeten so die wandelnden„Selbsttribünen“, wie sie ber „Kladderadatsch“ vorher illustrirt hatte. Ein Anderer hatte sich vor dem Arnim'schen Hotel auf eine umgestül pte Cementtonne gestellt und brach mit dem Fußboden ein, so daß er, zum Gelächter aller Umstehenden, sich nur mit Mühe aus der Tonne, die kein Schaufenster hatte, heraus⸗ helfen konnte. Am dauerhaftesten sollen sich die Mnsiker
eine Collecte veranstaltet zum Besten der Invaliden des Schuhmachergewerkes hervorgelhan und namentlich
den Pariser Einzugsmarsch nicht weniger als 27 Mal geblasen baben.
Paris Eine englische Gesellschaft, heißt es, will die Wiederherstellung der abgebrannten oder beschädigten Bau⸗ werke von Paris gegen Bezahlung in französischen Renten⸗ titeln in Entreprise nehmen. Der„Figaro- gibt eine approximative Schätzung des angerichteten Schadens im Betrage von 152,700,000 Frs., wobei nur der bauliche Schaden berechnet und die Vorstädte Passy, Ameuil, Neuilly u. s. w. nicht einbegriffen sind.
Friedberg. Bei Gelegenheit des Durch- zugs des 2. Regiments wollen wir nicht versäumen die Einwohner hiesiger Stadt dringend zu bitten, ihre Einquartierung, wenn nur irgend möglich, selbst zu beherbergen und zu verköstigen. In Darmstadt wurde mehrfach seitens der Truppen Klage darüber laut, daß die Verpflegung und die Lager- stätte in den Wirthshäusern, wohin man sie ausquartierte, in Folge der dadurch entstan⸗ denen Massenquartiere mangelhaft und unzu— länglich gewesen sei. Den Truppen, welche so lange im freien Feld lagen und ihr Leben für uns in die Schanze schlugen, thut es noch einmal so gut, wenn ihnen nicht nur äußerlich ein würdiger Empfang bereitet wird, sondern wenn man sie auch mit freundlichem Gesicht und liebevoller Auf merksamkeit in seinem Hause aufnimmt.
Bekanntmachung.
1629 Montag den 26. d. M., des Vormittags um 10 Uhr, wird in blesigem Rathbause das für die hiesige Armenanstalt pro 2. Halbjahr 187 erforderliche Cristallöl, Seift, Kaffee, gerollte Gersie, Griesmehl, Reis, Hirsen, Ochsenfleisch, Schweinefleisch, Nierenfett, Schweineschmalz und Brod, sodann die Anlieferung des für die Schuh macherei pro 2. Halbjahr 1871 erforderlichen Sohl-, Nind⸗ und Kalbleders, Hanfgarns, Bestechgarns, Holz— nägel, Absatz- und Sohlnägel, Pech und Wachs auf dem Submissionswege vergeben.
Die Bedingungen können bet Verwalter Gatzert in der Armenanstalt eingesehen werden.
Frtedberg den 21. Juni 1871.
Groß berzogliche Bürgermeisterel Friedberg. Foucar.
Mobiliar-Versteigerung. 1620 Mittwoch den 5. Jult d. J., Vormittags 9 Uhr anfangend, sollen in der Behausung des verstorbenen Glasermeisters Ludwig Schulze dahter verschiedene Mobilien, als: Commode, Tische, Stühle, Schränke, Beltslellen, Glas und Porzellan, Weißzeug, Bettwerk, Manns⸗ und Frauenkleiver, Küchengeräthe, verschledenes Glaserhandwerksgeschirr, 1 Bletzug, 1 Parthte Goldleisten und sonstige Hausgeräthschaften öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert werden.
zriedberg den 22. Juni 1871. Großberzogliches Ortogericht Friedberg. Foucar.
enen g.
1609 Freitag den 30. Juni l. J., Vormittags 9 Uhr ansangend, sollen in den Freiherrlich von Ritter'schen Waldungen zu Pos Hasselheck versteigert werden:
4 Stecken Elchen- Scheitholz,
35½„„ Prügelbolz,“ Schälholz, 4727 3 8 Reiserholz,
4 Läsße Allexletholz,
255 Stück geschälte Eichen Stangen zu Baum⸗
stützen ze. geeignet, 2. Zoll Durchmesser und 20-25 Fuß lang. Die Zusammenkunft ist im Lohschlag nächst der Usinger Straße. Frierberg den 22. Juni 1871. In Auftrag der Freiherrlich von Ritter'schen Gutsver— waltung zu Rüdesheim.
tue Matjes-Hüring
1436 bei Wilh. Fertsch.
Aufforderung.
1604 Herr Dr. med. M. Fresenius, früber in Nieder⸗ Wöllstadt jetzt in Darmftadt, hat mir Generalvollmacht zur Einziehung seiner sämmtlichen Ausftände ertheilt.
Die Schuldner meines Auftraggebers kommen ihren resp. Verbindlichleiten indeß in so ungenügender Weise nach, daß ich mich veranlaßt seben muß, dieselden bier— mit unter dem Anfügen an Zahlung zu erinnern, daß bel länger fortgesetzter Säumniß das gerichtliche Ver— fabten gegen sie unausbleiblich sein wird.
Friedberg den 21. Juni 1871
Ed. Trapp IV.
Hofgerichtsadvocat.
Möbel, Capeten, Jalousien
1457 in großer Auswahl empfiehlt zu billigen Preisen Bad⸗Nauheim. H. Blensdorf, „ Hof⸗Tapezier.
1441 Auf der
Ziegelhütte zu Steinfurth
können zu jeder Zeit Dachziegel, Kalk aller Gattungen, sowie auch Russensteine, aber nur auf Bestellung, verab⸗ folgt und auf die Baustelle geliefert werden.
G. Hansult.
F CLoehrlingsgesuch.
1473 Ein mit tüchtigen Schulkenntnissen versebenet junger Mensch aus guter Fomilte kann in eine hie fige Handlung als Lehrling eintreten. Näheres bei der Expedition d. Bl.
Waschen und Bügeln
1584 übernimmt im Hause und bittet
Aufträge Frau Pfeiffer,
wohnhaft am Nauheimer Weg in der Vorstadt. Ein Logis,
1590 welches sogleich bezogen werden kann, hat zu vermiethen Geck in der Vorstadt.
um genelgte
Gut gebrannte Kussensteine
1635 find vorrätbig bei Ehr Ulrich II.
Steyrische Sensen und Sicheln 1636 billigt dei Ph. Dan. Kümmich. 1630 Röder'sche eiserne
Sparkochherde,
neuester Construktion, find angekommen und werden zum Fabrikpreise veikaust bei A. Buch in Hungen.
Kleine und größere Geldbeträge
1587 liegen zum Lusleihen bereit. Näheres bei der Expedilion d. Bl.
Tapetenhandlung. 272 Vollffändig assortirtes Lager von Tapeten zu den dilligsten Preisen empfiehlt
Bad-⸗Naubeim. Horn.
Pumpen
1631 für den Hausbedarf, für Gemeinden, für jede vor⸗ kommende Brunnentiese oder Höhe, trag- und fahrbare Gartenspritzen, sowie alle Sorten Jauchepumpen, Kettenpumpen ꝛc. ꝛc. werden prompt geliefert unter einjähriger Garantie durch die Handlung
A. Buch in Hungen.
1000 Ein noch brauchbarer
Stutzflügel
ist zu verkaufen à 45 fl. Wo? sagt d. Exped. d. Bl.
S—
Geld Cours.
Frankfurt am 22. Juni 1871. Preußische Kassen⸗Anweisungen.. fl. 1 45— 70 Preußische Friedrichsd'or. 93859 eee„ 9 43—45 Holländische fl. 10. Stücke„ 9 55—57 eaten, ß Ducaten al marco.„ 5 35—37 20⸗Frankenstücke. 924½—25½ Englische Sovereign s..„ 11 54 56 Russische Imperiales.„ 9 45—47 Dollars in Gold.. e een


