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Graf Bismarck anempfohlen. Die Regierung hat 5 die Gränzlinie militärisch besetzen lassen und aus der angrenzenden Gegend alle Individuen aus-
weisen lassen, welche im Verdacht standen, fran- zoͤsische Dienste nehmer zu wollen.
— 21. Jan. Das„Echo du Parlement schreibt: Wir erhalten traurige Nachrichten aus dem franzoͤsischen Nord⸗Departement, besonders aus Valenciennes, dessen Umgegend unter Wasser gesetzt wurde, und wo man die Ankunft der Deutschen erwartet. Die Niederlage des Generals Faidherbe wurde durch die schlechte Haltung eines Theils der mobilisirten Nationalgarde verursacht. Ein Corps von etwa 15,000 mobili⸗ sirten Nationalgarden floh in Aufloͤsung nach Cateau⸗Campresis, wo es in einem beklagens— werthen Zustande eintraf. Viele Einwohner Valenciennes sind nach Mons(Belgien) ge— flohen.
— die„Etoile belge“ meldet aus Cambrai vom 20. Januar: Die Nordarmee erlitt eine furchtbare Niederlage, von welcher sie sich schwerlich erholen wird. General Faidherbe schätzt die deutschen Streitkräfte auf 100,000 Mann. Der Rückzug der Franzosen begann Mittags, von den Deutschen verfolgt. Der Bericht der„Eloile belge“ entwirft ein trauriges Bild von der Unordnung, welche bei den in Cambrai angekommenen Franzosen herrschte. Viele marschirten mit nackten Füßen; es war eine Armee in Lumpen. Von der Nordarmee
L pPariser Ballonbriefe vom 17. d. melden: Das Feuer des Feindes ist äußerst heftig. Die Geschosse erreichen die Quais d' Orleans und Bethune, einige auch die Seine. Bei Le Val und Fleury demaskirte der Feind neue Batterien. Jules Favre befragte die Maires bezüglich der Theilnahme an der Conferenz. Die Ansichten waren getheilt. a
— Die„Indep. belge“ theilt aus Paris vom 17. Januar Folgendes mit: Die Journale fordern entschieden, daß Trochu energisch zur
Action schreite, besonders sprach sich Picard hierfür aus. Ein Triumvixat bestehend aus Vinoy, Rigault de Genouilles und Clement Thomas, war bereits designirt, um die weitere Leitung der Vertheidigung zu übernehmen; Trochu erklärte jedoch, er sei bereit, seine Demission zu nehmen und als Divisionsgeneral in die Armee zu treten, falls seine Collegen ihrerseits bereit seien, die Verantwortlichkeit für die Ausführung des zwischen ihm und den Chefs der in den Provinzen stehenden Armeen verabredeten Planes zu übernehmen. Da diese Verantwortlichkeit Niemand übernehmen wollte, so kam keine Aenderung zu Stande.— Es heißt, es werde eine Monstreversammlung in Paris beabsichtigt, um eine Petition zu be— schließen, welche den Massenausfall fordert.
Großbritannien. London. Die über die dem Grafen Bernstorff für die Conferenz von dem deutschen Bundeskanzler ertheilte Instruction verbreiteten Verstonen sind gutem Vernehmen nach dahin zu berichtigen, daß der Bundeskanzler dem Orafen Bernstorff die bestimmte Weisung ertheilt dat, die Londoner Conferenz sofort zu verlassen, wenn die deutsch⸗französische Kriegsfrage überhaupt in die Verhandlungen gezogen werden sollte, also ganz abgesehen davon, ob der Vertreter Frank- reichs die Vollmacht zu Verhandlungen über eine Abtretung französischen Gebietes habe oder nicht. Friedensverhandlangen könnten nur zwischen den kriegführenden Theilen stattfinden, die Londoner Conferenz sei kein Forum.
— Der„Dailp Telegraph“ enthält ein Tele- gramm aus Versailles, dem zufolge die Südbatterien sich den Forts auf 800 Pards genähert haben. Die Bomben erreichen die Ludwigs inseln.
— Die Ankunft Jules Favre's ist auf den 23. d. M. angekündigt.
— Lavalette kam aus Brüssel in Versailles an. Der Correspondent des„Daily Telegraph“ versichert, Paris habe Unterhandlungen be— gonnen.—
Neuestes.
Bordeaux. Die Regierung läßt folgende Nachrichten verbreiten: Döle ist von den Preußen besetzt. Aus Dijon, 21. d., 10½ Ubr Abende, wird gemeldet: Heute Morgen 8 Uhr fand in der Umgegend von Dijon ein Kampf gegen zahlreiche feindliche Truppen statt. Der Kampf entwickelte sich namentlich in der Nähe von Norges, Fontaine-Fran⸗ gaise, Talant u. St. Seine.(Diese Orte liegen nord- östlich von Dijon, zwischen Mirebeau u. Champlitte.) Französischerseites waren die Truppen von General Bossak, Rietiotti und Menotti Garibaldi im Ge⸗ fecht. Im Allgemeinen behaupteten die Franzosen ihre Stellungen. Die preußischen Truppen ge⸗— bören dem pommer'schen Armeecorps an. Unsere Verluste sind erheblich; man glaubt, daß die Schlacht morgen von Neuem beginnen wird. Die preußischen und französischen Vorposten stehen ein⸗ r in nächster Nähe gegenüber.
L. Gießen. Der hiesige Handelsverein hat in Anbe⸗ tracht der großen Nachthetle, welche nicht allein für Handel und Induftrie, sondern auch indirekt für das Gesammt⸗ publikum aus den anbaltenden Stockungen des Güterver⸗ kehrs auf den Eisenbahnen entstehen, den Beschluß gefaßt, eine Deputation an das norddeulsche Bundeskanzleramt zu schicken, mit dem Auftrage, an dieser bohen Stelle die Veryälinisse vorzutragen und um Abhülfe zu bitten. Man ist überzeugt, daß bei vermehrter Thäligkeit, bei enisprechender Energie, verbunden mit gutem Willen von Seiten der Eisenbahnverwaltungen, wesentliche Besserungen eintreten könnten, ohne Beeinträchtigung der Armeen und ohne schädlichen Einfluß auf die Kriegezwecke.— Der Handels verein hofft, daß sein Schritt auch andere Vereine und Corparationen veranlassen werde, thäng in diese wichtige Ftage einzugreifen.
Mainz. Dieser Tage wurde hier ein französischer Osstzier und ein Sergeant eingebracht, welche auf der Flucht, ersterer in Bingerbrück, letzterer in Kreuznach, erwischt wurden. Der Offizier kein Wort deutsch verstebend, batle in Bingerbrück ganz ungenirt ein Billet zur Weiter⸗ fahrt auf französisch verlangt. Der Sergeant batte ein Tagebuch geführt, worin er seine Leiden und Freuden der Gefsangenschast beschrieb und sich beklagte, daß man den Gesangenen die„Indep. Belge“ entzogen bälle, wofür sie sich mit der„Indep. de Berlin“ begnügen müßten. Vom 1. bis 15. d. wurden auf dem biesigen Kirchhofe 118 Franzosen und 11 Deuische beerdigt.
Bekanntmachung.
2106 Es wird bierdurch zur öffentlichen Kenntniß ge⸗ bracht daß das neu errichtete Grundbuch der Gemarkung Ober ⸗Mörlen mit den dazu gehörigen Parzellen⸗ karten auf dem Ortsgerichtsdüreau zu Ober⸗Mörlen zur Einsicht offen gelegt worden ist.
Die Betheiligten find desugt, dasselbe während der Zeit der Offenlegung in diesem Locale einzuseben, auch gegen die Gebühr von dem Großherzoglichen Ortsgerichts⸗ Vorsieher der Gemeinde Ober-Mörlen Grundbuchs Auszüge(Geschosst) zu verlangen. Auch werden sie durch Letzteren auf die von den Feldgeschworenen entdeckt werdenden, sie betreffenden Zehlet aufmerksam gemacht werden.
Allen Denfenigen, welche sich bei den Angaben des Grundbuchs rücksichtlih des Besitzstandes und der beschwert erachten, steht es frei, binnen einer unerstrecklichen Frist von sechs Monaten ihre Anflän de entweder auf gütlichem Wege bei dem Ortogerichts⸗Vorsteber der Gemeinde, vor welchen sie ibre etwaigen Gegner vorladen lassen können, zu beselligen und, insoferne dieses nicht von Erfolg ift, ihre Ansprüche bel dem sür Besiczfireltigketen zufßändigen Gerichte gelterd zu machen. Ist dieses Gericht ein anderes, als das unterzeichnete, so haben sie davon, daß Letzteres geschehen, binnen eben dleser Frist die Anzeige zu machen. Dieselbe Anzeige liegt ihnen binnen der⸗
selben Frist alsdann ob, wenn sie vor Offenlegung des
Grundbuchs gegen den daselbst eingetragenen Besitzer eine Besitzklage angeslellt hatten.
Nach Ablauf dieser Frist wird der Besitz, wle ihn das Grundbuch angtbt, in Bezug auf die Personen der Besitzer und die Größenangaben in allen den Fällen für richtig angenommen, in welchen weder eine gütliche Beseltigung bei dem Ortsgerichte Vorsteher zu Protocoll gegeben, noch eine gerichtliche Klage deshalb erhoben und erforderlichen Falls bel dem unterzeichneten Gericht
zur Anzeige gebracht worden ift.
Zugleich werden Diefenigen, welche dle in Gemäß bell des Art. 30 des Gesetzes vom 21. Zebruar 1852, die Erwerbung des Grundeigentbums betr. beigefügten Ewerbtitel berichtigt zu seben wünschen, aufgefordert, dle nöthigen Anträge binnen der fesigesetzten Frist von sechs Monaten bel dem zuständigen Gerichte zu slellen, und, wenn dieses eln anderes, ale das unterzeichnete ist, bel dlesem die Anzelge zu machen.
Wie unerftreckliche Fiist von sechs Monaten geht mit dem 28. Februar 1871 zu Ende.
Bad⸗Nauhelm am 27. August 1870.
Großherzogliches Landgericht Bad- Nauhelm Ulrte, Schultispahn, Landelchter. Landgerichte Assessor.
Cdictal ladung 2835 Nach erkanntem formellen Concurs über den bedeutend überschuldeten Nachlaß des Metzgers Heinrich Oröninger von Friedberg wird Termin zur Anmel“ dung und Begründung der Forderungen und sonstigen Ansprüche auf
Mittwoch den 8. März 1871,
Vormittags 9 Uhr,
unter dem Rechts nachtheil des stillschweigend eintreten⸗ den Ausschlusses von der Masse anderaumt.
Im Falle dee Abschlusses eines Arrangements sind die ausbleibenden oder durch Bevollmächtigte nicht ver⸗ ttetenen Gläubiger den durch die Majorität gesaßt werdenden Beschlüssen als beitretend anzusehen.
zriedberg den 25. November 1870.
Groß herzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landrichter. Landgerichts Assessor.
Holz ⸗Versteigerung. 170 Mittwoch den 25. d. M., Vormtttage 10 Uhr, werden im hiesigen Gemeindewald nachflehende Holz- sortimente öffentlich meistbietend verstetgert, als: 69 Eichenstämme von 10—26“ Durchmesser und 16-73“ Länge, 28 Stecken Eichen⸗Scheitholz, 18 Prügelbolz, 17*„ Stockbolz 2200 Wellen Aft⸗ und Durchforstungs⸗Rels holz. Gegen genugende Bürgschaft wird Zablungsscist bis 11. Novemder l. J. gestattet. Die Verstetgerung be⸗ ginnt im Disiriet Auwald. Assenheim am 18. Januar 1871. Großherzogliche Bürgermeisterel Assenheim Bee st. Hofraithe- und Güter-Versteigerung. 178 Donnerstag den 26. Ja uatr l. J., Vormittage 11 Ubr, sollen im hlefigen Ratbhause die zum Nachlasse der Friedrich Wilbelm Zobels Wlttwe dahier ge⸗ hörenden Immobilien; Gemarkung Friedberg.
Flur. Nr. Klftr. 2 NI. 15,7. Hofralthe in der Stadt, 2. 80. 41. Grabgarten Liebfrauengärten, * 83. 42. desgl. daselbst, Gematkung Ockstadt 26. 64. 22. Gewann im Ried,
auf freiwilligen Antrag der Erben nochmals öffentlich melsibletend verstelgert. Friedberg den 20. Januar 1871. Großherzogliche s Ortégericht Friedberg
Fouc ar.
Mobiliar- Versteigerung. 183 Mittwoch den 1. Februar, Vormittags 9 Uhr an⸗ sangend, läßt Pötlipp Bär I. Wittwe von Groß⸗ Karben nachfolgende Gegenftände unter den det der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen etbverthetlungshalder an den Metstbietenden versteigern:
2 noch gute Wagen und Ackerpferde nebst dem dazu
gehörigen Wagen und Ackergeschirr, 4 trächtige
Kühe 4 fette Schweine, 4 Gänse, 1 vollftändigen
zweispaͤnnigen Wagen, 3 verschiedene Pflüge,
2 Eggen, 1 Rangenmühle, 1 Frachtsegemöhle,
1 Pfublfaß, 1 Fruchtwaage, mehrere Bütten und
Fässer, 3 große Wagentücher und noch sonstige
Oecconomiegeräthschaften, sowie circa 50 Centner
Heu und 50 Ceniner Grummet, 1 Partie schönes
Roggen, Waizen:, Gersten⸗ und Haserstroh;
100 Malter Kartoffeln, 300 Centner Raagen,
100 Körbe Spreu, eine Partie Mist und noch sonst
Verschiedenee.
Die Verstetigecung deginnt mit dem Vieh. Groß- Karben den 20. Januar 1871. In Auftrag Bär, OrtsgerichtsVersteher.
Kapitalien 184 bis zu 7000 fl. werden zu 4½% Zinsen fähr⸗ lich von der Gemeinde Wölfers beim zur Abtragung der ihr gekündigten 4% Pfarrbesoldungs⸗Capftalien auf⸗ zunebmen gesucht. Reflectanten werden gebeten, ihre Offerten recht dald an den Unierzeichneten gelangen zu lassen. Wölfersheim den 20. Januar 1871. Großberzogliche Bargermetsteret Wölfersheim Heyer.
0 * 0 Aufforderung. 141 Diejenigen, welche noch mit Holze, Gras oder Pachigeidern von 1870 im Rückstande sind werden aufgefordert, die Zablung bis zum 24 d. M. zu de⸗ wirken, da alsdann das gerichtliche Beitretdungsverfadren beginnt. Hungen den 9. Januar 1871. ürstliches Rentamt Dem me.
Schüler, 163 welche eine böbere Lebranstalt in Darmstadt besuchen, finden del einer elnzelstebenden Dame gute Aufnahme und Pflege. Herr Professor Dr. Britt in Darmstadt erthellt nähere Auskunft.


