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Wenn man demGaulois Glauben

schenken darf, so wären in Versailles gestern höchst,

bedenkliche Nachrichten aus Algerien eingetroffen. Danach wären die. N Gebiet übergetreten und in Tunis von dem Bey auf das wohlwollendste empfangen worden.

Versailles. Pouyer-Quertier ist nach Berlin abgereist.

Der Finanz- Inspector Blondeau, der kiit dem General von Manteuffel in Compisgne die neue Basis der Convention über Elsaß Lothringen vorbereitete, begleitet Pouyer-⸗Quertier nach Berlin. Der Artikel 3 des Vertrages ist modificirt, nicht ganz gestrichen. In dieser Form bak ihn Fürst Bismarck gut geheißen.

Spanien. Madrid. Das neugebildete Ministerium ist folgen dermaßen zusammengesetz:: Präsidium und Marine Malcampo, auswärtige Angelegenheiten Mannel Gomez, Justiz Colmenares, Finanzen Angulo, Krieg Bassols, Inneres Gaudan, öffentliche Arbeiten Montijo, Colonien Balaguez.

Nachdem das neue Ministerium den Eid geleistet, trat dasselbe zu einer Sitzung zusammen. Wie verlautet, wurde beschlossen, die Ersparungen der früberen Regierung fortzusetzen und den Minister gebalt auf 80,000 Realen zu reduriren. Die Minister, welche sämmtlich der progressistischen Richtung angehören, sollen entschlossen sein, das Progressisten Programm energisch durchzuführen. Heute werden sich die Minister den Cortes vorstellen.

Großbritannien. London. DieTimes bringt ein Telegramm aus Parie, wonach der Finanzminister die ausgedehnteste Vollmacht bebufs des Abschlusses eines Arrangements mit Berlin erhalten hat.

Amerika Newyork. Die. Journale wollen wissen, die Regierung habe dem russischen Botschafter Kazakaczy in Washington, falls der⸗ selbe nicht nach dem Besuche des Großfürsten Alexis abberufen werde, notificirt, daß sie ihm die Pässe zusenden werde, angeblich wegen wiederholter Beltidigung des Präsidenten Grant und des Staais⸗ secretärs Fish.

W. Friedberg, Am vorigen Sonntag, den 1. October,

wurde im Anschlüß an den Nachmittagsgottesdienst in unserer Stadikirche der Gedenkstein enthüllt, den der Kirchenvorstand Namens der Gemeinde in Dankbarkeit den im letzten Kriege gegen Frankreich gefallenen Söhnen 11 hat crrichten lassen. Die Anwesenden der⸗

melten sich im Chor der Kirche um den Gedenkstein und sangen einige Verse des LiedesChristus, der ist mein Leben, worauf Herr Professor Köhler die Enthüllungs⸗ und Weihrede hielt. Diese Rede führte aus, daß wir mit

ana die Spahis und andere Empörer mit ihren arabischen Häuptlingen auf tunesisches J

füllung ihrer Pflichten fiir und verloren heben und die es damit lünderung, Brand und sonst unsäglichem Elende bewährt und gleichzeiung große Erfolge für dasselbe herbeigeführt haben. Das(Gedächiniß der Männer und

ein, die teen in aterland W. etzt und ver

vor Mord,

ünglinge, die im Kampfe fürs Vaterland freudig den Heldentod gestorben, sei eine beständige Aufforderung zut Nachfolge. S'o sterben sei obwohl schmerzlich, doch schön, ruhm⸗ und ehrenvoll. Sein Leben lassen fürs Vaterland sei ein großer, theurer aber würdiger Beitrag zu dem schönen Baue seiner Zukunft.

Der Gedenkstein ist von Herrn Steinhauer Boll recht schön ausgeführt und durch die Hand des Herrn Supp, der in sinniger dankenswerther Weise die Decoration des⸗ selben besorgt halte, bei geeigneter Stelle der Weiherede enthüllt worden.

Die Inschrift des Denksteines ist folgende: * N Zur Erinnerung 6 an die im Kriege gegen Frankreich 1870 1871 gebliebenen Söhne Friedbergs.

KARL STEINBERGER, Liegtensut, 5 18. August 1870, FRI RICH WAGNER, 22. August 1870 355 WILHELM. S C HMI TIN E R., 700 145 September 1870.

ADAM LANDAU, 10. Oetoper 1870. 5 G E ORG FHW LLE R, 17. October 1870.

Wir schließen unsern kurzen Bericht mit den Schluß⸗ worten der Weiherede. Der Gedenkstein sei der Gemeinde zu teuer Obhut übergeben! Mögeser ihr zu allen Zeiten ein Denkmal großer Zeit und großer Dinge, die der Herr an uns gethan hat, ein Erinnerungszeichen dankbarer Pietät, treuer Liebe und Freundschaft, eine Mahnung zu mannhafier, vaterlandsliebender, gottesfürchtiger Gesinnung sein und bleiben.

Homburg. Kürzlich wurde dahier ein schon vielfach bestraster Schwindler von Potsdam verhaftet, welcher an der hiesigen Spielbauk täuschend nachgemachte Rouleaux setzte, die, anstatt mit 50 Friedrichsd'or, mit Sand ge⸗ füllt waren. Bei dem Einziehen eines solchen Rouleaux schlug der Employé, welchem das leichte Gewicht desselben auffiel, mit dem Rateau darauf, worguf der Sand heraus⸗ fuhr und der Schwendler die Flucht ergriff; doch wurde er noch im Kurgarten ergriffen und zue Haft gebracht.

Frankfurt. Der Hausknecht eines hiesigen Hotels kaufte vor einigen Tagen ein Haus, kändigte den seit⸗ herigen Einwohnern und sollte am 6. d. die Angabe von 4000 fl. bezahlen. 2700 fl. batte er zur Stelle, die fehlenden 1300 fl. wolle er sich in Homburg holen. Zu diesem Zwecke nahm er seine ganze Baarschaft, fuhr binüber und verspielte sie bis auf den letzten Heller. Bis jetzt wartete man vergeblich auf die Rückkehr des Käufers und Aus⸗ zahlung der Angabe.

Aus Mainz wird berichtet, daß ein dortiger Ingenteur Hänlein das Problem des lenkbaren Luftballous glöst

Errichtung der Gedenktafel zunächst eine Pflicht der Pietät] babe und an einen der. nächsten durch Annoncen näher 1 Dankbarkeit erfüllen gegen die Gefallenen, ihre Ellern, zu bezeichnenden Tage eine öffentliche Probe mit seinem

eschwister, Verwandte und alle die, die in Liebe und urem Andenken um sie trauern. Aber die Gedenktafel follte weiter auch für unsere Nachkommen bis zu den

lenkbaren Ballon anstellen werde. Offenburg. Die hiesige Stadt hat als Ge gengabe für eine zu erhaltende Garnison Kavalerie angeboten:

sspätesten Tagen eine erusfe Predigt zur Nachfolge derer Einen Exercierplatz von 100 Morgen, Lazareth, Gebrauch

des Schützenhauses und Platz für eine Kaserne nehst

30,000 fl. Beitrag dazu. 5 8 In Bruchsal ist durch die Brandstiftung eines Sträflings Schwäble ein Theil des Zellengefängnisses (der Mittelbau, Kirche und Schule) niedergebrannt. Man soll des Thäters habhaft geworden sein, ehe er entkommen konnte. Die Zellen blieben unversehrt und kamen keine Unordnungen und keine weiteren Unglücksfälle vor.[Nach derKarlsr. 3. wäte es dem Sträfling Schwäble auf noch nicht erklärte Art gelungen, aus seiner Zelle in den Dachraum zu entweichen, von wo er während des Bran⸗ des große Quadersteine herabwaͤrf. Ob er in den Flam⸗ men den Tod fand oder ob seine Flucht gelang, sei noch nicht ermittelt.)

Nürnberg. Am 25. September gerietben aus einer unbewachten Schafherde bei Lehmingen ungefähr 80 Stück unter den früh 4 Uhr nach Nürnberg fahrenden Güter⸗ zug und wurden auf's Gräßlichste verstümmelt. Theile der Körper wurden an den Wagenrädern noch ein Paar Stationen fortgeschleift. Der Schaden wird auf wenigstens 900 fl. berechnet. Der betreffende Schäfer soll während dieser Zeit noch in einem benachbarten Dorfe auf der Kirchweihe gewesen sein.

Gotha. Nach Berichten, welche Dr. Petermann er⸗ halten hat, sind Payer und Weyprecht am 3. Oct. von ihrer Nordpolexpedilion glücklich nach Tromsoe zurückge⸗ kehrt. Ihre Expedition war sehr ersolgreich, da ste ein offenes Meer ößlich von Spitzbergen und K nig⸗ Karl⸗

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Land entdeckten, welche ihrer Ansicht nach bis offenen e bei den geusibirischen ei Es wäre dies der günstigste Weg zur Erreichung des Nord⸗ pols, mitten zwischen Spitzbergen und Novaja⸗Semlja.

Die Stadt Witteuberg bat eines ibrer alten er⸗ innerungsreichsten Häuser eingebüßt. Am 26. September brach in der umfangreichen Apolheke, dem alten Wohn⸗ hause Lukas Cranach's, Feuer aus; es muß bis auf die Grundmauern abgetragen werden.

Schweiz. DerSchleitheimer Bote schreibt: Nach⸗ grabungen oberhalb Siblingen(Canson Schaffhausen) haben betausgestellt, daß hier eine Lölnische Ansiedlung war. Bereits wurde ein größeres, theilweise noch bis zu siaitlicher Höhe erhaltenes Wohnhaus aufgedeckt, das einen interessanten Einblick gewährt in die ganze Bauart und Eintichtung und welches Wohnzimmer mit theilweise er⸗ haltenen unterirdischen Heizungen ꝛc. enthält.

In England mußten nach demAusland die Eisen⸗ bahn⸗Compagnien während des Jahres 1870 zusammen 1,668,775 Pf. Sterl. als Entschädigung an Personen welche auf ihren Strecken Schaden gelitten haben, bezahlen

Die Sammlung für das Lutherdenkmal in Eisleben,

welche im Sommer 1870 begonnen, durch die Kriegsereignisse aber unterbrochen wurde, hat die in diesem Blatte einzeln schon bescheinigten Gaben im Gesammtdetrage von 15 fl. 45 kr. ergeben. Diese bis jetzt in unseren Händen gebliebene Summe glaubten wir nunmehr nicht sänger zurückbehalten zu sollen und haben solche deßhalb an das in Eisleben bestehende Comité eingesandt, eine etwaige Wiederauf⸗ nahme der begonnenen Sammlung für günstigere Zeitverhältnisse uns vorbehaltend.

Die deßfallsige Empfange Bescheinigung des Comités in Eisleben liegt bei uns zur Einsicht der Interessenten bereit.

Die Expedition des Oberhess. Anzeigers.

Großherzogliche Vealschule zu Friedberg.

2385 Anmeldungen neu aufzunehmender Schüler(für die Vorschule mit dem 8. und 9. Lebens, iahre) können Freitag den 13. Oktober, Morgens von 9 bis 12 Uhr, in dem Conferenz⸗ gimmer des Realschulgebaudes unter Beibringung von Zeugnissen der bisherigen Lehrer bei der unterzeichneten Behörde gemacht werden, worauf Montag den 16. Oktober die Auf, nahms prüfung statthaben wird. Das neue Schuljahr nimmt Dienstag den 17. Oktober

sseinen Anfang.

Großherzogliche Direktion der Realschule. Dr. Möller.

Hofraithe- und Güter⸗Versteigerung.

2479 Donnerstag den 12. October d. J., Vormittags 9 Uhr, sollen in hiesigem Rathhause auf wiederholt flet⸗ willigen Antrag der Gottlieb Kettinger's Erben dahler

ple denselben zuffehenden ca. 24 Morgen Ackerland und

Wiesen, in Frledberger Gemarkung gelegen, nochmals

öffentlich meistbietend verfleigert werden und bei annehm⸗

varen Geboten die Genehmigung alsbald ertheslt werden,

unter dem befondern Anfügen, daß eine dritte Ver⸗

feigerung nicht abgehalten wird.

Friedberg den 5. October 1871. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg.

Fouc ar.

Oblaten

in Schachteln z 2 und 3 kr. empfehlen Bindernagel& Schimpff.

Bekanntmachung.

2492 Dienstag den 10. Okloder, Nachmittags 2 Uhr, sollen an biesigem Ratbbause 6, Stück Schaase öffent⸗ lich meistbletend versteigert werden.

(Friedberg den 6. Oktober 1871.

ö roh Fe e Friedberg. Das Lutherdenkmal in Worms.

13 Holzschnitte mit Text. 2. Auflage. Preis: 12 kr. Vorrätbig bet Bindernagel& Schimpff in Friedberg. Schon bei einer kleinen Partie geben wir Frei- exemplare und machen wir namentlich die Herren Lehrer in der Umgegend auf dies Schristchen aufmerksam.

Korbwaaren

*** 2 0 1 0 * N* Wein⸗Versteigerung 2378 Donnerstag den 12. Oktober. Nachmit⸗ tags 3 Uhr, werden in Auftrag des Herrn W. F. Jäger und der Frau K. Birkenstock Witwe, ged. Stein, in Frankfurt a. M., von letzterer wegen Ge schäftsaufgabe, nachverzeichnete, bessens gehaltene

Rhein- und Pfälzer⸗Weine, als:

circa /,, tück 1869er, * 901. 2725 W N 1868er, e N Nin 1. 1866er, 7 91 725 79 15 1865er, %%%1862er, 715 1155 5 7 1859er, 77, 72,* 1 1858er, 4.9 185 7er,

ferner 2 Oxhoft, ½ und ¼ Ohm 1868er Affenthaler

Rothwein im Saase zur Harmonie, große Bocken⸗

straße Nr. 9, öffentlich an den Meiftbietenden versseigert. J. Nuttmann, deeidigter Ausrufer.

Proben werden Dienstag den 10. und Mitt⸗

woch den 11. Oktober, Vormittags von 10 bis 12 Uhr

und Nachmittage von 3 bis 5 Uhr, in dem Keller, Langsftraße 25 und bet der Versteigerung veradreicht.