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Befehle und Mittheilungen mitten durch die Banden
von Franktireurs nach entlegenen Orten zu be⸗ fördern? Nur mit Aber mit welchen Schwierigkeiten hätten wohl diese zu kämpfen gehabt, um den Weg von oft mehr denn 80 Meilen zurückzulegen? Da war's der Tele- graph, der es pünktlich, gewissenhaft zu nächtlicher und gefahrvoller Stunde wie ein vertrauter Diener beförderte. Wie manche Sorge wurde erleichtert durch das Bewußtsein, im Notbfalle sichere und schleunige Hilfe herbeirufen zu können. Wie be⸗ wundernswerth war die Organisation des deutschen Feldtelegraphen im letzten Feldzuge! Feldtelegraphen- Abtheilungen wurden arrangirt, mit allem Mög⸗ lichen ausgestattet und nummerweise nach den Armeecerps geordnet. Mit größter Vorsicht wurde die Erbauung einer Leitung vom Rhein nach dem Odenwalde den Tag nach der Kriegserklärung betrieben. Es galt, sich für etwaigen Rückzug vorzusehen. Die erste Station wurde bei Weißen⸗ burg errichtet. Suctesive wurde Hagenau, und nach dem Verlassen der Rheinlinie alle rückwärts der französischen Armee gelegenen wichtigen Punkte mit Stationen versehen. Die abgerissenen franzö⸗ sischen Leitungen um Straßburg wurden sogleich wieder bergestellt. Der telegrapbische Verkehr mit Deutschland kam in Betrieb für die Armee. Andererseits war Verbindung getroffen mit dem großen Hauptquartier, so daß auch genau, wie zur Zeit des Friedens, zur bestimmten Stunde Rapport erstattet werden konnte. Deßgleichen, nur in weit ausgedehnterem Maße, war dieses bei Metz der Fall. Kaum war Metz cernirt von deutschen Truppen, so war auch schon ein aus mehreren Drähten bestehender eiserner Reif in weitem Kreise um die Stadt und Forts gespannt, und Leitungen, gleich Fühlhörnern, nach etwa an- rückendem Entsatz, nach allen Richtungen ausge— zogen und entsprechend mit Stationen an der Spitze. Der Ostbahn, Straßburg⸗Paris, entlang wurden sämmtliche, etwa 20 Drähte, von den Deutschen benutzt. Obgleich diese oft tausendmal
abgeschnitten und Stangen und stört waren, so gab dieses doch kein Hinderniß, den Dienst sofort aufzunehmen, denn sowie die deutsche Armee siegreich vordrang, marschirten auch zu gleicher Zeit mehrere Telegraphenabtheilungen, Leitungen bauend oder wieder herstellend, auf dem Fuße nach. Die Ausdehnung wurde groß. Bald drohte das Material nicht mehr ausreichen zu wollen. Da war aber auch schon eine mehr denn genügende Anzahl Apparate, Drähte und alles Mögliche auf dem Wege. So war man auch in diesem Fache aufs Sorgfältigste vorgesehen Der bis ins Detail großartigen und interessanten Cer⸗ nirung von Paris wurde schon unterwegs von Sedan aus vorgearbeitet. Leitungen wurden, soweit nur thunlich, strahlenförmig der Hauptstadt zugezogen. Wenige Tage nach der Cernirung war der Dienst um Paris herum auch schon im vollsten Gange. Vier, streckenweise sechs Leitungen umspannten in 20 stündigem Kreise die große Metropole. Mehr als 15 Stationen waren in den eisernen Kranz, der für Paris wohl ein Dornenkranz sein konnte, eingeflochten. Wie eine Spinne die Fäden ihres Netzes nach allen Rich · tungen zieht, so waren die Drähte viele Meilen
Isolatoren zer-
rung des Feindes zu melden. Aber auch nach der Stadt hin bis unter den Forts, versteckt in bombenfesten Räumen, waren Stationen errichtet. Solche hatten gleich detachirten Posten den Feind zu beobachten. Wie schlugen da die electrischen Pulse nach allen Seiten, wenn einmal da oder dort ein Ausfall drohte oder gar ausgeführt wurde. Und mit welcher Pünktlichkeit wurden damals die Berichte über die so drohend gewordene Loire- Armee an das große Hauptquartier gemeldet. Offenbar dankt der günstige Erfolg dieses so glorreich vollbrachten Werkes der letzten Krieg— führung viel dieser Einrichtung. Das große Hauptquartier Versailles war das Herz der Feld— telegraphie. Dort concentrirten sich alle Berichte, von dort gingen alle wichtigen Befehle und Mit-
weit gespannt, um jede Bewegung oder Annähe⸗
theilungen aus. Ein Dutzend Apparate, worunter einige mit Typendruck, waren Tag und Nacht be⸗ schäftigt. Der Verkehr daselbst war, trotzdem man unausgesetzt direct mit Berlin und Frankfurt ar⸗ beitete, so stark, daß minder wichtige Depeschen mehrere Stunden auf Beförderung warten mußten. Wohl hemmten die Franktirturs hie und da den Verkehr einigermaßen, indem sie uns die Drähte oft doppelt und dreifach abschnitten. Aber meistens machten diese die Rechnung ohne den Wirth, denn das hinderte die Correspondenz in den meisten Fällen nicht im mindesten. Wir waren ja darauf vorgesehen. Da gingen Leitungen auf anderer oft umgekehrter Richtung nach der abgeschnittenen Station, und was macht dem Telegraphen einige Dutzend Meilen Umweg aus? Wenn's Noth thut, keine Minute! Aber den Franzosen macht das Abschneiden etwas aus. Wee die Herren Maires, auf deren Commune die Thaf verübt worden, lange Gesichter schnitten, wenn des anderen Tages der Führer einer Reiterpatronille ins Zimmer trat, den gespannten Catabiner in der Hand, höflichst eine Rechnung für einige Tausend Fres. Strafe überreichend! Aber auch wir schnitten den Franzosen Drähte ab, jedoch billiger. Da wurde ver- mittelst eines in der Seine gelegten Kabels mit Paris von Rouen aus corcespondirt. Wir entdeckten es und das Kabel verfiel der Scheere. Nach der Capitulation von Paris wurden sämmtliche fran⸗ zösische Telegraphen⸗Stationen auf den Forts von uns übernommen und war somit der dritte tele⸗ graphische Rayon um Paris in unserem Betriebe. Gegen Ende des Krieges waren gegen 100 Tele- graphen Stationen in Frankreich von uns besetzt und fär die Armee im Betriebe. Mehr als 300 Apparate mit über 500 Beamten waren in Thätigkeit. Wie viele tausend Depeschen während dieser neun Monate befördert worden sind, kann ich nicht angeben, jedoch hatte die Gesammtzahl 100,000 bei Weitem überstiegen. So hat nun gewiß auch die Feldtelegraphie ibr Redliches, Gutes in dieser großen Sache gelkistet.
Oeffentliche Aufforderung
1883 Nachdem der Gaffwirth Konrad Hofmann II. von Schwalbeim zur Abwendung des Concursprozesses über sein Vermögen um Zusammenberufung seiner Gläubiger zum Zwecke des Abschlusses eines Stundungs⸗ oder Nachlaß ⸗ Vertrags gebeten hat, werden die Gläu⸗ biger desselben zur Anmeldung ihrer Forderungen und zum Versuche der Güte auf Montag den 14. August d. J., Morgens präcis 8 Uhr, unter dem Rechtsnachthbeile hierher vorgeladen, daß die ausbleibenden oder nicht gehörig vertretenen Gläubiger als den Beschlüssen der Mehrheit der erschienenen Gläu— diger beigetreten angesehen und, falls ein Arran— gement zu Stande kommt, mit etwalgen Einwendungen gegen die Angabe des Schuldners über die Größe ihrer Forderungen ausgeschlossen würden. Bad⸗ Nauheim am 15. Juli 1871. Großherzogliches Landgericht Bad⸗Nau beim. Ulrich, Schnittspahn, Landrichter. Landgerichts ⸗Aßessor.
Vergebung von Schreinerarbeiten.
1974 Die Erneuerung der Fußböden im Schullehrer⸗ seminar zu Friedberg, Mufikbau, Zimmer Nr. 2, veranschlagt zu 5 fl. 31 kr.
5 Gang des zweiten Stockes 23„—„ Schlafhaus 85„—„ soll im Submissionswege einzeln vergeben werden. Die Uebernehmer haben ihre Submiffionen mit dem Abgedot in Prozenten und der Auffchrift„Submisston zur Ueber⸗ nahme der Schreinerarbeit im Schullehrersemtnar zu Friedberg“ bis zum 14. d, M., Vormittags 10 Uhr, bel unterzeichneter Stelle verslegelt einzureichen, woselbsst die Bedingungen zur Elnsicht offen liegen. Friedberg den 3. August 1871. Großherzogliches Kreisbauamt Frtedberg. Re u ß.
Mehl- Versteigerung.
1985 Freitag den 11. August d. Z., Vormittags 11 Uhr, sollen in der Bebausung des Fruchthändlers Jacob Stern dahier 100 Säcke öfterrelch- ungarisches Mehl Nr. 8 in kleineren Partien, je nach dem Steigliebhaber sich einfinden, öffentlich melfsbtetend gegen Baarzahlung versteigert werden. Friedberg den 5. August 1871. In Auftrag: Großherzogliches Ortsgericht Friedberg.
Bekanntmachung.
1973 Montag den 4. September d. J., Nachmittags um 1 Uhr, soll auf biesigem Rathhause die Mühle zu Lindbeim, bestehend in 2 Mahlgängen, mitten im Orte am Nidderflusse gelegen, mit vollffändiger Wasserkraft, nebst dem dazu gebörigen Garten(238 D◻UKlafter), sowie 1806[OU Klafter Wiesen und Ackerland, unter den bei der Verffeigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen meistbietend versteigert werden und werden Kaufllebhaber hiermit eingeladen. Lindheim den 4. Auguft 1871. Der Massecurator G. König.
Jagd Verpachtung
zu Rödgen, Kreis Friedberg. 1987 Montag den 14. Auguf, Vormittags 9 Ubdr, soll in hiesigem Ratbbaus die Jagd in biefiger Gemarkung von circa 800 Morgen auf weitere 6 Jahre verpachtet werden.
Rödgen am 8. August 1871.
Großherzogliche Bürgermeiflerel Rödgen. W U
Haus- Verkauf.
1961 Der Unterzeichnete verkauft sein für Kurfremde zum Logixen eingerichtetes Wohnhaus. Dasselbe liegt mit der Fronte in der Kurftrage, die andern Seiten grenzen unmitteldar an die Kurbrunneg und den schönen Kurpark, bat von allen Seiten freie Anficht, ig wegen seiner außerordentlich schönen und gesunden Lage, nach⸗ weis lich von Anfang bis zu Ende der Kur, von vor⸗ nebmen, achtbaren Familien dewohnt; die innere Ein⸗ richtung beßeht in 15, nach langjäbriger Erfahrung auf das Schönste und Angenehmste von mir selbst einge⸗ richteten eleganten Eimmern, ferner Waschküche, Mang⸗ stube, Trockendöden, überhaupt ist Alles, was beim Ver⸗ miethen an Kurfremde nöthig ist, vorhanden, ebenso ein prachtvolles Gärtchen mit schattigen Lauben. Kauflieb⸗ baber lade ich mit dem Bemerken ein, daß die ganzen Möbel mit beigegeben werden können und daß die Anzahlung mit Uebernahme der Hppothek eine sehr geringe ist. Bad⸗ Nauheim den 3. August 1871. Joh. van Baßhuisen, Zimmermetster.
o If. Versteigerun g 1995 Freitag den 11. Auguff l. J., Nachmiftags 1 Ubr, werden auf hiesigem Rath bause circa 46 Centner Peu und „ 19 Malter Pafer öffentlich meistbietend unter den bei anzugebenden Bedingungen versteigert. Assenhelm am 9. August 1871. Großherzogliche Bürgermeisterel Assenhelm. e
Patent Mals- Mehl
von Brown& Polson in Paisly, Schottland, Hoflieserar ten Ihrer Mafestät der Königin von England, von den erslen ärztlichen Autoritäten wegen seiner leichten Verdauung als vorzügliches Nahrungsmittel sür Saͤug⸗ linge, Kinder und Reconvalescenten empfoblen. Außer— dem sebr geeignet für jede Haus haltung und Hötels, da man auf eine rasche und vortheilbafte Weise sehr schmackhaste Spelsen zubereiten, sowle Delicatessen aller Art, als Puddings, Omelettes, Blane mange, Confeect, Blocuits ꝛc. davon anfertigen kann.
Alleiniger Vertreter I. Neubürger 1943 in Köln, Ursulagarten-Straße 12.
der Versteigerung
Fou c ar.
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Der neue Hausarzt.
Ein treuer Rathgeber in allen erdenklichen Krank- htitsvorsällen in jedem Alter. Vorzüglich für diejenigen, welche an Magenübel,— fehlerhafter Verdauung,— Verschleimung,— Schnupfen,— Husten, Hypochondrie,— Glieder⸗ reißen, Krämpfe,— Fieber,— Hämorrhoiden und Hautkrankheiten leiden, nach Hufeland, Ruft, Richter und Tissot, nebst einer Hausapotheke. Bearbeitet für Nich tärzte. Siebente Auflage. Preis 1 fl. 30 kr.
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Vorräthig bet Bindernagel& Schimpff in
Nlederlage in Friedberg bei W. Bernbeck.
Friedberg und Bad Nauheim 1989


