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Beilage.

Hessen. Darmstadt. Das Groß herzogliche Regierungsblatt Nr. 61 enthält:

I. Bekannimachung Großherzoglichen Minisictiums des Großherzoglichen Hauses und des Aeußern, den Abschluß einer Uebereinkunft zwischen Hessen und Preußen wegen Ausdehnung der behufs Verbütung und Bestrafung der Forst⸗, Jagd⸗ Feld, Fischerei⸗ ꝛc. Frevel gelroffenen Ver⸗ einbarung vom 8. Oct. bezw. 7. Dec. 1861 auf das ge⸗ sammte gegenseitige Staatsgebiet betteffend.

II. Bekanntmachung, die Verkündigung gerichtlicher Anzeigen in der Provinz Rheinbessen betreffend.

III. Ermächtigung zur Annahme und, zum Tragen eines fremden Ordens. Seine Königliche Hobeit der Großherzog baben allergnädigst geruht! am 1. December dem Hofgetichtsadvokaten Strecker zu Offenbach die Er⸗ laubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm, von St. Maj. dem König von Preußen verliehenen eisernen Kreuzes zweiter Classe am weißen Bande zu ertheiten.

IV. Ertbeilung eines Ei findungspalentes an den Maschinensabtikanten W. Venuleth zu Darmsladt auf dit durch Zeichnung und Beschreibung näber erläuterte, Con; structien einer Feuerung für Lohe, unler dem ausdtück⸗ lichen Vorbehalte jedoch, daß durch das vetkiehene Patent Niemand in der Anwendung verells früvet schon! bekannt gewesener Theile der Etfindung gebinbert weltek oll, während der nächsten fünf Jahre für den Um aug des Großderzogihums. f

V. Diensinachrichten. Stine Königliche Hoheit der Großberzog baben alletgnädigst getrübt: am 18. Oclober die Hofgarunwätter Wittmann in der Hofgärtherci Bes⸗ sungen 1 und Brönning in der Hoigärluerei Tarmstab! zu Hofgarten⸗Aussehern, den Hofgarignarbeiter Bütinet in der Pofgärtnerei Darmstabt zum gatlenwärter zu er nennen; ferner die Hofgartenwärter Weckler aus der Hos⸗ gärtuctei Bessungen II in die Hofgärlnexei Bessungen 1 und Simon aus der Hofgär ieren Darmstadt in die Hof⸗ gärtnerei Bessungen II zu versetzen; am 22. December den Schullehrer Schuster an der, zwtiten katbolischen Schule zu Ilbenstadt von Uebernahme der ibm überttagenen zweiten katholischen Schulstelle zu Nieder⸗-Roden zu ent heben und auf ersterer Stelle zu belassen.

VI. Cbarakterertheilung. Seine Königliche Hoheit der Großberzog haben allergnädigst geruht: am 6. December dem Geflügel- und Delikatessenbändler Christian Enders zu Frankfurt a. M. den Character als Hoflieferant zu ertheilen.

Das Großherzogliche Regie rungablalt Nr. 62 enthält die deulschen Verträge.

Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 63 enthält einc Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Großherzoglichen Hauses und des Acußern, die Einsüß rung im Norddeutschen Bunde ergangener Gesetze als Gesetze des Deutschen Bundes in den nicht zum Norddcutschen Bund gehörigen Theilen des Großherzogthums betreffend

Darmstadt. Der Vorlage der Regierung, welche dieselbe den Ständen behufs der durch Einfuhrung des norddeutschen Strafgesetzbuches bedingten Abänderung kintt Reihe von Bestim⸗ mungen unserts Polizeistrafgesetzbuchs gemacht hat, entnehmen wir u. A., daß die geringste Strafe für Uebertretung von Polizeivorschriften 35 Kreuzer, die höchste 87 fl. 30 kr. sein wird. Dasselbe gilt auch hinsichtlich der erkannt werdenden Forst⸗ und Feldstrasen, wo das seitherige Gesetz einen Mini- malsatz von 10 Kreuzer für zulässig erkannte. Bei dem Abverdienst der erkannten Forst⸗ und Feld- strafen soll zukünftig der Tag Arbeit mit mindestens 40 Kreuzer(seither nur 30) in Anschlag ge⸗ bracht werden. Bei Umwandelung uneinbring⸗ licher Geldstrafen ist dem Richter ein großer Spiel- raum gewährt, er kann von jetzt ab sowohl 35 kr., als auch 8 fl. 45 kr. einem Tag Haft gleich setzen. Oeffentliche Ruhestörung wird nach dem neuen Gesetz bedeutend härter als seither bestraft.

Friedberg. Die am 31. Dezember bei Bonny verwundeten Offiziere: Obetlieuttnant Haupt und Lieutenant Scharg vom 2. Inf. ⸗Regt. sind in diesem Kriege bereits zum zweitenmale blessirt worden und zwar das erstemal bei Rezon⸗ ville(18. August), wobei Letzterer schwer. Der in demselben Gefecht gebliebene Hauptmann G. Weber galt allgemein als ein ebenso litbens würdiger wie tüchtiger Offizier und wird sein Verlust auch bel Allen, die 0 nder kannten, schmerzlichst empfunden. Der Oberlieutenant unserem 1. Jäger-Bataillon an und war nach dem Ausmarsche desselben als Commandeur der Ersatzcompagnie dahier zurück. geblieben. Durch sein Avancement zum Haupt- mann in das 2. Inf. Megt. versetzt, ging Weber erst Mitte Oktober zur Diviston in das Feld ab.

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Preußen. Berlin. DieProv.-Corr. des Strafgesetzbuchs für den norddeutschen schreibt: Die durch die Verkündigung der Reichs- Bund find, außer Wirksamkeit gesetzt worden. verfassung gebotenen Erweiterungen und Ver- Die vom Kriegsministertum angeordnete anderungen einzelner Einrichtungen werden geten⸗ Ermittelung, wieviele von den Kriegsgefangenen wärtig durch die Bundesverwaltung theils getroffen, lesen und schreiben können, hat in Pofen das theils vorbereitet! Dit in Versailles gegenwärtig erstaunliche Resultat ergeben, daß 64% unter Theilnahme des Bundeskanzleramts-Praͤsi⸗ diese Fertigkeit erlangt haben, mithin 360% nicht dtn schwebenden Verhandlungen sind* erforderlichen, aber überhaupt keinen darauf bezüglich. Auch erscheint dazu eine mög- Schulunterricht genossen haben In, den ge⸗ lichst Fübe Berfung des Rechetages erforderlich! bildetsten Theilen Deutschlands zählt man 4 Unsere Regierung hat deßhalb die Einleitung der liche Individuen bei der Aushebung 0,21%, Wahlen 1 l a und Posen steigt die Ziffer

Die Nachricht, Graf Bismarck habe der auf 1114%. österreichischen Regierung durch den Grafen Kiel. Unter Leitung des Hauptmanns Wimpffen den Wunsch ausgedrückt, daß dieselbe Vincenz von der 3. Ingenieurinspection ist am sich in Versallles diplomatisch vertreten lassen 29. December von bier ein Torpedo detachement, möge, wird in giesigen unterrichteten Kreisen be- bestehend aus 50 Pionieren und 30 Matrosen, stätigt, und zwar mit dem Zusatz, die österrtichische zur Belagerungsarmee vor Paris abgegangen. Regierung werde dem Wunsche des Bundeskanzleis Dies Detachement soll durch Torpedolegungen

nachlommen. Die Ernennung des bei dem preußi⸗ schen Hauptquartier zu actreditirenden Gtsandten soll sofort nach der Rückkehr des Kaisers nach Wien etfolgen. Am 9. d. wird der Kriegs minister v. Roon sein 50 jähriges Dienstjubiläum feiern. Wie offiziös gemeldet wird, soll ihm Seitens des Königs eineaußergewöhnliche Auszeichnung bei dieser Gelegenheit zu Theil werden. Oeffentliche Blätter melden, daß im Bereiche der königlichen Eisenbahn-Direktton zu Saarbrücken der Kohlenverkehr gänzlich suspendirt sei. Wie aus sicherer Quelle eingezogene Er⸗

kundigungen ergeben haben, entbehrt diese Nach⸗

richt jeder Begründung.

Nach einer Publikation des Generalpost amts imStaatsanz. kommen vom 1. Januar ab die Correspondenzkarten auch im internationalen Postvorkebre zur Anwendung nach folgenden Län⸗ dern hin: Dänemark, Frankreich, England, Holland, Schweden, Norwegen, Portugal, Spanien, Ru mänien und nordamerikanische Union. die auch retommanditrt werden dürfen, stets vom Absender frankirt werden und sind dem nämlichen Porto unterworfen, wie Briefe. Mit

Rußland, Italien und Belgien ist ein darauf be

züglicher Postvertrag noch nicht abgeschlossen. Nach einer amtlichen Bekanntmachung findet

die Annahme von Privatpäckereien für die in

Frankreich befindlichen Offiziere, Militär- und

Civilbeamten bereits am 5. Januar(statt des

Die Karten, müssen

die Seine absperren.

Frankfurt. Nach einer von Pfarrer Basse dahier gefertigten Zusammenstellung wurde Frank furt während der Revolutionszeit von den Fran⸗ zosen um 18,769,604 fl. gebrandschatzt. N

Bayern München. Die baperische Eisen⸗ babndetwaltung hat von der schweizerischen Nord⸗ ostdahn eine größere Anzahl vierachsiger Personen⸗ wagen gemicthet, um solche versuchs weise für Sanitätszüge zu verwenden. Das von der Schweiz, von Würtemberg ꝛc. für ihre Personenwagen adoptirte amerikanische Wagenspstem eignet sich bekanntlich nach den Erfahrungen im Lauft des gegenwärtigen Kriegs ganz desonders für Sa⸗ nitätszwecke.

Den MünchenerNeuesten Nachrichten wurde mitgetheilt, daß sich die Pläne eines Theiles der patriotischen Partei darauf richten, den König zur Abdankung und zur Niederlegung der Krone zu veranlassen.

Die Abgeordnetenkammer bewilligte mit allen gegen 4 Stimmen(Geil, Kolb, Ruland, Pfahler) den ganzen von der Staatsregierung postulirten Militärcredit von 41,020,000 fl. zur Kriegführung bis Ende März.

Kaiserslautern. 460 französische Ge⸗ fangene aus den Kämpfen dei Amiens passirten in der Nrujahrsnacht unstren Bahnhof. Auf der langen Reise haben die Unglücklichen schrecklich gelitten, mehrere von dem Transporte sollen unter-

früher auf den 14. Januar angesetzten Anfange wegs erfroren sein. Viele von ihnen hatten er⸗ Termins) statt. Der Endtermin, 21. Jan., bleibt frorene Plieder. Der Anblick war ein mitleid- unverändert. Im Prozesse Güterbock wurde erregender und Jedermann beeiferte sich, den Un⸗ Ghterbock wegen Verbrechens des Landesvertathes glücklichen, die auf dem Bahnhose gespeist wurden,

elbe gehörte als

zu zwei Jahren, Kulp zu neun, Meyer St. Goar zu sechs und Levita zu drei Monaten Festungs⸗ haft verurtheilt. Die Antwort des Grafen Beust vom 26. v M. auf die Dapesche des Grafen Bismarck vom 14. Dez. drückt den Wunsch Oesterreich⸗Ungarns auf das lebhafteste aus, mit dem neugeeinigten Deutschland in die freundschaft lichsten Beziehungen zu treten. Zugleich wird hervorgehoben, daß der Kaiser Franz Joseph persönlich von diesem Wunsche um so mehr bestelt sei, als die Habeburger Jahrbunderte lang in innigster Beziehung zumdemaligen deutschen Reiche gestanden hätten. Graf Beust erklärt die Wiedererstehung dieses Reiches für eine so historisch begründete Nothwendigkeit, daß er es für über⸗ flüssig erkennt, noch länger über den Art. 4 des Prager Friedens zu discutiren.

DerStaatsanzeiger veröffentlicht eine Bekanntmachung des Ministers des Innern, wonach die, Auslegung der Wahllisten für die bevorstehenden Reichstagswahlen am 19. Januar zu beginnen hat,

Am 1. Jauuar ist das Strafgesetzbuch für den norddeutschen Bund vom 31. Mai 1870 im ganzen Umfange des Bundesgebiets in Kraft getreten. Mit demselben Tage ist das Bundes- und Landesstrafrecht, in soweit dasselbe Materien betrifft, welche Gegenstand

beizuspringen.

Wuürtemberg. Stuttgart. Wegen eines Brieses der Marschallin Canrobert an die Times, betreffend die Behandlung der Kriegs- gefangenen, wurde gegen die Briefstellerin die Vernehmung eingeleitet; darnach war das be treffende Schreiben nicht zur Vexöffentlichung be stimmt und bezog sich auf vergangene Verhältnisse bezüglich überfüllter Transporte; es bezweckte keinen Vorwurf gegen die deutsche Nation oder die Regierungen. Eine Berichtigung Seitens der Marschallin ist derTimes bereits zugegangen.

Oesterreich. Wien. DasTelegraphen⸗ Correspondenzbureau meldet;Die von mehreren Zeitungen seit einigen Tagen als Telegramm col- portirten Sensationsnachrichten über angebliche Entsendung eines Spezlalbevollmächtigten Oester⸗ reichs nach Versailles, sowie über angeblich in Berlin statifindende Berbandlungen, den Abschluß eines Bündnisses betreffend, entbehren nach ver⸗ läßlichen Informationen sowohl des Anlasses als der Begründung.

DieN. sr. Pr. veröffentlicht die Ant; wortnote des Grafen Beust vom 26. Dezember auf die Depesche des Grasen Bismarck vom 14. Dez. Die Rote hebt die bereitwillige Anerkennung der freundschaftlichen Gesinnung dervor, in welcher

der Bundeskanzler des Prager Friedens erwäpnt.