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11) Bei Todesfällen, namentlich bei Beerdigung an Blattern Ver⸗

storbener ist nur der Zutritt der mit der Beerdigung Beauftrag⸗

Ein verpichter, fest verschlossener

Chlorkalk enthaltender Sarg ist anzuwenden, ein vor Ansteckung gesichertes Personal zum Leichentransport zu verwenden.

Nach dem Zuschütten des Grabes und Entfernen aller mit der

ten und Krankenpfleger zulässig.

Leiche in Berührung gewesener Personen

an der Grabstätte Beerdigungsfeierlichkeiten erlaubt. 12) Die Anschaffung der Desinfections mittel geschieht nöthigenfalls durch die Ortspolizef, und in Fällen der Vermögenslosigkeit,

auf Gemeindekosten.

kosten ein.

und Gegenstände sind

13) Wo die Durchfuhrung der Absperrungsmaßregeln es erheischt, tritt Erhaltung der verdienstlos Gewordenen auf Gemeinde⸗

14) Bei dem Auftreten der Blatternkrankheit in einer Gemeinde hat die Ortspolizeibehörde sofort zur Impfung vorhandener unge⸗ impfter Kinder, sowie zur Wiederimpfung(Revaccination) der Erwachsenen, als dem einzigen Mittei sich gegen Blatternan⸗ steckung unempfänglich zu machen, öffentlich aufzufordern, Exem⸗ plare dieser Vorschriften öffentlich anzuschlagen und den Nächst⸗ betheiligten zu behändigen. 5

Deutsches Reich.

Darmstadt. Dem evangelischen Pfarrer zu Frei⸗Laubersheim, im Dekanate Wöllstein, Carl Wilhelm Linß, ist die evangelische Pfarrstelle zu Nauheim, im Dekanate Groß-Gerau, übertragen worden und wurde von S. K. H. dem Großher⸗ zoge genehmigt, daß Pfarrer Linß als geistliches Mitglied des Oberconsistoriums provisorisch ver⸗ wendet werde. Ferner wurden ernannt: der Kreis- veterinärarzt des Kreisveterinäramtes Vilbel, Dr. Johann Netscher zum Kreisveterinärarzt des Kreis, veteri näramtes Oppenheim; der Kreisveterinär⸗ arzt des Kreisveterinäramtes Grünberg, Johann Georg Gebb zum Kreisveterinärarzt des Kreis- veterinäramtes Vilbel und der Kreisveterinärarzt des Kreis veterinäramtes Reichelsheim, Dr. Carl Georg Julius Geist zum Kreisveterinärarzt des Kreisveterinäramtes Grünberg.

Darmstadt, 4. Juli. Auf der Tagesord nung der Donnerstag den 6. d. M. stattfindenden Sitzung zweiter Kammer steht die Berathung über 1) die Vorlage der Gr. Ministerien des Groß⸗ herzoglichen Hauses und des Aeußern, sowie des Kriegs, die am 13. Juni 1871 zu Berlin zwischen Bevollmächtigten Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs und Sr. Majestät des Deutschen Kaisers und Königs von Preußen abgeschlossene Militärconvention betr.; 2) den Antrag des Ab geordneten Wernher, Creditbewilligung für die⸗ jenigen Pferdebtsitzer, welche durch Leistung von Kriegsfuhren Verluste erlitten haben, bei den Versteigerungen der Mobilmachungs-Pferde betr.; 3) die Vorlage Gr. Ministeriums des Großher zoglichen Hauses und des Aeußern bezüglich der zwischen diesem Minisiz rium und dem General- postamte des Nordd. Bundes getroffenen Ueber- einkunft, die Aversionirung des Portos von früher nicht portopflichtigen Sendungen, beziehungsweise die Ausführung der Uebereinkunft vom 7. Dez. 1869 die Regelung des Portofreiheitswesens in den nicht zum Norddeutschen Bunde gehörigen Landestheilen dzs Großherzogthums betr.

In dieser Woche wird die erste Rate des hessischen Antbeils an der Kriegsentschädigung im Betrage von 2,000,000 fl. hier eintreffen und soll diese Summe zunächst zur Tilgung des von unserer Regierung zur Bestreitung der Kriegskosten bei der Bank für Süddeutschland aufgenommenen Anlehens verwandt werden. Von dem 37 Mil- lionen betragenden Gesammtbetrag des hessischen Antheils an der Kriegsentschädigung werden, nach Abzug des auf das Reich fallenden Theiles, unserem Großherzogthum 32 Millionen ausbe- zahlt werden. Wie diese Summe verwendet werden soll, darüber verlautet noch nichts.

Die neue Militärconvention begegnet, so weit sie sich auf die Formation der Division be zieht, in der zweiten Kammer einem heftigen Widerstand und sollen viele Abgeordnete beab sichtigen, auf der Durchführung der ursprünglich von Preußen vorgeschlagenen Formirung der In- fanterie in drei Regimenter zu drei Bataillonen zu bestehen.

Berlin. Es wird bestätigt, daß die Zahlung der ersten halben Milliarde Kriegsentschädigung bis zum 10. Juli rsolgen soll.

Das Befinden des Königs bessert sich in erfreulicher Weise. Derselbe ließ sich vom General v. Podbielski Vortrag halten und arbeitete hierauf längere Zeit mit dem Cabinetsrath v. Wilmowski.

Nach den Andeutungen verschiedener Blätter

scheint man im Reichskapzleramte gegenwärtig ernst⸗ lich daran zu denken, für die Oberleitung des ge⸗ sammten deutschen Eisenbahnwesens innerhalb dieser

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obersten Reichs verwaltungsbehörde eine Centralstelle zu schaffen. Man soll die Persönlichkeit des Ge heimen Ober⸗Regierungsraths Maybach, dessen eminente Befähigung notorisch ist und der gegen wärtig die General- Direction der hannöver'schen Bahnen leitet, für die Besetzung dieser Centralstelle ins Auge gefaßt haben.

Nicht bloß der Banquier Güterbock, sondern auch die Kaufleute Kulp, St. Goar und Levita, die in dem bekannten Processe verurtheilt worden waren, sind begnadigt worden. Die Kosten in jenem Protesse stellten sich für die Angeklagten, für alle beiden Instanzen, auf 600 Thlr. Die Zahl sämmtlicher eroberten Geschütze, welche hier an der via triumphalis zum Einzuge unserer Krieger aufgestellt waren, belief sich auf 1020. Darunter befanden sich 918 Feldgeschütze ver schiedenen Kalibers, 84 Mitrailleusen, 17 Festungs⸗ geschütze und 1 Mörser.

Wie dieW. Z. erfährt, verweilte der Generalseldmarschall v. Steinmetz vor Kurzem in Weimar, wo er seinen Wohnsitz zu nehmen gedenkt.

DieBörsenzeitung vernimmt, daß am 3. Juli 100 Millionen Thaler zum großen Theil in langsichtigen Wechseln von der französischen Regierung als Ratenzahlung auf die Kriegscon tribution abgeliefert wurden.

Der Kaiser empfing den Kronprinzen und die Kronprinzessin, welche sich vor ihrer Reise nach England verabschiedeten, sowie den Prinzen Alfred von England Bezüglich der Reise des Kaisers nach Ems ist noch nichts definitiv be stimmt. Fürst Bismarck ist heute früh nach Varzin abgereist, um dort Karlsbader Brunnen zu trinken. Gegen Mitte August wird der Reichs- kanzler, wie dieKreuzztg. erfährt, in ein See bad gehen.

Wie verlautet, hat sich die Reichsregierung in Betreff der Contribution mit der französischen Auffassung einverstanden erklärt, daß der 10. (anstatt der 1.) Juli als Endpunkt des Termins für die Zahlung der restirenden 375 Millionen Fres. der ersten halben Milliarde zu gelten habe.

München. Das Actionscomite der Alt katholiken verlangt in einer Eingabe an die Staatsregierung, daß von den katholischen Kirchen Münchens zunächst eine, und zwar nebst den dem Gottesdienste geweihten Sachen und den ent sprechenden Einkünften, dem Professor Friedrich sowie den demselben sich noch weiter anschließenden katholischen Geistlichen behufs Ausübung ihrer kirchlichen Functionen zur ausschließlichen Be nutzung überwiesen und die katholische Pfarr geistlichkeit angewiesen werde, in allen Fällen, in welchen von katholischen Brautleuten lediglich ihre passive Assistenz zur Eheschließung verlangt würde, solche unweigerlich und bedingungslos zu gewähren.

Generalfeldmarschall Graf v. Moltke ist hier angekommen.

Folgende königliche Verordnung ist er schienen: Nachdem die Zeitverhältnisse, in deren BerücksichtigQung Wie Unsere Verordnung vom 28. Juli 1870. die Errichtung von Bürgerwehren betreffend, erlassen haben, nicht mehr bestehen, so finden Wir urs bewogen, diese Verordnung außer Wirksamkeit zu setzen.

König Ludwig hat den Kronprinzen von Preußen und den Generallieutenant v. Blumenthal zum Einzuge der Truppen eingeladen, welcher definitiv am 16. Juli stattfinden soll, und hat seinen Gästen Wohnungen in der Residenz zur Verfügung gestellt. Der Kronprinz von Preußen

Karlsruhe. DasGesetzes- und Verord- nungsblatt enthilt eine landesherrliche Verord- ordnung, das Statut für ein zu stiftendes Er- innerungskreuz betreffend.

Der Uebertritt des badischen Armeecorps in den Verband dec deutschen Armee zeigt ern vom 1. d. datirter Tagesbefehl des Großherzogs den Truppen an.

Ausland.

Oesterreich Wien. Fast sämmtliche Blätter constatiren den großen Erfolg einer vom Reichskanzler Grafen Beust in der Sitzung der österreichischen Delegatton gehaltenen Rede, sowie die nahezu einhellige Zustimmung zu dessen Politik. Die Organe der Verfassungspartei heben hervor, daß die Verfassungspartei durch Herbst ihre An- erkennung der auswärtigen Politik des Reichs- kanzlers, besonders in Betreff Deutschlands und Italiens, offen kundgab, die in der unveränderten Annahme des Budgets des auswärtigen Mi- nisteriums ihren Ausdruck gefunden habe.

Die Nachricht von dem Zusammentreffen des österreichischen Kaisers mit dem deutschen Kaiser ist erfunden. Es ist nie die Rede davon gewesen, insbesondere nicht bei der Anwesenheit Gablenz' in Berlin.

Aus zuverlässiger Quelle verlautet, daß auf Wunsch des Kaisers die beiderseitige Ver tretung in die Hände von Botschaftern gelegt werde.

Schweiz. Bern. durch eine Ansprache der Présidenten eröffnet wor- den. Zum Präsidenten des Nationalrathes wurde Brunner, zum Präsidenten des Ständeraths Keller, gewählt.

Frankreich. Paris. DerSiecle schreibt in Bezug auf die gelungene Anlehens⸗ Operation:An der Börse, in den Cafés, auf den Boulevards allgemeiner Enthusiasmus über die rasche Zeichnung und Ueberzeichnung des Anlehens. Der Himmel weiß, welchen Träumen, welchen glänzenden Perspectiven sich gewisse Leute schon hingeben mögen. Ei, meine Herren, sagte neulich zu mehreren dieser Optimisten eine Person, die sich über so geräuschvolle Kundgebungen zu betrüben schien. Gewiß, das Angebot der Dar- leiher war doppelt so groß, als die verlangte Summe; gewiß, die Geschäfte werden sich und sogar in außerordentlicher Weise wieder beleben, da Frankreich seit beinahe einem Jahr nicht exportirt hat und der französische Artikel daher überall fehlt. Ich will auch zugeben, daß un ser Unglück in finanzieller Beziehung sehr wobl geheilt werden kann. diese Freude, dieses Gefühl von Seligkeit, welches ich auf vielen Gesichtern sehe; man vergißt nur allzusehr, daß dieses Geld, welches wir aufnehmen, uns bei Deutschland zum Lösegeld dienen soll. Das sollte uns denn doch nachdenklich machen; nachdenken thäte uns überhaupt Noth.

Der Gesundbeitszustand in Paris hat sich sichtlich gebessert. Fälle von Cholera und schwarzen Blattern sollen nicht weiter vorgekommen sein.

Die Befürchtungen, daß während der Revue eine Manifestation der Internationale stattfinden werde, haben sich als unbegründet erwiesen. Die Menge applaudirte lebhaft, als Thiers den Marschall Mac-Mahon umarmte. DieLiberté berichtet, die Soldaten hätten ohne Vivats, in größter Ruhe und Ordnung defilirt und wären sich be wußt gewesen, daß es gegolten, nicht einen Triumph, sondern die Rückkehr des Friedens und

der Ordnung zu feiern. Die Offiziere beschränkten

hat die Einladung angenommen.

sich darguf die Assemblee mit dem Degen zu

Die beiden Räthe sind

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Was mich aber beunruhigt, ist

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