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Das Gefecht war bei Eintritt der Nacht beendigt. Bergeret wird durch den Mont Valerien in Schach gehalten. Die Nationalgarden halten den Wald von Meudon besetzt. Es heißt, fie würden in der Nacht gegen Versailles vorrücken. Die Commune ist unenkmuthigt.

Die Commune hat durch ein Decret die Minister Thiers, Favre, Simon, Picard und Pothuau in Anklagezustand versetzt. Dieselben werden, heißt es darin, von dem Volksgericht zur Verantwortung gezogen. Ihre Güter und Ver mögen werden mit Beschlag belegt und sequestrirt. Weitere Decrete verfügen: die Trennung der Kirche vom Staat, Unterdrückung des Cultus- Budgets. Die Güter der geistlichen Genossen- schaften sollen Nationaleigenthum werden.

Versailles, 2. April. Die Regierung ist im Begriff, zwei Armeen gegen die Pariser Com- mune zu formiren. General Duerot wird von Rennes aus die eine derselben tommandiren, die aus Kriegsgefangenen gebildet wird; Marschall Mac Mahon die andere, die sich in Versailles sammelt. Die Stadt Paris ist neuerdings ohne Gas beleuchtung; Mangel an Lebensmitteln macht sich fühlbar. Das Gerücht von einer Versteigerung des Krongutes wird dementirt. 3000 National- garden besetzten heute Morgen Courbevoie, Puteaux und die Börse von Neuilly. Sie wurden von 10,000 Mann Linie angegriffen und von diesen

geschlagen. Es gab 200 Todte und Verwundete, sowie viele Gefangene. Letztere wurden sogleich erschossen. In Paris herrscht eine ungeheure Aufregung.

Aus Verseiles meldet eine Depesche der Regierung vom 1. April, die Ordnung sei in den Departements seit 3 Tagen ungestört. In Lyon, St. Etienne, Toulouse, Nanbonne und Perpignan ist die Ruhe wieder hergestellt. Ganz Frankreich, ausgenommen Paris, ist pacisicirt. In Paris sei die Commune gespalten; dieselbe plündere die öffentlichen Kassen, sei aber obn mächtig und werde von den Parisern verabscheu'. Letztere sähen ungeduldig dem Augenblick der Befreiung entgegen. Die Nationalversammlung sei um die Regierung geschaart und tage in vollstet Ruhe in Versailles, wo eine der schönsten Armeen, die Frankreich je besessen, der Vollendung entgegen gehe. Die guten Bürger, sagt die Depesche schließlich, möchten sich beruhigen, da auf ein baldiges Ende der kurzen, aber schmerzlichen Krise zu hoffen sei.

Eine Depesche der Regierung vom 2. April sagt: Da die Insurgenten eine Bewegung gegen Rueil, Courbevoie und Puteaux unternahmen

und eine Barrikade bei der Brücke von Neuilly errichteten, griff der General Vinoy am 2. April Morgens die Positionen der Insurgenten an. Die Truppen nahmen die Positionen und Barri⸗ kaden, sowie die Brücke von Nenilly mit großer Bravour. Die Insurgenten ergriffen die Flucht und ließen eine große Anzahl Todter, Verwun deter und Gefangener zurück. Der Verlust der Truppen war unbedeutend.

3. April, Abends. Die Insurgenten, in zwei Colonnen von zusammen 40,000 Mann, machten einen Ausfall, theils über Nanterre und Bougival, theils über Meudon. Nach den ein⸗ gehenden Meldungen ist der von Meudon heran gerückte Theil in voller Flucht, unter Zurücklassung vieler Todten und Verwundeten, während der über Nanterre und Rueil gekommenen Colonne General Vinoy den Rückzug abschneidet.

Ein Telgramm derAgence Havas meldet: Die aufständischen Nationalgarden operiren in drei Corps, das erste von Montrouge aus, das zweite von Issy und das dritte von Rueil und Nanterre aus. Alle drei Corps rücken gegen Versailles vor in einer Gesammtstärke von 100,000 bis 110,000 Mann mit 200 Geschützen.

Die Abendzeitungen vom 3. April sagen: Das Hauptgefecht fand im Süden bei Chatillon und Fontenay aux Roses statt. Flourens soll dort mit 8000 Maun gefangen worden sein. Der frühere Commandant vom Mont Valerien, gegen welchen man in Versailles Verdacht hegte, wurde diese Nacht ersetzt. Die Pariser Gefangenen sind dort sofort erschossen worden. Mont Valerien war mit bedeutendem Erfolge am Gefecht betheiligt. Die Verluste der Pariset sind sehr bedeutend. Das Gefecht wendete sich zuletzt günstig für Versailles. Die Angriffe der Pariser scheiterten hauptsächlich an den früheren Verschanzungen der Deutschen.

3 April. Die Insurgenten hatten gestern 2000 Todte. 4. April. Gestern rückten zwei Corps

der Insurgenten einerseits gegen Meudon und

Chatillon, andererseits gegen Rueil vor. Beide wurden vollständig zurückgeworfen. Die Insur⸗ genten haben große Verluste erlitten. Gustav

Flourens ist gefallen. Die Haltung der Truppen, auf deren Abfall die Insurgenten hauptsächlich gerechnet hatten, war ausgezeichnet. Heute Morgen eröffneten die Insurgenten in den Forts Vanvres⸗ Issy das Feuer auf die Truppen Augenblicke werden dieselben in Chatillon angegeiffen.

Sitzung der Nationalversammlung hielt Thiers eine Rede, in welcher er sagte: Die Regierung werde streng gegen die Anstifter, nachsichtig gegen die Verführten sein. Die sehr gemäßigt gehaltene Rede fand großen Beifall.

Heute Nacht fand eine äußerst enthustasti⸗ sche Sitzung der Nationaloersammlung statt. In derselben zeigte Thiets an, daß die Insurgenten gänzlich unterlegen seien, und verhieß, daß der Aufstand baldigst ganz niedergeschlagen sein werde,

Die Redoute von Chatillon ist Vormittags von den Regierungstruppen genommen worden. 2000 Gefangene, darunter General Henry, wur⸗ den gemacht und nach Versailles abgeführt. Duval ist in der Redoute erschossen worden. Zwischen der Redoute von Chatillon und den die Forts besetzt haltenden Insurgenten wird ein Artillerie kampf unterhalten, sonst wird augenblicklich nirgends gekämpft. Die Truppen werden mehr und mehr gegen die Aufständischen erbittert.

Großbritannien. London. DerTimes wird vom 3. April gemeldet: Die Pariser Na- tionalgarden verloren in dem gestrigen Gefecht mit den Truppen der Regierung etwa 200 Mann. Gefangene Nationalgarden sollen als Rebellen er⸗ schossen worden sein. Im Laufe des Kampfes wurden die Nationalgarden zunächst auf Courbevoie zurückgeworfen; von dort, durch das Feuer des Mont Valerjen delogirt, zogen sie sich auf die Brücke von Neuilly zurück, von wo sie ein leb⸗ haftes Gewehrfeuer unterhielten, bis sie zum Rück- zuge nach der Stadt gezwungen wurden. Die Stadtthore wurden sofort geschlossen.

4. April. DieTimes sagt, daß das gestern stattgefundene Gefecht(beim Mont Valerien) für die Commune unglücklich abgelaufen sei. Die Hauptursache des Fehlschlagens war die Annahme, daß der Mont Valerien auf die Insurgenten nicht feuern würde. Der Commandant des Forts er laubte den Vorbeimarsch und eröffnete das Feuer, als die Insurgenten eine Strecke lang vorüber marschirt waren. Der Verlust war groß.

DieMorning-Post meldet in Betreff der Zahlung der Kriegskostenrate, eine frühere Nachricht berichtigend, daß der französischen Re⸗ gierung von Seiten Deutschlands ein Aufschub bis zum 15. April bewilligt worden sei. Selbst für diesen Termin sei aber noch die Zahlung zweifelhaft.

Donaufürstenthümer. Bukarest. Den

In diesem Bemühungen des deutschen Generalconsuls, dem der Redoute Man hofft auf raschen und vollständigen Erfolg. In der gestrigen] Deutschen volle Entschädigung zu verschassen.

sich der österreichische angeschlossen, gelang es, den bei den jüngsten Ausschreitungen beschädigten

Holzversteigerung.

797 Donnerstag den 13. April 1871, Vormittags 9 Uhr anfangend, sollen in den Fretberrlich v. Nitter'schen Waldungen zu Hof Hasselheck:

1 Stecken Buchen⸗Scheitholz,

5/* Eichen⸗ 67 25ʃ Buchen⸗Prügelholz, 9 Eichen- und Birken. Prügelbolz, 4 Aspen⸗ und Weiden⸗ 4 Birken⸗Stockhoiz, 950 Wellen Buchen⸗Reiserbolz, 7081 Birken⸗ und Eichen⸗Reiserholz, 1250 Aspen und Weiden⸗ 150 Kiefern⸗Reiserholz,

5 38 Gebund Ginstern oͤffentlich meifibietend verslelgert. Die Zusammenkunft uist im Lohschlag Nr. 21. FIrtedberg den 30. März 1871. In Auftrag der Freiherrlich v. Ritter'schen Gutsverwaltung zu Rüdesheim Heldt.

Jaselochs⸗ Versteigerung. 840 Dienstag den 11, d. M., Vormittags 10 Ubr, soll ein der Gemeinde gehöriger Faselochs, welcher sich zum Schlachten sehr gut eignet, im Gemeindehaus öffentlich versteigert werden.

Ober⸗Wöllstadt den 4. April 1871.

Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Wöllstadt. Feuerbach.

577 Mein für die diegsährige Saison wohlassortirtes Tapeten⸗Lager

bringe in empfehlende Erinnerung, Georg Groß.

Holz- Versteigerung. 825 Dtienffag den 11. April d. J. werden von Morgens 9 Uhr an aus den Domansalwalddistrikten Westerfeld'scher Wald und Kellerberg versteigert:

1 Stecken Buchen⸗Scheitholz,

13 b ee 1Nadelholz 12%

Eichen⸗Birken⸗Prügelholz,

7 Nadelholz⸗ 7 1 Stockholz, 250 Stück Buchen⸗Wellen,

11306 Eichen⸗ und Birken- Wellen, 800 Nadelholz⸗Wellen, 97Eichen⸗Stämme mit 2590 Cubikfuß, 2 Birken- 15 5 9 5

27 Jichten⸗ 1 1 362 10 Die Zusammenkunft it Morgens 9 Uhr im Schlag 11, Distrikt Kellerberg. Ober⸗Rosbach den 3. April 1871. Großherzogliche Oberförsteret Ober-Rosbach. Strack.

Bekanntmachung. 844 Die im Nieder Weiseler Gemeindewald adgehal⸗ tene Holzversteigerung vom 20. und 21. März l. 3. hat die Genehmigung erhalten und ist der erste Fahrtag auf Mittwoch den 12. l. M. bestimmt worden. Nleder⸗Weisel den 4. April 1871. Großherzoglsche Bürgermeisteret Nieder Weisel. Reuter.

Holzversteigerung.

832 Montag den 17. d. M., Vormittags 9 Uhr, sollen in dem Freiherrlich v. Died'schen Kirchwald dahier: 200 Stecken Buchen⸗Scheit. und Prügelbolz,

10000 Wellen von verschiedenen harten Holzarten öffentlich an Ort und Stelle, oder dei Regenwetter auf dem Fruchtspeicher versteigert werden.

Zlegenberg den 4. April 1871.

Kirchner.

Bekanntmachung.

836 Die am 3. d. M. in den Freiberrlich v. Francken⸗ stein'schen Walddistrikten Klentzeschlag, Köhlerschlag und Diezenberg abgehaltene Holzversteigerung ist genehmigt. Erster Fahrtag Donnerstag den 13. April. Ockstadt den 4. April 1871. Der Freiperrlich 15 Franckenstein'sche Oberförster

u mp f. Hafer ⸗Versteigerung. 830 Mittwoch den 12. April l. J., Vormittags 10 Ubr, werden auf blesigem Rathbaus die daselbst lagernden eirca 20 Malter Hafer einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt. Assenheim am 4. April 1871. Großherzogliche Bürgermeisterel Assenbelm. Be st.

Stein ver kauf.

827 Vorzügliche Mauersteine werden wieder für den geringen Preis per Klafter 8 fl. abgegeben von der Gemeinde Veidhecken. Leidhecken den 3. April 1871. Großherzogliche Bürgermelsterel Leidhecken.

Selzam.

Krippen, Tröge

und Gossensteine

370 aus s. g. Lungsteln(Dolerit) empfieblt die Ziegelei am Bahnhof zu Bad⸗Nauheim.