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derten) Erlaubniß nie werde entschließen können, da in jener Constitution alle anderen Constitutionen des jetzt an der Spitze der katholischen Kirche stehenden Papstes sanctionirt seien, und somit auch der Syllabus, welcher in allen Punkten gegen die sächsische Verfassung verstoße.

München. Man telegraphirt der A. A. Z: Der Vorschlag des Ministerraths wegen Wieder- besetzung des Ministeriums des Aeußern soll auf Schwierigkeiten gestoßen sein, deren Beiseitigung gehofft wird; gelingt sie nicht, so dürfte eine voll ständige Ministerkrisis die Folge sein.

In Folge der Wahl des Stiftspropstes Dr. v. Döllinger zum Rector der hiesigen Universität wird dieser von klerikalen Blättern der päpstliche Bannfluch in nächste Aussicht gestellt.

Nach einer Mittheilung derAugsburger Postzeitung ist Stiftsprobst Döllinger, welcher Anfangs die Candidatur für die Rectorswürde der Universität abgelehnt hatte, durch Professor v. Pettenkofer, der sich deßhalb eigens nach Bern⸗ ried am Starnberger See, dem gegenwärtigen Aufenthaltsorte Döllinger's, begeben hatte, zur Annahme derselben bestimmt worden.

Stuttgart. Der deutsche Juristentag wird vom 26. bis 31. August hier tagen. Nach dem vorläufigen Programm über den äußeren Verlauf wird am Abend des 27. in den eleganten Sälen des Königsbaues eine feierliche Begrüßung statt⸗ finden. Montag den 28. Abends ist Festbanket im Stadtgarten, der zu diesem Bebuf brillant be⸗ leuchtet werden wird; Dienstag den 29. wird ein gemeinsames Festmahl im Königsbau abgehal⸗ ten und werden die Verhandlungen selbst an diesen Tagen geführt werden. ein Ausflug mit Damen nach der Burg Hohen- zollern mittelst Extrazugs statt, wobei auf dem Rückweg in Tübingen in der akademischen Reit⸗ schule das gemeinsame Mahl eingenommen werden wird. Donnerstag, den 31. Aug., wird mit einem Festballe der Abschluß gemacht werden.

Ausland.

Schweiz. Bern. Die Schweiz erhebt in Berlin Protest gegen die an der Juragrenze vor⸗

kommenden Grenzüberschreitungen deutscher bewaff

neter Soldaten.

DieSchweiz. Grenzpost schreibt: Die Ankunft des Exkaisers Napoleon mit Gemahlin und Sohn sammt Gefolge auf Arenenberg wird trotz der neuesten Zeitungsnachricht, daß die Kaiser familie in Chislehurst verbleiben wolle, von einem Tag auf den andern erwartet. Dutzende von Handwerkern und Arbeitern sind seit Wochen be schäftigt das malerisch gelegene Schlößchen, in welchem Napoleon einen Theil seiner Jugendjahre verlebt hat, für die Herrschaften so comfortabel als es immerhin die beschränkten Räumlichkeiten nur erlauben, herzurichten.

Frankreich. Paris. DemMoniteur universel zufolge hätten zwei ehemalige Minister des Kaiserreichs(Brame und Duvernois) vor der Untersuchungs⸗Commission, welche die auf den Krieg von 1870 71 bezüglichen Thatsachen zu prüfen hat, das Vorhandensein einer Depesche des Generals Fleury constatirt, gemäß deren der Kaiser von Rußland nach den Schlachten bei Wörth und Forbach versprochen habe für die Integrität des französischen Gebietes um jeden Preis einzustehen. Die Commission habe An- gesichts einer so wichtigen Enthüllung beschlossen, dem General Fleurtz die Mittheilung jener De⸗ pesche und nähere Erläuterungen über dieselbe abzufordern.

Das Ergebniß der Pariser Municipal wahlen hat bei einem Theile der Deputirten einen der Uebersiedelung der Versammlung und Regie rung nach Paris nicht günstigen Eindruck hervor⸗ gebracht. Es heißt, daß die Frage betreffs der Verlängerung der Vollmachten Thiers bis nach den Ferien der Versammlung vertagt werden wird.

Paris. WieSiecle erfährt, hat die republikanische Linke in einer stattgehabten Ver sammlung das Project einer Fusion mit der äu ßersten Linken verworfen.

Mittwoch den 30. findet

Ueber den französischen Generalstab schreibt derTemps wie folgt:... Da der Friede geschlossen ist, so ist es nothwendig, Militär- Attachés nach Deutschland zu schicken, so wie Deutschland deren nach Frankreich geschickt hat. Aber man wähle rechtliche und unterrichtete Offi⸗ ziere; es fehlt nicht an solchen selbst nicht im Generalstabe. Doch wir würden dem Kriegs- minister rathen, Offiziere anderer Waffen zu wäh⸗ len. Es genügt nicht, zu sehen; um zu urtheilen, muß man vergleichen und unsere Generalstabs⸗ offiziere sind im Allgemeinen dem militärischen Leben fremd..... Die Preußen wissen ganz gut, daß aus den Aufhetzungen des General⸗ stabes, nicht weniger als aus denen der Um- gebung des Kaisers, der Krieg hervorgegangen ist, und sie wissen, daß in dieser kleinen Welt fashio⸗ nabler Strategen schon von derRevanche ge sprochen wird, während Frankreich kaum auf⸗ athmet. Die Generalstabsoffiziere thaten sich seit einigen Jahren durch ihrePreußenfressereien hervor; sie fressen noch heute Preußen, und wir selbst haben, zu unserer größten Bestürzung, höhere Offiziere des Generalstabes versichern hören, man müsse den Krieg im künftigen Jahre wieder be ginnen, um nicht die letzten drei Milliarden zu zahlen! Wenn wir so urtheilsfähige Leute nach Deutschland schicken, werden wir ganz einfach aus⸗ gelacht werden.

DasJournal des Döbats verlangt, man solle den angeklagten Communisten gegen- über lieber eine Massenverbannung statt der De portation nach Neu-Caledonien in Anwendung bringen.

DasJournal officiel veröffentlicht die Ernennung Charles Remusat's zum Minister des Aeußern an Stelle Jules Favre's, welcher auf sein Ansuchen seiner Functionen enthoben worden ist.

Aus Versailles hier eingegangene Nach- richten bestätigen, daß zwischen der Regierung und der Nationalversammlung ein Einvernehmen über das Departementalgesetz zu Stande gekommen ist. Die Journale melden, daß der Finanzminister weitere 500 Millionen an die deutsche Regierung gezahlt hat und eine dritte halbe Milliarde bis zum 25. August abführen zu können hofft. Man glaubt, daß die Räumung der an die Seine grenzenden Departements Ende August erfolgen wird. Einem Bericht des Marschalls Mae Mahon zufolge hat die Armee während der zweiten Be lagerung von Paris folgende Verluste erlitten: 83 Offiziere und 794 Mann todt, 430 Offiziere und 6024 Mann verwundet, 183 Mann vermißt.

Die Juden in Algerien, denen man kaum eist die Rechte und Pflichten französischer Bürger eingeräumt, wie sie ihre Glaubensgenossen in Frankreich seit den Tagen der großen Revolution besessen, diese Juden sehen sich jetzt aufs Neue herausgestoßen aus der bürgerlichen Gemeinschaft und wiederum zur Paria⸗Stellung verurtheilt, weil die Araber angeblich ihren Judenhaß auch auf die Franzosen ausgedehnt haben, seitdem man die Menschenrechte auch auf die Kinder Israels über⸗ tragen.. 5 General Bourbaki wurde von der Militär⸗ Commission der Nationalversammlung vernommen. Die Marschälle Canrobert und Bazaine, sowie die Generale Wimpffen, Fleury und Failly sollen zu gleichem Zwecke noch im Laufe der Woche nach Versailles kommen.

Versailles. Die Nationalversammlung be schloß, den Antrag Ravinel's, betreffend die Er richtung der Ministerien in Versailles, in Berathung zu ziehen und erklärte die Dringlichkeit desselben. Bei der darauf bezüglichen Debatte erklärte Walewski, er und seine Freunde würden dafür stimmen, daß man den Antrag discutire, um eine gründliche Prüfung der Frage herbeizuführen, denn er sei ganz der entgegengesetzten Meinung als der Antragsteller, und wünsche, daß die Re⸗ gierung ihren Sitz in Paris nehme.

Italien. DerMonitore di Bologna will von einer vollkommen glaubwürdigen Persönlich⸗ keit dahin informirt sein, daß die häufigen Brände in Italien wie in Frankreich die Folge eines ver⸗ brecherischen Anschlags seien. Das Londoner

lich beschlossen die Inbrandlegung von Gebäuden 1c.

als ein vortreffliches Kriegsmittel zu empfehlen.

Vorzüglich sollen Fabriken ins Auge gefaßt wer⸗ den, um denDespotismus des Capitals zu be

strafen, und eine große Anzahl von Arbeiter brod⸗

los zu machen..

Großbritannien. London. Auf der unterirdischen Eisenbahn sind zwei Züge zusammen⸗ gestoßen. Es heißt, 50 Personen seien schwer verwundet.

Marschall Bazaine ist, aus Exeter kom- mend, in London eingetroffen, und beabsichtigt dem Vernehmen nach, nach Versailles zu gehen, wohin er mit anderen hohen Offizieren von der Militärcommission der Nationalversammlung vor⸗ geladen worden ist. f

Donaufürstenthümer. Bukarest. Wie derLloyd erfährt, hat der Fürst das Votum der Kammer bezüglich des Eisenbabngesetzes sanetio⸗ nirt. Der deutsche Generalconsul hat die darauf bezüglichen Verhandlungen mit der rumänischen Regierung abgebrochen, da die deutsche Regierung wegen jenes Kammerbeschlusses sich an die Pforte gewandt hat um Intervention und Inschutznahme der bedrohten Interessen deutscher Staatsangehö⸗ rigen. Die übrigen Schutzmächte sind hiervon benachrichtigt worden.

Türkei. In Albanien bereiten sich sehr ernste Dinge vor. Skutari, die Provinzialhaupt⸗ stadt, ist zum Schauplatz blutiger Ereignisse ge⸗ worden. Ismail Pascha wird in seinem Konak (Amtswohnung) belagert. Aufrührerische Banden

durchziehen die Stadt und plündern wo sie können, namentlich aber die Häuser der bei Ausbruch der

Unruhen geflüchteten Christen. Der Generalgou⸗ verneur ist von allen Verkehrsmitteln abgeschnitten, da die Rebellen alle Telegraphendrähte durch⸗ schnitten und alle sonstigen Anstalten besetzt haben. Indessen ist schon die Nachricht eingetroffen, daß 10,000 Mann Truppen von Konstantinopel zu Schiff nach Antivari expedirt sind.

Amerika Aus Newpork wird vom 30. Juli telegraphirt:Der Dampfkessel auf dem zwischen hier und Staaten⸗Island gehenden Fähr⸗ dampfer explodirte heute, als das Fahrzeug mit Passagieren gedrängt voll war. Hundertundfünf⸗ zig Personen sollen getödtet worden sein. Ein späteres Telegramm berichtigt diese Nachricht dahin, daß 50 Personen getödtet und 150 verletzt seien.

SS Schwalheim.(Verspätet.) Auch in unserem Orte fand schon vor einigen Sonntagen eine Feier mit einem festlichen Zuge zu Ehren unserer in die Heimath zurück⸗ gekehrten Krieger statt. Nachdem sich der Zug am hiesigen Rathhause aufgestellt hatte, bewegte sich derselbe nach der Friedenslinde. Herr Lehrer Wiederhold begrüßte die Festversammlung und hielt eine kurze, aber sinnreiche An⸗ sprache an unsere tapferen Krieger und dankte für Das, was sie uns und dem Vaterlande geleistet haben. Als⸗ dann hielt unser 80 jähriger Veteran Hofmann eine wohlgeordnete und beachtenswerthe Festrede, welche seinem hohen Alter und seinem wohlerhaltenen Gedächtmisse volle Ehre bereitete und alle Anwesenden befriedigte. Nachdem der hiesige Gesangverein unter Musikklängen dieWacht am Rhein gesungen, hielt der Großherzogliche Bürger⸗ meister Hensel noch eine inhaltsvolle sinnreiche Rede, welche allen Zuhörern gewiß noch lange im Gedächiniß verbleiben wird. Es wurde hierauf das Lied, das wir gar nicht entbehren könnenNun danket alle Gott, unter Posaunen⸗ Schall gesungenz schließlich dankte einer der Krieger für alles Das, was man an ihnen Gutes gethan hat. Der Zug bewegte sich nun nach dem nahe gelegenen Mineralbrunnen, wo unter den schattenreichen Akazien noch eine gesellige Unterhaltung mit Musik und Gesang stattfand. Ein hiesiger Bürger trug ein selbstverfertigtes Kriegsgedicht vor, welches schloß mit einem dreimaligen Hoch für unsern deutschen Kaiser und unsern Großherzog und das ganze deuische Reich. Der Beifall war wahrhaft ein enthuasiastischer und wollte gar kein Ende nehmen. Der schöne festliche Tag wird allen Anwesenden noch lange im Andenken verbleiben.

Frankfurt. Die neugedruckten Postanweisungs⸗ und Correspondenzkarten führen bereits die UeberschriftKaiser⸗ lich Deutscher Reichspostbezirk, mit dem neuen einköpfigen deutschen Adler, überragt von der Kaiserkrone. J Das deutsche NationalliedDie Wacht am Rhein hat bereits mehr als 20 Uebersetzungen erlebt; darunter 2 hebräische(in Königsberg und Marienwerder verfaßt) 2 griechische, 2 lateinische, 3 französische, 7 eng⸗ lische, 1 holländische, 1 polnische und 1 littauische.

Central-Comite derInternationale habe näm⸗

Das

Kutschke⸗ Lied ist das einzige, welches der Wacht am

Rhein den Rang abläuft. Darmstadt. Eröffnung der Main-Neckar-Bahn sind die wohlver⸗

Am Tage der Feier der 25jährigen 13