Ausgabe 
31.12.1870
 
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geilage.

Hessen. Darmstadt, 28. Dec. Laut Irmächtigung des Kriegs- und Bundesfeld herrn und laut Bestimmung des Obercomman⸗ Arenden der zweiten Armee hat der Commandant des 9. Armeecorps, General v. Manstein das eserne Kreuz 2. Cl. nachstehenden Officieren und Mannschaften der Großh. Division ver⸗ liehen: 1. Infanterie⸗Regiment: Oberlieutenant Peygand, Landwehrlieutenant Gustav Frhr. Schenck zu Schweinsberg, Sergeant Lorenz Englert(8. Comp.), Corporal Carl August Tuchscherer(3. Comp.). 3. Infant.⸗Rgt.: Leuten. und Bat.⸗Adjutant Schäfer, Feldwebel Conrad Lippert(7. Comp.), Gefreiter Heinrich hesch(3. Comp.), Feldwebel Heinrich Muͤger 6. Comp.). 4. Infant.⸗Rgt.: Oberstlieuten. und Rgts.⸗Commandeur v. Gründler, Lieuten. und Adj. v. Ochsenstein, Hauptmann Kattrein, 145. Göbel, Serg. Carl Heider, Serg. arl Bonn, Feldw. Heinrich Scheuermann, Corp. Peter Schmidt(8. Comp.), Corp. Peter Kick und Musketier Philipp Krug(4. Comp.). 1.(Garde-) Jäger-Bataillon: Reserve-Ltnt. . Strczemieezuy, Sergeant Georg Heß. 2 Jäger⸗Bat.: Oberlieuten. Reuling, Lieuten. Bornemann, Feldw. Daniel Schäfer(1. Comp.), Sergeant Friedrich Brunn(2. Comp.). 1. Reiter⸗Rgt.: Major v. Sanders, Rittmeister 10 v. Schweitzer, Serg. Heinrich Herbst 4. Schwadr.), Wachtmeister Heinrich Gerbig (2. Schw.). 2. Reiter⸗Rgt.: Rittm. Frhr. v. d. Hoop, Lieuten. Frhr. v. Schenck zu Schweinsberg, Wachtm. Heinrich Schulz. pionnier⸗Compagnie: Feldw. Georg Massing. Divisions⸗Artillerie: Hptm. Maurer, Serg. Otto Groß(1. schwere Batterie), Corp. Robert Keilmann(3. leichte B.), Kanonier Philipp nell(3. leichte B.). Sanitäts⸗Detachement: Oberlazareth-Gehülfe Ludwig Hein. Das eiserne Kreuz am weißen, schwarz geränderten Bande empfingen: der Strack, der kath. Feldgeistliche Sickinger, Ober⸗ stabs⸗ und Chefarzt Göring vom 2. Feldlazareth,

Oberstabsarzt Dr. Thurn vom 3. Juf.⸗Rgt.

Für den am 18. August seinen Wunden erlegenen Serg. Menxrath vom 3. Inf.⸗Rgt. wurde dem Corp. Georg Kromm der 1. Comp. desselben Regiments das eiserne Kreuz verliehen.

28. Dec. In der heutigen Sitzung erster Kammer, in welcher 19 Mitglieder zugegen waren, wurden die deutschen Verträge einstimmig ge⸗ nehmigt. Ebenso nahm die Kammer den Gesetzent⸗ wurf, den Uebergang zu dem Norddeutschen Strafgesetzbuche betreffend, einstimmig an und ver⸗ willigte den von dem Kriegsministerium geforderten Credit von 3,366,000 fl. zur Fortführung des Krieges.

Von hier wird telegraphisch gemeldet: Eine hier eingetroffene Nachricht aus Amsterdam spricht von dem Eintritte Luxemburgs in den deutschen Reichsverband. Der Prinz Wilhelm

don Wied sei zum Großherzoge ausersehen.

Die Wahlen zum Reichstage stehen, einem Aus schreiben großh. Ministeriums des Innern zu⸗

folge, zu Anfaug des nächsten Jahres zu erwarten.

Die Kreisämter haben zu veranlasien, daß die Wählerlisten bis zu Ende dieses Monats auf⸗ gestellt sind. N

Mainz. Mit Bezug auf die schon erwähnte, unter den Kriegsgefangenen dahier, zu Koblenz und Köln entdeckte Verschwörung zum Ausbruche aus ihren Lagern war am 24. d. alles Militär angewiesen, um 6 Uhr Abends zu Haus zu sein und zu bleiben, und sich bereit zu halten, auf Generalmarsch sofort auszurücken. Um die er⸗ wähnte Stunde wurden die Thore geschlossen, das Münster⸗, Raimundi⸗ und Gauthor mit verstärkten Wachen und Geschützen besetzt, während zahlreiche patrouillen die Stadt durchzogen. Es blieb in- zeß Alles ruhig. Von Frankfurt war Tags zu⸗ zor ein Bataillon 34er eingetroffen.

evang. Feldgeistliche

Worms. Die von dem Stadtvorstande zu Worms zu Chrenbürgern der Stadt ernannten Grafen Bismarck und Moltke haben beide nach eingelausenen Dankschreiben die ihnen zuge · dachte Ehre angenommen.

Preußen. Berlin. DerStaatsanzeiger enthält eine Note des Grafen Bismarck vom 14. Dez. an den norddeutschen Gesandten in Wien In derselben heißt es:Nicht allein die Rücksicht auf den Prager Frieden, sondern auch der Wunsch, mit dem mächtigen befreundeten Nachbarstaate Beziehungen zu pflegen, welche der gemeinsamen Vergangenheit, wie den Gesinnungen und Bevürf⸗ nissen der beiderseitigen Bevölkerung entsprechen, veranlaßt mich, der österreichischen Regierung den Standpunkt darzulegen, welchen die Regierung Sr. Maj. des Königs bezüglich der Neugestaltung der deutschen Verhältnisse einnimmt. Die Note spricht die Ueberzeugung aus, Oesterreich erwarte und verlange nicht, daß die Bestimmungen des Prager Friedens die gedeihliche Entwickelung der deutschen Nachbarländer erschweren solle. Es heißt dann weiter:Die bevorstehende Befriedigung der nationalen Bestrebungen und Bedürfnisse des deutschen Volkes wird der weiteren Entwickelung Deutschlands eine Stetigkeit. und Sicherheit ver leihen, welche von ganz Europa und besonders den Nachbarländern Deulschlands nicht allein ohne Besorgniß, sondern mit Genugthuung wird be⸗ grüßt werden können. 92 5

DieProv.⸗Corresp. schretbt bezüglich der Veschießung des Mont Avron, es handle sich noch nicht um die Beschießung der Stadt, ja noch nicht um die unmittelbare Beschießung der Forts, wohl aber um eine wirksame Einleitung dazu. Sobald der Mont Avron genommen sei, werde nicht bloß das Vorgehen gegen die nächst⸗ liegenden Forts wesentlich trleichtert, sondern auch die Beschießung der naheliegenden Stadttheile er- möglicht werden. Die große Aufgabe werde jetzt um so sicherer ausgeführt werden, je weniger die Belagerungesarmee irgendwoher einen Angriff von Außen zu besorgen habe. DieCorrespondenz meldet ferner: Die Verkündigung der neuen Reichs⸗ verfassung erfolgt, sobald die Genehmigung der Bundesverträge mit den Südstaaten endgültig erfolgt ist. Bald nach der Verkündigung dürften die Reichstagswahlen ausgeschrieben werden.

Bezüglich der Reklamation wegen der Verwendung österreichischer Eisenbahnwaggons auf dem Kriegsschauplatze sagt derStaatsanz., an- gestellte Ermittelungen hätten ergeben, daß während der Tage vom 17. bis 19. Dez. c. im Bereiche sämmtlicher occupirten Strecken zusammen 27 darunter 18 in einem baperischen Proviantzuge innerhalb des Bezirks der Eisenbahnbetriebs- Commission Epernap aber, in welchem die Ein- ladestationen für die Armee und Wochen lang durchschnüttlich täglich 2000 Achsen sich befinden, gar keine österreichische Wagen angetroffen worden find. Das Gerücht ist sonach unbegründet, indem in Wahrheit als Thatsache nur vorliegt, daß von Organen süddeutscher Bahnen einzelne österreichische Wagen vielleicht versehentlich nach dem Kriegs- schauplatze dirigirt sein mögen.

Coblenz. Am 26. d. wurden die Haus⸗ eigenthümer hiesiger Stadt polizeilich aufgefordert, da man Unruhen unter den hiesigen französischen Gefangenen befürchtete, wenn der Generalmarsch geschlagen würde, die Hausthüren zu schließen und die Häuser nach der Straße zu erleuchten. Daß diese Anordnung große Aufregung erzeugte, ist fehr erklärlich; doch wäre das beste Mittel zur Beruhigung der Bewohner, wenn man. in den Festungsstaͤdten Mainz, Coblenz und Köln gefangenen Franzosen, wenn auch nicht alle, doch aber die Offiziere, nicht so nahe der Gränze, sondern mehr im Innern von Deutschland internixrte.

Frankreich. Bordeaux, 27. December. Gestern fand bierselbst eine Revue über die National- garde statt, Cremieux hielt dabei eine Ansprache, in

welcher er erklärte, daß die Regierung entschlossen sei, gewaltthätige Realtionsversuche zurückzuweisen. Die Republik könne und werde Frankreich retten.

Einer amtlichen Bekanntmachung zufolge wird die Post von jetzt ab Briefe für Paris an⸗ nehmen. Dieselben werden durch geheime Mittel, welche von der Regierung patentirt sind, befördert werden. Dieselben dürfen das Gewicht von 4 Grammen nicht übersteigen, das Porto kostet einen Francs; auf der Adresse muß der Vermerk flehen: Nach Paris über Moulin sur Aller.

Gambetta verließ Blois am vorletzten Samstag Abend, 17. Dec., um eine Rundreise

zu machen; zunächst ging er mit einem Expreß⸗

zuge nach Chateauroux, dann nach Bourges, wo er mit Bourbaki berieth, dessen Armee erin be⸗ friedigendem Zustande fand. Bourbaki hat, wie man sagt,einen sehr kühnen Plan zu einer isolirten Operation mit Gambetta verabredet, um Paris zu entsetzen. Vom Nordwesten gehen fort⸗ während Verstärkungen zur Loire-Armee ab.

Preußische Plänkler haben sich im De⸗ partement Cher gezeigt. Von verschiedenen Seiten wird gemeldet, daß die Kälte einen ungewöhnlich hohen Grad erreicht habe.

Paris. Die Regierung hat die Bank von Frankreich zu einer außerordentlichen Emission von Millionen Banknoten ermächtigt.

21. Dec.(per Ballon post.) General Fave ist bei Le Bourget blessirt worden. Das Thermometer zeigt 80 Källe. Der officielle Gesundheitswochenbericht constatirt, daß vom 11. bis 17. Dezember die Sterbefälle die Zahl 2728 er⸗ reichten(Vermehrung in einer Woche 273), dabon 91 Blatternfälle, 173 Typhus sieber, 191 Bronch hills, 131 Pneumonita DieOpinion nationale be sprichk die schlinmme Lage der unteren Classen.

DieCorr. Havas meldet aus Paris: Vom 20. Dec. ab sind alle Theater geschlossen und in Ambulanzen verwandelt. Bei dem Aus⸗ falle am 21. Det. ist zum ersten Male Artillerie und Nationolgarde verwendet worden.

Aus St. Calais(im Sarthe⸗Departement, haldwegs von Vendome nach Le Mans), 26. Det., wird gemeldet: 5600 Preußen sind, nachdem sie Granaten in die Stadt geworfen, eingerückt. Sie machten Requisitionen für 20,000 und zogen sich Abends wieder zurück.(Französische Re⸗ gierungsdepesche.)

Lille. Das Hauptquartier der Nordarmee befindet sich in Arras. Die Orte Corbie, Albert und Achiet sind geräumt. General Faidherbe hat die Eisenbahnverbindung unkerbrochen. Die Nord⸗ armee ist bei Arras concentrirt.

Belgien. Brüssel. DieIndependance meldet aus Bordeaux vom 21. d.: Trochu hat am 21. d. Pierre Deschamps mittelst Ballon mit einem eigenhändigen Brief an Gambetta gesandt. Deschamps sagt aus, daß Paris höchstens noch bis zum 1. Februar mit Lebensmitteln versehen sei. Die Provinzen müßten bis dahin Paris befreien, oder dieses einen verzweiselten Ausfall unternehmen. Die Mittheilung eines Protestes des Generals Chanzy an den Commandanten von Vendome ist hier eingegangen. Die Bestätigung desselben ist bei dessen maßloser Ausdrucksweise abzuwarten. Chanzy protestirt gegen die uner⸗ hörten Gewallthätigkeiten, welche die Preußen in St. Calais trotz der guten Behandlung der kranken und gefangenen Deutschen ausgeübt hätten. Die Behauptung, Chanzy sei besiegt worden, wird für salsch erklärt.Wir haben Euch besiegt, und seit dem 11. December im Schach gebalten, wir werden den Kampf bis zum Aecußersten fort⸗ setzen. Wir bekämpfen nicht den ehrlichen Feind, sondern verwüstende Horden. Auf den Edelmuth, womit wir Eure Verwundeten und Gefangenen behandeln, antwortet ihr durch Insolvenz, Brand- legung und Plünderung. Ich protestire im Namen der Menschlichkeit, des Völkerrechts, welches Ihr mit Füßen trete.