nister des Auswärtigen, Jules Favre, erklärt, er gehe auf die Friedensunterhandlungen und den Abschluß der Präliminarien mit der gegenwärtigen Regierung der nationalen Vertheidigung, sowie auf Ratificirung des Friedensschlusses durch eine sranzösische Constituante unter der Bedingung ein, daß den deutschen Armeen die Forts von Parie übergeben werden. In diesem Falle würde auch zon dem Einzuge und der Besetzung der fran⸗ ösischen Hauptstadt durch die deutschen Truppen Umgang genommen werden können.
— Aus Hastings wird gemeldet: Kaiserin Eugenie nebst ihrem Sohne siedeln nach Chisel— vurst, dritthalb deutsche Meilen von London in ver Grafschaft Kent, über.
Spanien Madrid.(Indep.) Die sepublikanischen Blätter veröffentlichen ein Manifest Orense's, welches die Bildung einer spanischen Legion befürwortet, um Frankreich zu Hülfe zu len. Ganz Spanien, heißt es in diesem Schrift- tück, erhebt sich gegen die Hohenzollern'sche Thron⸗ andidatur.
Italien. Florenz, 23. Sept. Die Gazzeita uffiziale“ schreibt: Das Volk hat in Rom das Vappenschild des portugiesischen Gesandten, welches nit dem päpstlichen Wappen vereinigt war, herab- zerissen. General Cadorna gab sofort dem Ge⸗ andten befriedigende Erklärungen, erließ eine Jroclamation und warnte vor Unordnungen. Der Jerlust der päpstlichen Truppen besteht in wenig Todten und 55 Verwundeten.
— Die Volksabstimmung über Rom ist auf en 2. Oktober festgesetzt.— Mazini's Brief iher das Ende seiner Mission ist erdichtet. Die Behauptung, Garibaldi sei nach Frankreich ge⸗ gelt, wird von Florentiner Blättern aufrecht halten. Andere Nachrichten besagen, daß Gari⸗ laldi erklärt habe, mit den italienischen Truppen ach Rom gehen zu wollen, nachdem ihm voll⸗ tmmen freigestellt worden war, nach Belieben von iner Jusel abzureisen.„
Genua. Fünfhundert Garibaldianer unter Najor Mazza, im Begriff nach Marseille abzugehen, Furden von den königlichen Truppen festgenommen.
Mailand, 23. Sept. Thiers ist gestern 1bend hier eingetroffen und sofort nach Wien veitergereist.
Amerika. Newyork, 20. Sept. Heute tchren mehrere Hundert Deutsche und Franzosen Unreichend ausgestattet zu ihren respectiven Armeen inch dem Continent ab. Die Regierung verbietet angeblich ferner ähnliche Aus stattungen und Ab⸗ sadung Freiwilliger als neutralitätswidrig.
Washington, 21. Sept. Der Staats- vofoß zwang gestern 100 auf dem französischen Dampfer„Lafcyette“ eingeschisste französische Re⸗ buten zur Wiederausschiffung, nachdem der nord⸗ dmtsche Consul eidlich erklärte, daß Neutralitäts- bruch beabsichtigt sei. Die Abreise des genannten Dampfers wurde gestattet.
Frankfurt. Donnerstag den 22 b., Abends kam eine uuzahl der in Darmstadt inkernirt gewesenen französischen Offtziere hier durch, welche nach Stettin dirigirt wurden.
h. Darmstadt. Das Comite zur Versorgung der Hess. Faien sandte in den letzten drei Wochen an unsere
wision: 1) allgemeine Liebesgaben: 14,000 Paar wollene Sümpfe, 4,000 Leibbinden, 1,000 wollene Hemden, Jacken ud Unterbosen, 40,000 Cigarren, 1,000 Pfund Tabaß; 0 Faß Branntwein ꝛc. 2) an Liebesgaben an einzelne Uressaten circa 4.000 Pakete. Im Augenblick, da man uus diese Notiz gibt, sehen wir in dem Expebi lonslocale
lies Comiies(bei Maschinenfabrikant H. Blumenthal)
bereite wieder 1000 eingelieferte Einzel-Pakste, die mit der 4. Sendung, am 26. d. abgehen.
Darmstadt, 23. September. Seildem bas Comite zur Versorgung der Heff. Feldtruppen seine Wirk⸗ samkeit begann und es bekannt wurbe, daß durch dessen Vermittelung allwöchentlich eine Expedition an unsere Division abgeht und mit dieser Gelegenheit Pakete mit Liebesgaben an einzelne Militärpersonen ganz kostenfrei befördert werden, können wir die freudige Thatsache con⸗ statiren, daß bereits von einer großen Anzahl Orten und zwar aus Gemeindemitteln, den im Feld stehenden Ge— meindeangehörigen Liebesgaben zugesandt wurden. Diese Gaben bestehen in der Regel aus 1 wollenen Hemd, 2 Paar Strümpfen, Unterbeinkleidern, 50 Stück Cigarren, 1 Flasche Rum und 2 Pfund Chocolade. In den letzten Tagen erhielt das Comite zur Anschaffung allgemeiner Liebesgaben von den Gemeinden Nieder- und Ober⸗Wöll⸗ stadt mit Bruchenbrücken zusammen den Betrag von 500 fl., von der Gemeinde Griesheim bei Darmstadt 220 fl., von der kleinen Gemeinde Ehringshausen bei Homberg a. d. O. 125 fl.— Dank den Gebern!— Die Namen der Geber von zur allgemeinen Vertheilung bestimmten Gaben werden seiner Zeit veröffentlicht werben.
Mainz. Dem nach der Schlacht von Gravelotte in Folge der in derselben erlittenen großen Verluste zurückgekehrten 67. Infanterie⸗-Regiment wurde von den Mainzer Bürgern in der neuen Anlage ein großes Fest gegeben. Das ganze Regiment war anwesend. Der Festrede folgte ein Hoch auf die deuische Armee und ihre Führer. Das Regiment dankte nach einer Rede seines Obersten durch ein kräftiges Hurrah auf die Stadt Mainz.
Wiesbaden. Marschall Mac Mahon hat hier Woh⸗ nung miethen lassen und wird in einigen Tagen hier eintreffen.
Aus Bayern melden verschiedene Blätter, daß dort der bekannte Musikdirector und Organist P. Dötsch aus Cöln Orgel⸗Concerte zum Besten hülfsbedürftiger Familien der im Felde stehenden Soldaten veranstaltet hatte und von oft bedeutenden Einnahmen an die Comite's keinen Heller abgeliefert und in nur geringen Fällen eine Kleinig⸗ keit gegeben(z. B. in Nürnberg, wo die St. Lorenzkirche überfüllt war, 25 fl.), welche zu der Einnahme in keinem Verhältniß stand. Von den Städten, in welchen er von seiner Einnahme gar nichts den resp. Unterstützungs⸗ Comite's hinterließ, werden Hersbruck, Straubing und Ansbach genannt. Der Presse liegt die Verpflichtung ob, durch Veröffentlichung von dergleichen Prellereien ihre Wiederholung zu verhindern.(Dieser musikalische Ueberall⸗ undnirgends scheint an einem bösen„organistischen?“ Fehler, dem der Gedächtnißschwäche zu leiden, wenigstens was den Geldpunkt anbelangt. Von hier verduftete der routinirte Virtuos vor einigen Monaten, die Zahlung der Druckkosten seiner Concertzettel— wahrscheinlich doch auch nur ver⸗ gessend. D. Red.)
Bescheinigung.
Bei dem Rechner des Comités für die Unterstützung der verwundeten und erkrankten Soldaten im Felde und deren nothleidenden Familien sind weiter eingegangen und werden dankbar quittirt: fl. kr. durch Herrn Regierungsrath Trapp, Kirchenopfer
aus Gambach durch Herrn Pfarrer Tcöster 38 16 durch Herrn Korndörfer in Ossenheimex Wäldchen
von der Musik der Herren Gebr. Schneider
zur Feier der Kirchweihe 33 17 von E. L. 1 10 don A. R. 3 30 von D.— 30 Ungenannt 1— von Herrn Freiherrn v. Franckenstein in Ockstadt
monatlicher Beitrag 30—
durch Hrn. Pfarrei Walloth in Ostheim Kirchenopfen 8 durch Herrn Lehrer Schindel aus den wöchent⸗
lichen Beiträgen der Schmkinder in Beienheim 2 30 gus den Collecsen Friedberg's 2— Eirchenopfer aus der Burgkirche 47 11 Spectekll zur Sendung der vorigen Woche an
unsere Truppen: von 10
Frau Major Jäger von 2 Rn Steinhäuser 5 von Polizeidiener Fourier in Södel durch Aus⸗—
spielung eines Bildes 11— Abditionsfehler—— 194 42½
hierzu die letzte Bescheinigung 4119 20 7¹ 4308 2½
surth 2. gestrickte wollene Leibbinden, 2 ditto von Flanell, 4 Paar wollene Strümpfe; von Frau Christian Leonhard in Sieinsurtb 4 Flanell⸗Leibbinden; von Herrn Lehrer Nagel in Ossenbeim 18½ Kuchen, 1 Flasche Han; von Fr. Keller in Ossenheim 3 Kuchen, 1 Kanne Milch, burch Frau Regierungsrath Trapp und durch Frau Oberpfarrer Fleeberger in Münzenberg 28 Hemden, 38 Halsbinden, 79 Binden, 576 Compressen, 6 Netze, 24 Gittercharpie, 6 Handtücher, 4 ◻U Tücher; von Herrn Eichhorn in Ilben⸗ slabt Verbandzeuge; von Herrn Pachter Heil in Dorheim 11 Paar wollene Strümpfe; von Nieder- Florstadt (3. Lieferung; 3 Hemden, 2 Betttücher, 123 Compressen 1 Korb Charpie; von Herrn Pfarrer Buchhold in Ossen⸗ heim 10 Flaschen Ungarn Wein; von Frau Oberpfarrer Kleeberger in Münzenberg! Säckchen Dörrobst, 1 Säckchen Gerste; durch Herrn Bürgermeister Reitz aus der Ge⸗ meinde Södel für 12 Soldaten daselbst 12 wollene Hem⸗ den, 12 wollene Leibbinden, 12 Unterhosen, 24 Paar Socken, welche bereits mit unserer vorwöchentlichen Sen⸗ dung an ihre Adressen abgegangen sind; desgleichen vom Comité Wölfersheim für 19 Soldaten baselbst angeblich 38 Paar Strümpfe, 19 wollene Hemden; aus der Ge⸗ meinde Gambach 1 Kiste mit angeblich 17 Packeten F leider ꝛc. an deren Soldaten; desgleichen aus Griedel 2 istchen, 1 Pack; aus Butzbach 2 Kifschen, Kleidungsftücke 2c.; desgleichen durch Herrn Bürgermeister Keil in Melbach 4 Packete wollene Kleider an die Solbaten aus Mel bach; desgleichen aus der Gemeinde Wohnbach 1 Ballen mit 12 Packeten Kleider; durch Herrn Peter Fadum von Herrn Wolf Leopold in Gettenau Verschiebenes; von Bahnwärter Herrn Wallendorf in Bruchenbrücken 2 Paar wollene Strümpfe; von Fräulein Seitz in Ockstadt 4 Binden, 3 Nachthauben, Charpie, 1 Päckchen Comptessen, 1 Arm⸗ binde; durch Herrn Lehrer Schindel Charpie von den Schulkindern in Beienheim; vou Herrn Pachter Pill in Fauerbach 1 Malter Kaktoffeln, 1 Korb Gelberüben; von verschiedenen Bewohnern Friedbergs wollene Jacken, wollene Strümpfe, Unterhosen, wollene Hemden, Anisetle, Magen⸗ bitter, Schweizer⸗Absinth für die Soldaten im Felde und bereits auch abgegangen. Die von unsetem ertin ange⸗ kaufte und an das Comité in Darmstadt zur Weiter be⸗ förderung abgegangenen Gegenstände bestehen in: 88 Paar wollenen Sümpfen, 33 Unierhosen, 53 wollenen Leib⸗ binden, 34 wollenen Jacken, 32 wollenen Hemden, 70 leinenen und baumwollenen Hemden(aus unserem Depot) sowie Victualien. Die vielen Packete von den Ange⸗ hörigen der Soldaten gingen gleichzeitig am Donnerstag und Samstag mit Gemeldeiem ab.
Wen es interessirt Friedbergs Geber und Gaben, welche wir aus allzuviel erforderlichem Raume im Oberhessischen Anzeiger nicht speciell anführten, zu erfahren, dem steht das Casse⸗ und Tagebuch des Rechners zu jeder Zeit zur Einsicht offen.
Mit unseren gesegneten Siegen sollte unsete Opfer⸗ willigkeit gleichen Schritt hallen. 0
Friedberg den 25. September 1870.
Für das Comité: J. Huber, Rechner.
Erfrischung der durchpassirenden Truppen und zurückkommenden Verwundeten und Gefangenen im hiesigen Bahnhofe. Eilfte Liste der Gaben aus hie siger Steht und Mingegend:
a) an Naturalien: 1½ Maaß Rum, 3 Maaß Branntwein(von Reichelsbeim), 35 Flaschen Wein(15 von Reichelsheim), Milch, Gelst, 11 Pfund Kaffee, Fleisch, Butter,(von Ossenheim und Reichelsheim), 1120 Gier (von Reichelsheim), 57 Pfund Dörtobsi, 238 Wecke.
d) an Geld; im Hölel Ttapp gesammelt 17 fl. 15 kr., 2 kleineren a aus hiesiger Stadt und Umgegend owie aus der zm Bahgofe augt brachen Pöchte 10 fl. 28 kr. Eilfte Liste im Ganzen 27 10 49 fr., dazu von 1— Liste 1540 fl. 18 kr., zusammen 1868 fl. 1 kr.
Indem wir den Gebern unsern besten Dank sagen, müssen wir leider die Mitteilung machen, daß unsere Vorräthe vollständig erschöpft find. Da nun in den nächsten Tagen wieder mehrete große Züge angesagt sind und die Züge mit Verwundeten don Frankfurt aus eden⸗ falls jeden Tag kommen, so richten wir nochmals ag ne 28 die freundlichste Bite uns mißt
aben möglichst rasch unter die Ar ien ll Besonders erwünscht wären en pouecß Brod, Eier, Butter und Geld. Friedberg den 25. 9 1870. Das Comits
Materialien: von Frau Conrad Schudt in Stein⸗
für die Erfrischung der dürchpasstrenden Krieger,
dersteigerung eines Ziegenbocks, 5 Donnerstag den 29. d. M., Votmistags 10 Ubr, em Gemeindehaus dahier ein der Gemeinde gehöriger zugenbock öffentuch versteigert werden. Ober-Wöllfadt dm 24. September 1879. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober⸗Wöllstadt Feuerbach.
O bst⸗ Ver fefge rung. 26 Mitwoch am 28. September, Mittags 1 Ubr, d das Obst am Bucgberg öffentlich an den Merit henden versteigert.
Anfang am dicken Thurm.
Friedberg den 25. September 1870.
Großherzogliches Rentamt Friedberg Linded.
Güter⸗Versteigerung. 2080 Mittwoch den 12. October d. J., Vormittags 11 Uhr, soll im plesigen Rathhause das Grundstück emarkung Friedderg. Nr. Klftr. 11, 145. 76, Acker im Lachenfeld, eig meistbistend verfeigert werden. Irlederg am 27. August 1870. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Fou car.
lur.
neben der Post
.
Obst⸗ Versteigerung. 2909 Donnerstag den 29. d. M., Mittags 12 Ubr, soll das hiesige Gemeinde Obff, deslehend in Aepfeln, Birnen und Zwetschen. öffentlich versteigert werden. Dorheim den 23. September 1870. Großherzogliche Bürgermeisterei Dorbeim Re u 9.
Gef u e ee
2253 wird für einen größeren städtischey Dausbalt eine tüchtige gesunde Köchin im Alter von eiwa 3040 Jah ter gegen guten Lohn. Gute Zeugnisfe find unerkäfltch. France, Offerten sind zu zicten an Aräusein Kasten in
Herrenkragen„en K. Friedrich
in Friedberg.
Bad Naubeilm.


