Ausgabe 
24.9.1870
 
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Regiment und eine Compagnie Gardelandwehr Lissa behaupteten sich und logirten sich ein. Major Guitzow todt. Die Verluste sind noch nicht ermittelt, aber nicht unbedeutend. In Lunette 53 wurden fünf Kanonen genommen.

Von der Armee vor Paris. Ferridres, 20. Sept. Bei der Cernirung von Paris kam es zu folgenden siegreichen Gefechten: Am 17. warf die 17. Brigade feindliche Bataillone nördlich des Waldes von Brevannes über den Haufen. Am 18. war ein kleines Gefecht bei Bicetre(Forts?). Am 19. fand die Zurück- werfung des Feindes aus der verschanzten Stellung daselbst durch das 5. preußische und das zweite bayerische Corps bis hinter die Forts statt, wobei 7 Geschütze abgenommen wurden. Die diesseitigen Verluste sind verhältnißmäßig sehr gering. In Versailles wurden 2000 Mobilgardisten gefangen. Sdyres, das diesseits Garnison verlangte, wurde besetzt. v. Podbielsky.

Die Cernirung von Paris ist nun durch die deutschen Truppen ausgeführt. Die Ulanen um⸗ schwärmen die Hauptstadt und viele derselben sind bereits zwischen den Forts hindurch bis dicht an die Mauern von Paris beran geritten. Einige dieser kühnen Reiter wurden abgefangen, mehrere getödtet. Am 16. nahm man auch vier Husaren, darunter auch einen Offizier und einen Unter⸗ ofsizier, auf der Ebene von St. Denis fest. Die⸗ selben hatten sich verirrt und waren einer Patrouille in die Hände gefallen. An dem Thore von Pantin wurde ein Mann in Civil verhaftet, der die Mütze eines Offiziers der Mobilgarde trug; derselbe soll ein preußischer Offizier gewesen sein.

Nachrichten aus dem Lager vor Metz zufolge soll ein sehr schweres Bombardement sofort beginnen. Man hegt Hoffnung auf sofortige Uebergabe dieser Festung sowie Straßburgs.

Ueber die Katastrophe von Laon liegen

von deutscher Seite noch immer keine Berichte

amtlichen Charakters vor. Dagegen gibt der Pariser Correspondent derInd. belg. ein den bisherigen Schilderungen direkt widersprechendes Bild von der Ursache der Explosion. Er schreibt: Man hat mich versichert, daß an der ganzen herbischen That des Commandanten von Laon nichts Wahres ist. Das Unglück ist entstanden durch die völlig zufällige Explosion einer Pulver- tonne, die, als sie sprang, viel mehr Opfer unter den Franzosen, als unter den Deutschen gefordert hat. Von anderer Seite meldet man: Das Feuer wurde durch einen Geniesoldaten an das Pulver gelegt. Es wurden 160 Mobilgardisten getödtet, 48 verwundet, 50 Preußen getödtet. General Theremin hat bei seiner Ehre geschworen, daß er dem Verbrechen fremd sei.

Es ist die offizielle Meldung in Nanzig ein⸗ getroffen, daß in Dizier(Stadt im Departement der oberen Marne mit über 8000 Einwohnern) auf preußische Truppen, die im Abmarsch begriffen waren, von einem Theile der Bevölkerung geschossen worden ist. Man hat ein starkes Commando dorthin gesandt und dem Orte eine Strafe von 500,000 Francs auferlegt, wenn nicht sämmtliche Schuldige sofort ausgeliefert werden. Einige Maires benachbarter Ortschaften, welche sich oft mals widerspenstig gegen die Anordnungen des Präfekten Grafen Renard zeigten, sind durch Husaren⸗Detachements arretirt worden. In der Umgegend von Metz sollen zwei preußische Dra goner⸗Ossiziere auf einem Spazierritte von fran⸗ zösischen Bauern erschossen worden sein.

Dem Schreiben eines Offiziers aus Annelles bei Reims vom 4. Sept. entnimmt dieNational- Zeitung Folgendes:Gestern hat ein Franzose den Husaren⸗Fähnrich v. Massenbach mit Schrot erschossen. Ein Schmied erschlug einen Husaren mit dem Hammer, während derselbe den Huf seines Pferdes zum Beschlagen bielt. wurde zur Strafe total niedergebrannt.

Nancy, 19. Sept.

Garten auf verschiedene Truppentheile abgefeuert worden, ohne einen Mann zu treffen; dies ist das Ganze. Auch die heimliche Ermordung zweier preuß. Dragoner Offiziere bei Metz hat sich nicht bestätigt, wie denn überhaupt mindestens drei Viertel aller auf dem Kriegsschauplatz umlaufen⸗ den Gerüchte und Erzählungen stets vollsfändig unwahr sind. 8 8

Vor Toul, 18. Sept. Da die bisherigen Beschießungen mit eroberten glatten französischen Geschützen und mit leichten Feld batterien sich als unwirksam zeigten, so sind gestern zwölf große gezogene 24 Pfünder aus Köln hier angelangt, werden heute in die Batterien gebracht und morgen ihr zerschmetterndes Feuer auf die Stadt beginnen. Die sehr baldige Einnahme von Toul ist für uns von der größten Wichtigkeit, da die Eisenbahn von Nanch bis Paris jetzt dadurch gesperrt wird, und der in letzter Zeit davor befehligende Groß herzog von Mecklenburg Schwerin soll deßhalb auch einen Verweis erhalten haben, daß er die Sache nicht energischer betrieben hat. Jetzt hat der Divisionsgeneral v. Schimmelmann hier den Oberbefehl erhalten, und der Großherzog von Mecklenburg bekam vom General v. Moltke den Befehl, sich nach Chalons zu begeben und dort die Gouverneurstelle zu übernehmen.

Oberschäffolsheim, 19. Sept., Abends. Heute Nachmittag und gegen Abend war der Donner der Geschütze hier( Stunde von Straßburg) ein derartiger, daß die Fenster zitterten und der Boden bebte. Wie man hört, sind schon seit gestern ganze Strecken der Umfassungsmauer, bis zu einer Breite von wohl 60 Fuß, in ihrem oberen Theile völlig zerstört; freilich müßte man bei den meisten Stellen Mitglied eines Alpenclubs sein, um die Trümmer überklettern zu können. Außer badischer und preußischer Artillerie ist jetzt auch württembergische bei der Beschießung thätig.

Vor Straßburg. Ein junger, kaum ein⸗ geübter Soldat, der zum ersten Male in die Schützengräben commandirt war, sprach, nach der Ablösung aus den Gräben steigend:Gott hat mich das erste Mal glücklich.... Das Wort beschützt kam jedoch nicht mehr über seine Lippe: eine feindliche Kugel durchbohrte ihm den linken Arm und drang tief in die Brust ein, was einen augenblicklichen Tod herbeiführte. Die Batterie auf der Sporeninsel reißt furchtbar in der Citadelle ein. In der Stadt wird jetzt Pferdefleisch für 1 fl. 30 kr. per Pfund verkauft.

Vor Straßburg, 20. Sept. Die fliegende Colonne, welcher unter dem badischen General Keller in das Oberelsaß gerückt ist und Colmar, Mühlhausen, Cerney besetzte, halte nicht den Zweck sofortiger dauernder Militär⸗Occupation, und ist daher wieder zu dem Hauptcorps vor Straßburg zurückgekehrt. Von einer authentischen Seite vernehmen wir, daß die Zerstörungen in Straß⸗ burg doch nicht so bedeutend sind, wie vielfach ge⸗ schrieben oder geglaubt wurde. Die Beschädigungen namentlich am Münster sind wie Staats- schreiber Dr. Bischoff aus Basel, einer der Dele girten des schweizerischen Hülfscomites für die aus wandernden Staßburger, aus eigener genauer Ansicht mittheilt, nicht wesentlicher Natur; daß erin Trümmern sei, ist eine Unwahrheit.

Kehl, 18. Sept. Ein abermaliger Aus- fall der Franzosen auf die Sporeninsel wurde gestern Abend abermals zurückgewiesen, und zwar von Truppen des badischen 3. und 6. Infanterieregiments.

Preußen. Berlin. General Steinmetz erläßt aus seinem Hauptquartier einen Armeebefehl vom 15. d., in welchem er von den Truppen Ab⸗ schied nimmt, sowie den unter ihm stehenden Be⸗ fehlshabern und Offizieren für ihre Unterstützung

Das Dorf und den Mannschaften für ihre Haltung dankt.

Der zum General-Gouverneur in Posen ernannte

Der oben gemeldete General ist des Commandos der ersten Armee

Augriff von Mobilgarden in St. Diziers auf ein enthoben, weil bei der gegenwärkigen Sachlage abmarschirendes Bataillon stellt sich jetzt bei näherer vor Metz ein einziges Ober⸗Commando für aus⸗

Erforschung nur als sehr unbedeutend heraus.

Es reichend erachtet wird und die Zwischeninstanz

sind ungefähr ein Dutzend Schüsse aus einem eines zweiten Ober-Commandos mehrfach Ver

zögerung bewirken könntkt. In Anschluß an den Aufruf des Kronprinzen, betreffend eine In. validenstiftung für Deutschland, veröffentlicht der geschäftsführende Ausschuß der Victoria-National⸗

Invalidenstiftung für die deutsche Invalidenstiftung

einen warmen Aufruf, in welchem zur Betheiligung und zu Mittheilungen aufgefordert wird.

. Die bee, schreibt: Die Absperrung der Stadt Paris von allem Verkehr wird für die Bevölkerung überaus em⸗ pfindlich sein. Binnen Kurzem wird die eigent⸗ liche Belagerung beginnen, wozu die schleunige Herbeischaffung des Geschützes voraus angeordnet und ins Werk gesetzt ist.

Ihre Unterschrift zu dem Hirtenbrief der deutschen Bischöfe haben nicht gegeben die Bischöst von Breslau, Bamberg, Osnabrück, Passau und Rothenburg.

Der von verBörsenzeitung erhobene Vorwurf gegen die Militärverwaltung bezüglich der Versorgung der vor Metz lagernden Truppen, die sich im äußersten Nothstande befinden, hat nachstehende Entgegnung hervorgerufen:Ihre Rüge ist gewiß gerechtfertigt, doch sind bereits auch von der Verwaltung Schritte geschehen, um dem Nothstande abzubelfen. Es sind nicht allein Vorbereitungen getroffen, um die Truppen, soweit die umliegenden Ortschaften nicht den Raum zu ihrer Aufnahme bieten, in Baracken unterzubringen, wozu der Holzreichthum der Gegend genügendes Material bietet, sondern es sollen auch den Truppen große Sendungen an wollenen Unterkleidern, Leib⸗ binden, Decken, Stiefeln 1c. aus den heimischen Depots zugeführt werden. Wie verlautet, wird auch die Uebertragung des gesammten Verpflegungs⸗ standes der vor Metz gegenwärtig gelagerten drei Armeen an eine Centralbehörde beabsichtigt, und möchte die dadurch bewirkte Einheit in den Ver- pflegungsmaßregeln vielleicht die günstigsten Folgen äußern. Auch ist anzuehmen, daß mit dem Ab⸗ schlusse der Gefangenen⸗Transporte die Sendungen der Liebesgaben wieder rasch an Ort und Stelle gelangen. Das Berliner Blatt nimmt von dieser Versicherung mit den Bemerken Act, daß die Versorgung der Truppen mit den unentbehrlichen Kleidungsstücken längst hätte erfolgen sollen, und daß die Verspätung um so bedauerlicher erscheint, weil bekanntlich die Sendung von Packeten an die einzelnen Soldaten gar nicht thunlich ist, die Angehörigen also durchaus nicht im Stande waren, für die Versäumnisse der Verwaltung einzutreten.

Aus dem Hauptquartier des Königs ist der Befehl eingetroffen, seine Wintergarderobe ihm unverzüglich nachzusenden. Es scheint demnach an eine baldige Rückkehr des Monarchen vor der Hand nicht gedacht zu werden.

Königsberg. Johann Jacoby ist auf Grund kriegsgerichtlicher Anordnung verhaftet und in der Defensionscaserne auf dem Herzogsacker internirt worden. Die Veranlassung zu dieser Maßregel ist wohl in einer Rede zu suchen, die Jacoby in dem Volksvereine zu Königsberg gehalten, und in der Resolution, die auf seine Veranlassung dort angenommen worden ist und in welcher man sich gegen eine Annectirung von Elsaß und Lothringen aussprach.

Erfurt. An der Mittheilung der hier er⸗ folgten kriegsrechtlichen Erschießung eines fran⸗ zösischen Offiziers istkein wahres Wort.

Köln, 18. Sept. DieElb. Ztg. meldet: Es heißt, heute sollten 7 Tureos erschossen werden, die 2 preußische Unteroffiziere erstochen haben sollen.

Kassel. Generallieutenant v. Gersdorff, welcher in der Schlacht bei Sedan von einem Granatsplitter getroffen wurde, ist seinen Wunden erlegen; derselbe hatte seit der Verwundung des Generals v. Bose das Commando des 11. Armee⸗ corps übernommen. Seine Leiche wurde hierher verbracht und unter großer Theilnahme der Ein⸗ wohnerschaft beerdigt.

Oesterreich. Wien. Das Herrenhaus hat den Antrag, die Thronrede mit einer Adresse zu beantworten, angenommen. In die aus 15 Mitgliedern bestehende Adreßcommission sind zumeist Verfassungstreue gewählt worden.

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