Extra- geilage. Nhe rhe
Friedberg, 23. Aug. Die ruhmpollen Siege unserer tapferen deutschen Truppen während der verflossenen Woche sind nach den eingelaufenen Berichten mit sebr vielen theuren Opfern erkauft. Auch unsere hessischen Soldaten haben am 16. und 18. im heißen Kampfe gestanden und, ihrer übrigen deutschen Waffenbrüder würdig, mit helden⸗ müthiger Bravour gekämpft, was die ansehnlichen Verluste beweisen, von welchen die bis jetzt vom Kampfplatze eingetroffenen Nachrichten sprechen. Eine genaue Angabe der die bessischen Truppen be⸗ troffenen Verluste ist bis jetzt noch nicht möglich, da die Aufstellung correcter Verlustlisten noch nicht vollendet ist. Wir sind indeß ermächtigt, nach⸗ stehende von zuverlässiger Seile uns zugekommene Angaben, welche den Verlust von Offizieren ꝛc. und den Gesammtverlust betreffen, zur Veröffentlichung zu bringen. Sobald die in kürzester Frist zu er⸗ wartende officielle Verlustliste eingetroffen, wird die- selbe sofort durch den Druck veröffentlicht werden.
Stab.
Verwundet: Oberlieutenant und Divisionsadju⸗ tant Möller, schwer verwundet.
Artillerie-Corps. Todt: Hauptmann Ronstadt. Oberlieutenant von Grolman. 2 Unteroffiziere. Verw.: Hauptmann Weigand.
„ Freiherr v. ee.
Lieutenant Beck.
5 Görs. 1 Deiß. 5 Kehrer.
Portepeefähnrich Wagner. 7 Unteroffiziere.
I. Jägerbataillon.
Todt: Major Lautenberger. Hauptmann Schleuning. Oberlieutenant Seederer I., Bataillons— Adjutant.
Lieutenant Sartorius. 3 Franck.
Verw.: Hauptmann Stock. Oberlieutenant Seederer II. Lieutenant Haus. Vicefeldwebel Lemp.
1 v. Kopp.
30 Mann todt, 96 schwer verw., 123 leicht verw., 60 vermißt. Gesammtverlust 309. II. Jäger-Bataillon. Todt: Lieutenant Hunsinger.
10 Kramer. 0 Kolbe. Verw.: Hauptmann v. Hombergk. „ Becker.
Lieutenant v. Wachter. 5 Lauckhard, Bat.⸗Adjutant. 1 Becker.
Portepeefähnrich Ackermann.
I. Infanterie-Regiment.
Major Hahn. Hauptmann Lepenau. Oberlieutenant Freiherr von Stein. Reserve-Lieutenant Müller. 7 Leistert. Verw.: Major v. Röder, l. v. Hauptmann Römheld, schw. v. N von Hombergk, l. v. Lieutenant Anton, schw. v. 1 Freiherr v. Schenck, l. v. Reserve-Lieutenant Plack, l. v. 1 Best, l. v. Portepeefähnrich Soldan, l. v. Vicefeldwebel Rube, l. v.
Todt und verw. 242 Mann, vermißt 127 Manu.
Todt:
ö
ssischer Anzeiger.
2 99
II. Insanterie-Regiment. Todt: Major Gräff. Lieutenant Steinberger. Hauptmann Riedel, l. v. Oberlieutenant Kißner, schw. v.
3 Heydacker, Regts- Adj.,
schw. v. Haupt, schw. v. Bat.⸗Adj., l. v.
Verw.:
Lieutenant Hof,
* Kraus. Reserve-Lieutenant Gail. „ Kuhlmann. J Hohmann. Portepeefähnrich Körner. 5 Naumann. Ruhm.
Vicefeldwebel Vogt. Todt und verwundet 277 Mann.
III. Jun fanter ie-Regiment.
Todt: Hauptmann Beck. Reserve⸗Lieutenaut Weiß. Vicefeldwebel Zehmann. Oberstlieutenant Stamm, schw. v. Major Lannert, l. v. Hauptmann Schulz, schw. v., Fuß
amputirt. Hauptmann Otto, l. v.
„ Willenbücher, Knöchelbruch. Oberlieutenant Sartorius, l. v. Lieutenant Lauckhard, l. v.
7 Schäfer, Bat.⸗Adj. Vicefeldwebel Zeisberg.
IV. Infanterie-Regiment.
Ver w.:
Todt: Reserve-Lieutenant Lauth. Reserve⸗Corporal Lichthammer. Verw.: Oberstlieutenant Zwenger, schw. v.
Hauptmann Gerlach, l. v. Vicefeldwebel Mittler, schw. v.
Der Gesammtverlust der hessischen Division
erreicht nach den bis jetzt möglichen Zusammen⸗ feuer stieß,
stellungen folgende Zahlen: Todt: 22 Offiziere.
169 Unteroffiziere u. Soldaten. Verwundet: 54 Offiziere.
1392 Unteroffiziere u. Soldaten.
Vermißt: 223 Mann.
Kriegs nachrichten. Officielle militärische Nachrichten.
Berlin, 22. August, Morgens. In der Schlacht am 18. August waren vorzugsweise engagirt: die Garde das 2., 7. 8, 9. und 12. Armeccorps. In Reserve befanden sich das 3. und 10. Corps, von diesem sind nur geringe Ab- theilungen im Gefecht gewesen, größtentheils Ar⸗ tillerie. Der Feind stand in einer festungsähnlichen Position mit seiner ganzen Armee, ausgenommen das Corps Mac Mahon und zwei Divistonen vom Corps Failly. Bei Einbruch der Nacht waren sämmtliche Höhen erstürmt. Der Verlust ist noch nicht annähernd zu übersehen. General Kraus- haar(Sachsen), Oberst Röder und Oberst Eckert todt. Dauer der Schlacht von 12 Uhr Mittags bis 9 Uhr Abends. Mehrere Tausend Gefangene sind gemacht. Der Generalquartiermeister Pod- bielskfy.(Diese am 22. Morgens 7 Uhr einge— troffene Depesche ist in Pont à Mousson aufge— geben. Das Datum der Aufgabe bleibt noch festzustellen.)
Pont à Mousson, 21. August. Noch briugt man hier fortwährend französische Ge— fangene ein. Gestern Abends kam ein Trans— port von 2000, darunter 36 Ofsiziere, heute einer mit 54 Offizieren, darunter General Plombin. Der Verlust der Franzosen in den Gefechten der letzten Tage bei Courcelles am 14., bei Vionville am 16. und bei Gravelotte am 18. August betrug allein an Todten 12— 15,000, und wenn man hiezu die Gefangenen
t die gewöhnlich auf die Todten fallenden Verwundeten zählt, kann der Gesammtverlust französischer Seits nicht unter 50,000 betragen. Bei Gravelotte machten wir c. 4000 Gefangene.
Kork, 20. Aug.(Officiell.) Das Bom— bardement auf Straßburg wurde fortgesetzt. In Kehl sind gestern 14 Häuser abgebrannt.
Berlin, 22. August, Nachmittag. rief des Königs an dit Königin. Rezonville, 19. August.
Das war ein neuer Siegestag gestern, dessen Folgen noch nicht zu ermessen sind. Gestern früh gingen das 12. Corps, die Garde und das 9. Corps gegen die nördliche Straße von Metz nach Verdun bis St. Marcel und Doncourt, gefolgt vom 3. und 10. Corps, während das 7. und 8., sodann auch das 2. bei Rezonville gegen Metz stehen blieben. Als jene Corps rechts schwenkten in sehr waldigem Terrain gegen Verneville und St. Privat, begannen diese Corps den Angriff gegen Gravelotte nicht heftig, um die große Um⸗ gehung gegen die starke Posttion bei Amanvilliers und Chatel bis zur Metzer Chaussee abzuwarten. Diese weite Umgehung trat erst um 4 Uhr in's Gefecht, mit dem Pivoteorps, dem 9., um 12 Uhr. Der Feind setzte in den Wäldern heftigen Wider⸗ stand entgegen, so daß nur langsam Terrain ge— wonnen wurde. St. Privat wurde vom Garde— corps, Verneville vom 9. Corps genommen. Das 12. und die Artillerie des 3. griffen nun in das Gefecht ein. Gravelotte wurde von Truppen des 7. und 8. Corps und die Wälder von beiden Seiten genommen und behauptet mit großem Ver⸗ luste. Um die durch die Umgehung zurückgedrängten feindlichen Truppen nochmals anzugreifen, wurde ein Vorstoß über Gravelotte bei einbrechender Dunkel- heit unternommen, der auf ein so enormes Feuer hinter den Schützengräben en étage und Geschütz⸗ daß das eben eintreffende 2. Corps den Feind mit dem Bajonuctte angreisen mußte und die feste Position vollständig nahm und behauptete. Es war 8½ Uhr, als das Feuer auf allen Punkten nach und nach schwieg. Bei jenem letzten Vorstoß fehlten die historischen Granaten von Königgrätz nicht, aus denen mich diesmal Minister Roon entfernte. Alle Truppen, die ich sah, be⸗ grüßten mich mit enthustastischen Hurrahs. Sie thaten Wunder der Tapferkeit gegen einen gleich braven Feind, der jeden Schritt vertheidigte und oft Offensivstöße unternahm, die jedesmal zurückgeschlagen wurden. Was nun das Schicksal des Feindes sein wird, der in dem verschanzten, sehr festen Lager der Festung Metz zusammen⸗ gedrängt steht, ist noch nicht zu berechnen. Ich scheue mich nach den Verlusten zu fragen und Namen zu nennen, da nur zu viele bekannte genannt werden, oft unverbürgt. Dein Regiment soll sich brillant geschlagen haben. Waldersee ist verwundet, ernst aber nicht tödlich, wie man sagt. Ich wollte hier bivouakiren, fand aber nach einigen Stunden eine Stube, wo ich auf einem mit- geführten königlichen Krankenwagen ruhte und da ich nicht ein Stück meiner Equipage von Pont à Mousson bei mir habe, völlig angezogen seit dreißig Stunden bin. Ich danke Gott, daß er uns den Sieg verliehen. Wilhelm.
Die Avantgarde der Armee des Kron— prinzen ist nach Pariser Depeschen bereits in Saint Dezier angekommen, etwa acht deutsche Meilen von Chalons; wenn Mac Mahon eine Schlacht dort annimmt, muß sie also in der allernächsten Zeit zu erwarten sein. Er hat aber außer dem noch intacten Douai— schen Corps nur noch sein eigenes decimirtes und was von Nationalgarden nicht schon nach Paris geschickt ist.
Sulz, 17. August. Die Festung Bit sch wird fortwährend durch Batterlen des 2. babe


