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beute an, 19. Juli, als im Kriegszustande mit

»iant für die Westgränze, welcher Bapern sich angeschlossen, mitgetheilt.

DerStaatsanzeiger veröffentlicht die am 19. d. eingelaufene französische Kriegserklärung,

die einzige schriftliche Mittheilung, welche die Re⸗

gierung in dieser ganzen Angelegenheit von der Die Kriegserklärung besteht in einer Note, in welcher die französische Regierung sagt, daß die Weigerung des Königs, in für allemal eine Garantie in der Besteigung des spanischen Prinzen zu übernehmen, eine Drohung ür Frankreich und für das europäische Gleich⸗ gewicht sei. Frankreich betrachte sich daher von

Preußen. 7 DerStaats-Anzeiger veröffentlicht eine Berordnung, nach welcher die französischen Han elsschiffe der Aufbringung durch Fahrzeuge von der Bundesmarine nicht unterliegen, außer wenn dieselben der Aufbringung auch dann unterliegen würden, wenn sie neutrale Schiffe wären. Eine zweite Verordnung fordert alle im französischen Heere dienenden Norddeutschen auf, ungesäumt beimzukehren. e die Königin hat folgenden Aufruf er pern: Das Vaterland erwartet, daß alle Frauen ereit sind, ihre Pflicht zu thun! Hülfe zunächst an den Rhein zu senden. Die Königin. dieKreuzztg. meldet vom Donnerstag: Die Polizei holte gestern auf dem Potsdamer und Anhalter Bahnhof einundzwanzig Knaben aus den Waggons, die sich dort unter den Bänken nd zwischen den Füßen der Reservisten versteckt 1 um sich nach dem Rhein mit durchzu- schmuggeln und den Truppen anzuschließen. Das Zetergeschrei und der Widerstand der jungen Diurchgänger konnte nur mit Gewalt überwunden werden. Es waren Jungen von 8 und 11 Jahren Darunter. Der berühmte Augenarzt Geh. Rath Or. v. Gräfe in Berlin ist in der Nacht zum

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Sachsen. Dresden. Die sächsische Ge⸗ sandtschaft in Paris ist abberufen und der Schutz der sächsischen Unterthanen in Frankreich dem amerikanischen Gesandten übertragen worden.

Bayern. München. Der Sonderausschuß der Abgeordnetenkammer für den Militärcredit sprach sich mit 6 gegen die 3 Stimmen von Marqu. Barth, Sellner und Schleich für Auf rechtbaltung der bewaffneten Neutralität aus. Der Beschluß der Kammer, welcher den Antrag des Ausschusses auf bewaffnete Neutralität ablehnte und einen außerordentlichen Militärcredit von 18,200,000 fl. bewilligte, ist vom Publikum freudig begrüßt worden. Es war seit Mittags, da der Commissionsbeschluß bekannt war, eine erregte Stimmung eingetreten, so daß für Abends besondere militärische Vorsichtsmaßregeln ergriffen wurden; ein Theil der Garnison war in den Kasernen con⸗ signirt. Auf Vorlage des Kammerpräsidiums war eine Abtheilung Infanterie im Ständehause.

Nach der Nachtsitzung der Abgeordneten- kammer vom 19. d. brachte die harrende Menschen⸗ menge dem Könige Ovationen und zog vor das norddeutsche Gesandtschaftshotel und brachte dem

Der bayerisch: Gesandte in Berlin ist telegrapbisch angewiesen, dem Grafen Bismarck mitzutheilen, daß in Folge der französischen Kriegserklärung an Preußen und des stattgehabten Angriffes auf deutsches Gebiet die bayerische Regierung auf Grund des Allianzvertrages als Verbündete Preußens den Krieg gegen Frankreich gleich sämmtlichen deutschen Regierungen erklärt habe.

Graf Bismarck beauftragte den hiesigen norddeutschen Gesandten, dem Prinzen Luitpold und dem Kriegsminister die dankende Anerkennung des Königs von Preußen für ihr Verhalten in der Kriegsbudgetverhandlung auszusprechen.

Auch die Kammer der Reichsräthe hat ein stimmig die Creditvorlage angenommen und dem

20. gestorben. 'DEEe Einem von biesigen Blättern verbreiteten

Gerüchte zufolge soll in nächster Zeit ein deutscher

Fürstencongreß zusammentreten. Hannover. DerH. C. berichtet, daß eine Anzahl von Offizieren und Militärärzten der frü eren hannoverschen Armee, welche nicht über etreten waren, sich zum Eintritt in dae Heer emeldet haben, um in dem Kriege gegen Frank seich ihre nationale Pflicht zu erfüllen. Auch in Iburg ist von patriotisch gesinnten Männern

Kriegsminister den Dank für die Organisation und rasche Aufstellung des Heeres ausgesprochen.

Von Seiten der Directionen der Pfälzer Bahnen sind alle Vorkehrungen getroffen, um im geeigneten Moment das Betriebsmaterial in Sicher heit zu bringen.

Baden. Nach derHeidelb. Ztg. soll auf der französischen Bahn bei einem Truppentrans porte ein großes Eisenbahnunglück sich er eignet haben.

Die großherzogliche Familie wird nach

in Ehrengeschenk von 100 Thlrn. für den Krieger er deutschen Armee, welcher im Feldzuge gegen rankreich die erste Fahne oder Standarte resp. dler erobern wird, ausgesetzt worden.

1 Köln. Der Saarbrückener Zollinspektor eldet vom 19. d., Nachm.: Die Franzosen fielen cute in preußisches Gebiet ein, durchsuchten die äumlichkeiten des Nebenzollamtes Solsterhöhe ind nahmen zwei Gränzaufseher gefangen. Marburg. Die Vorlesungen an der Hoch- chule sind sämmtlich geschlossen und die Mehrzahl er Studirenden eilt zu den Waffen. Hanau. Ein Hanauer Bijouterie-Fabrikant lat seine sämmtlichen unverheiratheten Arbeiter, 0 zie einberufen wurden, mit einem Geschenke von 10 fl. entlassen, während er an die Frauen der BVerheiratheten während der Abwesentheit 5 fl. bpöchentlich aus bezahlen läßt. 1 Wiesbaden. Prinz Nicolas von Nassau seiste am 20. d. zum Eintritte in die Armee nach Berlin ab. 1 St. Ingbert. Reisende, welche von Saar- brücken am 19, d. kamen, bringen die Nachricht, man die Ueberschreitung der Grenze Seitens der Franzosen unmittelbar erwartet. Bei St. vold bivouakiren 20,000 Franzosen, darunter tiele Corsikaner, Saarlouis ist von den meisten Einwohnern verlassen. SHamburg. Der Circus-Besitzer Ernst Renz, bet in Hamburg, hat zu einer National- Sub- 8 2000 Thlr. gezeichnet. Die drei Söhne es Herrn Renz sowie ein Neffe desselben befinden N ch als Soldaten im preußlischen Heere.

derBad. L.⸗Ztg. nach Wertheim übersiedeln; die Großherzogin ist schon dahin abgereist. Auch die Minister werden dort erwartet.

Heidelberg. Das hiesige Kriegslazareth wird zu 400 Betten eingerichtet und deßhalb theilweise auch in das Universitätsgebäude verlegt.

Oesterreich. Wien. Die amtlicheWiener Zeitung veröffentlicht in ihrer Mittwochsnummer einen Erlaß des Finanzministeriums betreffs des Verbots der Ausfuhr von Pferden für sämmtliche Gränzen des österreichisch-ungarischen Zollgebietes.

Der offiziöse Wiener Berichterstatter der Karlsruher Zeitung meldet vom Dienstag:Im vollen Ministerrath, den der Kaiser präsidirte, ist die vollständige und unbewaffnete Neutralität Oesterreichs definitiv beschlossen worden. Gleich zeitig aber dürften die Eventualitäten in Erwä⸗ gung gezogen worden sein, unter welchen es für Oesterreich geboten erscheine, ganz oder theilweise aus feiner Enthaltung herauszutreten. Wiener Blätter bestätigen die Mittheilung.

Schweiz. Bern. Die Bundesversammlung wählte mit Einmuth den eidgenössischen Obersten Hans Herzog zum General.

Frankreich. Paris. Die Truppenzüge nach dem Osten, gehen ungestört ihren Gang; ein großer Theil der Garnison von Paris und das Lager von Chalons sind bereits abgegangen, und man schätzt die Truppen, die jetzt am Rhein stehen, auf nahe an 150,000 Mann.

Fürst de Latour d' Auvergne ist, wie der Constitutionnel meldet, soeben zum französischen Botschafter in Wien ernannt worden.

norddeutschen Gesandten ein Hoch, das dieser mit einem Hoch auf den König von Bayern erwiderte.

Thiers wurde in seinem Hotel insulkirt. Der Pöbel schrie:Nieder mit dem kleinen Preu ßen! Die Regierung hat dim Baron v. Werther ihr Bedauern wegen des am letzten Donnerstag auf das preußische Votschaftshotel gemachten Angriffes ausgedrückt. 5 85

ImSieele schreibt Vilbort:Wir haben stets mit der festesten Ueberzeugung verstchert, daß im Fall eines Krieges zwischen Frankreich und Preußen das Nationalgefühl über jede andere Erwägung den Sieg davontragen und die sämmt⸗ lichen Streitkräfte Deutschlands zu einem engen Bunde vereinigen würde. So wie die Sachen jetzt stehen, ist die Mainlinie mehr denn je eine geographische Fiction. Wir müssen uns also da⸗ rauf vorberktiten, die Contingente der vier deutschen Südstaaten nebst den Contingenten der zweiund⸗ zwanzig Staaten Norddeutschlands zu bekämpfen und zu besiegen.

Ein wackeres Beispiel giebt eine Pariser Freimaurerloge, dieJustice Nr. 133, welche in ibrer Sitzung vom 15. d. einstimmig einen Protest gegen den neuen Völkermord beschlossen hat.

Die Namen jener zehn Männer, welche in jener verhängnißvollen Freitagssitzung des ge⸗ setzgebenden Körpers den 246 Kriegsckreiern bis zum letzten Moment ihr kaltbesonnenis Nein eie gegensetzten, haben auf zu viel Achtung Anspruch als daß ihr Andenken nicht bewahrt bleiben sollie Es waren: Arago, Garnier-Pages, Girault Glais-Bizoin, Gagneur, Jules Favre, Pelletan, Ordinaire, Desseaux und Esguiros. Als elfter ist ihnen bekanntlich zuzuzählen Heuri Rochefort.

Am 19. d. schon hieß es hier bestimmt, daß die Gesandten von Baden, Württemberg, Bayern und Sachsen Befehl erhalten haben, Paris sofort zu verlassen. Sicher ist, daß der hessische Gesandte bereits Paris verlassen hat.

Im gesetzgebenden Körper theilte Gramont mit, daß, nachdem die Kriegserklärung auf Be- fehl des Kaisers in Berlin notificirt sei, zwischen Frankreich und Preußen nebst seinen Verbündeten der Kriegszustand eingetreten sei.

Belgien. Brüssel. Zahlreiche Freiwillige haben sich dem Kriegsminister zur Verfügung gestellt. DerMoniteur zeigt an, daß dieselben während der Dauer des französisch-preußischen Kriegs bei der Armee verbleiben könnten.

Von Verviers sind verschiedene Bahnzüge, aus Waggons dritter Classe bestehend, hier durch gekommen, welche die aus Frankreich auswandern- den preußischen Familien heimwärts führen. Das Elend der armen Leute ist wahrhaft schrecklich.

Großbritannien London. DieEngl. Corresp. schreibt:Das preußische Panzerge⸗ schwader(welches mittlerweile in den heimischen Häfen angelangt ist) war am 14. vor Dover ana- gekommen, nahm dort Piloten an Bord und blieb des Nachts über in den Dünen(vor Deal) liegen. Am varaufsolg eden kam ein Curier mit Depeschen für den. Admiral von London nach Deal, nach deren Empfang Prinz. Adalbert mit seinem Geschwader ohne Verzug nach Kiel auf⸗ brach.

Die amtliche Zeitung veröffentlicht eine Verordnung der Regierung, durch welche in übli cher Form die Neutralität Englands proclamirt und den englischen Unterthanen jede directe und indirecte Betheiligung am Kriege auf's strengste verboten wird. 4

Karl Blind hat von hier aus einen Auf- ruf an seine Heimathsgenossen jenseits des Canals ferlassen, worin er zur Einigkeit und zurAbwehr des Fremdjoches mahnt.

Die Capitäpe deutscher Schiffe, welche sich in den Haͤfen von Walks befinden, sind in ihr Land zurückgekehrt und haben ihre Schisse zu⸗ rückgelassen.

Italien. Florenz. Das System be- waffnetet Neutralität scheint angenommen zu sein. Die beiden Altersclassen von 1844 und 1845, ungefähr 60 70,000 Mann, sind einberufen worden. Man spricht von einem Observations- corps im Norden.