sie durch ein Kriegsgericht aburtheilen wird, als überwiesen, die Vorpostenlinie zu durchbrechen ver sucht zu haben; nach dem Kriegsrecht steht darauf die Todesstrafe.
— Garibaldi befindet sich nach den letzten Nachrichten in Autun, wo er sosort alle Kirchen und Klöster von seinen Truppen besetzen ließ. Die Insassen der letzteren ließ er vertreiben. Französischen Berichten zufolge sollen seine Truppen gut bewaffnet sein. Die englischen Correspondenten melden bekanntlich das Gegentheil. Jedenfalls bat er noch nichts geleistet.— In Rocroi stehen, wie man von dort meldet, 30,000 Preußen, während 8000 im Marsche auf La Fere sind. Fast alle Gränzorte der Juragränze entlang sind von deutschen Truppen besetzt.
— Wie verlautet, haben neuerdings alle wich⸗ tige Punkte vor Paris Verstärkungen erhallen, weil man bei einem etwaigen Massen ausfall mehr- seitige Angriffe erwartet. Namentlich ist auch die nördliche Cernirungslinie stärker als früher besetzt. Den Zuwachs an Streitkräften bilden dort die Truppen, welche bisher von Paris aus nach Norden vorgeschoben waren. Durch das Ein- rücken des Generals v. Manteuffel in's nördliche Frankreich sind deren Expeditionen in dieser Rich⸗ tung überflüssig geworden.
— Aus Tours erfährt man Einiges über die Stellung der 1. Armer. Bei Rocroy sollen nämlich 30,000 Mann Preußen stehen, welche die Ardennen oberhalb Mezieres besetzten und letztere Festung eingeschlossen halten. Eine offizielle deutsche Depesche meldete bereits von einem Ausfall aus Mezieres, welcher von Ab- theilungen der 2. Division zurückgeschlagen wurde. Weitere 8000 Preußen marschiren nach Berichten aus Tours auf Lafere, zwischen Laon und St. Quentin, eine Festung, die den Uebergang über die Oise sperrt.
— Nach einer Correspondenz des„Genfer Journal“ aus Tours wären 700 französische Offiziere der Armee von Metz entwischt und in Tours angekommen.
—„Echo de Luxembourg“ enthält ein Tele- gramm, welches meldet, daß die französische Grenze zwischen Longwy und Montmedy fast ganz von preußischen Truppen besetzt sei. Von Montmedt stehen die Preußen noch zwei Kilometer entfernt. Die Belagerung dieser beiden Plätze dürfte baldigst beginnen. Die Mobilgarden von Montmedy sind bei Chauvency von preußischen Truppen überrascht worden und haben einige Todte und mehrere Gefangene verloren.
— Ein Fremden⸗Regiment, zum größlen Theil aus Schweizern bestehend und bisher in Algier stalionirt, hat unter dem Besehl des Obrist von Courten aus dem Wallis an den letzten Gefechten bei Beaugency Theil genommen und große Ver- luste erlitten. Nach dem dies berichtenden Briefe soll die Loire Armee 100,000 Mann und 130 Geschütze stark sein.
Straßburg. Zwei Compagnien preußischer Landwehr haben die Cantone Saales und Schirmeck, welche noch diesseits der Vogesen im Flußgebiete der Breusche liegen und früher zum Departement Niederrhein gehörten, militärisch besetzt.
Vor Bitsch. Dem„Fr. J.“ wird berichtet: Es verlautet gerüchtsweise, und ich habe allen Grund, daran zu glauben, daß zwischen dem bayerischen Commandanten vor Bitsch(Andere sagen zwischen dem Grafen Bismarck⸗Bohlen) und dem französischen Festungscommandanten eine Uebereinkunft dahin getroffen sei, alle Feindselig⸗ keiten bis zur Beendigung des Krieges einzustellen. Das friedliche Verhältniß zwischen beiden Theilen scheint mir, wie gesagt, das Gerücht vollständig zu bestätigen.
Von der Schweizergrenze. In Prunt⸗ rut wurde am 15. Nachts auf den Vorposten der Freiburger Truppen Generalmarsch geschlagen, die preußischen Truppen zeigten sich bei Fahy und
Grand⸗Fontaine. Eine om 16. Abends von Pruntrut nach Bern gelangte Depesche des Brigadecommandos spricht von einer seit 24
Stunden dauernden Kanonade bei Belfort und daß auf der Gränzlinie zwischen Delle und Bla—
mont verschiedene Scharmützel stattgefunden hätten. Delle ist von den deutschen Truppen wieder besetzt,
Montbeliard dagegen nicht.
Hessen. Darmstadt. Wie die„Hess. Volksbl.“ vernehmen, treten die Stände zu An⸗ fang des kommenden Monats zusammen. Der wichtigste zu erledigende Gegenstand ist der Ein⸗ tritt des ganzen Großherzogthums in den nord; deutschen Bund.
— Die Inhaber von hessischen Grundrenten⸗ scheinen à 1, 5, 10, 35 und 70 fl. werden von Seiten des Finanzministeriums wiederholt aufge⸗ fordert, dieselben jedenfalls vor dem 1. Januar 1871 bei der Staatsschuldentilgungskasse in Darm⸗ stadt zur Einlösung zu präsentiren, da vom 1. Januar 1871 an eine Einlösung dieser gesetzlich werthlos gewordenen Scheine nicht mehr statt⸗ finden kann.
* Friedberg. Wir erhalten von zuver⸗ lässiger Seite die Mittheilung, daß in den nächsten Tagen schon circa 200 französische Kriegsgefangene hier eintreffen, welche in der Klosterkaserne unter- gebracht werden sollen.
Preußen. Berlin. Die Anschluß verträge mit Baden und Hessen sind unterzeichnet, der Vertrag mit Würtemberg ist abgeschlossen, aber noch nicht unterzeichnet. Die Wahlen zum Ab- geordnetenhause stellen die Stärkung der conser⸗ vativen und national liberalen Fraktionen in Aussicht.
— Nach den bisher bekannt gewordenen Ab⸗ geordnetenwahlen(etwa 400) dürfte sich das Verhältniß der Parteien etwa folgendermaßen gruppiren: Conservative 140, Freiconservative 40, Altliberale 20, Nationalliberale 110, Fortschritts- partei 40, Katholiken 40, Polen 20, Particu- laristen 10.
— Dem Marschall Bazaine ist der Aufenthalt in Aachen, dem Marschall Canrobert in Stutt- gart und dem Marschall Le Boef in Bonn ge⸗ stattet worden, nachdem sie selbst sich diese Städte zum Aufenthalte erbeten hatten.
Bayern. München. Die„Correspon⸗ denz Hoffmann“ erklärt: Hiesige und preußische Blätter bringen die jüngste Anwesenheit des Grafen Beust in München mit der Tendenz einer Einmischung Oestrrreichs in deutsche Verfassungs⸗ angelegenheiten in Verbindung. Wir sind er⸗ mächtigt, diesen Nachrichten ganz entschieden zu widersprechen und können versichern, daß der Reichskanzler während seines kurzen hiesigen Aufenthaltes in versöhnlichster preußenfreundlicher Weise bei allen Begegnungen sich aussprach.
Nürnberg. Der Minister des Innern hat den Bürgermeistern von Nürnberg und München mitgetheilt, daß die 1 in der deutschen Frage erzielt sei und der formelle Abschluß in den nächsten Tagen erfolgen werde. Die Details sollen nach der baldigst zu erwartenden Wiederkehr der Minister veröffentlicht werden.
Würtemberg. Stuttgart. Gutem Ver⸗ nehmen nach werden die Minister Mittnacht und Suckow nach Berlin abreisen zur Unterzeichnung der Verträge über den Eintritt Württembergs in den neuen deutschen Bund. Der Finanzminister und Präsident v. Dillenius werden in Kehl eine Zusammenkunst mit dem Staatsminister Delbrück haben, behufs einer Besprechung über die künftige Stellung der würtembergischen Verkehrsanstallen.
Baden. Karlsruhe. Bijouterie⸗Fabri⸗ kant Bissinger in Pforzheim hat vor einiger Zeit dem Grafen Bismarck zur Unterzeichnung des Friedens mit Frankreich eine sehr werthvolle gol dene Frder übersandt und darauf von dem Bundes⸗
kanzler folgendes Schreiben erhalten:
„Versailles, 13. November. Euer Wohlgeboren schönes und kunstreiches Geschenk hat der großherzogliche Minister⸗ präsident, Hr. Jolly, mir zu übergeben die Güte gehabt. Ich finde mich in einiger Verlegenheit, wie ich meinen Dank dafür aussprechen soll; in einer Zeit, wo das Schwert der deutschen Nation so ruhmreiche Thaten voll⸗ bracht bat, thun Sie der Feder beinahe zu viel Eyre an, indem Sie dieselbe so kostbar ausstatten. Ich kann nur hoffen, daß der Gebrauch, zu welchem Sie diese Feder im Dienste des Vaterlandes bestimmen, dem letztecen zu dauerndem Gedeihen in einem glücklichen Frieden gereichen möge; und ich darf unter Gottes Beistand versprechen,
daß sie in meiner Hand nichts unterzeichnen soll, was
deutscher Gesinnung und des deutschen Schwertes nicht würdig wäre. Empfangen Sie mit meinem Danke zugleich den Ausdruck meiner vorzüglichen Hochachtung. (gez.) v. Bismarck.“
— Die„Karlsruher Zeitung“ meldet: Nach aus Versailles eingetroffenen Nachrichten ist am 15. November der Vertrag zwischen den Bevoll⸗ mächtigten des norddeutschen Bundes, Badens und Hessens über die Vereinigung zum deutschen Bund und über die Verfassung desselben unterzeichnet worden.
Oesterreich. Wien. Das„Telegraphen⸗ Correspondenz⸗Bureau“ meldet: Die in Konstan⸗ tinopel am 17. d. M. überreichte russische Note stützt sich auf frühere Tractats⸗Verletzungen, nament⸗ lich auf die Vereinigung der Donaufürstenthümer, die Ernennung des Fürsten Karl, die Durchfahrt von Kriegsschiffen durch den Bosporus. Rußland erklärt sich bestimmt an die Artikel 11, 13 und 14 der Pariser Vertrages nicht mehr für gebunden.
— Wie die„N. Fr. Pr.“ erfährt, hat Graf Potocki Namens des ganzen Cabinets vom Kaiser die Entlassung erbeten.
— Die„Presse“ fchreibt: Aus Berlin ging uns ein Telegramm zu, laut welchem dort„offi⸗ ciellerseits“ versichert wird, die russische Streitfrage sei auf dem Wege, friedlich geordnet zu werden. Obwohl die Quelle, aus welcher diese Depesche slammt, sich bisher stets bewährt hat, wagen wir doch nicht, recht zu glauben, was wir wünschen und hoffen. Die Nachricht könnte verfrüht sein. Man mag in Berlin Nachrichten aus Petersburg haben, welche weitgehende Zugeständnisse Rußlands in Aussicht stellen, durch die der provocirende Schritt gemildert wird; schließlich kommt es aber doch auf die Garantiemächte an, ob sie die ihnen an⸗ gebotene Satisfication für genügend erachten und ob ein entsprechender Ersatz für die gekündigte Additional⸗Convention so leicht gefunden wird.“
Frankreich. Tours. Die hiesigen Blätter sind angefüllt mit Beschreibungen des Kampfes um Orleans, enthalten aber darüber nichts Neues. Die Eisenbahn ist von Tours nach Orleans wieder eröffnet; von Orleans nach Tour(2) gehen bereits wieder Militärzüge. Hier am Rand des großen Waldes von Orleans in Orgeres, Palay und Peravay fallen täglich Vorpostengefechte vor. Dasselbe soll auch bei Auxonne der Fall sein.
— Aus Tours wird unter dem 15. Nov. telegraphisch gemeldet:„Der General Aurelles de Paladine ist zum Ober⸗Commandanten der Loire⸗ Armee ernannt worden. Die Präfecten sind er⸗ mächtigt, die Anerbieten anzunehmen, welche ihnen Betreffs des Einschmelzens der Glocken, um Ka⸗ nonen daraus zu machen, gemacht werden.“ Die Gazette de France meldet, daß General v. Werder in Verbindung mit dem Prinzen Friedrich Karl ist, dessen Avantgarde an der Nonne angekommen ist. v. d. Tann hat Berstärkung erhalten, die seine Armee auf 160,000 Mann gebracht haben.
— Die Regierung in Tours hat an Gari⸗ baldi Ausstellungen bezüglich der Excesse der unter seinen Befehlen stehenden Truppen gerichtet.— Die„Liberte“ bringt eine Depesche aus Tours vom 15. d., welche meldet, daß das Corps des Generals Wittich in der Stärke von 70,000 Mann und ein Theil der Armee des Prinzen Friedrich Karl(80,000 Mann) auf Orleans marschiren und eine Schlacht wahrscheinlich ist. In Gien herrscht große Bestürzung. Briefe aus Tours geben ein Bild der Entmuthigung und lebhafter Sorgen.
— 17. November. Der„Moniteur“ meldet: Die Deutschen haben sich von Tourh auf Anger⸗ ville(nördlich an der Orleansbahn zwischen Toury und Etampes) und Boisseau zurückgezogen. Desgleichen zogen sie sich von Patay(zwischen Orleans und Chateaudun) zurück. Die Deutschen stehen jetzt in Basoches-les- Hautes, Paleux, Germignonville und Voves an der Straße von Chartres nach Angers, Corminville und Gionville, — Die„Agence Havas“ erhält über Tours die telegraphische Nachricht, es circulire das Gerücht, daß die Nemen-Araber in vollem Aufstande seien. Sie hätten die Absicht, die Fremden aus sämmt⸗ lichen Häfen im rothen Meere zu verjagen.
— Die Regierung hat verordnet, daß jede
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