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Samstag den 22. October.
M 125.
— Oberhessischer Anzeiger.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger armee
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Auf das vierte Quartal dieses Blattes können noch Abonnements angenommen und vollständige Exemplare desselben geliefert werden.
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Amtlicher Theil.
Betreffend: Die öffentliche Versteigerung verfallener und nicht renovirter Pfänder der hiesigen
Pfand⸗ und Lelhanstalt.
Friedberg den 19. October 1870.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Sie, insbesondere diejenigen von Ihnen, deren Angehörige ein Interesse an der Pfänderversteigerung des hiesigen Pfandhauses haben, welche von deren Verwaltung auf Montag den 31. October nach dem Oberh. Anzeiger anberaumt worden ist, werden beauftragt, den Ver⸗
steigerungstermin in den Gemeinden veröffentlichen zu lassen.
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Betreffend: Die außerordentlichen Sitzungen des Bezirksraths in 1870.
Da dies seither öfter zum Schaden von Betheiligten nicht geschehen ist, auch das Interesse des Pfandhauses erfordert, so erwarten wir pünktliche Befolgung auch bei späteren Versteigerungsterminen.
dies Trapp. n g.
Wir bringen zur Kenntniß der Kreisangehörigen, daß der Bezirksrath des Kreises Friedberg zu einer außerordentlichen öffentlichen Sitzung Donnerstag den 27. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, auf dem Rathhause zu Friedberg zusammentreten wird.
Tagesordnung.
1 Beschaffung der für die Kriegsfuhren zu gewährenden Verguͤtigungen und zum Ersatz der
Beschädigungen erforderlichen Mittel.
2) Berathung eines Supplementarvoranschlags für die Kreiskasse pro 1871.
Friedberg den 19. October 1870.
an den Gespannen und Fuhrwerken ermittelten
Großherzogliches Kreisamt Friedberg Trapp.
Kriegs nachrichten. Officielle militärische Nachrichten.
Versailles, 17. Okt.(Verspätet durch wen benen General Senfft v. Pilsach wertrieb am 12. d. M. 3000 Mobilgarden aus Breteuil.
Vor Paris wurde am 14. Okt. ein Ausfall mehrerer französtscher Bataillone durch die Feld- wachen und einige Geschütze des zwölften Corps zabgewiesen.
Am 15. arbeitete der Feind an den Ver⸗ schanzungen bei Billejuif und wurde durch die Feldartillerie des sechsten Corps vertrieben. Kein Verlust.
Versailles, 18. Okt. Neues.
General Werder meldet: Der vor mir be— findliche Feind zog sich bei Annäherung diesseitiger Truppen fluchtartig auf Belfort und per Bahn auf Dijon zurück. Die Eisenbahnlinie Vesoul⸗ Belfort wurde diesseits unterbrochen. Die Ein- wohner, vom Terrorismus ihrer eigenen Leute befreit, zeigen sich sehr entgegenkommend.
Circa 500 gefangenen Mohilgarden gelang es, in der Gegend von Chateau-Thierry, um 16. Oct. während eines Angriffs der Franc— ireurs zu entkommen. v. Podbielsky.
Versailles, 19. Okt. Die 22. Division won der Armee des Kronprinzen hat gestern den etwa 4000 Mann starken Feind bei Chateaudun [westnordwestlich von Orleans) angegriffen, ge— schlagen und die verbarricadirte Stadt erstürmt. — Viele Gefangene sind gemacht. Diesseitiger Verlust ist gering. v. Blumenthal.
Vor Paris nichts
Aus Versailles, 12. Oktober, wird der „Weserztg.“ berichtet:„Es ist ein Befehl ergangen, der alle Requisitionen in den französischen Landes- ühellen auf das Strengste von nun an untersagt; die für die Armee nothwendigen Lebensmittel an Hafer, Heu und dergl. für die Pferde sollen ent- weder von Deutschland herangeschafft oder auf französischen 1 durch Ankauf erstanden
werden; der Centner Hafer wird mit 4 Thalern bezahlt.
Versailles. Der„A. Allg. Ztg.“ theilt ein Augenzeuge über den Kampf bei Orleans am 11. d. folgende Details mit:„Das erste baperische Armeecorps bildete, auf der Hauptstraße nach Orleans marschirend, den linken Flügel unserer Aufstellung und zwar solchergestalt, daß die dritte Brigade auf der äußersten linken Flanke, die vierte Brigade mehr im Centrum stand und die erste Division die Reserve bildete. Den rechten Flügel nahm, auf der Straße von Chartres nach Ormes marschirend, die 22. Division des elften preußischen Armeecorps ein. Diese stieß bei Ormes gegen 10½ Uhr Vormittags auf eine französische Schanze, welche sie verlassen fand. Ueber dieselbe wegdebouchirend, fand sie die dahinter liegenden Schützengräben noch vom Feinde besetzt, welcher hier und hinter einer zweiten Schanzenlinie einen zähen Widerstand leistete. Nach dreistündigem Kampf war die Position des Feindes genommen und die Preußen und Bayern rückten jetzt gemeinschaftlich gegen die Stadt Orleans vor, in welche die Franzosen sich zurück⸗ gezogen hatten. Gegen 6 Uhr Abends gab General v. d. Tann das Zeichen zum Angriff, und Orleans wurde mit stürmender Hand genommen. Die Zahl der Gefangenen belief sich auf mehr als drei Tausend und die Loire-Armee hat aufgehört zu existiren. Der Einzug unserer Truppen in Orleans fand noch selbigen Abend bei Mond- schein statt.“
—„Daily News“ melden, daß in den letzten Tagen das Belagerungscorps vor Paris um etwa 100,000 Mann, meist Landwehr, Garde und einen großen Theil des 13. Corps verstärkt sei.
— Das Belagerungscorps vor Soissons hatte zuletzt, nach belgischen Blättern, eine Stärke von 22,000 Mann mit vielem schweren Geschütz, welches jetzt gegen andere Festungen im nördlichen Frankreich dirigirt wird.
— Am 11. Okt. wurden unweit Epernay in der Nacht heimlich die Schienen der Eisenbahn aufgerissen, wodurch leider ein Zug, der kranke
Soldaten beförderte, verunglückt ist. Es sind drei Soldaten bei dieser Gelegenheit getödtet und einige zwanzig mehr oder weniger verwundet worden. Um ähnlichen Fällen vorzubeugen, müssen jetzt alle Ortschaften an der Eisenbahn Geißeln stellen, welche stets in den vordersten und daher am meisten gefährdeten Wagen auf jedem Eisen⸗ bahnzuge mitgeführt werden. Kommen daher ähnliche schändliche Zerstörungen der Bahn wieder vor und verunglückt ein Zug, so sind diese fran— zösischen Geißeln stets diejenigen Personen, welche ihr Leben einbüßen.
Vor Metz sind die Schützengräben und Tran⸗ cheen fertig und die Batterien mit 12 Pfündern besetzt; die Franzosen feuern unaufhörlich, die Preußen beschießen die französischen Lager. Es stellen sich viele Deserteure aus Metz.
— Die Verluste der Landwehrdivision Kummer und der Theile des 3., 10., 1. und 7. Armee⸗ Corps, welche an den Gefechten vom 7. Oktober vor Metz Theil genommen, betragen nach genauen Ermittelungen 65 Offiziere und 1665 Mann. Auf dem linken Ufer hat der Feind mit etwa 20,000 Mann gefochten, darunter die beiden Gardedivisionen, von denen Gefangene in unsere Hände fielen.— Es wurde mit großer Bestimmt⸗ heit versichert, daß Bazaine beim letzten Ausfall nicht mehr das Commando gehabt habe. Er soll an einem Brustschuß, den er im Duell mit dem Exkriegsminister erhalten, schwer krank zu Bette liegen und bereits einen Boten an den König von Preußen mit dem Gesuch um freie Passage nach Süd⸗Frankreich gesendet haben. Was daran wahr ist, bleibt dahin gestellt.
Straßburg. Nach dem„Staatsanzeiger“ sind während der förmlichen Belagerung don Straßburg acht verschiedene Geschützarten preußi⸗ scherseits und deren vier badischerseits in Thätig⸗ keit gewesen und zwar im Ganzen 241 Geschütze, nämlich 30 lange gezogene 24⸗Pfünder, 12 kurze gezogene 24⸗Pfünder, 64 gezogene 12⸗Pfünder, 20 gezogene 6⸗Pfünder, 2 gezogene 21⸗Centimeter- Mörser, 19 50 pfündige, 20 25 pfündige und 30 7pfündige glatte Mörser; diesen sind zur


