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Betreffend: Versorgung der im Felde stehenden Großherzoglichen Soldaten mit warmen Kleidungsstücken.

Aus dem in Nr. 111 des Oberhessischen Anzeigers vom Heutigen enthaltenen Aufrufe des Comites zur Versorgung der Hessischen Truppen in Darmstadt und des Vorstandes des Hülfsvereins im Großherzog thum für die Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Felde in Nr. 258 der Darmstädter Zeitung vom 18. l. Mis., wovon ein Abdruck nachfolgt, werden Sie entnehmen, daß es unseren im Felde stehenden Soldaten hauptsächlich an warmen Bekleidungsstücken, die Ruhrkrankheit abzuhalten, fehlt. Wenn auch die Bewohner des Kreises den für die gute Sache streitenden und blutenden Kriegern, den Verwundeten und Reconvalescenten schon manche Gabe haben zufließen lassen, so glauben wir doch auch in den vorliegenden Fällen vertrauensvoll an dieselben die Bitte um Gaben, sei es an Geld, wollenen Jacken, Hemden und Unterhosen, Kaffee und Brandwein,

Die naßkalte Witterung der letzten Wochen hat unsere braven Truppen mit Krankheit überzogen. Was wir seither nur sehen wir seit den letzten Tagen mit trauriger Gewißheit in den vielen Ruhrkranken, welche in die heimischen Lazarethe verbracht werden. Da gilt es rasch und durchgreifend zu helfen! Vieles ist schon ge schehen; an wollenen Leibbinden und Socken insbesondere gingen reich liche Sendungen ab. Aber nach ärztlichem Gutachten würde nur das Tragen wollener Hemden eine gründliche Abhülfe gewähren und wei⸗ terem Uebel vorbeugen. Wir haben deßhalb sofortigen Ankauf und Anfertigung einer beträchtlichen Menge wollener Hemden angeordnet, allein dies reicht nicht aus. Es sind viele Hemden nothig und es gilt sie in kürzester Frist zu liefern. Wir wenden uns deshalb auch an unsere Mitbürger im ganzen Land und bitten sie, für die nächste Zeit die freiwillige Hülfsthätigkeit ganz vorzugsweise der Abhülfe jenes

Friedberg den 20. September 1670. 3

rr Betreffend: Die Rinderpest.

Die Rinderpest ist in dem im sog. Rosenthal bei Friedberg belegenen Gehöfte des Müller Falck ausgebrochen und wird deshalb eine Sperre für die nächste Umgebung derselben, einschließlich der zwischen diesem Gehöfte und dem Eisenbahnviaducte gelegenen Hofratthen dahin ver⸗ fügt, daß alle Individuen, welche die durch aufgestellte Wachen kennt⸗ lich gemachte Gränze dieser Sperre nach außen überschreiten wollen, sich einer Desinfection in der in der Nähe des Viaduects aufgestellten Hütte zu unterwerfen haben.

Für die Hofraithe des Müller Falck treten die in unsrer Be kanntmachung vom 9. d. M., Oberhessischer Anzeiger Nr. 107, pos. 8 enthaltenen Bestimmungen in Kraft. Zuwiderhandlungen unterliegen einer Strafe von 10100 fl. oder Gefängniß von 7 bis 28 Tagen.

Der Steg über die Usa an der Bleiche, ebenso der an den Gerbhäusern und der Falck'schen Mühle vorübersührende Weg, unter

halb der letzteren, sind gänzlich gesperrt.

1 des Kreises.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien n

Kriegs nachrichten.

Ueber die Nachricht derIndependance, wo⸗ nach das Fort von Vincennes geräumt worden, da man der Ansicht sei, daß dasselbe nicht gehalten werden könne, schreibt dieKriegs Ztg.:Für Jedermann, der eine Karte von Paris besitzt, liegt der Unsinn der Nachricht auf der Hand, denn die Ostfront der detachirten Forts um Paris auf dem Plateau von Romainville ist die stärkste und wichtigste Position in der Vertheidigung. Das Fort de Vincennes ist als das Reduit der davor liegenden Forts: Romainville, Noisy, Rosny, Fontenay, Nogent, de la Faisanderie und de la Gravelle zu betrachten und es ist deßhalb wohl möglich, daß man das Fort de Vincennes von Truppen entblößt, um die davor liegenden Forts aufzugeben, nicht aber, weil man es nicht halten kann. Die letztere Behauptung hieße so viel, als uns die Thore von Paris freiwillig öffnen. So weit sind wir jedoch noch nicht und es stehen uns im Gegentheil vielleicht noch harte Kämpfe bevor.

Die deutschen Truppen haben nach belgischen Blättern Freitag bei Athis le Mont(süblich von Paris) in großer Stärke mit vielem Geschütz die Seine überschritten. Gleichzeitig rückten starke Truppenmassen nach den Höhen von Villeneuve.

Luneville, 18. Sept. Der Volkskrieg beginnt sich auch in der Nähe der großen Heer straße bemerkbar zu machen; die Bauern greifen, von den Priestern ermuntert, zu den Waffen, und vorgestern kam es zwischen einem Detachement 3ler Landwehr und Kasseler Husaren, ca. 100 Mann stark, und bewaffneten Bauern bei Bac⸗ carat zu einem heftigen Gefecht. Die Bauern

Verwundungen zu beklagen.

zu nehmen.

stützungen haben.

Gravelotte, erstatter desFr. J. meldet:

vi welche Gegenstände d n, richten zu dürfen, N beauftragen Sie daher, solche Gaben in Ihren Gemeinden einzusamme 1 lun und sie entweder an das Comite zur Versorgung der hessischen zvachn

in Darmstadt oder an die aterial-Com ission im Palai Prußen, Sr. Großherzogl. Hoheit des Prinzen Ludwig in Darm. port stadt zu senden, von wo aus sie dann rasch und sicher an ihren och 1000 Bestimmungsort gelangen werden. 1 vufdale in Anträge um Geldbewilligungen zur Anschaffung von Kleidungs⸗ Mund stücken ꝛc. ꝛc. wie sie nöthig sind, Seitens des Gemein deraths der Puge sich Gemeinden, genehmigen wir, ermächtigen Sie zugleich auch, das durch mukgesetzte die Sendung der Gaben nach Darmstadt(Geld wird portofrei be- hanf um

fördert) entstehende Porto auf die Gemeindekasse anzuweisen. Ohren i Trapp. Parallel Aufruf zur Sendung wollener Hemden an die Truppen im Felde. 1 Mangels zuzuwenden. Fertigt so rasch und so reichlich als möglich 79 5 da hörten, wollene Hemden(nicht zu eng und nicht zu kurz) und lasset sie uns insener N.

(zu Handen der Materialcommission im Palais Sr. Großherzoglichen sünenden

Hoheit des Prinzen Ludwig dahier) zukommen. Wir werden den md heute

jeweilig eingelaufenen Vorrath schleunigst unseren Truppen zuführen. hufig Mitte der künftigen Woche wollen wir die erste größere Senda Menge St

abgehen lassen. I urrige Aufs Neue rufen wir die Opferwilligkeit unserer Mitbürger das feine an; aber wir sind gewiß, daß auch dieser Aufruf nicht ungehört Aue verhallen wird. die Berlin Darmstadt den 17. September 1870. ate Der Vorstand des Hülfsvereins im Großherzogthum Hessen für die 155 Ihe

Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Felde. und 0 1 fWie beit blreits ze

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6 f Fortdauer In den letzten Tagen sind sowohl in Friedberg wie in Butzbach Fugdtilegtt

Widersetzlichkeiten gegen die verfügten Sperr- und Desinfections- Oporden bestimmungen vergekommen, welche dem Aufsichtspersonal Veranlassung Bett un

zu Anzeigen gegeben haben. Wie diese Contraventionen bereits den Das

betreffenden Gerichten mit Antrag auf Bestrafung mit hoher Geld⸗ Belfort strafe oder Gefängniß mitgetheilt worden sind, so wird auch für die und Neu Folge auf Unterordnung unter die angeordneten Maßregeln mit unserer! aller Strenge von uns und Seitens des sämmtlichen Aufsichtse, wird zu Polizei- und Wächterpersonals, welche angewiesen sind, Widerspenstige demgenne

im gegebenen Falle selbst sofort zu arretiren, gesehen werden und Imppen ermahnen wir das Publikum deshalb wiederholt, alle Renitenz zu Kort unterlassen. die auf Friedberg den 20. September 1870. 1 Truppen Großherzogliches Kreisamt Friedberg utersüg ö Trap p. besazurg g von

mochten etwa 500 Mann stark sein; trotz ihrer heiten aller Art wüthen in der Stadt sowohl bei 4* Ueberzabl und guten Bewaffnung wurden sie von der Civil- als auch bei der Militärbevölkerung. bon pren den Deutschen unter bedeutenden Verlusten in die Jeder Trunk Wasser muß bezahlt werden, da geworfen Flucht getrieben, auf unserer Seite sind mehrere dasselbe erst filtrirt und dann der Bevölkerung berein wr Heute ist in größeres verabfolgt wird. Längst schon ist Pferdefleisch die penn nz Detachement nach dem Kampfplatze marschirt, um einzige Fleischnahrung geworden, die Dörfer in fte 5g die Gegend zu säubern und die Dorsschaft, in unmittelbarer Nähe von Metz, die bis dahin noch werden d welcher der Kampf stattgefunden hat, in Strafe Etwas lieferten, sind ausgesogen und bei derShaßbur Man wird wahrscheinlich auf beden- letzten Kanonade in Brand geschossen worden. gon

tenden Widerstand stoßen, da die Bauern Unter- Ihre Bewohner sind nach Metz geflüchtet und(der 1 vermehren dort die Zehrer an den dürftigen Vor⸗ die Va

Der Kronprinz von Sachsen ist mit seinem räthen. Es verlautete kürzlich, daß man eine weil son Generalstabe am 15. d. vor Provins eingetroffen Depesche Bazaine's aufgefangen habe, worin er wird. und am 16. nach Nangis weiter vorgerückt. erklärt, sich aus Mangel an Proviant nur noch gewilh Er soll 18 französische Bauernanzüge requirirts ganz kurze Zeit halten zu können. Wie mir Ge und 5 haben(wahrscheinlich für Kundschafter). fangene mittheilen, soll der Proviant für das deilschen 15. Sept. Ein Bericht- Militär noch mindestens auf drei Monate bemessen und don

Auch hier hat sein. Um das Schicksal der Civilbevölkerung be⸗ Uzuholen

sich die Rinderpest gezeigt; vor einigen Tagen kümmert sich der Commandant wenig; er ist dem Wunsch mußten mehrere Hundert Ochsen, die von der Jammer in der Stadt ebenso verschlossen, wie[heute n Seuche befallen waren, getödtet werden. Die Uhrich in Straßburg. sigen 10 Krankheit tritt auf der ganzen Etappenstraße, doch Einer Correspondenz derWeser- Ztg. vom bash nur sporadisch, auf und denkt man in kürzester Kriegsschauplatze zufolge liegen seit dem 13. Sept. de g Zeit der Seuche Herr zu werden. Von Metz vor Toul in zwei Treffen das 75., 76., 89. zum D kommen die Nachrichten spärlich, doch scheint die bund 90. Linienregiment, das 11. Jägerbataillon, Din Tun Noth dort in erschreckender Progression zu sein. die Wandsbecker Ulanen, 2 mecklenburgische Dra⸗ ect Vor einigen Tagen führten unsere Ulanen, welche gonerregimenter und Artillerie. Es sind dies Obel g auf Vorposten lagen, einen kühnen Streich aus, Truppen des kombinirten Corps des Großherzogs den 0 indem sie ca. 300 französische Cavalleristen, die von Mecklenburg, die vom 1. bis 10. Sept. vor tun dg. ihre Pferde außerhalb der Stadt zur Tränke Metz gestanden hatten und dort von Landwehr⸗ W ritten, durch einen kühnen Ueberfall abschnitten Bataillonen abgelöst worden waren. f

und sammt den Pferden gefangen nahmen. Fast Sedan ist durch den Commandanten, General 8 läglich treffen Ueberläufer in großer Zahl aus] v. Knobelsdorf, in Belagerungszustand erklärt er der Festung bei unseren Vorposten ein, sie können worden. Der Maire Philippotaux wurde diesen iin da 0 das Elend nicht schwarz genug malen. Krank- Morgen wegen seiner feindseligen Haltung ver⸗ Tage

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