Ausgabe 
17.12.1870
 
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Bayern München. Graf Bray legte der Kammer die in Versailles abgeschlossenen Ver⸗

träge vor und fügte hinzu, daß durch deren Ge⸗ nehmigung ein deutsches Föderativ⸗Bünd niß und

eine der hierfür von Bayern gebrachten Opfer werthe Gemeinschaft gegründet wird, welche die Rechte und die Kraft einer Großmacht

eat, Eitronen und durch den Bund auch außerhalb Deutschlands

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seine Wirksamkeit zu äußern; daß durch die Ge⸗ vehmigung das begründet wird, was fortan heißen wird: Das deutsche Reich! 9 4 Oesterreich. Wien. Ein Correspondent derKarlsr. Ztg. meldet von hier:In den hiesigen diplomatischen Kreisen will man mit Be⸗ stimmtheit behaupten, daß wir in Kürze der vol⸗ lendeten Thatsache der Erwerbung Luxemburgs für das deutsche Reich gegenüberstehen werden. Der betreffende Vertrag mit dem König der Nieder- lande soll bereits zum Abschluß gelangt oder doch dem Abschluß nahe sein. a

Pest. In der Sitzung der ungarischen De⸗ legation beantwortete General Benedek Namens des Kriegsministers eine Interpellation bezüglich des Heeresstandes dahin: Die Armee zähle jetzt 864,849 Mann reguläre Truppen und 187,527 Mann Landwehr. Die Zahl der Geschütze habe sich seit 1866 um 378 vermehrt; weitere An⸗ schaffungen seien jedoch noch nöthig. Die Armee besitze 899,279 Hinterlader, die österreichische Landwehr 57,227, die ungarische 80,000 Werndl⸗ gewehre. Andere Truppengattungen seien wesent⸗ lich gehoben worden Der Minister beantragt die Entsendung einer Commission von 6 Mitgliedern zur Untersuchung des Armeestandes.

Schweiz. Bern. Der Bundesrath hat eine Deputation in das deutsche Lager vor Belfort

gesandt, um für die Weiber, Kinder und Greise

freies Geleit aus der Stadt zu erwirken. Frankreich. Bordeaux, 13. Dec. Es heißt, Thiers bleibe in Tours. Gerüchtweise verlautet, Blsis sei von den Preußen besetzt. Aus Tours wird vom Sonntag gemeldet: Die Preußen waren

am 9. Dec. vor Blois angekommen und standen

an dem linken Loire-Ufer. Da die Brücke abge⸗ brochen war, forderten die Preußen die Wieder berstellung derselben, widrigenfalls die Stadt bom⸗ Gambetta, welcher sich in Blois befand, wies dle Aufforderung formell zurück und versicherte, in Blois seien hinreichende Streitkräfte, um einen feindlichen Angriff zurückzuweisen. Seit Sonntag sind weitere beglaubigte Nachrichten von Blois nicht eingegangen. Nach officiellen Regie- sungsnachrichten haben die Preußen Driux geräumt und marschiren theils auf Versailles, theils auf Chartres. Loches ist von den Preußen besetzt. In St. Jean de Losne ist am 12. Dec. eine leine Abtheilung Ulanen eingerückt. Ein De⸗

sachement Infanterie steht vor der Stadt.

Die englische Post ist vom 8., die belgische zom 6. d. M. ah rückständig. Von Tours ist euch keine Post eingetroffen. Eine amtliche De⸗ hesche meldet:Die Preußen sind in der Gegend von Montrichard und Romorantin erschienen. DerMoniteur schreibt: Den französischen Henerälen gehen unaufhörlich Verstärkungen von Osten und Westen zu, um gewisse wichtige Punkte rnangreifbar zu machen. Die Verstärkungen sind hen beiden Loirt⸗Armeen zugewiesen. Kleine Zu- sammenstöße finden häufig zwischen den beidersei⸗ gen Truppen statt, die auf einer langen Schlacht-

Eine Correspondenz aus Paris vom 10. December meldet; Nach vorläufigen Berichten be⸗ nagen die französischen Verluste in den Kämpfen om 1. bis 3. Dec. 1008 Todte, darunter 72 Offietere, und 5022 Verwundete mit 342 Officieren. ie Regierung hat das Tirailleurbataillon von

nie von Le Mans bis jenseits Vierzon operiren.

Belleville, dessen Commandant Flourens vor ein

Kriegsgericht gestellt wurde, aufgelöst. Die Mann⸗ schaften haben biergegen in den Clubs protessirt. Brod soll nächstens nur nach Rationen vertheilt werden. Es sind Maßregeln getroffen, einer Plün⸗ derung vorzubeugen.

Ueber das Resultat des feindlichen An- griffes auf Blois ist noch nichts bekannt. Das Thal des Cher, von Vierzon bis Montrichard, ist von den Preußen besetzt. Andere feindliche Corps halten das linke Ufer der- Loire besetzt. Eine Depesche der Regierung an die Präfecten meldet nichts Neues von der Loitearmee. Die Räumung des bisher vom Feinde besetzten Dreiecks Verneuil⸗ Brezolles-Dreux scheint sich zu bestätigen. Dieppe ist vom Feinde wieder geräumt worden.

Tours. Thiers, welcher mit der Regierung nicht in Uebereinstimmung ist, verblieb hier, hat jedoch die Absicht, eventuell nach Pau zu über⸗ siedeln. Der Einmarsch der Preußen wird Freitag hier erwartet.

Aus Paris meldet ein Privatschreiben vom 6. Dec.: Gestern um Mitternacht erhielt man das Schreiben des Grafen v. Moltke betreffs der Ein⸗ nahme von Orleans. General Trochu versammelle sofort seine Collegen, um über Das zu berathen, was zu thun sei. E. Picard sprach sich dahin aus, die Eröffnungen, welche Herr v. Moltke zu machen scheine, zu benutzen, um über den Frieden zu discutiren, wenn er ehrenhaft sein würde. Seine Meinung blieb nicht ohne Eindruck auf seine Collegen, als General Trochu das Wort ergriff, um zu bemerken, daß die Eröffnung Preu⸗ ßens gerade beweise, daß es fühle, daß seine Stellung compromittirt und inmitten des feind⸗ lichen Landes in vollem Winter peinlich werden könne; daß man gehofft habe, die Bevölkerung durch die Mittheilung über einen Sieg, der viel⸗ leicht nicht so vollständig sei, zu demoralisiren, daß man in diesem Augenblick Frankreich die schwersten Opfer auferlegen werde; daß man Alles bei der Fortsetzung des Krieges in dem Augen- blicke zu erhoffen habe, wo die Hülfe aus der

Provinz herangahe; daß Paris sich noch halten

und auf die Niederlagen der Sieg folgen könne. Seine Rede schloß Trochu mit den Worten: Kämpfen; noch kämpfen; immer kämpfen! General Trochu riß seine Collegen hin, und man beschloß einstimmig, den Krieg fortzusetzen, was sich auch ereignen möge.

In Paris fanden am 4. d. einige leichte Ruhestörungen statt, indem die Menge in Läden, in denen Eßwaaren verkauft wurden, einzudringen versuchte. In einem Bataillon der Nationalgarde der Vorstadt Belleville sind neuerdings Fälle von Insubordination vorgekommen.

Nach Berichten aus Havre vom 12. d. befanden sich starke preußische Streitkräfte bei Beuzeville, 12 englische Meilen von Havre, welches durch eine erhebliche Truppenzahl und 350 Posi⸗ tionsgeschütze, die von Marinesoldaten bedient werden, vertheidigt wird. Die Stadt ist zu ent- schiedenstem Widerstande entschlossen.

Belgien. Brüssel. Die belgische Douane hat zwei für Frankreich bestimmte Waffentrans⸗ porte weggenommen. Der eine enthielt 108 Chassepots, der andere Gewehre nach alten Systemen. Aus Paris sind bis zum 10. d. reichende Balloncorrespondenzen eingetroffen. Dieselben ent- halten nichts Besonderes, da die Situation in Paris durchaus unverändert ist. 61 Mannschaften eines Belleviller Bataillons sind wegen Desertion vor dem Feinde verhaftet und vor ein Kriegs- gericht gestellt.

Der Londoner Correspondent derIndep. schreibt, daß Seitens des Königs von Holland in Betreff der Rückkehr Luxemburgs zu Deutschland keine Schwierigkeiten bestünden. Man behauptet, daß ein darauf bezüglicher Vertrag schon vor mehreren Wochen abgeschlossen worden sei.

Im Großherzogthum Luxemburg herrscht die größte Aufregung, und was die Luxemburger am meisten erbost, ist die Gleichmüthigkeit der holländischen Journale, welche sämmtlich wünschen, je eher je lieber die erfolgte Abtretung Luxem⸗ burgs einregistriren zu können. nu. Holland. Das luxemburgische patriotische Comite bat in einer außergewöhnlichen Zusammen⸗ kunft eine Adresse der luxemburgischen Bevölkerun gan den König und Großherzog berathen, 1 4 cher gegen die deutsche Note, die das Land wegen Neutralitäts bruch anklagt, und gegen die Journal⸗ stimmen, welche behaupten, es werde gern den Wechsel seiner Nationalität annehmen, protestirt wird.

Haag. Die Kammern des Großherzogthums Luxemburg sing auf den 16. d. einberufen, um eine Mittheilung der Regierung WA

Das Melbacher Braunkoblenberg. werk betreffend.

Es ist den Lesern desOberhess. Anzeigers wohl noch erinnerlich, daß vor wenigen Jahren in diesen Blättern gestritzen wurde über die Frage: ob es nothwendig urd räthlich sei, gedachtes Bergwerk zu eröffnen und zu betreiben. Die damals erörterten Dafür Gründe finden jetzt bereits eine Bestätigung. Es fehlt nämlich gegen⸗ wärtig an Holz und an Steinkohlen; letztere sind sehr, sehr theuer; einige Braunkohlenberg⸗ werke haben schon ausverkauft,. ee 5

Eine Ursache des jetzigen Mangels an Brenn material, die Verkehrestockung, ist allerdings eint Folge des Krieges; allein es kann auch in 15 lichen Zeiten eine Hemmung des Eisenbahnverkehrs eintreten. Uebrigens müssen wir uns in jedem Winter auf einige Wochen anhaltender Käl gefaßt halten. 1 3

Bei der gegenwärtigen Brennmaterialienno werden die Wetterauer ihrer Braunkohlen wege! von den Städtern in Frankfurt, Offenbach, Hanau, Darmstadt ꝛc. wahrhaft beneidet. Wie sehr er⸗ wünscht wäre es für diese, wenn die Braunkohlen, durch bessere Formung transportfähiger gemacht, von ihnen ebenfalls gebraucht werden könnten. Auch die Melbacher versöhnen sich immermeht mit dem neuen Bergwerk. Einen Vortheil des⸗ selben scheinen viele schon wahrgenommen zu haben, nämlich: die Werthsteigerung des Grundeigenthums, welche in angrenzenden Gemarkungen seit vielen Jahren bereits eingetreten war. Eine Thatsache dieser Art kann außer Geldes⸗ auch einen Ehrenwerth haben. Wenn namentlich ein Wetterauer Ort sich billiger Aeckerpreise rühmt, so ist dieses, in Ansehung deren Ursachen, gemeinig⸗ lich ein unfeiner Ruhm. 1

Bei jenen Erörterungen vor einigen Jahren wurde mit Recht der Satz hervorgehoben, daß das Interesse Einzelner dem Inkeresse einer Ge⸗ sammtheit untergeordnet werden müsse. Man kann indessen schon zufrieden sein, wenn neben dem eignen Interesse auch das allgemeine einige Beachtung findet. Wir denken jetzt hierbei un die Weg⸗ anlage für das neue Bergwerk. Dasselbe liegt nämlich an der s. g. hohen Straße, welche, süd⸗ lich von Melbach die Staatsstraße durchschneidend, nach Gettenau führt. Diesehohe Straße, ein breiter unchaussirter Weg führt in grader Richtung nach Gettenau und Echzell, dient also nicht nur den Feldern, sondern auch dem Verkehr nach der nordöstlichen Wetterau und dem Vogelsberge 10. din.

Hoffentlich finden diese Verhältnisse bei An⸗ legung des Bergwerkswegs die wünschenswerthe Beachtung und, auf Seiten der Gemeinde Melbach, Entgegenkommen. Hernach wird es auch an den angrenzenden Gemeinden nicht fehlen, diesen Weg bis zu der, Gettenau und Echzell durchziehenden Chaussee fortzubauen und dadurch sowohl dem eignen als auch dem Gesammtinteresse förderlich zu sein.