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das Erkenntuißß bekommen, wie boffnungslos wei⸗ terer Widerstand ist, von deutscher Seite unbe denklich zu der so lange hinaus geschobenen grau- samen Arbeit, nämlich zum Bombardement von Paris, geschritten werden wird. Ich bin jetzt ohne ilgend welchen Bruch des Vertrauens im Stande zu sagen, daß in diesem Augenblicke die Sprenggeschosfe der bertits armirten deutschen Batterien bis in die Mitte von Paris hinein- gesandt werden können— daß Notre Dame so gut auf's Korn genommen werden kann, wie zur Zeit das Münster in Straßburg. Nach Allem, was ich höre, wird voraussichtlich am 19. d. das Bombardement beginnen.
— Ein Correspondent der„Köln. Ztg.“ in Versailles constatirt die geringe Brauchbarkeit der allerdings sehr zahlreich angefertigten Feldartillerie der Pariser Armet. Sie hat sich so wenig be⸗ währt, daß man den plötzlichen Rückzug der Armee des Generals Ducrot am 4. Dezember, gerade in dem Moment, in welchem man auf unserer Seite erst recht dem Beginn der Opera- tionen des Feindes entgegensah, einfach auf die Erkenntniß zurückführt, daß die Feldartillerie der Pariser nicht im Stande sei, sich in nachhaltiger Weise mit der unsrigen zu messen. Es lassen sich die Geschützgießereien und Artillerie-Werkstätten selbst von ben ingeniösesten Leuten eben nicht im Handumdrehen improvisiren.
— Dem„Schwäb. Merk.“ wird aus Ver- sallles, 10. Dez., gemeldet: Die umfassendsten Vorbereitungen zu einem möglicher Weise statt⸗ findenden Bombardement sind im Gange. Man ist der Ansicht, daß von unseren Stellungen bei den Forts Jory, Vanvres und Montrouge die Stadt beschossen werden kann. Zu dem anhal⸗ tenden Granaten⸗ und Kleingewehrfeuer des Feindes hat sich noch dae Feuer der auf der Seine liegenden Kanonenboote hinzugesellt, deren Geschosse vom schwersten Caliber großen Schaden Anrichten. Unsere Truppen haben denselben den Spitznamen„Laubfrosch“ gegeben, da sie mit grüner Farbe angestrichen sind. 5 Das Gerücht von einem Vormarsch der französischen Nordarmee scheint sich nicht zu be⸗ stätigen. Es hatte wohl seinen Grund in dem plötzlichen Auftauchen französischer Abtheilungen in Ham. Dieselben waren aber nur Streifcorpe und kehrten mit der in Ham überraschten deutschen Bahningenieur- Abtheilung wieder nach Lille zurück. In dieser Hauptstadt französisch Flanderns soll sich dagegen eine Unmasse Truppen befinden. Die Zahl derselben ist so groß, daß einzelne Fabrik- desitzer bis 500 Mann Einquartierung erhalten haben. Gerade dieser Zusatz scheint übrigens auf die Gattung der Nordarmee ein eigenthümliches Licht zu werfen.
— Nach Privatnachrichten befinden sich die bei Orleans gefangenen Bayern in Pau in den Pyrenäen. Dieselben erfreuten sich bisher der trefflichsten Behandlung, erhielten jedoch, da Ausschreitungen vorsielen, eine strengere Bewachung, beziehungsweise Kasernen⸗Arkest. Die Zahl der Gefangenen wird auf 1200 angegeben.
— Die„Schlesische Zig.“ schreibt:„Die Truppen des Großherzogs haben in den blutigen Schlachttagen vom 7., 8. und 9., die von den dreitägigen heißen Anstrengungen bei Orleans Kur durch zwei beschwerliche Verfolgungsmärsche getrennt waren, ganz Außerordentliches geleistet. Der ganze Krieg weist keinen Moment auf, wo den Unserigen eine gleiche Gefahr drohte, wie hier bei Beaugency. Daß die tief erschöpften und gegen eine ihnen in starken Defensipstellungen ent gegentretende Uebermacht kämpfenden deutschen Divistonen slegreich vorgedrungen sind und den Triumph von Orleans gerettet haben, wird ihnen zu unsterblichem Ruhme gereichen. Wir müssen darauf gefaßt sein, daß die Dispositionen, welche nach der Schlacht von Orleans für die Verfolgung getroffen wurden, einer strengen Kritik verfallen. Nicht unwahrscheinlich ist, daß der Generalstab des Prinzen Friedrich Karl die unmittelbar in der Front gegenüberstehenden Corps ihrer Zahl und Stärke nach unterschätzt und die Gefahren nicht voll gewogen hat, die in der rechten stra⸗
tegischen Flanke drohten, andernfalls würde man die Colonne des Oroßherzogs wohl um ein Armerecorps verstärkt haben.““
— Nach im königl. Hauptquartier eingegan⸗ gener Meldurg erstreckt sich die in den jüngsten offiziellen Nachrichten vom Kriegsschauplatze an⸗ 32. Gefangennahme der Feldeisenbahnabthellung
„3 auf das ganze technische Personal derselben mit Ausnahme des wegen Unwohlseins in Rheims verbliebenen Chefs, Geheimen Regierungsraihs Simon aus Breslau, 1 Baumeisters, des Ober- materialien-Verwalters, des Rechnungsführers, 1 Bahnmeisters, 1 Telegraphen⸗Aufsehers und 8 Vorarbeiter. Die Gefangenen sind, wie der Sectionsführer, Baumeister Tobien, aus Lille mit, theilt, don Ham nach Lille gebracht worden.
Pfalzburg war der letzte Punkt außer der Felsenseste Bitsch, welcher im Elsaß noch in feind⸗ licher Hand war, und der nun durch den Mangel innerhalb seiner Wälle wohl eben so wie durch die Wirkungen unserer Geschütze gefallen ist,
Unweit der Eisenbahnstation Lützelburg an der
Bahnlinie von Straßburg nach Nanzig und zwischen der Zorn und der Zintzel liegt der Platz tausend Fuß hoch und den Gebirgsabhängen dicht bei Zabern nahe genug, um über diese hinweg die Straße und den Schienendamm, welche beide zunächst durch einen sehr schwierigen und bewal— deten Gebirgsstock getrennt sind, zu beherrschen, so daß es bei den ersten Operationen auch dieses Krieges ein Platz von wesentlicher Bedeutung war.
— Ueber den bereits erwähnten Ueberfall einer hessischen Requisitionspatrouille in Cou⸗ lours liegt ein Feldpostbrief d. d. Villeneuve 4. Dec. von dem Führer jener Patrouille, dem Sergeanten Hildebeutel(2. Jäg.-Bat., 4. C.) vor, welcher Näheres über den Hergang jener Affaire mittheilt. Der Bericht lautet: Am 29. v. M. wurde ich mit 24 Mann Hessen nach Coulours und Venteurs behufs einer Requisition von Hafer, Heu und Schafen ent⸗ sendet, 4 Stunden von Villeneuve. Als ich meine Requisition beendigt, und ich am 5 Uhr, wo es dunkel war, abfahren wollte, wurde ich von 300 Franctireurs angegriffen. Die Kerle gaben im Orte von allen Seiten ein solches Feuer auf uns, daß wir uns durch die Uebermacht an den Ausgang des Ortes zurück⸗ ziehen mußten. Daselbst gab ich mit meinen Kameraden ein Schnellfeuer, daß sie nicht weiter vordringen konnten, sonst waren wir alle verloren. Der Uebermacht durch flankirende Bewegung vorbeugend, eilten wir nach n ohne Fourage, und machte ich daselbst 11 Uhr
Nachts Anzeige. Es wurde sogleich telegraphirt,
und rückten des Tags 500 Mann nach Coulours. Die Kerle waren zum Teufel. Im Orte, wurde was in Häusern war, zerschlagen, alles Vieh, Fourage, Wagen, wurde mitgenommen,
Die Bauern zu einem Haufen zusammen ge⸗
trieben und in Haft genommen. Das Ort mußte 20,000 Fres. zahlen, andernfalls wäre es niedergebrannt worden.— Bei dem Gefechte verloren wir vier Mann todt und 3 verwundet, welche ich mit zurücknahm. Ein Einj. Freiw. Adolph Uhrig von Bessungen, blieb todt neben mir. Schuß in die Brust. Wir beerdigten ihn mit noch 2 Kameraden auf dem Kirchhof. Seine Eltern sind von dem traurigen Ereigniß benachrichtigt. Er starb als tapferer Soldat.
Ein Kreuzlein mit Inschrift steht auf seinem
Grabe. Meine Geistesgegenwart rettete mich und die Kameraden, sonst wären wir alle jen⸗ seits, indem die H..., keinen Pardon gaben, 24 gegen 300 bewaffnete Kerls, ist kein Ver⸗ hältniß. Von denselben blieben 7 todt, außer- dem sind 3 Männer und 2 Frauen in dem Orte von uns verwundet worden.
Hessen. Darmstadt. Die„Hess. B.“ melden: Den Stadt- und Landgerichten des Groß⸗ berzogthums ist im Auftrag Großherzogl. Justiz · Ministeriums ein Exemplar des norddeutschen Strafrechts unter der Auflage mitgetheilt worden,
die bei denselben wegen solchen strafbaren Hand⸗ lungen, welche das seitherige hessische Strafgesetz⸗
Diese Thatsache soll daß die französischen Truppen in Metz durch den monatelangen Genuß von ungesundem Pferdefleisch
buch mit einer schwereren Strafe als Gelphuße 2955
Gefängniß bedroht, anhängigen Untekfuchüngen wo moglich vor vem 1: nächsten Monats— dem Tage der Wirksamkeit des neuen Gesetzes abzuurtheilen. i 8 e
Mainz. Eine Mittheilung des„ane Anz.“ sagt: Vom 1. bis incl. 11. Dez. wurden 91 Franzosen und 6 Deutsche guf dem hiesigen Friedhofe beerdigt. Die Sterblichkeit der Fran⸗ zosen ist unter denen bei Metz capitulirten bedeu · tend größer als bei den übrigen Gefangenen. hauptsächlich daher rühren,
und den Mangel an jeder anderen gesunden Nahrung
sehr leicht einer Krankheit unterworfen sind.—
Hierher gelangte Feldpostbriefe bestätigen nicht allein die Kopfabschneiderei der neuen afrikanischen Cavalerie, sondern auch den diesem Kannibalismus ähnelnden neuen, bei Orleans zum ersten Male bemerkten Ktiegsgebrauch der Franktirturs, den schwerverwundeten und kranken deutschen Soldaten Ohren und Nasen abzuschneiden.
Preußen. Berlin. Der preußssche Land⸗ tag wurde am 14. d, durch den Handelsminister Grafen Itzenplitz im Auftrage des Königs mit einer Rede eröffneh, welche mit den Worten schließt: Indem Sie, meine Herren, an Ihre Arbeit gehen, werden Sie sich mit uns in dem Wunsche vereinigen, daß Golt unseren königlichen Herrn bald mit dem Kranze des Ssegers und der Palme des Friedens zurückkehren lassen und daß der Friede uns und künftigen Geschlechtern in Preußen und in ganz Deuischland reichen Segen dringen möge. Im Auftrage Sr. Maj. des Königs erkläre ich die Session des Landtags für eröffnet.— In der später stattgebabten Sitzung des Abgeordnetenhauses wurden nach einigen ein leitenden Worten des Alterspräsidenten Bonin die Abtheilungen ausgelvost.—, Das Herrenhaus hal das vorjährige Präfdium wieder gewählt(Graf Stolberg, Fürst Putbus, Graf Brühl). Nächste Sitzung morgen. 6
15, Dez. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Nachdem die Abtheilungen constituirt sind, folgen die Wahlprüfungen, von welchen 273 erledigt werden. Morgen findet die Conslituirung des Hauses durch die Wahl des Präsidenten statt.
— Der König hat einen Armeebefehl, datirt Versailles, den 6. Dezember, erlassen. Derselbe betont, wir stünden an einem neuen Abschnitte des Krieges. Alle Versuche des Feindes, die Cer⸗
nirungslinie zu durchbrechen, waren vergebens,
die Armeen des Feindes, welche zum Entsatz von Paris von allen Seiten heranrückten, sind geschlagen. Der König dankt den Truppen, und wenn der Feind auf der Fortsetzung des Krieges beharrt, so wisse der König, daß die Soldaten fortfahren werden, dieselbe Anspannung der Kräfte zu be⸗ thätigen, welcher wir die bisherigen Erfolge ver⸗ banken, bis wir einen ehrenvollen Frieden erringen, der würdig der großen Opfer ist, vie an Blut und Leben gebracht wurden. f
— Es stellt sich nach den jetzt veröffentlichten Berichtigungen zu den früheren Verlustlisten die erfreuliche Thatsache heraus, daß wohl 60 Prozent und darüber aller Verwundeten, Leicht und Schwerverwundete zusammengefaßt, geheilt und entweder zum Regiment zurückgekehrt oder dem Ersatz⸗Bataillon überwiesen worden sind. — Die„Prob. ⸗Corresp.“ schreibt bezüglich des bisher unterbliebenen Bombardements von Paris, daß Erklärungen über die betreffenden Thatsachea und Absichten nicht ohne Schädigung der Kriegführung gegeben werden können. Die Bevölkerung dürfe jedoch der Heerleitung unbedingt vertrauen, daß lediglich die militärischen Auf⸗ fassungen und Gesichtspunkte den Ausschlag geben, und daß die Rücksichten auf die höchsten Ziele der Kriegführung und auf die Interessen unseres Heeres vor Atlem maßgebend sind. Unsere Heerführer
werden bezüglich Paris im rechten Augenblick nicht unterlassen, was zur vollen Sicherung des Kriegs- erfolges für die Gegenwart und Zukunft erfordere lich ist. Bezüglich der Luxemburger Angelegenheit bestätigt die„Prov.⸗Corresp.“, daß die Bundes
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