Ausgabe 
14.5.1870
 
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Jamstag den 14. Mai.

N 57.

Oberhessischer Anzeiger.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblalt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Amtlicher Theil.

Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte sind zu publieiren: Nr. 17. sub 2. Bekanntmachung, die Ergebnisse der Verwaltung des allgemeinen evangelischen Kirchenfonds von 1868 betreffend.

Friedberg den 12. Mai 1870.

Großherzogliches Kreisamt Friedberg e

Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bundes publizirt worden.

Nr. 13. Nr. 472. Consulacconvention zwischen dem Norddeutschen Bunde und Spanien.

Vom 22. Februar 1870. Nr. 473.

Bekanntmachung, betreffend die

Ernennung eines Bevollmächtigten zum Bundesrathe des norddeutschen Bundes. Vom 29. April 1870. Nr. 474 Consulnbestellung.

Betreffend: Die Beitreibung der Communalintraden, hier die Einsendung der Kostenverzeichnisse vom I. Ouartal d. J.

Friedberg am 11. Mai 1870.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Nur wenige von Ihnen haben die rubricirten Kosten-Verzeichnisse eingesendet, weßhalb wir hieran umgehend bei Ordnungsstrafe

erinnern.

Fr

Hessen. Darmstadt. Prinz und Prinzessin Ludwig hatten sich vor einigen Tagen nach Offen- bach begeben. Die Prinzessin fuhr zu dem Hause des Herrn Emil Pirazzi, um sich das Comite des Zweigvereins des Alice-Frauenvereins vorstellen zu lassen. Nach einem Frühstück im Hause des Herrn Pirazzi besuchten der Prinz und die Prinzessin die Fabrik von Mönch, sowie diejenige von Dick und Kirschten und kehrten gegen Abend hierher zurück.

Aus der Wetterau schreiben dieHess. Volksbl.: In den letzten Jahren war bezüglich der Ausgaben für Militärzwecke in den öffentlichen Blättern nur von Erhöhungen die Rede. Wir sind in der Lage, auch einmal eine deßfallsige Ersparniß zu berichten. Ob dieselbe aber am rechten Ort eingetreten ist und ob sie dem Lande etwas Ersprießliches nützt, könnte bezweifelt werden. Jeder gemeine Soldat des Commando's zu Marienschloß(ca. 50 Mann vom 2. Regiment, welche alle zwei Monate wechseln) erhielt nämlich seither eine tägliche Zulage von 4 kr. und der commandirende Lieutenant eine solche von 1 fl. Seit dem 1. April erhält der gemeine Soldat nichts mehr und der Lieutenant nur noch 42 kr. Es ist zu bemerken, daß der Dienst in Marien⸗ schloß ein sehr anstrengender ist.

Preußen. Berlin. Der Reichstag nahm am 9. d. seine Sitzungen wieder auf und begann mit Fortsetzung der Etats berathungen. Als aber auf Schweitzer's Antrag die Auszählung des Hauses vorgenommen wurde und nur 140 An⸗ wesende sich ergaben, während 149 zur Beschluß fähigkeit erforderlich sind, vertagte der Präsident Simson die Sitzung bis 1 Uhr. Bei Wieder- eröffnung der Sitzung ergaben sich 170 Anwesende und es wurde die Berathung zur dritten Lesung des Budgets fortgesetzt. Zu einigen Debatten führte zunächst nochmals die von Preußen für das auswärtige Amt des Bundes geforderte Aversto nalsumme. Beim Marineetat verlas Herr Delbrück ein Schreiben der Marineverwaltung über den bei der zweiten Lesung angeregten Fall der An- wendung von Prügelstrafe gegen einen Matrosen, welcher der Strafclasse angehört habe, und be stätigte dabei zugleich, daß nach den neuesten An- ordnungen die Prügelstrafe gänzlich abgeschafft sei. Bei der Position der Einnahme aus der Wechsel⸗ steuer beantragte Hinrichsen einen höheren Ansatz und Absetzung dafür an den Matricular-Umlagen. Vor der Abstimmung erhob Abg. Schweitzer von Neuem Zweifel gegen die Beschlußfähigkeit des Hauses, worüber sich eine längere Discussion ent spann, an deren Schlusse die Vertagung angenom- men wurde.

Der Obertribunalrath Waldeck(das be- kannte Mitglied des Abgeordnetenhauses) ist in

eines Magenkrebsleidens verschieden. Der Reichstag nahm definitiv das Gesetz, betreffend die Beseitigung der Doppelbesteuerung, sowie das Gesetz über die Autorenrechte bis§. 22 an. Mecklenburg Schwerin. Der erste Schritt zum Verlassen der Schillingsrechnung ist gemacht; zum Uebergang ist durch eine publieirte Verordnung vom 25. April vom 1. Juli an die Annahme von 1 Silbergroschen für 2 Schillinge

an öffentlichen Kassen, wie im Privatverkehr ge⸗

boten; damit rücken auch die preußischen Kupfer- dreier ins Land.

Bayern. Nürnberg. Der deutsche Schriftstellertag, der in diesem Jahre auf Pfing⸗ sten anberaumt war, soll nun erst am 17., 18. und 19. September in Nürnberg tagen, da bei dem früheren Termine mancherlei Hindernisse die wünschenswerthe zahlreiche Betheiligung unmög lich machten.

Oesterreich. Wien. Wie gerüchtweise verlautet, hat der neue Landes vertheidigungs⸗ minister Baron Widmann bereits seine Demission eingereicht. Man bringt diesen Entschluß mit einer mitgetheilten Enthüllung derGratzer Tages- post über die Antecedenzien des Oberlieutenants Baron Victor v. Widmann in Verbindung. In genanntem Blatte meldet nämlich ein Dr. Hol zinger ausführlich über eine im Jahre 1857 spielende Säbelaffaire, in welcher der damalige Lieutenant und jetzige Minister für Landesvertheidi gung Baron Widmann die Heldenrolle spielt. Nach

diesen Mittheilungen hat der Baron einem Con-

ditor Mayer, der ihm nicht mehr ereditixen wollte, zunächst eine derbe Ohrfeige gegeben und sodann nach einigen Tagen ihn in seinem Geschäfte über rumpelt, mit dem Bleikopfe seines Reitstabes und dann mit dem blanken Säbel so bearbeitet, daß Mayer ein halbes Jahr lang auf dem Kranken- lager zubringen mußte und nicht lange nachher in Folge eingetretenen Siechthums starb. Die Familie Mayer's klagte auf Schadensersatz und erhielt nach zehnjährigem Prozessiren etwa 5000 fl.

Graz. DieTagespost meldet, in Wien habe ihr Artikel über den Landesvertheidigungs Minister in den Regierungskreisen eine wahre Bestürzung hervorgerufen. Graf Potocki sei zum Kaiser beschieden worden und habe seine frühere Unkenntniß der Geschichte betheuert. Graf Taaffe sei der Urheber der Berufung Widmann's in das Ministerium gewesen. Hierauf sei Graf Taaffe be rufen worden, und diesem habe der Kaiser erklärt, das Ansehen der Krone sei compromittirt. Der Minister⸗Präsident hätte hierauf dem Baron Wid mann die Einreichung seiner Demission empfohlen.

Frankreich. Paris. Die neuesten, aber

immer noch nicht vollständigen Plebiseit⸗Ziffern

4 der Nacht vom 11. auf den 12. d, in Folge lauten: Ja: 7,257,379, Nein: 1,530,990. 4

DieGazette des Tribunaux berichtet von neuen Unruhen, welche am 10. Abends in dem Faubourg du Temple stattgefunden und einen ernsteren Charakter gehabt haben sollen, als die Unruhen am Montag. Vier Barrikaden, welche in der Rue la Fontaine und Saint Maur gebaut waren, wurden oon den Truppen genommen. Zwei der Aufrührer wurden bei den Chargen der Cavalerie, welche den Platz des Chateau d'Cau säuberten, schwer verwundet. Alle an der Fau⸗ bourg du Temple angränzenden Straßen sind ab- gesperrt. Einem Gerücht zufolge hätten die Truppen auf die Aufrührer gefeuert. In allen anderen Stadttheilen von Paris herrscht voll ständige Ruhe.

DieAgence Havas meldet: DieMar- seillaise desavouirt im Namen ihres ganzen Re- dactionspersonals die Unruhestifter. Man befürchtet, daß sich die Ruhestörungen diesen Abend wieder holen werden. Die Regierung ist für diesen Fall entschlossen, energisch einzuschreiten.

DerUnivers theilt die Antwort An- tonelli's auf das Memorandum Daru's mit. Die Note des römischen Staatssecretärs ist sehr lang und mit dem bekannten Geschick dieses Staats- mannes redigirt. Der Cardinal stellt sich höchlich erstaunt darüber, daß die voreilige Veröffent lichung der Canones de ecelesia in der Augs- burgerAllg. Zig. auf die französische Regierung einen Eindruck habe machen können, der sie ver- leite, ihre frühere, den Verhältnissen so sehr ent- sprechende Haltung zum Coneil zu verändern. Er erinnert daran, daß jene Canones nur alte Wahrheiten und die fundamentale Grundlage der. Kirche, wie dieselbe von früheren allgemeinen Concilien ist festgestellt worden, neuerdings bestätige und bekräftige. Der Cardinal führt in langer Argumentation aus, daß, welches auch die Doe trinen des Syllabus seien, dieselben weder der Kirche, noch dem römischen Papst die direkte und unumschränkte Gewalt über das ganze Gebiet des bürgerlichen Rechts verleihen, sondern daß sie sich vielmehr auf einen ganz anderen Wirkungskreis beziehen, auf das Recht nämlich der religiösen Autorität, über den moralischen Werth aller Handlungen, der inneren wie der äußeren, in ihren Beziehungen zu den göttlichen und mensch lichen Gesetzen ihr Urtheil zu fällen. Am Schluß seiner Note drückt der Staatsseeretär die Hoff- nung aus, die französische Regierung werde, zu frieden gestellt durch diese Erklärungen, dem Con- eil ohne weitere Intervention die volle Freiheit des Handelns und des Beschließens ungeschmälert lassen.

Am 11. Abends waren die Faubourgs du Temple und Belleville militärisch besetzt; es

kam in Folge dieser Vorsichtsmaßregeln zu keinerlei