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dei Sedan. Unsere Truppen haben Orleans be setzt, während andere Truppentheile den Feind nach allen Richtungen verfolgen. Die gesammte Ausrüstung unserer beiden Feldspitäler, welche bei der Besetzung von Orleans von den Franzosen bekanntlich zurückgehalten wurden, hat sich noch vorgefunden und ist wieder in den Händen unserer Truppen.

DerBerliner Börsen⸗Zeitung wird von

hier telegraphirt;Von Versailles aus soll hier⸗

her, und in gleicher Weise nach Stuttgart und Dresden, die Einladung an die Fürsten ergangen sein, dem bevorstehenden Einzuge in Paris bei⸗ zuwobnen.

Würtemberg. Stuttgart. Der K. Z. schreibt man: In die Freude, daß die Würtem⸗

berger vor Paris am 30. Nov. und 2. Dez.

sich einen reichen Antheil an dem Siegesruhme der deutschen Armeen geholt, mischt sich herber Schmerz. Die Verluste sind groß und immer größer stellen sie sich heraus. Die Stuttgarter Brigade war an beiden Tagen im Kampf gegen vierfach stärkeren Feind; das 1. Inf. Regiment,

das 2. Jäger-Bataillon haben fast alle Offiziere

und über die Hälfte der Mannschaft verloren. Die Commandirenden, die Adjutanten sind todt oder sehen dem Tode entgegen Die bekanntesten, be⸗ liebtesten Offiziere der hiesigen Garnison, blühende, junge Männer wie bejahrte Familienväter, haben wir als gefallen oder verstümmelt zu beweinen. Einzelheiten, wie daß Graf Taube, Verweser des Ministeriums des Aeußern, zwei Söhne verloren, werschwinden fast in der allgemeinen Trauer.

Aus Ulm ging am 5. Dez. Nachmittags eine Compagnie Festungspioniere unter Commando des Hauptmanns Schmoller nach Belfort ab, um sich an der Belagerung dieser Festung zu be⸗ theiligen.

Oesterreich Wien. Zum Ort der Con- ferenz ist London, als Eröffnungstag der 15. Dez bestimmt. Mitglieder sind die ständigen Gesandten der betreffenden Mächte in London unter dem Vorsitze Granville's.

Frankreich. Tours. General Chancy hat unterm 7. d. einen officiellen Bericht erlassen, welcher besagt:Wir wurden heute auf der

ganzen Linie von Meung bis St. Laurent des

wurde bis zur sinkenden Nacht fortgesetzt. kennen unsere Verluste nicht, doch sind sie hoffent⸗

Bois angegriffen. Der Feind richtete seinen Hauptangriff gegen Beaugency. Die feindlichen Kräfte bestanden aus einer preußischen Division, zwei bayerischen Divisionen, 2000 Mann Cavallerie und 86 Geschützen. Der Feind wurde bis Grand Chartres zurückgedrängt. Wir behielten unsere Positionen während der Nacht. Die ce

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lich nicht beträchtlich. Morgen erfolgt wahrschein⸗ lich ein erneuter feindlicher Angriff.(Vergleiche die officiellen Kriegsnachrichten aus dem deutschen Dauptquartier. Nach denselben wurden die Fran losen am 8. durch den Herzog von Mecklenburg eschlagen.

g Weg Depesche aus Tours vom 5. Nov. meldet:Die Preußen stehen zwischen Orleans und Beaugency. Der Herzog von Luynes wurde im gestrigen Kampfe getödtet. Die neuesten Briefe aus Tours melden:Die arabische Ca- zalerie, die an den Gefechten von Orleans Theil nahm und sich gut schlug, schnitt den Todten und Berwundeten die Köpfe ab und brachte sie als Trophäen mit in das verschanzte Lager von Orleans zurück. Mehrere derselben waren im Besitz von ünf bis sechs Todtenköpfen.

Ein Beschluß des Ministers des Innern and des Krieges in Tours hat drei Commissäre vtaustragt, um eine Untersuchung über die That⸗ achen anzustellen, welcht die Räumung von Rouen

b, Auerhessischer Anzeiger.

Bayern München. Nach eingetroffenen telegr. Nachrichten ist der Verlust des 1. bayerischen Armee Corps in den Gefechten der ersten Tage dieses Monats leider ein sehr großer, größer als

herbeigeführt. Diese Commissäre sind: General 8 der Intendant Robert und der Präfekt icard.

9. Dez. Ein Circularschreiben Gambetta's

kündigt an, daß der Sitz der Regierung am 10. Dez. von Tours nach Bordeaux verlegt werden wird. Gambetta fügt hinzu, daß die Maßregel getroffen sei, um die freie Bewegung der Truppen zu sichern. Gambetta will bei der Loire-Armee bleiben. Cremieux, Glais-Bizoin, Fournichon wollen ohne Zustimmung der Pariser Regierung keine Regierungsacte ferner unterzeichnen.

DerMoniteur vom 6. Dez. veröffent⸗ licht ein Decret, wodurch der General Aurelles zum Commandanten des Lagers von Cherbourg ernannt wird. General Aurelles hat aus Ge⸗ sundheitsrücksichten abgelehnt.

Gambetta begibt sich zu den Armeen und wird den Anstrengungen der Soldaten Frankreichs persönlich beiwohnen. Der Bericht des Generals Chanzy aus Josnes(Dorf im Arrond. Blois) vom 8. Dez. Abends sagt: Heute wurden wir von Neuem auf der ganzen Front durch die Armee des Prinzen Friedrich Kerl angegriffen. Den ganzen Tag über waren alle Corps auf der Linie St. Laureut bis Beaugency engagirt. Wir bivouakiren auf den Positionen, welche wir Morgens inne hatten.

Aus Lyon dem 5. Dez wird ein neuer Conflikt gemeldet zwischen der Regierungsdelegation und der Municipalität der Stadt wegen der Ernennung von Polizeicommissären. Die fran⸗ zösischen Journale sprechen sich anläßlich der Niederlage der Loire-Armee entmuthigt aus.

Nach brieflichen Nachrichten aus Paris vom 6. d. M. hat General Ducrot, der sich wohl in Gemäßheit seines Gelöbnisses noch außerhalb Paris befindet, aus Vincennes unter 4. Dez. einen Tages befehl erlassen, in welchem es heißt:Nach zweitägigem hartnäckigen Kampfe habe ich euch über die Marne zurückgehen lassen, weil ich über- zeugt bin, daß alle neuen Anstrengungen in der bis⸗ herigen Richtung unnütz sind, weil der Feind Zeit gehabt, dort seine Kräfte zu cencentriren, Der Kampf ist nur augenblicklich unterbrochen. Wir werden ihn mit Entschlossenheit wieder auf⸗ nehmen. Jede Erlaubniß, Paris zu verlassen, ist aufgehoben. Auch Trochu bleibt außerhalb Paris. Das Plateau von Avron wird von den Franzosen besetzt gehalten, auf welchem sie starke Batterien erbauen.

Eine am 6. Dez. in Havre an der Börse angeschlagene Proclamation, von dem Comman- danten, dem Souspräfekten und dem Maire unter- zeichnet, fordert zum Kampfe auf's Aeußerste auf, um das reiche und brave Havre vor Plünderung und Erniedrigung zu bewahren. Die Preußen waren noch 20 Kilometer von der Stadt ent- fernt. Die Verwaltungsbehörden haben Maß- regeln getroffen, um die Bevölkerung des ganzen Arrondissements nebst ihrem Viehstande und ihren Getreidevorräthen am hiesigen Platze zu eoncen⸗ triren. Der Marineminister hat zur wirksameren Vertheidigung Panzerbatterien und Positions- geschütze hierher dirigiren lassen. Ein Deeret über die Bewaffnung der gesammten Einwohner- schaft wird stürmisch begehrt.

Belgien Brüfsel. Man meldet von hier: Die Luxemburger Frage dürfte kaum zu Verwickelungen führen, da Holland froh ist, Luxem⸗ burg los zu werden, gleichviel wie.

Die telegraphische Verbindung zwischen hier und Tours 1 vollständig aufgehört.

Repräsentantenkammer. Auf eine Anfrage wegen des neuerlich Seitens Preußens bei der Luxemburger Regierung gethanen Schrittes ant⸗ wortet Ministerpräsident Graf d' Anethan, daß allerdings durch die Regierung des Norddeutschen Bundes Klagen bezüglich der Art, wie Luxem⸗

burg die Grundsätze der Neutralität zur Anwen⸗

dung bringe, formulirt seien. Belgien habe sich

hierin nicht zu mischen. Im weiteren Verlaufe der Sitzung kam die Petition der französischen in Belgien iaternirten Gefangenen zur Verhand⸗ lung. Letztere verlangen darin, daß ihnen die Rückkehr nach Frankreich freigestellt werde. Die Petitionscommission beautragte Ueberweisung an die Reglerung. Graf d'Anethan weist den Antrag zurück, indem er bemerkte, es wäre gefährlich, den bisher verfolgten Weg zu verlassen, Gefahren seien keine, nur eingebildete. Die Luxemburg zugegangene Benachrichtigung müsse für Belgien eine Warnung sein, nicht nachzulassen in der Erfüllung der Pflichten der Neutralität. Die Kammer beschließt mit 72 gegen 7 Stimmen, die Petition den Nachricht ⸗Bureaux zugehen zu lassen, was der Verwerfung des Antrages der Petitionscommission gleicht.

Bezüglich des Telegrammes, welches die Verlegung der Regierung nach Bordeaux motivirt, schreibt dieIndependance: Es wäre kindisch, sich zu verhehlen, daß die letzten Ereignisse an der Loire alle Hoffnungen, welche Frankreich be⸗ treffs der Entsetzung der Hauptstadt hegen konnte, darniederschlagen, wie auch die Hoffnung, den Feind in offenem Felde zu besiegen, allmählich schwinden muß.

Großbritannien. London, 6. Dec. Von dem Pariser Luftballon, welcher am Dienstag voriger Woche im Cana. gesehen worden ist und der wahrscheinlich eine Columbusfahrt nach Amerika angetreten hat, ist zur Stunde noch keine Nach⸗ richt eingetroffen, doch sind wieder zwei Packete Briefe in der Nähe von Lizard Point aufgefischt und über Fallmouth nach London befördert wor⸗ den. Kurz nach 1 Uhr heute Nachmittag fuhr die Kaiserin Eugenie von Chislehurst mit einem Extrazug nach Windsor zum Besuche bei der Königin und kehrte gegen halb 5 Uhr nach Camden House zurück. 1

DieTimes begrüßt das deutsche Kaiserthum freudigst als das Symbol der deutschen Einheit, als die längst von England ersehnte Schöpfung einer gewaltigen continentalen Centralmacht.

Daily News meldet: Vertrauenswürdiger Quelle zufolge suchte Gambetta in Versailles einen Waffenstillstand behufs Erwählung einer Con⸗ stituante nach. Gambetta hat die Dauer des Waffen⸗ stillstandes nicht prätisirt und das Ersuchen gestellt, daß Jules Favre Paris verlasse, um gemeinsam mit ihm Verhandlungen einzuleiten. Die Ver⸗ proviantirung von Paris dürfte diesmal nicht als wesentliche Bedingung des Waffenstillstandes aufgestellt werden.

DieTimes enthalten eine Depesche aus Versailles vom 8. December, wonach General Moltke der Pariser Regierung brieflich freistellte, einen Generalstabsoffizier zur thatsächlichen Keunt⸗ nißnahme der Ereignisse an der Loire herauszu⸗ senden. General Trochu lehnte das Anerbieten ab.

Wie diePall⸗Mall⸗ Gazette mittheilt, hängt die Kündigung der Neutralität Luxemburgs mit den Verhandlungen zwischen Preußen und dem Könige von Holland über den Verkauf des Großherzogthums zusammen. Das Blatt erinnert daran, daß Luxemburg im Jahre 1815 nur als Compensation für ehemals deutsche Domänen an das Haus Oranien überlassen wurde.

Italien. Florenz. Lanza bringt in der Deputirtenkammer Gesetzentwürfe ein, betreffend die Genehmigung des Deerets über das Plebiseit im Kirchenstaat und die Verlegung der Haupistadt nach Rom innerhalb acht Monaten. Für die letztere Maßregel wird ein Credit von 17 Millionen gefordert. Ferner wird ein Gesetzentwurf vorge⸗ legt, welcher dem Papste die Unverletzlichkeit seiner persönlichen Prärogative als Souverain garantirt. Die volle Unabhängigkeit der geistlichen Macht des Papstes soll gesetzlich festgestellt werden. Sella legt das Budget vor, nach welchem durch die Kosten für die Verlegung der Hauptstadt sich ein Deficit von 24 Millionen ergibt.