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Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Iutelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Kriegsnachrichten.

Officielle militärische Nachrichten.

Versailles, 6. Okt. Am 5. Okt. fanden Jatrouillengefechte der gegen die Loire streifenden Cavaleriediviston statt. 1500 Mobilgarden vurden von der 6. Cavaleriedivision aus der HZegend von Montfort vertrieben. Vor Paris nichts Neues.

Hauptquartier Corntz vor Metz, 8. Detober. Der Feind griff gestern Nachmittags : Uhr über Woippy(Dorf im Arrondissement Netz) die Diviston Kummer an. Heftiger Kampf zauerte bis in die Nacht. Der Feind wurde uberall mit großem Verlust zurückgeschlagen. Die Infanteriebrigade und Theile des 10. Corps kiffen kräftig ein. Vom Feinde fochten auch Hardetruppen. Gleichzeitig entwickelte der Feind auf dem rechten Moselufer mehrere Divistonen egen das 1. und 10. Corps. Es war dort leb⸗ afte Kanonade. Die Verluste, namentlich der Division und des 10 Corps, sind auf 500 Mann, ie des 3. Corps auf 130 Mann zu schätzen.

v. Stiehle.

Versailles, 7. October. Der Feind fährt Ort, mit seinen Festungsgeschützen auf einzelne Hosten zu feuern.

Versailles, 8. October. Am 6. October segreiches Gefecht der badischen Brigade von Degenfeld zwischen Raon Etape und St. Die egen größere Massen Franctireurs und eine ubtheilung französischer Truppen unter General Hupré. Letzterer verwundet, Feind auseinander Esprengt. Vor Paris nichts Neues.

v. Podbielsky.

Karlsruhe, 8. October. DieKarlsr. atg. bringt folgendes Telegramm:Luneville, Oct., 8 Uhr 11 Min. An Se. königl. Hoheit den Großherzog von Baden. Etival(Dep. zosges, Arrond. St. Die), den 7. Oct. Gestern segreiches Gefecht von Uhr früh bis 4 uhr Mittags bei St. Remy und Nompatelize (nordwestlich von St. Dis) gegen französische mie und Garde mobile. Der Feind nach 4 chr in voller Flucht auf Rambervillers. Im befechte waren vom 3. Regiment das erste und das Füsilierbataillon, das 1. Leibgrenadier⸗ hegiment und das Füsilierbataillon des 6. Regi⸗ rents, zwei Escadrons vom Leibdragoner⸗ jegiment und die Batterien Göbel und Kurz. der Feind war mehr als doppelt so stark mit ei Batterien, nach Aussage der Gefangenen undestens 14000 Mann, durch Bataillone aus zum Süden unter General Petevin verstärkt. dae Haltung der Truppen war über alles Lob wrzüglich. St. Remy, Nompatelize und Bois s Jumelles mit dem Bajonett genommen; dei feindliche Offensivstöße wurden energisch Agewiesen. Der Verlust ist beträchtlich, 20 Offiziere und 410 Mann sind todt und ver⸗ rundet. Der Verlust des Gegners ist mehr is dreifach. 6 Ofsiziere und 600 Mann, neistens Linie, sind unverwundet gefangen, schlreiche Waffen erbeutet. Die Truppen swouakirten auf dem eroberten Schlachtfeld; in glorreicher Tag für die badischen Waffen.

(gez.) v. Degenfeld, Generalmajor.

Lille. Die Genietruppen haben die Redont K Herms und die Eisenbahnbrücke bei Chimay die Luft gesprengt; die Verbindungen mi

Belgien sind also abgeschnitten. Nach Berichten aus Poitiers sind die Landbewohner eines großen Theiles von Frankreich noch immer sehr kaiserlich gesinnt. Dieselben lassen es sich nicht ausreden, daß der Kaiser in Sedan verrathen wurde und daß dieRothen an allem Unglück Schuld sind. In Lyon und Umgegend sollen im Ganzen 30,000 Mann Truppen stehen.

Es wird der Cernirung von Paris sich nun wohl ungesäumt die Belagerung einzelner Forts an- schließen, sobald der etwa 100,000 Centner um⸗ fassende Belagerungspark eingetroffen sein wird. Die Belagerung einer fast zwei Millionen Ein- wohner zählenden Hauptstadt ist ein Unternehmen, welches noch vor Kurzem von vielen Seiten den Unmöglichkeiten zugezählt wurde. Außerdem aber steht im Westen und Südwesten des occupirten Gebietes die Armee, welche bisher vor Straßburg gewesen, zu weiteren Operationen verfügbar, nach⸗ dem der Oberbefehl über diesen Platz dem neu ernannten Gouverneur, Generallieutenant von Ollech, anvertraut worden. Ein Rückblick auf die Festungen Ost⸗Frankreichs zeigt als jetzt genommen: Straßburg, Toul, Marsal, Vitry, Sedan, Laon, Lützelstein, Lichtenberg und das von Alters her noch halb befestigte Weißenburg; als belagert: Pfalzburg, Bitsch, Soissons; als beobachtet oder cernirt: Paris, Metz, Thionville, Mezieres, Mont⸗ meby, Verdun, Longwp, Schlettstadt, ReuBreisach. Es sind demnach neun feste Plätze bereits in deutschen Besitz übergegangen, während deren zwölf noch zur Zeit von deutschen Truppen umstellt sind.

Wie Berichte aus Amiens vom 4. Okt. melden, wäre es bei Breteuil beinahe zu einem Kampfe zwischen 250 Mann des deutschen Corps, das in Beauvais steht, und einer Abtheilung Franzosen gekommen. Letztere waren ungefähr 8000 Mann stark und bestanden aus den Mobil⸗ garden der Marne und der Somme(darunter das erste Bataillon von Reims, in welchem die bekannten Champagner Namen Roederer und Cliquot vertreten sind), einem Theil des 43. Linien⸗Regiments und mehreren Dragonern. Die Franzosen, welche die 250 deutschen Reiter, die von Beauvais aus auf Recognoscirung gegangen waren, für den Vortrab einer größeren Armee hielten, geriethen sofort in Angst und Schrecken, und ungeachtet der Bemühungen einiger ihrer Offiziere, sie zum Stehen zu bringen, gingen sie alle durch, ohne auch nur einen Flintenschuß gethan zu haben. Ein Theil derselben wandte sich nach Arras, die übrigen nach Amiens, und die sie begleitenden Genie Soldaten sprengten überall die Brücken und Tunnels.

In einem aufgefangenen Luftballon, der von Paris nach Tours bestimmt war, fand man auch einen Brief des Erzbischoss von Paris an General Trochu, den dieser an die Regierung nach Tours sendet, zur Veröffentlichung an die französischen Landbewohner. Derselbe lautet:Mein Herr! Ihre Beschwerde, daß einige Priester in ihren Predigten das Volk zum Widerstand gegen die jetzige Regierung aufgereizt, war eine gerechte! Ich habe diese räudigen Schafe aus der Diöcese entfernt. Meine Gesinnung war immer eine freie; ich preise den Tag, an welchem sich Frank⸗ reich der Segnung einer Republik vollständig er⸗ freuen kann, und bin glücklich, Sie versichern zu können, daß sie auf die legale Unterstützung des ganzen Clerus von Paris zählen können. Alle Priester meiner Dibcese haben das eifrigste Ver⸗

langen(de desir le plus evident) ausgesprochen,

zur Aufrechthaltung der öffentlichen Ordnung mit⸗ zuwirken und die jetzige Regierung in jeder Weise zu unterstützen. Gott segne die Republik! Ge⸗ nehmigen Sie ꝛc.

Altbreisach, 8. Oct., Morgens, Gestern Abend von 9 bis halb 12 Uhr heftiges Bom⸗ bardement Neubreisachs von drei Seiten. Großer Brand daselbst. Soeben wieder Fortsetzung des Bombardements, Altbreisach ist bis jetzt unberührt.

Karlsruhe. Der Befehl über die zum neugebildeten 14. Armeecorps gehörende badische Division ist an Stelle des immer noch unpäß⸗ lichen Generals v. Beyer auf Kriegsdauer an den preußischen General v. Glümer übertragen worden. Derselbe hat sein Commando bereits angetreten.

Nach Mittheilungen, welche der Director des statistischen Bureau's in Berlin, Herr Geh.-Rath Engel, welcher in höherem Auftrage nach Straßburg gegangen war, um die Ver⸗ hältnisse zu prüfen, nach Heidelberg gebracht hat, sind über 400 Häuser abgebrannt, 8000 bis 10,000 Menschen obdachlos, nicht weniger als 1700 Civilpersonen getödtet oder verwundet worden, worunter 56 Mitglieder der Feuer⸗ wehr. Der Verlust an liegendem und fahren⸗ dem Gut wird an 180 Mill. Francs geschätzt. Ganz besonders hat auch der protestantische Theil gelitten, der überdies seiner deutschen Gesinnung wegen vielfachen Verdächtigungen und Kränkungen ausgesetzt war.

Freiburg i. B., 8. October. Neu⸗Breisach hat die Uebergabe verweigert. Dasselbe wird vor⸗ erst mit leichtem Geschütz von verschiedenen Seiten seit gestern Abend bombardirt. Die Stadt brennt an verschiedenen Orten. Nach glaubwürdigen Nachrichten aus dem Oberelsaß sollen dort Brunnen⸗ vergiftungen Flede sein, und mehrere deutsche Soldaten und Pferde, welche Wasser aus diesen Brunnen tranken, Symptome der Vergiftung ge⸗ zeigt haben.

Hamburg. DemFremdenblatt zufolge hat die betreffende Senats⸗ und Bürgerschafts⸗ commission 10,000 Thlr. für Straßburg bewilligt.

Frankreich. Tours. DieCorr. Hav. meldet: Paris war gestern(26.) Zeuge eines Schauspiels, das man niemals vergessen wird. Feige Soldaten wurden durch Paris geführt mit auf dem Rücken gebundenen Händen. Die Käppis und die Waffenröcke umgekehrt, gingen sie zwischen zwei Spaliers von Soldaten mit gesenkter Stirn, auf der Brust trugen sie einen Zettel mit folgen⸗ der entehrenden Aufschrift:N. N. ist ein elender Feigling, er hat seinen Posten vor dem Feinde schimpflich verlassen. Diese Ehrlosen werden vor einem Kriegsgerichte erscheinen. Das Glücklichste, was ihnen widerfahren kann, ist zum Tode ver⸗ urtheilt zu werden. Der General Duerot hat Paris auf einem Luftballon verlassen, um das Ober⸗ commando über die Loire-Armee zu übernehmen. Der Lafayette ist aus Newyork, in Brest an⸗ gekommen. Derselbe soll 150,000 Stück Gewehre, 6 Millionen Patronen, 150 Freiwillige und Millionen Zwieback an Bord gehabt haben.

Den eingegangenen Pariser Nachrichten zu⸗ folge hat Gambetta anläßlich der Uebergabe von Straßburg und Toul eine Proclamation erlassen, in welcher es heißt:Selbst im Augenblicke ihres Falles haben beide Städte ihre Augen auf Paris geworfen und noch einmal versichert, daß sie fest